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10 Kennzeichen des erfolgreichen Musikbloggers

10. Du schreibst über jede Eskapade einer Katy Perry, wahlweise auch über jeglichen verunglückten wie geglückten Perückenwechsel einer Lady Gaga. Wenn es gar nichts zu berichten gibt, kippst du kalten Kaffee aus und widmest dich den Skandälchen und Wehwehchen einer Britney Spears. Im Prinzip ist jede Sängerin mit Dekolleté und der gehörigen Portion Zeigefreudigkeit ein viel zu weltbewegendesThema, um es leichtfertig zu ignorieren.

9. Dir ist kein Hype zu primitiv und kein Kalkül zu durchschaubar, um nicht ausgiebig marktschreierisch darüber zu berichten. Selbst der unlustigsten Parodie schenkst du einen Eintrag, in dubio pro Pageview. Deine Strategie wird oft belohnt.  (Stichwort: Uwu Lena)

8. Wenn Trent Reznor sich mal wieder selbst ad absurdum führt oder die Populismuskeule auspackt, feierst du dies als Neubewertung des Copyrights und Abgesang auf die Musikindustrie.

7. Um auch Indie-Hipness zu bieten, übersetzt du blitzschnell die neuesten Beiträge auf Stereogum und rufst laut „Erster!„.

6. Du berichtest erst dann über Bands oder Musiker, wenn selbige mindestens 150000 MySpace-Aufrufe oder 80000 Scrobbles auf Last.fm vorzuweisen haben. Vorher strafst du sie mit Verachtung – außer sie haben Sex oder Crime oder im besten Fall beides im Gepäck.

Musikblogger arbeiten professionell, 24 Stunden am Tag und manchmal auch mehr. (Quelle: Deutsches Bundesarchiv auf Wikimedia Commons; Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz)

5. Du schleuderst tagtäglich mehr Links ins weite Rund des Internets als derzeit Tonnen Öl in den Golf von Mexiko strömen. Du hoffst, dass deine Trackbacks vermeintlich wichtige Blogs wie Spreeblick erreichen.

4. Selbst haarsträubend spekulative, pseudowissenschaftliche Studien zu Gott und Musik übernimmst du euphorisch, solange sie dein Bauchgefühl bestätigen. (zum Beispiel: Filesharing beschert Musikern mehr Kohle, UFOs manipulieren die Charts, etc.) Allerdings vermagst du an guten Tagen Humbug als Humbug zu enttarnen. Solch lichte Momente unterlaufen deinen Lesern eher nie.

3. Du lässt dich von Promo-Firmen mit LKW-Ladungen an CDs versorgen und unterstreichst deine Unabhängigkeit dadurch, dass du gnadenlos durch den Kakao ziehst, was nicht bereits hochoffiziell und notariell beglaubigt  zum nächsten großen Hype ausgerufen wurde.

2. Du schreibst zwar nach wie vor holprig, hast aber schon das Ego eines Musikjournalisten des Rolling Stone. Darum suchst du dir Gleichgesinnte und gründest ein schickes Online-Magazin, um jedweden Zweifel an deiner Befähigung im Keim zu ersticken.

1. Du verfasst sogar Nachrufe auf den Schwippschwager der Lebensgefährtin des Bassisten der gerade aus deinen persönlichen Top 50 gefallenen Band, da auch die Generation Online das morbide Interesse an Todesanzeigen vererbt bekommen hat.

SomeVapourTrails

Stippvisite – 17/04/10

Es hat sich wieder einiges an Links angesammelt…

Lesetipp:

