Schlagwort-Archive: Lily & Madeleine

Schlaglicht 40: Lily & Madeleine

Im Herbst 2014 habe ich folgende Zeilen über ein Schwesternpaar aus Indianapolis geschrieben: „Lily & Madeleine erstrahlen als Perfektion in Mädchengestalt, taugen als Projektionsfläche für keineswegs unanständige Träume männlicher Musikfans. Sie repräsentieren das Ende der Unschuld, den Moment, wo eine jugendliche Unsicherheit in heranreifendes Wissen übergeht. Sie betören mit juveniler Nachdenklichkeit, kichern nie, schwärmen nicht, sie wirken wie eine auf Ästhetik und Anstand getrimmte Fantasie, die den Hirnen kultivierter, älterer Herren entsprungen ist. Das Geschwisterpärchen bildet somit die völlige Antithese zu forsch-naivem Backfischtum. Und natürlich scheint es auch meilenweit von einer Jeunesse dorée oder jeglicher Emo-Miesepetrigkeit entfernt.“

Einem Song wie The Wolf Is Free habe ich damals attestiert, dass das Feuer der Jugend nicht nur gemütlich vor sich hin flackert, sondern durchaus auch bedrohliche Flammen produziert. Dass nicht nur sittsames Sehnen durch die Szenerie schleicht, sondern auch gefährliche Wünsche herumspuken, die zwischen den Frustrationen der Adoleszenz lauern. Lily & Madeleine haben mit ihrem Album Fumes fraglos mehr Entwicklungsroman als Teenie-Träumchen vorgelegt. Aus diesem Grund habe ich schon mit Spannung auf neue Klänge des Duos gewartet. Für 26. Februar ist nun das dritte Studioalbum namens Keep It Together angekündigt. Schlaglicht 40: Lily & Madeleine weiterlesen

Unsere Lieblingsalben 2014

Wir haben auch 2014 wieder so einiges an Musik gehört und vieles davon auf dem Blog vorgestellt. Hier sind die 20 Platten, die meine Co-Bloggerin und mich in diesem Jahr fasziniert haben. Wir hätten sicher auch mindestens ein Dutzend weitere wunderbare Alben nennen können, der Übersichtlichkeit halber wollen wir es bei 20 Stück belassen. Vielleicht schaffen wir es ja, das eine oder andere Werk dem werten Leser doch noch ans Herz zu legen!

1. Wanda – Amore

amore_wanda

Fazit: Es lässt das Kulturgut Austropop in der Moderne ankommen. Wanda sind so robust wie feinsinnig, so euphorisch wie wehmütig, so schlawineresk wie direkt. Mehr noch, Wanda sind die, die all der Heurigenseligkeit und dem ganzen Walzerflair ein Stückchen Wien abtrotzen, es wieder auf der Landkarte des Pop-Rock verorten. (Review)

VÖ: 17.10.2014 (Problembär Records)

2. Kasabian – 48:13

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Schlüpfende Schmetterlinge – Lily & Madeleine

Das Schwesternpaar Lily & Madeleine hat sich vor zwei Jahren darangemacht, mit einem durchaus eigenständigen, ernsthaft-lieblichen Indie-Folk-Pop Herzen und Köpfe zu verdrehen. Den beiden Teenagern aus dem nicht eben als musikalischen Hotspot verschrienen Indianapolis sind mittlerweile schon zwei bemerkenswerte Alben geglückt. Ihrem letztjährigen Debüt haben sie mit erstaunlicher Schnelle das vor wenigen Wochen erschienene Fumes folgen lassen. Lily & Madeleine erstrahlen als Perfektion in Mädchengestalt, taugen als Projektionsfläche für keineswegs unanständige Träume männlicher Musikfans. Sie repräsentieren das Ende der Unschuld, den Moment, wo eine jugendliche Unsicherheit in heranreifendes Wissen übergeht. Sie betören mit juveniler Nachdenklichkeit, kichern nie, schwärmen nicht, sie wirken wie eine auf Ästhetik und Anstand getrimmte Fantasie, die den Hirnen kultivierter, älterer Herren entsprungen ist. Das Geschwisterpärchen bildet somit die völlige Antithese zu forsch-naivem Backfischtum. Und natürlich scheint es auch meilenweit von einer Jeunesse dorée oder jeglicher Emo-Miesepetrigkeit entfernt.

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Free Download: Asthmatic Kitty Digital Sampler Winter 2014

asthmatic kitty sampler

Zwischendurch zur Abwechslung kein reiner Christmas Sampler sondern eine Winter Compilation vom feinen Label Asthmatic Kitty, Heimat des wohl unbestrittenen Königs des Indie-Pop Christmas Songs. Sufjan Stevens steuert zwei seiner berühmt-berüchtigten Weihnachtslieder bei. The Sleigh In The Moon, welches der Barde gemeinsam mit Cat Martino aufgenommen hat, und das sehr psychedelisch geratenene Christmas Woman sollten in keiner Sammlung von Liebhabern außergewöhnlicher Christmas Songs fehlen. Mehr Weihnachtliches von Sufjan Stevens wird auf Noisetrade verschenkt.

