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Der klingende Adventskalender 2016: Türchen 4

Manchmal scheint jedes Wort eines zu viel zu sein. So ergeht es mir auch mit der Band, die sich hinter dem vierten Türchen unseres klingenden Adventskalenders verbirgt. Wer Low nicht kennt, hat sich weder mit Indie-Musik noch mit modernen Weihnachtsliedern jemals beschäftigt. Wer Low jedoch kennt, weiß bereits um die Qualität der Band. Seit weit über 20 Jahren veröffentlicht das Ehepaar Alan Sparhawk und Mimi Parker Platten, die das Dasein auf Erden voll Staunen begleiten, Transzendenz begreifen. Aller Zauber ist der Entschleunigung geprägt, Ruhe sticht als beredtes Schweigen hervor. Als Genrezuordnung böte sich Slowcore an, doch ist die Band von dieser Einordnung wohl wenig begeistert. Gegen Dream-Pop wiederum habe ich gewisse Vorbehalte, denn diese Musik träumt nicht, huldigt keinem Eskapismus, sie sinniert vielmehr dahin, hält für einen Moment die Welt an, wagt sich für einen Sekundenbruchteil an existenzielle, gerne auch an Kleinigkeiten festgezurrte Fragen. Vertagen wir also die Frage nach dem Genre auf unbestimmte Zeit. Fokussieren wir die Aufmerksamkeit lieber auf den Umstand, dass mit Some Hearts (at Christmas Time) dieser Tage ein neues Weihnachtslied der Band erschienen ist. Die 1999 veröffentlichte Christmas EP hat sich ohnehin längst ins kollektive Gedächtnis sämtlicher Musikkenner eingebrannt. Für jene Zeitgenossen ist der Song Just Like Christmas zum Maß aller Dinge geworden. Da kann in den letzten 15 Jahren nur noch Bright Eyes mit ihrem Weihnachtsalbum mithalten. Low sind also moderne Helden der Weihnacht. Ein neuer Track ist somit alles andere als eine Kleinigkeit. Some Hearts (at Christmas Time) definiert sich einerseits über unruhige Klanggebilde und Ambient-Akzente, andererseits steht dem eine nachdenkliche, klar konturierte Gitarre und Parkers andächtiger Gesang entgegen. Stereogum hat dies mit „Built on a murmuring synth and a spare guitar figure and Mimi Parker’s otherworldly voice.“ prägnant zusammengefasst. Die Wirkung des Liedes auf den Hörer hat unser weihnachtlicher Bruder im Geiste Stubby hervorragend beschrieben: „It’s as stark as winter and honest as the midnight moon. It has the simultaneous warmth and cold of a walk alone through the woods in the pre-dawn hours, with the occasional bite of the wicked wind.“