Ich bin ja nach wie vor skeptisch, wenn ich an die eben zu Ende gegangene re:publica 2010 denke. Das Problem mit einem Treffen der Bewohner des Netzes, die eben nicht in die Konsumentenrolle gedrängt werden wollen, sondern das Web selbst mitgestalten, liegt in gutgemeinten, aber eben auch falschen Ansätzen. Meiner Meinung nach geht es im Grunde nicht darum, ob Netzneutralität oder Datenschutz oder Meinungsfreiheit im Internet eine Rolle spielen. Eigentlich sind dies Selbstverständlichkeiten, die man sich zwar immer wieder einmal neu erkämpfen muss, letztlich jedoch Grundwerte darstellen, welche bei Meinungsführern immer genug Erregungspotential aufweisen, um Gegenströmungen zu etablieren und auch durchzusetzen. Die eigentliche Crux kann gerade die re:publica nicht lösen, nämlich wie man aus einer Horde von Lämmern Herdenführer macht, also die überwiegende Anzahl an passiven Konsumenten, die keinerlei Bewusstseinsbildung entwickelt haben, dass das Netz ein aktives Mitgestalten verlangt, aufweckt. Wie kann ein solches Treffen einer Elite dazu beitragen, dass es zu einer Solidarisierung im Internet kommt, der durchschnittliche Nutzer Verantwortung übernimmt und nicht hinter eine (vorgegaukelte) Anonymität zurücktritt. Und das ist nicht einfach mit einem Mitgrölen gelöst, wenn die Opinion Leader loskläffen. Dass gesalzene Eintrittspreise Otto Normaluser von einem Besuch der re:publica samt manchem Aha-Erlebnis abhalten, macht die Veranstaltung noch suspekter.

Die taz und Spiegel Online gewähren einen ungefähren Einblick in die Thematik des Treffens.

Hörtipp:

Horst von Hey Tube hat Drink Up Buttercup zu seinen Dark Horses 2010 gezählt. Eine neue Daytrotter-Session – die erste findet man hier – erlaubt einen Eindruck, warum die Band durchaus zu höheren Weihen befähigt scheint.

Lesetipp:

Last.fm wird in Zukunft kein On-Demand-Streaming mehr anbieten. Die Gründe und Auswirkungen hat die taz gut zusammengefasst. Prinzipiell lassen sich zwei Erkenntnisse daraus ableiten. Einerseits, dass es mit den meisten Internet-Startups den Bach runtergeht, sobald sie einem risiegen Medienkonzern einverleibt werden. Dadurch verliert sich auch das innovative Potential, man ist nicht mehr am Puls der Zeit, Experimente müssen erst lange Entscheidungsinstanzen abklappern, ehe sie genehmigt oder abgelehnt werden. Außerdem zeigt das Ende des kostenfreien Streamings, dass die Musikindustrie nach wie vor desperat auf der Suche nach dem Stein der Weisen scheint. Werbefinanzierung funktioniert letztlich aus mehrerlei Gründen nicht oder höchstens im Ansatz. Und das Entdeckungspotential, das in der Verfügbarkeit von gezielt ausgewählten Streams liegt, die eben nicht auf 30 Sekunden eingedampft sind, wird auch negiert. Last.fm hat in der Anfangszeit viel richtig gemacht, aber bereits vor dem Verkauf an CBS wurden genug Fehler begangen. Dank der momentanen Strategie wird Last.fm weiter an Bedeutung verlieren. Es verkommt zum personalisierbaren Radio – das ist nun wirklich nichts weltbewegendes mehr.

Entdeckertipp:

Wirklich guter, frischer Pop kann auch Sprachbarrieren durchbrechen. Das beweist mir das schwedische Ensemble Symfoniorkestern. Der Song Den Lilla Flykten ist herrlich frühlingshaft und luftig. Entdeckt habe ich die Band bei Days Of Music und Eardrums, der auch verrät, wo es das Lied als kostenlose Mp3 gibt.

Videotipp:

Manch Clip braucht keine großartige Idee oder komplizierte Handlung, ein gutes Musikvideo lebt auch davon, dass es die Stimmung der Musik widerspiegelt. Das tut Northern Lights von Bowerbirds wirklich gekonnt, da wird kein unnötiges Larifari hineingeheimst.

„Northern Lights“ by Bowerbirds from Secretly Jag on Vimeo.

Den Track kann man sich kostenlos auf Label-Seite von Dead Oceans herunterladen.

Downloadtipp:

Sarah Jaffe ist ein US-amerikanische Singer-Songwriterin, der man mit dem neuen Album Suburban Nature einen Durchmarsch in die Erfolgsgefilde zutrauen darf. Die besten Argumente für meine These sind Gratis-Downloads, die hier oder auch im Magnet Magazine verfügbar sind.

Viel Vergnügen mit unseren Tipps!

