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Das Genre-Lexikon: 50 Singer-Songwriter

Listen bergen ihre eigene Faszination. Sämtliche Denkstränge im Gehirn winden sich, man sortiert, elaboriert, konsumiert und kritisiert, phantasiert enthusiasmiert, wägt ab, befindet und ergründet, wütet und brütet, verkehrt wie verwehrt, ehe ein Ergebnis Subjektivität mit dem inbrünstigen Wunsch nach objektiver Überprüfbarkeit verbindet.

Singer-Songwriter sind das Salz in der Suppe, Geschichtenerzähler wie Gefühlserforscher. Sie werden nicht müde zu hobeln – und tatsächlich fallen reichlich Späne. Die Mischkulanz aus Musik und Text verführt zu Nachdenklichkeit und Teilnahme, macht Lieder zu Schlachtschiffen auf dem unruhigen Ozean des Lebens. Doch wer sind im Hier und Jetzt die Epigonen von Bob Dylan, Joni Mitchell, Billy Joel, Tom Waits oder Tori Amos?

Heute will ich Singer-Songwriter benennen, die zumeist noch nicht den Olymp des Erfolgs zur Gänze erklettert haben. Manch Männlein wie Weiblein befindet sich schon auf dem Sprung zum Gipfelsturm, andere wieder beginnen den Marsch soeben erst und einige verweigern sich bewusst der Ochsentour gen Himmel. Und eine Handvoll mag die Spitze schon erklommen haben, doch bleiben Zweifel an der Güte der eingesetzten Mittel. Allen gemein scheint das mehr oder minder valide Prädikat Indie, welches sie im Gepäck haben und das heutzutage ja nahezu gleichbedeutend für Qualität steht, sowie die mehrheitlich überzeugende Virtuosität Stories packend aufzubereiten und last but not least der englischsprachige Gesang. Noch gehören die aufgezählten Singer-Songwriter nicht in eine legendäre Ahnengalerie, werden die meisten Namen nicht in einem Atemzug mit den Granden der Zunft genannt, wenngleich manch Eintrag den Satz in den Mainstream mit und ohne Anstand schon geschafft hat. Hier nun eine Bestandsaufnahme.

Überschätzte Genre-Aushängeschilder:

Ryan Adams
Joanna Newsom
Conor Oberst
Iron & Wine
Cat Power

Wahre Genies dieser Tage:

Jason Molina
Will Oldham
Mark Kozelek
Marissa Nadler

Famose Jungspunde:

Paolo Nutini
Brett Dennen
Justin Townes Earle
Laura Marling
Get Well Soon

Fragwürdige Kritikerlieblinge:

M. Ward
Justin Vernon
Sufjan Stevens
St. Vincent

Langzeit-Underdogs:

John Vanderslice
Damien Jurado
Nina Nastasia
Richard Thompson

Die Prinzessinnen:

Regina Spektor
Neko Case
Anaïs Mitchell

Neue britische Virtuosität:

Emma Pollock
Scout Niblett
Daisy Chapman
Lou Rhodes
Isobel Campbell

Verkannte Nobodys:

David Thomas Broughton
Mike Bones
Shelley Short

Exquisites Skandinavien:

El Perro Del Mar
Ane Brun
Sophie Zelmani
Hanne Hukkelberg

Makellose Ahornblätter:

Eamon McGrath
Jenn Grant
Valery Gore
Ron Sexsmith

Kommende Größen:

Sarah Jaffe
Sharon Van Etten
Nicole Simone
Samantha Crain
Sarah Jarosz

Unausgeschöpfte Potentiale:

