Schlagwort-Archive: Mark Lanegan

Unsere Lieblingslieder 2014

Heute wollen wir den werten Lesern unsere 30 Lieblingslieder des Jahres 2014 vorstellen. Diese 30 Tracks sind uns ans Herz gewachsen und werden auch 2015 nicht aus dem Gedächtnis purzeln. Natürlich hätten wir locker 100 Songs nennen können, der Übersichtlichkeit halber haben wir uns auf diese Liste beschränkt. Weiters gilt: Nummerierungen sind Schall und Rauch, höchstens die Top 5 sind mit einem besonderen Ausrufezeichen versehen. Viel Vergnügen beim Erlauschen!

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1. Wanda – Bologna

Schon das erste Lied der Platte gerät zum Volltreffer. Bologna gefällt als verhinderte Inzest-Hymne (“Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine schlafen/ Obwohl ich gerne würde, aber ich trau mich nicht“), lässt Italien als Sehnsuchtsort für Amore und Dol­ce­far­ni­en­te wiederauferstehen. All den Irrungen und Wirrungen des Fühlens steht ein kehlig geschmettertes, die Liebe bejahendes Lebensgefühl entgegen.

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2. Andreas Dorau – Reden wir von mir

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Unberechenbarer Grandseigneur – Mark Lanegan Band

Man hört es ja immer wieder, ein Musiker oder eine Band nehmen Dutzende Songs auf, von denen es dann eine handverlesene Auswahl auf ein Album schafft. Was jedoch geschieht mit dem Rest? Mit jenen Liedern also, die zwar als würdig genug angesehen wurden, aufgenommen zu werden, aber letztlich eben nicht für die Platte auserkoren wurden. Mitunter verwerten namhaften Acts dies auf Deluxe-Bonus-Special-Editionen, oder aber solche Ausschussware verharrt im Archiv und wird irgendwann einmal gleich einem Kaninchen aus dem Hut gezaubert. Man denke etwa an an das vier CDs umfassende Tracks von Bruce Springsteen. Und auch The Cure sollen von ihrem letzten Album 4:13 Dream von 2008 noch die eine oder andere Aufnahme in petto haben, die demnächst doch noch die Plattenregale erblicken werden. Der famose Mark Lanegan hat sich dagegen einen anderen Zugang überlegt. Als Mark Lanegan Band veröffentlicht er die Überbleibsel auf einer EP namens No Bells On Sunday, kündigt damit das später im Jahr erscheinende Album Phantom Radio an. Herr Lanegan lässt somit ohne Not eine 5 Stücke umfassende EP auf den Hörer los. Angesichts der zahllosen Kollaborationen hat man aber ohnehin das Gefühl, dass kein Jahr verstreicht, in welchem der umtriebige Amerikaner nicht mit mindestens einem neuen Werk um die Ecke kommt. Diese Handvoll Songs muss also doch außergewöhnlich sein, wenn das Format EP bemüht und von der Länge her sogar ausgereizt wird.

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Reinste Form der Bescheidenheit – Mark Lanegan

Wenn man ein Album ganz und gar mit Neuinterpretationen bekannter und unbekannter, neuer und alter Lieder bestückt und diese Platte dann auch noch Imitations nennt, lässt das eigentlich nur auf dreiste Ehrlichkeit oder aber entwaffnendes Understatement schließen. So ein Werk mit Coverversionen ist eine unkomplizierte Angelegenheit, es ist recht schnell aus dem Hut gezaubert. Man erspart sich das songwriterische Stirnrunzeln, muss höchstens ein bisschen an den Arrangements tüfteln. Wenn man nicht dem Größenwahn verfällt und gleich ein Symphonieorchester samt Chor ins Studio bittet, wenn man bei der Auswahl der Coverversionen auch noch den einen oder anderen Klassiker auswählt, dann ist solch ein Album eigentlich eine sichere Bank. Für einen Sänger wie Mark Lanegan allemal! Und eben weil sich Lanegan mit großem Fleiß Jahr für Jahr mehr zum musikalischen Grandseigneur entwickelt, darf man den Plattentitel Imitations als reinste Form der Bescheidenheit abtun. Diese einzigartige Stimme tut das, was sie am besten kann, nämlich ohne jedweden Schnickschnack ausdrucksstark sein!

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Die 10 Neuerscheinungen der nächsten 3 Monate

In Würde junggebliebene Ü30-Musikfans beiderlei Geschlechts dürfen sich in den nächsten 3 Monaten die Hände reiben. Es gibt 10 Neuerscheinungen von nicht eben unbekannten Bands und Musikern zu vermelden. All die Künstler sind keine Backfische mehr, dürfen auf mehrjährige – mitunter sogar mehrdekadige – Karrieren zurückblicken. All diesen Alben ist der Umstand gemein, dass man sie mit zur Schau getragenem Stolz im Plattenregal zuvorderst drapieren kann. Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht, ein paar Infos über diese Pflichtkäufe zusammenzutragen.