SomeVapourTrails

Social Media Monitoring für musizierende Dummies

Nein, meine Lieben, hier geht es nicht über böse Gerüchte, die in die Welt gestreut wurden… oder vielleicht ein klitzekleines Bisschen? Der neudeutsche Fachausdruck für „Wer sagt Was über Mich?“ nennt sich Social Media Monitoring. Nicht nur große Firmen, auch jeder kreativ arbeitende Mensch möchte natürlich wissen, wie das künstlerische Schaffen im Netz so ankommt. Im Bereich Musik poppen im Moment immer mehr Firmen auf, die ihre Dienste anbieten, Analysen, Reputationsmanagement und so tolle Wunderdinge versprechen. Dass diese sich ihre Tätigkeit natürlich teuer bezahlen lassen, ist auch klar. Müssen Musiker und Konsorten, die nicht die Kohle haben, um sich dieser teuren Auskunftsdienste zu bedienen, jetzt für immer und ewig im Dunklen bleiben, den Erfolg allein an den Plays auf Last.fm und YouTube messen… oder noch schlimmer, der Freundeszahl auf MySpace?

Nein – müssen sie nicht. Es gibt ein paar sehr hilfreiche Online-Dienste, die vollkommen kostenlos das Web durchforsten:

Starten wir mit dem Gianten Google. Eigentlich ist die Erwähnung hier so was wie stating the obvious – gerade Bands sind jedoch bisweilen so kreativ, dass sie die Schulstunde des  kleinen Internet-ABCs  schwänzen mussten, um auf höchstem Level zu musizieren… 😉 Irgendwie so erklärt es sich, dass unprofessionelle Musikliebhaber mehr über ID3-Tags wissen als professionelle Musiker… warum dies dann auch noch für Social Media Monitoring wichtig ist… dazu später.

SocialMediaMonitoring

Google

Besonders die Google Blogsuche und die Google Alerts sind schon die halbe Miete. Bei der Blogsuche kann gezielt mit Stichworten wie  Künstlernamen, Single oder Album-Titel gesucht und gefunden werden. Die Suche kann auf deutsche Ergebnisse eingegrenzt, oder international gestartet werden. Google Alerts kann individuell programmiert werden und sendet einem bei jeder neuen Meldung zum angegebenen Thema (den Schlagworten) eine E-Mail ins Postfach.

socialmention

Wie der Namen schon sagt, socialmention sucht nach Erwähnungen auf:

100+ social media properties directly including: Twitter, Facebook, FriendFeed, YouTube, Digg, Google etc.

Hier kann ein Rundumblick generiert oder gezielt gesucht werden nach: Blogs, Microblogs, Networks (Netzwerke), Bookmarks (Lesezeichen), Comments (Kommentare), Events (Veranstaltungen), Images (Bilder/Fotos), News (Neuigkeiten), Videos, Audio, und Questions/ Q&A (Fragen). Auch dieser Service bietet einen E-Mail-Alert.

Zusätzlich bietet socialmention noch eine Mini-Analyse:

strength
Bei strength (Stärke) geht es um die Wahrscheinlichkeit, mit der die Marke (Künstler, Kunstprojekt, etc.) auf den Social Media Seiten diskutiert wird. Hierzu werden die Erwähnungen der vergangenen 24 Stunden durch die insgesamt möglichen geteilt.

sentiment
Sentiment (Gefühl/Empfindung) ist das von Verhältnis von positiven Äußerungen zu Kritik.

passion
Passion (Leidenschaft): Die Berechnung der Wahrscheinlichkeit, ob einzelne Personen wiederholt über die Marke reden werden. Gibt es zum Beispiel eine festen Fankreis, der sich wiederholt im Web äußert, ist die Passion hoch. Wenn jeder Beitrag von einer anderen Person geschrieben wurde, ist die Punktzahl niedriger.

reach
Reach (Reichweite) – ist die Messung des Einflussbereichs. Hier wird die Zahl der Autoren der Beiträge durch die Zahl der Beiträge insgesamt geteilt. Je mehr unterschiedliche Autoren bereits über einen Künstler geschrieben haben, desto größer ist der Einflussbereich, den dieser/diese schon erreicht hat. Ein überaktiver Fan allein ist folglich noch keine Zeichen für eine große Fangemeinde.