Ray LaMontagne
Tom McRae
Rosie Thomas
Miles Benjamin Anthony Robinson

SomeVapourTrails

Die großen Nullen – 50 starke Alben der Dekade

AlbenDekade

Heute wollen wir 50 Alben der zu Ende gehenden Dekade vorstellen, die uns auf unterschiedliche Weise stark beeindruckt haben. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Manch Platte bedeutete den Durchbruch einer Band oder eines Musikers, andere Scheiben markierten eine musikalische Neugeburt oder offerierten ein bravouröse Alterswerk. Einige CDs verkauften sich wie warme Semmeln, viele fristen bis heute als veritable Nischenmusik ihr Dasein. Der gemeinsame Nenner der aufgeführten Alben ist jedoch ein absoluter Mangel an Beliebigkeit. Sie haben meine werte Co-Bloggerin DifferentStars und mich gefesselt, Herz oder Hirn betört, im besten Fall beides.

Hier nun unsere Favoriten in alphabetischer Reihenfolge:

16 HorsepowerFolklore (2002)
Alternative Country klang selten besser. Von erdiger Beseeltheit.

2RaumwohnungKommt zusammen (2001)
Smarter Pop aus deutschen Gefilden.

Air10,000 Hz Legend (2001)
Electro-Melancholie, muss man mögen.

Add N To (X)Add Insult to Injury (2000)
Feiner Lärm und schräg-poppiges Electro-Gemetzel.

Ali Farka Touré & Toumani Diabaté – In the Heart of the Moon (2005)
Zwei Koryphäen der Weltmusik bestricken mit einem ungemein entspannten Sound.

Amy WinehouseBack to Black (2006)
Die Geburt einer Soul-Diva.

A Silver Mt. ZionHe Has Left Us Alone But Shafts of Light Sometimes Grace the Corners of Our Rooms (2000)
Melodisch verschlugener, überirdischer Post-Rock. Das Genre-Album der Dekade.

BjörkSelmasongs (2000)
Eindringlich, weniger artifiziell als andere Werke Björks.

BonoboAnimal Magic (2001)
Verspielter Downtempo mit vielen Twists, von einem absoluten Könner kredenzt.

ColdplayA Rush of Blood to the Head (2002)
Sie klangen damals noch verdammt gut. Heute sind die Herren nur noch eine Lachnummer.

Death in VegasScorpio Rising (2003)
Abwechslungsreich. Ob rockig oder psychodelisch-abgehoben, für jeden Gaumen findet sich hier etwas.

Dirty ThreeWhatever You Love, You Are (2000)
Instrumentaler Rock mit Gänsehaut-Flair. Ausladend und schwelgerisch.

DovesKingdom of Rust (2009)
Ein ungemein vielschichtiges Werk einer unterschätzten Band.

Eamon McGrath13 Songs of Whiskey and Light (2009)
Folk-Rock-Songwriting mit Authentizität und emotionalster Energie.

Echo & the BunnymenSiberia (2005)
Das beste Album der Briten seit 20 Jahren.

EelsHombre Lobo: 12 Songs of Desire (2009)
Verlangen wurde kaum schonungsloser und ehrlicher seziert. Eine Sternstunde.

Explosions in the SkyThe Earth Is Not a Cold Dead Place (2003)
Filigraner Post-Rock, der das Herz anrührt.

Four TetRounds (2003)
Eine selten gehörte, träumerische Melodik wohnt diesem Electronica-Werk inne.

Gisbert zu KnyphausenGisbert zu Knyphausen (2008)
Ein deutscher Liedermacher, wie es ihn dringendst gebraucht hat.

Great Lake SwimmersLost Channels (2009)
Wer folkige Reinheit sucht, kommt an der Platte nicht vorbei.

Hope Sandoval & the Warm InventionsThrough The Devil Softly (2009)
Was für ein Lebenszeichen nach 8 Jahren Absenz. Die Hohepriesterin der Verträumung klang selten besser.

Isobel CampbellMilkwhite Sheets (2006)
Eine gelungene Referenz an die britische Folk-Tradition. Schlicht und prägnant.

Johnny CashAmerican IV: The Man Comes Around (2002)
Der schillernde Höhepunkt einer an Highlights reichen Karriere. Ein Vermächtnis für die Ewigkeit.