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Unsere liebsten Alben 2015

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur, adipisci velit… Moment, der Platzhaltertext ist natürlich ein Scherz. Sogar zwischen den Feiertagen fällt mir ein Gedanke zum Musikjahr 2015 ein. Ich meine nämlich, dass Musik zwar nach wie vor eine große Rolle spielt, sie zugleich weniger wahrgenommen wird. Wir hören Musik, aber wie viele Lieder könnten wir zumindest im Refrain tatsächlich mitsingen? Wären wir tatsächlich noch in der Lage, die Intention unseres liebsten Albums des Jahres in wenigen Sätzen zusammenzufassen? Ist es nicht fast erschütternd, dass die Texte, die sich den meisten Menschen einprägen, ausgerechnet aus schlimmen Genres stammen oder problematische Weltanschauungen verfechten? Zeilen aus Schlagern gehören zum Allgemeingut, auch die Protagonisten des Deutschrap haben genug Hörer, die an ihren Lippen hängen, selbst die Texte der völlig unsäglichen Frei.Wild finden willige Abnehmer. Wie aber sieht es mit den Heroen des Indie-Genres und den Kritikerdarlingen aus? Wer könnte Thees Uhlmann, Sufjan Stevens oder Julia Holter aus dem Effeff zitieren? Wir erleben eine Wahrnehmungskrise jener Musik, die für sich in Anspruch nimmt, wertvoll zu sein. Woran liegt das? Ich will es kurz machen, die Schuld teilen sich Künstler, Musikkritik und Hörer zu gleichen Teilen. Wenn Bands und Musiker soziale Netzwerke mit jeder Menge Fotos bespaßen oder mit allerlei Veranstaltungshinweise vollpropfen, dabei aber komplett vergessen, ihre Lyrics und/oder Gitarrentabulaturen zu verbreiten, dann dürfen sie sich eigentlich nicht wundern, wenn Hörer vielleicht lustige Schnappschüsse eher in Erinnerung behalten als die Inhalte der letzten Platte. Die Musikkritik wiederum wird sich mit Klickstrecken und der Ausrichtung auf Tablet und Smartphone zu Tode layouten. Dazu kommt noch die Facebook-Hörigkeit, die eine Platte mit wenigen knackigen Worten teasert. Rezensionen geraten oberflächlich, weil der Transport der eigenen Meinung über dem Verständnis einer Platte steht. Und dann wäre da noch der Hörer, dem Musik oftmals so wichtig ist, dass er sie gar nicht mehr käuflich erwerben muss. Nichts spricht gegen Streaming als Ergänzung zur CD-Sammlung. Ein Stream kann jedoch nie den Besitz einer Platte ersetzen, ihm fehlt jedwedes haptische Erlebnis, ihm fehlt der zeitliche Aufwand – ja generell der zielgerichtet Akt des Kaufs. Wir sehen also, die Krise ist umfassend! Und wird bestenfalls dort überwunden, wo die Musik Botschaften und Lebensgefühl mittransportiert. Das tut der Schlager, das tut leider auch Bushido. Wo also bleibt das Indie-Lebensgefühl? 2015 hat es trotz vieler toller Alben gefehlt. Doch genug geredet, hier nun unsere liebsten Platten!

1.) Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba – Ba Power

Bassekou-Kouyate-Ba-Power-Cover

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Menschen mit Indie-DNA – Low

Ein Charme des Indie besteht doch wohl darin, dass echte Menschen Musik machen. Während sich in den Charts Stars und Sternchen, Idole und Ikonen tummeln, taugt der harte Kern des Indie kaum für Glorifizierungen. Wenn der musikalische Mainstream gern einen auf Cosmopolitan oder Vanity Fair macht, ist Indie das süße Mädchen von nebenan. Wenn Download-Charts die völlige Aufgeregtheit von Geburtstagsparty oder Weihnachten verbreiteten, verortet sich Indie in der Alltäglichkeit. Die US-Formation Low trägt seit mittlerweile über 20 Jahren zur Reputation der Indie-Bewegung bei. Sie verkörpert feine künstlerische Integrität, ein stetes Ringen mit dem eigenen Stil. Indie-Rock trifft hier auf Dream-Pop, nachdenkliche Entschleunigung und sachter Gesang auf eine unerwartete Lebendigkeit. Hinter dem Trio Low steckt das Ehepaar Alan Sparhawk und Mimi Parker, unterstützt werden sie dabei von Steve Garrington am Bass. Das Paar teilt sich nur den Platz vor dem Mikrofon, beide teilen wohl auch die Fähigkeit, ihren Liedern eine grüblerische, hinterfragende Note zu geben. Denn diese Musik träumt nicht, huldigt keinem Eskapismus, sie sinniert vielmehr dahin, hält für einen Moment die Welt an, wagt sich für einen Sekundenbruchteil an existenziellen, gerne auch an Kleinigkeiten festgezurrten Fragen. Auch das neue Werk Ones and Sixes bildet da keine Ausnahme, wenngleich der eine oder andere untypische Zugang vorhanden ist. Sparhawk und Parker kokettieren noch immer nicht mit der großen Emotion, sie dramatisieren nicht über, sind vielmehr nah am Leben. Echte Menschen eben!

LOW Band Photo
Photo Credit: Zoran Orlic

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Unsere 20 Lieblingssongs 2013

Bestenliste_Song_2013

Was haben wir in diesem Jahr nicht alles für großartige Songs gehört. Sie aufzuzählen, das würde Bücher füllen. Wir wollen uns heute auf 20 Tracks beschränken, die uns 2013 unheimlich viel Freude bereitet haben. Diese Lieder haben uns in diesem Jahr begleitet – und werden es auch in Zukunft tun.

1. LowJust Make It Stop

Just Make It Stop, ein geradezu beschwörerisches, mit der Welt haderndes Lied. Vielleicht das beste Stück, welches Low je komponiert haben, vermutlich der beste Song, der 2013 veröffentlicht wird.