Sicher darf man solche Tools nicht überbewerten, aber sie geben schon mal eine Eindruck, ob die Vermarktung im Web Erfolge zeigt und in welche Richtung sie gehen. Für mich war interessant zu sehen, dass wir doch so einige Male bei  Friendfeed auftauchen.  In unserem Lie In The Sound-Statistiken tauchen nur die Onsite-Views auf, wer uns wie in welchem  Feedreader liest und wie viel Leser wir insgesamt haben, lässt sich mehr schätzen. (Und ja… danke für den Tipp… das mit Feedburner hab ich verpeilt).

SearchMerge

Mit SearchMerge kann man folgende Dienste durchsuchen:
FriendFeed, Last.fm, Google, Flickr, Technorati, Twitter, YouTube, Vimeo

Addict-o-matic

Addict-o-matic bietet eine schöne Übersichtsseite mit „the latest buzz on any subject“. Es werden diverse Blogportale, Suchmaschinen und die üblichen Verdächtigen wie Flickr, Twitter, YouTube & Co durchsucht. Ich nutze die Seite hin und wieder, um mir einen Überblick über die Meldungen zu meinen Lieblingsbands zu verschaffen.

BackType

BackType verfolgt die Kommentare zu Blogs etc. Gerade für die Rockstars von morgen nicht unwichtig, was Fans und Kritiker so in ihren Comments zum Besten geben 😉 Auch sonst sind häufig, so meine Erfahrung, die Konversationen in den Kommentaren zu Blogbeiträgen oft noch interessanter als der Blogbeitrag an sich.

Scrobbels, ID3-Tags – Erfolg sichtbar machen!

Damit Erfolg auch sichtbar wird, sind einige Grundvoraussetzungen nötig. Eine der wichtigsten für Musiker wird fast immer vergessen: Das richtige Beschriften von Mp3s. Man höre und staune, Mp3-Dateien bieten nicht nur Platz für die Musik, sondern können sogar Angaben zu Interpret, Songtitel, Albumtitel (und mehr ) beinhalten. Mehr dazu: Wikipedia ID3-Tag.

Bei mehr als 70% der bisher legal von mir runter geladenen Mp3s, die es zu Promozwecken gratis gab, waren diese Angaben entweder unvollständig oder fehlten ganz. Dies ist zu einem schlecht, da der Internetnutzer schnell vergisst, wo genau er sich die Mp3 gedownloadet hat und um welche Band es sich handelt. Er kann also die Musik genießen, wird aber nie ein Album von eben jenem Künstler kaufen, da er in vielen Fällen bei unbekannteren Bands nicht mehr weiß, wer es ist.

Auch für die Erfolgsmessung und Prestige im Internet ist das Fehlen von ID3-Tags fatal. Viele Musik-Communities wie Last.fm und iLike bieten ihren Usern die Möglichkeit, ihr Hörverhalten zu protokollieren und personalisierte Charts zu erstellen. Zusätzlich werden Küntlerseiten generiert, auf denen verzeichnet ist, wie viele Hörer + Songplays dieser/diese hat. Entsprechenden Programme wie der Last.fm-Scrobbler sind hierzu auf die Meta-Daten der ID3-Tags angewiesen. Fehlen diese, taucht der Song eben nicht in den Charts/Statistiken auf. (Der Erfolg bleibt also unsichtbar).

Weiterer Nachteil: Last.fm berechnet anhand des Hörverhaltens aller Nutzer  für jeden Track und Artist ähnliche Künstler + Songs und empfiehlt diese mittels verschiedener Radio-Funktionen weiter. Wird ein Song von Last.fm-Usern gehört, jedoch nicht protokolliert, wird er auch nicht Teil des automatischen Weiterempfehlens, verschenkt so die kostenlose Möglichkeit, neue Hörer zu gewinnen.

Es sind übrigens nicht nur Indie-Musiker, die ihre Mp3s nicht richtig beschriften können. Dieses Handicap zieht sich quer durch alle Genres und Erfolgsebenen. Auch Labels und Promofirmen jeglichen Coleurs verweigern sich dem dreiminütigen Aufwand. Es ist auch keine Wunder-High-Tech-Software notwendig, alle Mediaplayer (iTunes, Winamp & Co) verfügen über solch eine Funktion. In der Regel nennt sich diese „Dateiinfo anzeigen/ bearbeiten“.