KasabianKasabian (2004)
Britischer Rock mit Ausrufezeichen. Tolles Debüt.

Kid KoalaSome of My Best Friends Are DJs (2003)
Turntablism kann noch immer aufregend klingen.

LadytronLight & Magic (2002)
Bester Electro-Pop. Viva la Synthies!

MadonnaAmerican Life (2003)
Der größte kommerzielle Flop Madonnas. Aber eine der stärksten Scheiben.

Manic Street PreachersJournal for Plague Lovers (2009)
Ein phantastisches, zerbrechliches Singer-Songwriter-Werk im Gewand eines Rockalbums.

Moby18 (2002)
Nicht so gut wie Play, aber dennoch berückend.

MúmYesterday Was Dramatic – Today Is OK (2000)
Kindliche Stimmen führen einen elfenhaften Electronica-Tanz auf.

Nick Cave and The Bad SeedsNo More Shall We Part (2001)
Die nachdenklich-schöne Fortführung von The Boatman’s Call.

Nina NastasiaRun To Ruin (2003)
Packend und nie anstregend, eine der besten Platten einer Singer-Songwriterin.

OasisStanding on the Shoulder of Giants (2000)
Zu Unrecht gescholten.

Peter FoxStadtaffe (2008)
Was für ein Lebensgefühl, geprägt von Authentizität.

Philip GlassThe Hours (2002)
Nur ein weiterer Soundtrack des größten lebenden klassischen Komponisten.

PJ HarveyStories from the City, Stories from the Sea (2000)
Kraftvoll, lyrisch, von seltener Energie.

PlaceboSleeping with Ghosts (2003)
Noch besser als das grandiose Black Market Music.

PortisheadThird (2008)
Das Comeback des Jahrzehnts.

RadioheadKid A (2000)
Der verstörende Soundtrack zu einer beängstigenden Dekade.

Richard AshcroftAlone with Everybody (2000)
Ashcrofts warme Stimme paart sich mit gelungenen Pop-Songs.

Robbie WilliamsEscapology (2002)
Musik für die Massen. Und dabei dennoch klasse.

Sigur RósTakk… (2005)
Einfach nur eine weitere Glanztat der Isländer.

Stuart A. StaplesLucky Dog Recordings 03-04 (2005)
Der tiefstimmige Troubadour der Tindersticks wandelt auf atmosphärisch dichten Solopfaden.

Sun Kil MoonTiny Cities (2005)
Aus dem genialen Schaffen Mark Kozeleks das zugänglichste Werk. Pflicht.

The Cinematic OrchestraEvery Day (2002)
Jazz und Electronica ergeben eine fantasievolle, locker vom Hocker anzuhörende Scheibe.

The Kilimanjaro Darkjazz EnsembleThe Kilimanjaro Darkjazz Ensemble (2006)
Experimentell-eingängige Mischung aus Post-Rock und jazzigen Elementen, mit viel Liebe zum Detail. Gleichberechtigt steht auch das Album Here Be Dragons von (2009) in dieser Auswahl.

Thomas DLektionen in Demut (2001)
Eine düstere, pathetische Sprechgesangplatte.

Tom WaitsReal Gone (2004)
Ein derb-rührendes Alterswerk von epochaler Größe.

Trespassers WilliamDifferent Stars (2002)
Das Dream-Pop-Album der Dekade.

Wir sind HeldenDie Reklamation (2003)
Ein richtungsweisender, textlicher starker Impuls für die gesamte Republik.

SomeVapourTrails

Die neue Herbstlichkeit – Post Rock-Playlist

Sonnenaufgang-im-Herbst
Foto: Prucker

Herbst im Herzen, auf der nass glitzernden Strasse, im mit Blättern bedeckten Park. Eine unterschätzte Jahreszeit. Die Trübheit der Tage – umrahmt von den sonnendurchfluteten Wochen des Sommers und dem weißen Glimmer des Winters – offenbart wunderbare Nebelfetzen. Aus der Wärme des Zuhauses lässt es sich gut in das fahle Licht des Herbstes blicken. Die Fenster werden zu Türen. Regenschirme marschieren die Gassen auf und ab, verwaschene Farben spiegeln sich in den Pfützen, Bäume entblättern sich aufreizend.