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Unsere 10 Lieblingsalben 2013

Während der Feiertage lässt sich das Musikjahr 2013 gut Revue passieren, ich persönlich halte nämlich nichts davon, schon Anfang November mit der Flinte herumzufuchteln und das Fell des Bären zu verteilen, noch ehe er erlegt wurde. Ende Dezember sieht die Chose jedoch anders aus. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und jede gottverdammte Neuerscheinung ist mittlerweile gehört und einem Urteil unterworfen worden. Außer geschätzten 100 Platten, die sich noch in meinem CD-Regal stapeln. Da sind vermutlich wahre Schätze dabei, Juwel und Diamanten freilich, die erst 2014 nach und nach ausgebuddelt werden. Das schöne an der Flut von Musik ist ja, dass man immer Perlen findet, deren Glanz ganz und gar erfreut. Die gehörten Platten haben Freude ohne Ende beschert. Und vielleicht entdecke ich in den nächsten Monaten noch das eine oder andere Werk, dessen Lüster noch ein wenig heller strahlt. Es soll nicht Schlimmeres passieren, für den Moment jedoch habe ich meinen Frieden mit einem wunderbaren Musikjahr geschlossen. Ich finde es ja immer ein wenig pampig, wenn Menschen die Erscheinungen eines Jahres mit einem lässigen „durchschnittlich“ abtun. Wer in den zehntausenden Alben, die 2013 erschienen sind, keine Freude findet, weiß entweder nicht zu suchen oder vermag das Herz nicht zu öffnen. Die liebste Co-Bloggerin und meine Wenigkeit haben uns in diesem Jahr vorwiegend von alten Bekannten betören lassen. Auch wenn wir die Indie-Attitüde nicht verbergen wollen, hat es oftmals durchaus einen Grund, warum Musiker oder Band nicht nur eine Handvoll Likes auf Facebook haben. Das Obskure ist genausowenig Qualitätssiegel wie der Charts-Erfolg. Wir haben uns also auf eine Liste von Lieblingsalben verständigt, die unserer Lebenswirklichkeit entspricht. Unsere 10 Lieblingsalben 2013 weiterlesen

Nothing but blue sky shining on my soul – Low

Alles gut! In hysterischen, medial hochgejazzten Zeiten braucht es ein kontemplatives Moment, welches den Gefühlspegel wieder ins Lot staucht. Wer, wenn nicht das seit 20 Jahren unter dem Namen Low wirkende Ehepaar Alan Sparhawk und Mimi Parker könnte solch meditativen Zauber bescheren? Low sind ein Beispiel für Beständigkeit, in all den Jahren und auf all den Alben haben sie sich nie neu erfunden, bestenfalls an Nuancen gefeilft. Dennoch sticht das neueste Werk The Invisible Way aus dem bisherigen Schaffen hervor. Denn so famos sich auch Lullaby von ihrem Debüt I Could Live In Hope anhört, so toll July von der Platte Things We Lost In The Fire klingt, so eindringlich Broadway (So Many People) von The Great Destroyer anmutet, insgesamt haben die Slowcore-Protagonisten meist auch die eine oder andere gediegene Langeweile auf ihre Alben gezaubert. Davon kann bei The Invisible Way freilich kaum die Rede sein.

Low 2013 Band Photo
Photo Credit: Zoran Orlic

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Indie-Track-Auslese 2013 (Januar/Februar)

Heute wollen wir nochmals ein paar Songs hervorstreichen, die bei uns in den ersten beiden Monaten von 2013 für Enthusiasmus gesorgt haben. Eine kleine Indie-Track-Auslese eben, die hoffentlich die eine oder andere Empfehlung bereithält!