Noch mehr Social Media Monitoring Dienste findet ihr hier:

Essentielle Social Media Monitoring Tools für Unternehmen

Und hier (mit PDF-Download):

Erfolgskontrolle im Social Web Artikel in der Internet World Business

Und wenn man dann was findet, was man nun wirklich nicht online über sich lesen/sehen/hören möchte: Hier die Tipps von Google zum Thema Reputationsmanagment

DifferentStars

„Fuck me, I’m twee.“ Part 1: Cake On Cake

Was ist eigentlich aus der Twee-Pop-Welle geworden? Schien wie weggespült, zumindest aus meinem Universum, bis mich vor ein paar Tagen Julian von die Kopfhörer wieder daran erinnerte. Nicht direkt, er kannte den Begriff Twee bis dato gar nicht (und das obwohl er nach eignen Angaben selber welche produziert). Julian hatte ein Video von Caribou gepostet und ich besann mich meiner Anfangstage als Last.Fm-Nutzerin. Vor etwas mehr als  3 Jahren (ich bin Spätzünderin) begann ich die musikalische Internetwelt zu erkunden – hungrig nach neuer Musik und blieb ne Weile beim Twee-Pop hängen. Zur gleichen Zeit kam auch Grey’s Antatomy nach Deutschland, ein großer Teil der musikalischen Untermalung der ersten Staffel,  dürfte dem Genre zuzuordnen sein.

Twee-Pop, so beschreibts Wikipedia:

Twee-Pop [ˈtwiː-] (von engl. Babysprache twee „hübsch; süß; nett“) ist eine Variante des Indie-Pop, die sich durch einfache, hübsche Melodien und Texte auszeichnet.


Verspielter Indie-Pop also, oft kindlich naiv. Beschwingt mit allerlei lustigen Instrumenten garniert.

Zu den bekanntesten Vertretern gehören:

* Architecture in Helsinki
* Au Revoir Simone
* Belle and Sebastian
* Camera Obscura
* Club 8
* The Field Mice
* of Montreal
* The Orchids
* The Pains of Being Pure at Heart
* Sambassadeur
* Suburban Kids With Biblical Names
* Trembling Blue Stars

Bei meiner Suche auf Last.Fm nach kostenlosen Downloads für ein Twee-Pop-Mixtape bin ich dann aber erstmal bei dieser (mir bis dahin unbekannten) Dame hängen geblieben:

Cake On Cake

cakeoncake

Photo: Sofie Ekholm

Kopf des Projekts  Cake On Cake ist die 28-jährigen Schwedin Helena Sundin, die zwei Platten solo aufgenommen hat und jetzt mit Andreas Gabrielsson (Bass) und Kristina Sundin (Metallophone/ Gesang) gemeinsam unter dem Namen musiziert. Die dritte CD „Hymns I Remember“ hat sie im November 2008 bei Sleepy Records veröffentlicht.

Auf Anhieb sehr gefiel mir Lonely Song, welchen es leider nicht als Video – dafür aber s.u. als gratis Download gibt. Die Musikvideos, die ich gefunden habe,  sind gelinde gesagt, etwas krude – aber interessant.

Cake on Cake – Francoise

Cake on Cake – Dreams will come true

Free Downloads auf Last.Fm:

Cake On Cake – Lonely Song (Link)
Cake On Cake – Sea Microphone (Link)
Cake On Cake – I See No Stars (Link)
Cake On Cake – Francoise (Link)

Links: MySpace

Viel Spaß damit!

DifferentStars

„Hymns I Remember,“ which came out on November 18, 2008.

Link-Tipp: Zwist und Intrigen bei Last.fm

Wir hatten ja mit Last.fm schon unsererseits das ein oder andere Hühnchen zu rupfen. Der werte SomeVapourTrails schaffte es sage und schreibe 3 Mal von Last.Fm verbannt zu werden, da er zu hitzig mit dem Staff über deren unsägliche „Freie Fahrt für freie Nazis“ – Politik diskutierte. Lange dauerte es, bis sich hier etwas tat, schön zusammengefasst findet man diese Problematik in dem Stern-Artikel Brauner Musikantenstadl.