Welches Genre wäre wohl am zeitgemäßesten, könnte die Stimmung versüßen? Den Soundtrack zu einer mit Noblesse erlebten Schwermut liefern? Was füttert den Pathos einer verkümmernden Natur mit ausladenden Gesten? Welche Melodien liefern ein Fundament für existenzielles Erleben? Die Antwort ist lächerlich einfach. Es bedarf keines Jokers, sie zu erraten. Post-Rock, was sonst? Nichts taumelt eleganter in elegischer Manier, schwingt behände durch komplexe Strukturen (gleich Tarzan von Liane zu Liane), atmet großes Kino. Hier nun 10 Post-Rock-Tracks, welche uns den Herbst neu erfühlen lassen. In seiner reinsten Form. Eine neue Herbstlichkeit eben.

10. Friends In The MountainsAvenue Of The Giants

09. Yndi HaldaWe Flood Empty Lakes

08. Our Last Hope Lost Hope„And From This Chasm, With Ceaseless Turmoil Seething“

07. Natural Snow BuildingsIf I Can Find My Way Through The Darkness…

06. The Evpatoria ReportEighteen Robins Road

05. My Dad Vs YoursNo Farm, No Food, No Future

04. MØNTry

03. Eaten By TigersMemoirs Of A Minotaur

02. KleverTrip #1

01. The Weak MenWaltz In E Minor

Die Tracks 10, 5 und 2 sind als Gratis-Downloads erhältlich.

SomeVapourTrails

PS: Das ist ein Repost aus unserem Archiv… aber mit Bild verhübscht.

Die 10 Lieblingsalben des Jahres 2008 (ausgewählt von SomeVapourTrails)

Das Jahr neigt sich mit Riesenschritten dem Ende zu und wir beginnen nun mit den überfälligen Rückblicken auf schöne und schlimme musikalische Momente des Jahres. 2008 zählt eher zu den Jahren, in welchen sich eben nicht Highlight an Highlight kuschelt. An gruseligen Momenten mangelte es hingegen nicht. Doch werden wir diese in den nächsten Tagen auch noch abhandeln…

1. Silver Mt. Zion – 13 Blues for Thirteen Moons

2. Sun Kil Moon – April

3. Lotte Kestner – China Mountain

4. Portishead – Third

5. Gisbert zu Knyphausen – Gisbert zu Knyphausen

6. Nine Inch Nails – Ghosts I-IV

7. Sigur Rós – Með suð í eyrum við spilum endalaust

8. Travis – Ode To J. Smith

9. xxx

10. Joan As Police Woman – To Survive

Wer sich am Ende des Jahres noch etwas Gutes tun will, soll in die Alben hineinschnuppern. Ich behaupte mal, dass es sicher lohnen wird. Mit Joan As Police Woman ist zum Beispiel mein ganz persönlicher Lieblingstrack des Jahres vertreten: To Be Lonely. Travis wiederum haben ihre Stagnation auf höchstmöglichem Niveau fortgesetzt und mit Before You Were Young ein weiteres Sahnehäubchen draufgesetzt. Gisbert zu Knyphausen hat der maroden deutschen Liedermacherzunft neues Leben eingehaucht und bewiesen, dass Melancholie kitschfrei beschrieben werden kann. Sigur Rós erschufen einen bemerkenswerten leichtfüßigen, sommerlichen Soundtrack, Nine Inch Nails hingegen eine mehr als gespenstische Atmosphäre. Mit einem opulenten Comeback haben Portishead die definitive Wiedergeburt des Trip-Hop eingehämmert und sich selbst übertroffen. Lotte Kestners sperriger, kammermusikalische Abgesang an die Liebe ist der Geheimtipp des Jahres. Sun Kil Moon bedarf keiner weiterer Erklärung, Mastermind Mark Kozelek ist der beste Songwriter der Gegenwart. Bleiben noch Silver Mt. Zion, die mit ihrem bis dato schwächsten Album dennoch ein fulminantes Lebenszeichen von sich gaben und erneut bewiesen, dass sie den Post-Rock letztlich definieren.

