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Stippvisite 29/07/10

Downloadtipp:

Isobel Campbell & Mark Lanegan bringen im August ihr neue Scheibe Hawk heraus und reihen sich damit vermutlich endgültig in die Liste der hervorstechenden Duette ein. Der erste Vorbote Come Undone kann derzeit gegen Bekanntgabe einer E-Mail-Adresse gratis heruntergeladen werden. Was für ein stimmiges, dichtes Lied, das Lust auf mehr macht.

Entdeckertipp:

Lang lebe der Lo-Fi-Pop! Diesen hält das Duo Tennis in Ehren, die bereits mehrere Singles ins Erdenrund geschleudert hat und sich mit dem Hauch einer spielerischen Leichtigkeit umgibt. Man fühlt sich in die Sechziger zurückversetzt und wippt ob all der Unverkrampftheit eifrig mit dem Fuße mit. Prima, sage ich nur und verweise auf diverse kostenlose Downloads. Ob nun das Lied Marathon, welches auf Pitchfork erhältlich ist, oder South Carolina und Baltimore, die man hier findet. Dazu gibt es auch noch ein Video zu dem Song Cape Dory. Soviel sommerliche Frische begeistert mich. (gefunden bei Prefix)

Tennis – Cape Dory (Underwater Peoples Records) from RichsLaw on Vimeo.

Konzerttipp:

Foto: Philipp Nowak

Irgendwie haben wir es auf diesem Blog in letzter Zeit ein bisschen verabsäumt, immer und immer und immer wieder unsere Begeisterung für die Musik von Mein Mio zum Ausdruck zu bringen. Die Band fabriziert wirklich guten deutschen Pop – hymnisch, aber auch gerne melancholisch oder mal schön flockig. Nun legen die Herrschaften leider eine ausgedehnte Sommerpause ein. Vorab darf man sie allerdings noch einmal live in einem Club-Konzert erleben, ehe sie dann nach zwei Open-Air-Veranstaltungen ihre Drohung wahrmachen. Am 31.07. werden sie im Roten Salon der Volksbühne zusammen mit LEYAN auftreten. Wer mit Mein Mio immer noch nicht vertraut ist, sollte sich die Videos zur vorletzten Session von TV Noir ansehen. Eine wirklich tolle Band, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.

Videotipp:

The Zephyrs sind eine schottische Band, die bereits einige Jahre aktiv ist und mir dennoch bis dato unbekannt war. Im September erscheint nun auf dem Label Club AC30 das neue Album Fool Of Regrets und selbiges – soviel will ich gerne schon preisgeben – ist wahrlich nicht von schlechten Eltern. Leider wurde ausgerechnet eines der schwächeren Lieder, nämlich Creative Faith, zur ersten Single erkoren. Wer diesen Song jedoch bereits Lied, sollte sich die kommende, sehr bunte Platte bereits auf den Wunschzettel setzen. Freunde psychedelischer Töne, welche auch Folk-Anwandlungen keineswegs verschmähen, werden die Scheibe lieben. Und der Track Recruitment Agency sei schon jetzt als eines der Lieder des Jahres angepriesen. Wow!

Downloadtipp:

The Watson Twins mögen dem einen oder anderen Leser bereits ein Begriff sein. Das im Februar veröffentlichte Album Talking to You,Talking to Me besitzt in der Tat viel Vintage-Charme dank gefälliger Melodien, wenngleich nicht jeder Song zündet. Zum quirligen Savin‘ You gibt es nun auch ein Video.

The Watson Twins – Savin‘ You from Vanguard Records on Vimeo.

Nebenbei ist auf der Webseite der Zwillinge auch ein kostenloser Download der B-Side Human nach Angabe einer E-Mail-Adresse verfügbar. Und dieser ist wirklich kein Abfallprodukt, welches Fans einfach so vor die Füße geworfen wird.

Wie immer wünschen wir viel Vergnügen mit den Empfehlungen!

SomeVapourTrails

Über das Torkeln ins Rampenlicht – Eine Umfrage

2010 ist mittlerweile so weit gediehen, dass Voraussagen bereits durch Erfahrungswerte untermauert und Wünsche durch mehr oder minder trostlose Realitäten auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Doch man wird ja dennoch Hoffnungen hegen dürfen. Wir von Lie In The Sound haben ein paar Blogger um Prognosen gebeten und schürften mittels folgender Fragestellung nach Gold: Welche Bands werden in diesem Jahr aus dem relativen Nichts ins Rampenlicht torkeln, stolpern oder schnurstracks hineinmarschieren? Welche Künstler oder Acts werden das Dark Horse der (im weitesten Sinne) Indie-Szene? Haben wir diese schon gesehen und in deren Veröffentlichungen geschwelgt, oder sind die Perlen noch unveröffentlicht?