Dass auch hinter den Kulissen ein einziges Hauen und Stechen herrschte, kann man jetzt auf ORF.at nachlesen. Dort startete heute in der Futurezone die 3-teilige Artikelserie Zwist und Intrigen bei Last.fm. Last.Fm-Mitbegründer Thomas Willomitzer, der als einziger nach dem Verkauf von Last.fm leer ausging, berichtet über die spannende Gründerzeit und folgende Machtspiele, die Stoff für mindestens eine Telenovela bieten.

Lesenswert!

DifferentStars

Abwasch oder Rezension!

Irgendwann setzten wahrscheinlich bei jedem Musikblogger mal Overkill-Phasen ein. Wenn man mit seinem Co-Blogger zusammenlebt, wird einem dies natürlich ausgiebig unter die Nase gerieben, mit den Promozetteln der wartenden Rezensionen gewedelt und ein schlechtes Gewissen bereitet. Zur Strafe für schlurfendes Rezensieren, durfte ich in den vergangenen 2 Wochen dafür mehr Haushalt erledigen. Mit der logischen Begründung, dass ja zumindest Einer, bzw. der Eine, genug Zeit braucht, um sich um den Blog zu kümmern. Sonntagnachmittag hat mir der liebste Herr dann mitgeteilt, er wolle von nun an Rezensions-Gott genannt werden. Mir scheint, da müssen Gegenmassnahmen ergriffen werden.

Meine Lieblingsradiostation ist zur Zeit die meines Last.Fm-Zweitwohnsitzes. Da spielt alles, was so grob in die Kategorien Britpop und Britrock passt.

Vergangene Woche hab gleich zwei zum Radio passende Veröffentlichungen schöner Videos verpasst. Nicorola war hier eindeutig wesentlich schneller, ich total vertrant, also via ihm kommen jetzt:

Peter Doherty – Broken Love Song

und

Mando Diao – Mean Street

DifferentStars

Symbolbild des Tages: Steereo Folk

Ich glaub ich mag doch keinen Folk:

steereo folk

Hm… ich hab mich gerade als Beta-Testerin beim neuen Musikdienst Steereo angemeldet… werd die kommenden Tage mehr schreiben und meine Affinität zum Folk-Genre überdenken.

Steereo möchte Last.Fm, iLike, IMEEM & Co Konkurrenz machen bzw. natürlich viel besser sein. Hier die Eigenbeschreibung:

steereo.de ist der Anlaufpunkt für digitale Musik im Internet. Entdecken, hören, teilen oder einkaufen – alles was das Internet und digitale Musik ausmacht, findet sich auf steereo.de.

Die neuesten Titel suchen, das Lieblingsalbum immer und immer wieder anhören, es Freunden weitererzählen, ein eigenes Musikprofil aufbauen, Lieblingstitel und Künstler speichern, Wiedergabelisten speichern und bearbeiten, Biographien, Diskographien, neue Musik entdecken, Gleichgesinnte finden und noch so Vieles mehr…

steereo.de ist ein Produkt der Grassroot Media GmbH.

Quelle: steereo.de

PS: Ich bin ein bisschen traurig, dass die keinen Bereich für Schlager oder Volksmusik haben, vielleicht wär ich da ja fündig geworden 😀

DifferentStars

Wollt Ihr das totale Filesharing? (Teil 4)