Diejenigen, die lieber einen Bogen um saisonale Songs machen, dürfen sich über eine Reihe weiterer Tracks freuen. Mein Nicht-Weihnachts-Favourit: World In My Eyes von Shannon Stephens. Mein Liebster und Co-Blogger hat euch hier und hier Lily & Madeleine bereits ans Herz gelegt, zeigte sich jedoch nach einmaligem Durchhören des Debüt-Album dann so enttäuscht, dass er darauf verzichtete seinem Unmut in einer Review freien Lauf zu lassen. Ich soll sie trotzdem hier lobend erwähnen, ruft er aus der anderen Zimmerecke, die seien ja auch noch sehr jung, gerade der Schule entfleucht. Also: Anhören und vielleicht liebhaben. 😉

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Lauschrausch XXXVI: Lily & Madeleine

Ich hatte bereits im Frühjahr auf die aus Indianapolis stammenden Schwestern Lily & Madeleine hingewiesen, nachdem ich auf das klienicum über das Duo gestolpert bin. Heute möchte ich dem werten Leser diese Empfehlung nochmals ein wenig aufdringlicher nahelegen. Schlichtweg weil die EP The Weight Of The Globe derzeit als kostenloser Download samt Möglichkeit einer kleinen Spende auf Noisetrade verfügbar ist. Lily & Madeleine sind erfreuliche Vertreterinnen der Spezies Teenager, sie füllen ihre adoleszenten Sangesstimmen mit Nachdenklichkeit und Sehnsucht, sie klingen lieblich und fragil, angenehm ernsthaft und souverän, ohne jedoch altklug zu wirken. Solch folkiges Singer-Songwritertum hat eine umwerfende Stilsicherheit, eine klassische Schönheit, eine melodiöse Eleganz. Es ist eine nicht zu unterschätzende Qualität, sich den Aufdringlichkeiten des Zeitgeistes zu erwehren, speziell bei Teenagern. So wie es freilich auch eine hervorstechendes Merkmal sein kann, dem Zeitgeist hemmungslos zu frönen. Im Falle von Lily & Madeleine gilt das Lob einer klugen Schlichtheit, der Fähigkeit Songs eine klare Struktur zu verleihen. Im Verbund mit dem wunderbaren Gesang ist dieses Songwriting ein großes Versprechen, dass wohl bereits mit dem anstehenden Debüt endgültig eingelöst werden wird. Die beiden Amerikanerinnen sollte man sich ins Notizbuch schreiben und mit einigen Ausrufezeichen versehen. Wer The Weight Of The Globe mit atemberaubenden Balladen wie Back To The River oder dem melancholischen Pop von Tired hört, wird die Schwestern keinesfalls vergessen wollen!

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Stippvisite 18/05/2013

Wir haben uns ja schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr auf anderen Blogs und Online-Magazinen umgeschaut, heute wollen wir mal wieder einen kleinen Streifzug wagen. Es existiert derart viel Musik in den Weiten des Netzes, dass man gut daran tut, den Ohren geschätzter Kollegen und anerkannter Koryphäen zu vertrauen. Es würde einem sonst viel Aufregendes entgehen.

Boheitipp:

Ich könnte von mir nicht behaupten, ein besonderes Faible für junge und unverbrauchte Frauenstimmen zu haben. Wohl aber liebe ich zarte, fragile Sangesstimmen voller Ausdruck, hasse melismatisches Geträller mit all der penetranten Wucht, die große Gefühle letztlich doch nur vorzugaukeln vermag. Das aus Indianapolis stammende Schwesternduo Lily & Madeleine hat mich mit klarem, tiefgründigem Gesang binnen Sekundenbruchteilen in seinen Bann gezogen. Diese jugendliche Note kommt angenehm nüchtern bis sanft rüber, ohne teenagerhaftes Drama oder adoleszente Depression. Die im Juni auf Asthmatic Kitty erscheinende EP The Weight of the Globe bietet schönen Folk-Pop und Stimmen, die man nicht vergessen kann und will. Wenn ich mir das Bohei um die Schwedinnen First Aid Kit so ansehe, dann müsste im Falle von Lily & Madeleine wohl eine ähnlich gelagerte Euphorie ausbrechen. Am Potential besteht nicht der geringste Zweifel, wie die Tracks Tired oder Back to the River mit jedem Ton beweisen. Ganz, ganz großartig! (gefunden bei das klienicum)

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