Hier die Rückmeldungen:

Peter von Schallgrenzen: Dark Horse des Jahres? Meine prophetischen Fähigkeiten tendieren traditionmäßig gegen null. Aber wenn ich mir etwas erhoffe und wünsche, dann,  das abgesehen von der ganzen weinerlichen Indie-Grütze die wir noch als neue Überflieger ertragen müssen, endlich eine neue gute Prog-Rock Platte das Licht der Welt erblickt. Meine Hoffnung fokussiere ich hiermit auf das im Laufe des Jahres erscheinende neue Album von Gazpacho. Und dann erhalten die Norweger die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Und wenn das nicht klappt, höre ich mir alle Scheiben von „Her Name Is Calla„, von „Amplifier“ oder den „Deftones“  und alle am Puls der Zeit klebenden Blogger können mir den  Buckel runter rutschen. Amen.

Julian von DieKopfhoerer.de: Also, Beachtung finden werden auf jeden Fall Midlake und John Grant. Ich tippe noch auf She & Him (im Übringen werden wir auch von Zooey Deschanel als Schauspielerin noch mehr hören, in den USA hat sie ja bereits eine stetig wachsende Fangemeinde). Des weiteren bin ich vom Musikvideo von The Happy End sehr begeistert und in Bloggerkreisen könnte das ein großes Ding werden. Im Deutschrock wird Mein Mio punkten können, Minze wird nach Deutschland übergreifen und kleine Erfolge verbuchen. Ödlands Fangemeinde wird wachsen, Sophie Madeleine aus England wird mit ihrem Ukulelealbum bekannter werden. The Blue Van sind auf der Überholspur, hat ja Michael bereits erwähnt. Und Broken Bells werden das Radio erobern. Ansonsten wird man von Black Rust noch mehr hören, im Jazzbereich ist Fjoralba Turku im Kommen und wenn alle meine Wünsche in Erfüllung gehen bekommt Willie Nelson endlich die Anerkennung, die er verdient (glaube ich aber nicht dran).

das klienicum: die frage nach DEN acts im jahr 2010, welche sich zu leuchtenden beispielen ihrer zunft emporheben lassen, reibt sich an modischen befindlichkeiten, an halbherzigen wie willkürlichen zurufen der branche und ihrer nutzer, an spinnerten bewegungen im markt. ich bin längst von ab dem zu folgen, gar zu vertrauen oder ernsthaft teilhabe zu üben. zu viele als glückstreffer sicher gemeinte und gern hofierte künstler versanden in den wüstenstürmen unbarmherziger und dumpfer rezensenten. was sich schließlich abhebt, ist weder die spreu vom weizen, noch unbedingt geniessbar. die nische ist und bleibt der glücksgriff, der wahre star im rampenlicht.

Horst von Hey Tube: Außer den vielen musikalischen Platzpatronen bleiben schon jetzt drei wunderbare Ausnahmen. Und die werden ihren Weg machen. The Strange Boys mit dem Album „Be Brave“ verarbeiten Grenzwälle eben mal zu Feinstaub und ignorieren eine eventuelle Existenz von Grenzen. Drink Up Buttercup rühren auf „Born And Thrown On A Hook“ zusammen, was nicht zusammengehört. Mit Pop, Elektro, Psychedelic und famosem Refrain kommen Moonlight Bride daher. Mit viel Spaß und wenig Klischees auf „Myth“.

Michael von småstad: Eigentlich habe ich gar keine Ahnung was in diesem Jahr so unglaublich „heiß“ und angesagt sein wird, da ich mich aus dem aktuellen Musik-Business mit all seinen Aufsplittungen der Genres zurückgenommen habe. Wir haben doch eh alles schon 1000-fach gehört und das früher meist besser 🙂 Gönnen würde ich den Erfolg allerdings den Broken Bells (Die Protagonisten sind ja schon bekannt und erfolgreich), den Scanners (Tipp von Euch!), den charmanten Ladies von Lowood und Cory Chisel And The Wandering Sons. Und dann wird es hoffentlich noch ein paar alte Recken geben, die noch einmal die Ärmel hochkrempeln und uns mit guten Songs und Alben erfreuen. Noch ein Nachtrag: Ich will, dass Kashmir endlich den Durchbruch schaffen!! 🙂 Die hätten es inzwischen echt verdient…

Frank von pretty-paracetamol konnte zwar kein Statement liefern, aber wenigstens die Namen Delphic und Great Eskimo Hoax den Einschätzungen der Kollegen hinzufügen.