Der Diplom-Medienberater und Medienjournalist Robin Meyer-Lucht hat dieser Tage unter dem hochtrabenden Titel Kostenlos-Kultur ≠ Urheberrechtsverletzung: 10 Thesen zum Modernisierungsversagen der Medieneliten eine Bestandsaufnahme der Problemfelder  der gegenwärtigen Copyright-Debatte geliefert. Zusammenfassend kann man seine Kritik auf einige, nicht eben markerschütternd neue Ansatzpunkte reduzieren. Meyer-Lucht konstatiert den über Jahrzehnte erfolgreichen Marktführern im Bereich Print und Musik, dass sie auf das neue Medium Internet falsch reagieren und etwaige Chance nicht ergreifen. Den Versuch, die bis zur Etablierung des Internets funktionierenden Geschäftsmodelle auch im Internet 1:1 anzuwenden, nennt er Adaptionsverweigerung. Er unterstellt den medialen Platzhirschen Ignoranz hinsichtlich des digitalen Quantensprungs, pocht darauf, dass das die vor Verbreitung des World Wide Web existierende Medien- und Wissensordnung keinesfalls perfekt gewesen sein kann, weil sie sonst auch im Internet funktioniert hätte. Meyer-Lucht sieht in dem sturen Erinnern an frühere, goldene Zeiten einen normativ-autoritären Impuls, der den Willen der Nutzer ignoriert. Verlagen, Zeitungswesen und der Musikindustrie rät er zu werbefinanzierten Erlösstrategien. Unwiderstehliche Benutzerfreundlichkeit würde auch legale Angebote über Piratenbuchten siegen lassen. Das Urheberrecht hält Meyer-Lucht keineswegs für überholt, mahnt das Entscheidungsrecht der Produzenten ein, wann und zu welchem Preis ihr Werk das Licht der Welt erblicken soll. Insgesamt prophezeit er einen Trend zur teilkommerziellen Produktion von Inhalten im Medium Internet.

Ich bin ja ein Fan von Experten, die mit einem geschärften Blick für das große Ganze gesegnet sind und jene Weisheit auch unter das Volk bringen. Nichtsdestotrotz stelle ich Einsprüche gegen oben genannte Ausführungen, wenn es um den Bereich Musik geht. Doch wagen wir zunächst einen klitzekleinen Rückblick auf bisherige Ereignisse. Es begann alles mit dem durchaus legitimen Versuch auf funktionierenden Verkaufsmodellen zu beharren. Genau dies tat die Musikbranche in den 90ern, wohl vor allem deshalb da die rasante Entwicklung des Internets eine durchdachte, kalkulierbare Strategie erschwerte. Ab Napster befand sie sich dann in der Defensive, durfte lediglich reagieren und machte das, was jedermann tut, wenn er sich in die Enge gedrängt fühlt: Hysterisch um sich schlagen. Die geballte Macht von Millionen Konsumenten stürzte sich auf die interessanten Facetten des Filesharings, empfand den Tauschhandel als Bereicherung und verfiel in oftmals gutem Glauben der Idee, dass zumindest die Tauschpartner auch weiterhin Tonträger erstehen würden. Alles sollte weiterlaufen wie bisher, nur man selbst würde halt die eine oder andere CD weniger kaufen. So dachten Millionen und der Umsatz brach ein. In der Folge wurde das digitale Copyright ausjudiziert und RIAA und Konsorten schossen sich auf diejenigen ein, welche als potentielle Kunden eigentlich Verhätschelung verdienten. Seit nun gut 10 Jahren sucht die Branche nach dem Stein der Weisen – und fällt dabei immer auf iTunes zurück. Werbefinanzierte Modelle sind ebenso gescheitert wie Musik-Abo-Flats. Ob Warner, Universal oder Sony – alle wagten das Buhlen um verschreckte Filesharer im Alleingang. Und gerade darum vermochte keines der Portale die Vielfalt und den Community-Geist der Tauschbörsen zu reanimieren. Lediglich Apple gelang die Etablierung kostenpflichtiger Downloads. Doch funktioniert dies eben aufgrund der zeitgeistigen Hardware (iPod). Kopierschutzmaßnahmen gingen ins Land und vertschüssten sich wieder. Klagewellen rollten an und krachten gegen die Wand. Die wenigen Konzepte, die tatsächlich einen Impetus zu neuen Herangehensweisen lieferten, wurden allesamt nicht vom Musikbusiness erdacht. Als Beispiel sei Last.fm erwähnt. Und nun befinden wir uns im Jahre 2009, die Industrie grübelt weiter wie man rückgängige Umsatzzahlen stoppen könnte und die Copyright-Diskussion knabbert nun seit einiger Zeit an den selben Brocken. Was tun?