Pet Shop BoysElectric (VÖ: 12.07.2013 / x2)

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Tracklist:

1. Axis
2. Bolshy
3. Love Is A Bourgeois Construct
4. Fluorescent
5. Inside A dream
6. The Last To Die
7. Shouting In The Evening
8. Thursday (featuring Example)
9. Vocal

White LiesBig TV (VÖ: 09.08.2013 / Universal)

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Becircender Parforceritt – Soulsavers

Arrivederci, sommerliche Veröffentlichungsflaute. Ein erster musikalischer Knallfrosch lässt uns vom Dösen unter sengender Sonne hochschrecken und aus dem Brackwasser sommerlichen Seins in die lichten Höhen absoluter Tiefgründigkeit tauchen. Mit dem Album Broken hat das unter dem Namen Soulsavers agierende Produzenten-Duo Ian Glover und Rich Machin einen nahezu perfekten, erbaulich-eleganten Parforceritt auf CD gestemmt, dessen Aushängeschild die in Mark und Knochen fahrende Stimme Mark Lanegans ist. Die vielfältig gestalten Lieder gemahnen im Ausdruck an einen in Höchstform agierenden Nick Cave, schallen predigend und nie penetrant, atmen Düsterkeit und schönste Traurigkeit.

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Das für die Ewigkeit gemeißelte Highlight der Platte mag die von Will Oldham geschriebene Ballade You Will Miss Me When I Burn mit sehr reduziertem Klavierspiel, dezentem Streichereinsatz und einem völlig unhysterisch flehenden Lanegan sein. Hier tritt ein, was alle Jubeljahre einmal geschieht: Eine Cover-Version tilgt die Erinnerung an ein bereits im Original famoses Lied komplett, macht es sich ganz und gar zu eigen. Doch becircen weitere Leckerbissen den Hörer. Als Beispiel wäre ein in bester Tom-Waits-Manier dargebrachtes Hobo-Lied namens Can’t Catch The Train, dessen sehnsüchtiges Bedauern herzbrecherisch gelingt, zu nennen. Oder das mit Western-Flair punktende Pharaoh’s Chariot, welches als schwermütiger Abgesang flirrt und textlich eben an die Wortgewalt des oben erwähnten Herrn Cave heranreicht. Nur selten wird das Mikro weitergereicht, darf Frau Rosa Agostino als Red Ghost leidend durch verhallte Kulissen stapfen. Was auf Praying Ground nur bedingt funktioniert, fasziniert mit Lanegans Unterstützung auf dem von schrägem Saxophon malträtierten Rolling Sky. Dunkel ummantelt seine Stimme die helle Agostino, behübscht mit einer jazzigen Trip-Hop-Prise.

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Glover und Machin haben in Broken zahlreiche Stile verwurstelt – vom souligen All The Way Down bis hin zum sinister-psychodelischen Rock von Death Bells. Und trotzdem ergibt dies in der Summe ein überaus stimmiges Album, dessen erhabene Wucht und leiser Schmerz den audiophilen Schöngeist in den Bann ziehen. Für solch geniale Düsterkeit lohnt sich der Abschied von jeglichem sommerlichen Gute-Laune-Gejaule allemal.

Link:

MySpace-Auftritt mit Hörproben

SomeVapourTrails

Fucking Erbauungsmusik!

Klappe aufreißen und selbige vor Geschnatter nicht mehr schließen – das können viele. Die Herren des Projekts Soulsavers hingegen gehören wohl zu den mundfaulen Vertretern ihrer Zunft, wie dieser prägnante Blogeintrag auf MySpace ahnen lässt. Nun ja, vielleicht meinen sie jedoch auch, dass ihre Musik für sich spricht, die einprägsame Qualität mehr als hunderte marktschreierische Aktionen wirkt. Freuen wir uns also auf das Broken betitelte Album der Soulsavers-Masterminds Ian Glover und Rich Machin, die auf ihrer neuen Scheibe von Mark Lanegan und Will Oldham unterstützt werden.

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Einen ersten Vorgeschmack erlaubt der Track Sunrise. Opulent und erhaben entfaltet sich der Song, glitzert jede Nuance farbenfroh, angenehm predigend schillert der Sonnenaufgang vor dem geistigen Auge. Unter diesem Vorzeichen darf man gespannt wie ein Flitzebogen der Dinge harren und dem 21.08. andächtig entgegenfiebern. Die Mischung aus zarten Beats, kräftiger Folk-Rock-Instrumentierung und majestätischem Gesang ließe sich gern ein gesamtes Album aushalten. Wir werden es uns nicht nehmen lassen, darüber zu berichten.

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Direkt vom Label Cooperative Music (Originalzitat: Ladet euch den Song runter // Hört rein // feel free to spread around!) kommt der ein wenig abenteuerliche (aber absolut legale) Link auf das tolle Sunrise. Viel Vergnügen!

SomeVapourTrails