SomeVapourTrails

10 Songs, die 2008 überdauern

Jeden Dezember wieder werden wir mit Bestenlisten und Jahresrückblicken vollgedröhnt. Ob unwichtiges Käseblatt oder Mini-Blog, alle werden vom missionarischen Eifer gepackt die Ereignisse des Jahres in viele Schubladen zu packen. Warum also sollte sich Lie In The Sound von der Masse abheben, Tradition negieren?

Heute wollen wir 10 mehr oder minder bekannte Lieder ins Rampenlicht rücken, die 2008 unsere Gehörgänge verschönerten. Die Auswahl freilich ist rein subjektiv, erhebt eben keinen absoluten Anspruch, ist vielmehr von der Hoffnung getragen, dass man mit dieser Meinung nicht ganz alleine steht.

Hier leuchten die Perlen – in willkürlicher Reihenfolge.

Portishead – Magic Doors

Travis – Before You Were Young

The Verve – Love Is Noise

Goldfrapp – Clowns

Joan As Police Woman – To Be Lonely

Sun Kil Moon – Lost Verses

Sigur Rós – Festival

3-11 Porter – Surround Me With Your Love

R.E.M. – Until The Day Is Done

Schöne Songs dabei, nicht wahr? Demnächst werden wir auch die Newcomer des Jahres  und die überflüssigsten Alben des Jahres unter die Lupe nehmen – natürlich wird zum Beispiel AC/DC dort nicht fehlen!

SomeVapourTrails

Die neue Herbstlichkeit

Herbst im Herzen, auf der nass glitzernden Strasse, im mit Blättern bedeckten Park. Eine unterschätzte Jahreszeit. Die Trübheit der Tage – umrahmt von den sonnendurchfluteten Wochen des Sommers und dem weißen Glimmer des Winters – offenbart wunderbare Nebelfetzen. Aus der Wärme des Zuhauses lässt es sich gut in das fahle Licht des Herbstes blicken. Die Fenster werden zu Türen. Regenschirme marschieren die Gassen auf und ab, verwaschene Farben spiegeln sich in den Pfützen, Bäume entblättern sich aufreizend.

Welches Genre wäre wohl am zeitgemäßesten, könnte die Stimmung versüßen? Den Soundtrack zu einer mit Noblesse erlebten Schwermut liefern? Was füttert den Pathos einer verkümmernden Natur mit ausladenden Gesten? Welche Melodien liefern ein Fundament für existenzielles Erleben? Die Antwort ist lächerlich einfach. Es bedarf keines Jokers, sie zu erraten. Post-Rock, was sonst? Nichts taumelt eleganter in elegischer Manier, schwingt behände durch komplexe Strukturen (gleich Tarzan von Liane zu Liane), atmet großes Kino. Hier nun 10 Post-Rock-Tracks, welche uns den Herbst neu erfühlen lassen. In seiner reinsten Form. Eine neue Herbstlichkeit eben.

10. Friends In The MountainsAvenue Of The Giants

09. Yndi HaldaWe Flood Empty Lakes

08. Our Last Hope Lost Hope„And From This Chasm, With Ceaseless Turmoil Seething“

07. Natural Snow BuildingsIf I Can Find My Way Through The Darkness…

06. The Evpatoria ReportEighteen Robins Road

05. My Dad Vs YoursNo Farm, No Food, No Future

04. MØNTry

03. Eaten By TigersMemoirs Of A Minotaur

02. KleverTrip #1

01. The Weak MenWaltz In E Minor

Die Tracks 10, 7, 6, 5 und 2 sind als Gratis-Downloads erhältlich.