Prinzipiell beharren Plattenfirmen auf dem kapitalistischen Prinzip, dass eine Leistung (zB eine physische CD oder ein digitaler Download) mit einer Gegenleistung (Geld) beantwortet werden muss. Die Annahme, wonach in der virtuellen Welt funktioneren wird, was in der Alltagsrealität gang und gäbe ist, ist die bis dato fundamentale Crux. Je unregulierter menschliches Handeln ist, desto mehr entfällt der Wille zur Pflicht. Das hat weniger mit krimineller Energie gemein, vielmehr mit der menschlichen Sehnsucht nach (Wahl-)Freiheit. Solange das Internet als Hort anonymen Handelns verstanden wird, sinkt der Drang Verpflichtungen nachzukommen. Diese Mentalität der Anfangstage des World Wide Web zappelt wie ein Damoklesschwert über allen Copyright-Debatten. Thesen, die darauf fußen, dass die Musikindustrie noch immer kein unwiderstehliches Angebot an den Konsumenten gemacht hat, lassen die mangelnde Zahlungsbereitschaft vieler Nutzer außer Acht. Das Gepredige von werbefinanzierten Angeboten mag zwar nett klingen, ist im Praxistest jedoch bestenfalls Geschwafel. Sowohl Last.fm als auch YouTube können das eine oder andere Liedchen davon trällern.

Was können wir uns also nun von den Erklärungen des Herrn Meyer-Lucht ins Stammbuch kritzeln? Die Labels haben allerlei Schnickschnack ausprobiert, solch Trendverweigerer sind die Plattenbosse ergo nicht. Dem Einfordern von Urheberrechtsgesetzen stimmt der Medienexperte ja zu. Bleibt nur der Verbraucher, den Meyer-Lucht zum Entscheidungstitan erhebt. Doch wenn eben jener Konsument auch zukünftig auf Filesharing setzt, welche Schritte soll dann die Unterhaltungsbranche unternehmen, um nicht länger im Mief strukturkonservativer Ignoranz zu waten? Interessanterweise erwähnt der werte Herr Experte die Kulturflatrate nicht. Ahnt er, dass solch eine Abgabe keine schwanzwedelnde Verteilungsgerechtigkeit in sich birgt? Oder fällt die Rolle nichtkommerzieller Inhalteproduktion dann eben jenen zu, die sich nicht in staatlichen Futtertröge der P2P-Pauschalen aalen dürfen? Einer Kostenlos-Kultur das Wort reden, aber sich da auf abstrakte Phrasen zu beschränken, ist einmal mehr plakativ wie nichtssagend.

SomeVapourTrails

Dem Himmel entgegen…

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more about „On and On „, posted with vodpod

In den Anfangstagen von Lie In The Sound stellte ich euch Mackintosh Braun mit den Worten Ein bißchen “Airy”…und doch ne feine neue Brise vor. Jetzt gibt’s ein neues feines Video von den Jungs: Mr. Brown beim Freeclimbing. Regie führte Chuck Fryberger. Nicht die einzige Zusammenarbeit des Filmemachers mit der Band. In Freybergers neuestem Film PURE werden von Mackintosh Braun gleich zwei Songs, On and On und Good So Far, den Soundtrack bereichern.

Das komplette Album The Sound könnt ihr euch nach wie vor auf Last.Fm kostenlos downloaden.

DifferentStars

Free Download: Tori Amos – Maybe California

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PHOTO CREDIT: (c) Karen Collins

Ohne viele Worte… SomeVapourTrails freut sich schon auf’s am 15. Mai erscheinende Album Abnormally Attracted To Sin. Vorab schickt nun Frau Amos einen kostenlosen Teaser ins Rennen.

Via Spinner.com könnt ihr euch die Mp3 hier downloaden:

Download: ‚Maybe California‘ (MP3)

Hier kann man’s sehen und hören:

Tori Amos – Maybe California

cover_abnormall_300cmykTracklist:

  • Give
  • Welcome To England
  • Strong Black Vine
  • Flavor
  • Not Dying Today
  • Maybe California
  • Curtain Call
  • Fire To Your Plain
  • Police Me
  • That Guy
  • Abnormally Attracted To Sin
  • 500 Miles
  • Mary Jane
  • Starling
  • Fast Horse
  • Ophelia
  • Lady In Blue

LABEL: Universal
VÖ: 15.05.2009

Update: Wie der geschmackssichere Herr SomeVapourTrail das Album einschätzt, findet ihr hier!

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