Big HarpYou Can’t Save ‘Em All (USA) Album: Chain Letters (VÖ: 08.02.2013 auf Saddle Creek)

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Lauschrausch IV: Low

Die amerikanische Band Low ist eine besondere Wundertüte. Befähigt zu unglaublich wunderbaren Liedern, etwa dem genialen Lullaby oder auch July und natürlich Broadway (So Many People), zugleich ist die Band aber auch vor Langeweile nicht gänzlich gefeit. Low ist dennoch seit fast zwanzig Jahren eine Konstante für Indie-Rock-Fans und Slowcore-Verfechter, nahezu jedes Album hat zumindest einen wahrlich magischen Moment zu bieten. Unter diesem Aspekt darf man auch dem neuesten Werk der Band frohgemut entgegenblicken. The Invisible Way erscheint am 22.03.2012 auf dem Label Sub Pop. Und bereits der Kostprobentrack Just Make It Stop erfreut auf ganzer Linie, setzt verlässlich die magische Duftnote. Wer sich entrücken wie verzücken lassen möchte, stößt hier auf pures Gold. Wie gut, dass es diesen Track bereits jetzt als kostenlosen Download gibt. Das beschert mir einen wahren Lauschrausch!

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Unsere musikalischen Favoriten 2011 – Ein Zwischenstand und Vorausblick

Es gibt durchwachsene Jahre und grandiose Jahre. Bislang scheint 2011 noch einen schüchtern bescheidenen Eindruck zu hinterlassen, sich nicht voreilig entscheiden zu wollen. Natürlich verstecken sich feine Platten in den Tagen und Monaten des bislang so flugs verlaufenden Jahres. Aber zünftige Paukenschläge, welche das Herz in höchste Sphären katapultieren, fehlen bis dato mehrheitlich. Oftmals wird aus dem vermeintlichen Trommelwirbel dann doch ein Triangelgeklingel. Das gilt insbesondere für Alben, denen ich recht insbrüstig entgegen geharrt habe. Das neue Werk Take Care, Take Care, Take Care der mir ans Herz gewachsenen Post-Rock-Kulleraugen Explosions In The Sky wirkt ansprechend, aber nie völlig geniedurchblitzt. Die über alle Maßen verehrten The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble haben mich mit From The Stairwell zwar überzeugt, leider jedoch nicht derart enthusiasmiert, wie sie es mit ihren Vorgängerscheiben taten.  Ähnliches ließe sich auch über Joan As Police Woman oder The Low Anthem sagen. 2011 verlangt mir also Neuentdeckungen ab, zumal ich mit den gängigen Charts-Stürmern eher wenig anzufangen weiß. Herbert Grönemeyers Schiffsverkehr wirkt auf mich recht lustlos durchgewunken, die Foo Fighters etwa hatten auch schon mal distinktivere Hits im Repertoire. So sind es eben die jüngst aufgespürten Künstler, welche mir die erste Hälfte des Jahres speziell verzuckerten. Ein Ausblick auf demnächst zur Veröffentlichung anstehende Alben verspricht auch für den Rest des Jahres das eine oder andere Glanzlicht. Man darf gespannt bleiben, immer mit einem weit geöffneten Ohr den Neuerscheinungen begegnen…

Album-Favoriten 2011

Erland & The CarnivalNightingale

Joel AlmeWaiting For The Bells

Anna CalviAnna Calvi

Dark Dark DarkWild Go

Susanne SundførThe Brothel

Sin FangSummer Echoes

PapercutsFading Parade

Amon TobinISAM

Juliette CommagereThe Procession

Africa Hitech93 Million Miles

Lieder 2011:

Sin Fang – Two Boys

Sin Fang : Two Boys from morr music on Vimeo.

Low – Try To Sleep


Low – Try to Sleep (OFFICIAL VIDEO) von subpoprecords

Francesca Lago – On My Way Back From The Moon

Finde weitere Künstler wie Francesca bei Myspace Musik

Beady Eye – Wigwam (simfy)

Erland & The Carnival – Wealldie (simfy)

Dark Dark Dark – Something For Myself

Joel Alme – When Old Love Keeps You Waiting (simfy)

White Lies – Bigger Than Us


WHITE LIES – BIGGER THAN US (official music video) von elnino

Pat Appleton – Männer ohne Pferd

Lotte Kestner – Halo

Veröffentlichungsausblick:

Early Day Miners – Night People (VÖ 12.08.2011)
Beirut – The Rip Tide (VÖ 26.08.2011)
Tinariwen – Tassili (VÖ 02.09.2011)
Sóley – We Sink (VÖ 02.09.2011)
Dear Reader – Idealistic Animals (VÖ 02.09.2011)
Ladytron – Gravity The Seducer (VÖ 09.09.2011)
Cant – Dreams Come True (VÖ 09.09.2011)
dEUS – Keep You Close (VÖ 16.09.2011)
Ane Brun – It All Starts With One (VÖ 16.09.2011)
Shimmering Stars – Violent Hearts (VÖ 16.09.2011)
Laura Marling – A Creature I Don’t Know (VÖ 23.09.2011)
Björk – Biophilia (VÖ 30.09.2011)
Dum Dum Girls – Only In Dreams (VÖ 30.09.2011)
DJ Shadow – The Less You Know the Better (VÖ September 2011)
Noel Gallagher’s High Flying Birds – Noel Gallagher’s High Flying Birds (VÖ 14.10.2011)
Still Corners – Creatures Of An Hour (VÖ 14.10.2011)

SomeVapourTrails

Eine supersexy Liste (Teil 1)

Will man als Blogger hohe Zugriffszahlen generieren, scheint ein deppensicherer Weg in der Verwendung der optimalen Buzzwords zu liegen. Die richtigen Tags sind ein guter Anfang, noch besser ist die wiederholte Benutzung von Google-freundlichen Begrifflichkeiten. Es empfiehlt sich Sex und Erotik in der unaufdringlichen Manier eines Tourette-Kranken immer wieder wahllos in den Text einzuflechten. Dies und die Erwähnung prominenter Namen sollte Suchende zu diesem kleinen, feinen Blog lotsen, oder etwa nicht? Natürlich bedarf es dann auch eines nach Aufmerksamkeit heischenden Themas, damit die Mikrosekunde der Entscheidungsfindung, ob der Blog lesenswert ist, auch zugunsten des Bloggers ausfällt.

Habe ich schon von Sex gesprochen? Playboy ist sicher auch ein nettes Buzzword, wobei die Fans von Pin-Ups selbigen wohl eher boykottieren. Den liest man doch mittlerweile nur noch. Mit wohligem Schauer zu bestaunende Bilder sind Mangelware, sagt jedenfalls meine Freundin. Essentiell scheint die maßvolle Verwendung sensationslüsterner Schlagworte. Wer wirklich nach Porno oder Hardcore sucht, der wird beim Anblick eines elendslangen Textes Hals über Kopf die Flucht ergreifen. Sex als Buzzword klingt gerade noch dezent genug. Besser freilich scheint Erotik, da der Begriff auch Feingeistern über die Lippen kommt. Und wer will nicht empfindsame Ästheten unter seinen Lesern wissen?

Die Namen der aus Hochglanz-Magazinen vertrauten Gesichter sollten auch sorgsam ausgewählt sein. Auch hier muss man den Geschmack der gewünschten Klientel ins Auge fassen. Fans von Paris Hilton oder Fetischisten mit Hang zur kultischen Verehrung Pamela Andersons sind wohl nicht die avisierte Zielgruppe. Da ist es schon sinnvoller aparte Schönheiten à la Carla Bruni im gleichen Atemzug wie Sex zu nennen. Oder auch gern Nelly Furtado.

Freilich entkommt man dennoch nicht der Pflicht dem Blogeintrag auch inhaltliches Gewicht zu verleihen. Eine in der Simplizität der Mittel geniale Idee ist die Erstellung von Listen. Viele Zeitgenossen lieben Listen, sie sind die perfekte Symbiose von Ordnung und Bewertung. Auch ich habe ein Faible für ein die Ganglien zermürbendes Grübeln nach der besten Kategorisierung und Reihung von Musiker, Alben, Liedern, whatever. Daher sei mir heute eine sehr nach persönlicher Befindlichkeit orientierte Liste der 10 schönsten Songs der Entrückung vergönnt.

Meine Top Ten der Verträumtheit:

10. múmSunday Night Just Keeps On Rolling

09. The Chemical BrothersAsleep From Day (featuring Hope Sandoval)

08. 1 Giant LeapThe Way You Dream (featuring Michael Stipe)

07. Dirty ThreeI Offered It Up To The Stars And The Night Sky

06. Sigur RósGlósóli

05. LowLullaby

04. Four TetMy Angel Rocks Back And Forth

03. A Silver Mt. Zion – 13 Angels Standing Guard ‚Round The Side Of Your Bed

02. Philip GlassFacades

01. BlockheadSunday Seance

Ich hoffe, dass der geneigte Leser den einen oder anderen Track bei Gelegenheit anhört. In dieser Auswahl fließt Herzblut…

SomeVapourTrails