SomeVapourTrails

Eine supersexy Liste (Teil 1)

Will man als Blogger hohe Zugriffszahlen generieren, scheint ein deppensicherer Weg in der Verwendung der optimalen Buzzwords zu liegen. Die richtigen Tags sind ein guter Anfang, noch besser ist die wiederholte Benutzung von Google-freundlichen Begrifflichkeiten. Es empfiehlt sich Sex und Erotik in der unaufdringlichen Manier eines Tourette-Kranken immer wieder wahllos in den Text einzuflechten. Dies und die Erwähnung prominenter Namen sollte Suchende zu diesem kleinen, feinen Blog lotsen, oder etwa nicht? Natürlich bedarf es dann auch eines nach Aufmerksamkeit heischenden Themas, damit die Mikrosekunde der Entscheidungsfindung, ob der Blog lesenswert ist, auch zugunsten des Bloggers ausfällt.

Habe ich schon von Sex gesprochen? Playboy ist sicher auch ein nettes Buzzword, wobei die Fans von Pin-Ups selbigen wohl eher boykottieren. Den liest man doch mittlerweile nur noch. Mit wohligem Schauer zu bestaunende Bilder sind Mangelware, sagt jedenfalls meine Freundin. Essentiell scheint die maßvolle Verwendung sensationslüsterner Schlagworte. Wer wirklich nach Porno oder Hardcore sucht, der wird beim Anblick eines elendslangen Textes Hals über Kopf die Flucht ergreifen. Sex als Buzzword klingt gerade noch dezent genug. Besser freilich scheint Erotik, da der Begriff auch Feingeistern über die Lippen kommt. Und wer will nicht empfindsame Ästheten unter seinen Lesern wissen?

Die Namen der aus Hochglanz-Magazinen vertrauten Gesichter sollten auch sorgsam ausgewählt sein. Auch hier muss man den Geschmack der gewünschten Klientel ins Auge fassen. Fans von Paris Hilton oder Fetischisten mit Hang zur kultischen Verehrung Pamela Andersons sind wohl nicht die avisierte Zielgruppe. Da ist es schon sinnvoller aparte Schönheiten à la Carla Bruni im gleichen Atemzug wie Sex zu nennen. Oder auch gern Nelly Furtado.

Freilich entkommt man dennoch nicht der Pflicht dem Blogeintrag auch inhaltliches Gewicht zu verleihen. Eine in der Simplizität der Mittel geniale Idee ist die Erstellung von Listen. Viele Zeitgenossen lieben Listen, sie sind die perfekte Symbiose von Ordnung und Bewertung. Auch ich habe ein Faible für ein die Ganglien zermürbendes Grübeln nach der besten Kategorisierung und Reihung von Musiker, Alben, Liedern, whatever. Daher sei mir heute eine sehr nach persönlicher Befindlichkeit orientierte Liste der 10 schönsten Songs der Entrückung vergönnt.

Meine Top Ten der Verträumtheit:

10. múmSunday Night Just Keeps On Rolling

09. The Chemical BrothersAsleep From Day (featuring Hope Sandoval)

08. 1 Giant LeapThe Way You Dream (featuring Michael Stipe)

07. Dirty ThreeI Offered It Up To The Stars And The Night Sky

06. Sigur RósGlósóli

05. LowLullaby

04. Four TetMy Angel Rocks Back And Forth

03. A Silver Mt. Zion – 13 Angels Standing Guard ‚Round The Side Of Your Bed

02. Philip GlassFacades

01. BlockheadSunday Seance

Ich hoffe, dass der geneigte Leser den einen oder anderen Track bei Gelegenheit anhört. In dieser Auswahl fließt Herzblut…

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