Unsere Lieblingsalben 2014

Wir haben auch 2014 wieder so einiges an Musik gehört und vieles davon auf dem Blog vorgestellt. Hier sind die 20 Platten, die meine Co-Bloggerin und mich in diesem Jahr fasziniert haben. Wir hätten sicher auch mindestens ein Dutzend weitere wunderbare Alben nennen können, der Übersichtlichkeit halber wollen wir es bei 20 Stück belassen. Vielleicht schaffen wir es ja, das eine oder andere Werk dem werten Leser doch noch ans Herz zu legen!

1. Wanda – Amore

amore_wanda

Fazit: Es lässt das Kulturgut Austropop in der Moderne ankommen. Wanda sind so robust wie feinsinnig, so euphorisch wie wehmütig, so schlawineresk wie direkt. Mehr noch, Wanda sind die, die all der Heurigenseligkeit und dem ganzen Walzerflair ein Stückchen Wien abtrotzen, es wieder auf der Landkarte des Pop-Rock verorten. (Review)

VÖ: 17.10.2014 (Problembär Records)

2. Kasabian – 48:13

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Brückenschlag zwischen Moderne und Überlieferung – Kasai Allstars

So sehr Europa auf seine regionalen musikalischen Identitäten pocht, gefühlte Lichtjahre etwa den Balkan Brass vom Irish Folk trennen, so neigt doch selbst der kultivierte Europäer dazu, Musik vom afrikanischen Kontinent samt und sonders in eine Schublade zu stecken. Was außerhalb westlicher Traditionen steht, wird als Weltmusik klassifiziert. Solch Etikett muss reichen. Und obwohl auch ich kein Experte für afrikanische Diversität bin, sehe ich in musikalischer Hinsicht doch ein Spannungsfeld dreier Stoßrichtungen. Zum einen die bisweilen fast puristisch vorgetragene Musik, die das kulturelle Erbe bewahren möchte und oft musikalische Brauchtumspflege auf höchstem künstlerischen Niveau betreibt. Hier wäre etwa das vor wenigen Monaten veröffentlichte, vielfach gepriesene Kora-Album Toumani & Sidi von Toumani Diabaté und Sohn Sidiki zu nennen. Daneben existiert eine völlig von westlichen Pop- und Rap-Einflüssen geprägte Musik, die in Europa abseits einer migrantischen Parallelgesellschaft de facto kaum wahrgenommen wird. Und dann wäre noch ein Sound zu nennen, der einen Brückenschlag zwischen Moderne und Überlieferung wagt, wie dies etwa die Kasai Allstars mit ihrer Doppel-CD Beware The Fetish tun.

Das Kollektiv der Kasai Allstars ist im kongolesischen Kinshasa beheimatet. Die Demokratische Republik Kongo war schon in der Vergangenheit ein Schmelztiegel, der in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts etwa den Rumba congolaise in all seinen Ausprägungen hervorbrachte. Ein Franco mit seinem Orchester OK Jazz wäre hier unbedingt zu nennen. Die Karai Allstars sind also keineswegs vom Himmel gefallen, sondern Folge einer gewachsenen Offenheit, die neue Einflüsse mit der eigenen Herkunft versöhnt und sich dieser Tage unter dem Begriff Congotronics präsentiert. Beware The Fetish zeigt sich als Mischung aus ekstatischer Percussion (Xylophone, allerlei Trommeln), den Likembes (kreativ zusammengebastelten Lamellophonen), der unabkömmlichen E-Gitarre und einem im positivsten Sinne urtümlichen, vielstimmigen Dialoggesang.  Weiterlesen