Was aber nun lernen wir aus den Aussagen? Dass jeder seine persönlichen Favoriten hat, dass Wunsch und Prophetie nicht immer Hand in Hand gehen können. Und wohl auch den Umstand, dass Blogs nicht zwangsläufig die von der Promotion vorgekauten Hype-Häppchen einfach nur verdauen. So vielfältig wie die Musikszenerie, so divergierend die Meinungen und Vorlieben der Blogger. Unsere eigenen Dark Horses werden wir in den kommenden Tagen zusammenfassen, dabei einige neue Namen fallen lassen. Auf alle Fälle gibt es auf deutschen Blogs mehr zu entdecken, als man vielleicht gemeinhin glaubt. Die oben angeführten Bands und Künstler sind ein guter Beweis.

(Die Verlinkungen zu den Bands haben wir als Service für die Leser selbst vorgenommen.)

SomeVapourTrails

Konzert-Tipp: Mein Mio im Palais in der Kulturbrauerei am 20.02.10

Unsere Lokalmatadore haben schon wieder einen kleinen Sieg errungen und brauchen noch ein klein wenig Hilfe um den Echo-Gig zu ergattern. Daher Aufruf an alle, die gerne gute Musik hören und Mein Mio auf die Bühne der Echo Aftershow-Party hieven wollen:

Mein Mio sind unter den Top 5 und treten am 20.02.2010 im Rahmen des „Köstritzer Echolots 2010“ in der Kulturbrauerei auf! Der Sieger dieses Abends wird beim Echo 2010 in Berlin bei der Aftershow-Party auftreten!

Datum: Samstag, 20. Februar 2010
Zeit: 20:00 – 23:00
Ort: Palais in der Kulturbrauerei

Wir können dieses Konzert allen nur wärmstens ans Herz legen und haben die Jungs bereits zweimal live erlebt, nachzulesen hier und hier.

Für alle, die es noch nicht gesehen haben, nochmal das neue Video zur aktuellen Single Frag mich nochmal:

Links:

Offizielle Homepage

MySpace-Auftritt

DifferentStars

Video: Mein Mio – Frag mich nochmal

Update: Das hier zu sehende Video ist ne noch nicht fertige Version, die versehentlich den Weg ins Netz fand und zu früh von Felix entdeckt und dann bei ihm von mir gefunden wurde. Die richtig dolle Version gibt’s dann gegen Ende der Woche auf der offiziellen Bandseite. Wir bleiben dran an dem Fall und berichten weiter.

Update 2: Nun ist sie da, die neue vollendete Version:

Am 11.02.10 veröffentlichen Mein Mio wir hier schon berichtet, ihre 2. Single Frag mich nochmal.

Jetzt kommt der brandheiße Clip dazu und wenn ihr diesen schaut, werdet ihr auch sehen, wo’s brennt 😉 Anlässlich des Releases geben die Mios am Veröffentlichungstag in Ber­lin ein Kon­zert im Stel­las Han­gar 49 in der Holz­markt­stras­se. 49. Den Auf­tritt könnt ihr auch live im  Netz sehen auf  Peop­le Zap­ping.

Foto: Phillip Nowak

Links:

Offizielle Homepage

MySpace-Auftritt

DifferentStars

Free Mixtape: Indie-Pop & Folk fürs Neue Jahr

Foto: Hedwig Storch

Meine lieben Damen und Herren, nun ist es da, das Neue Jahr, mit ihm gleich das neue Jahrzehnt. Mein Co-Blogger nahm dies nun endgültig zum Anlass mich wieder an die Tastatur, die die Blogwelt bedeutet, zu schubsen. Mein kleiner „zwischen den Jahren“-Arbeitsstreik, andernorts auch Urlaub genannt, traf beim werten Herrn SomeVapourTrails auf mehr als nur ein kleines Stirnrunzeln. Daher hier für ihn und für euch eines neues meiner allseits beliebten Free Mixtapes, diesmal wieder mit verträumtem Indie-Pop und folkig Nachdenklichem.

1. Purse SnatchersLazy Dominoes

Die Handtaschenräuber haben sich zu den Stars unseres Adventskalenders gemausert und Christmas Lights ist auch einer meiner Top 3 Weihnachtssongs 2009. Allein dafür war e sschon das mühsame Durchhören von geschätzten 100K irgendwie mit Weihnachten verbandelten Liedern wert.

2. PapercutsWhite are the Waves

MP3:> Papercuts: „White Are the Waves“

Jason Quever alias Papercuts fabriziert nicht nur famosen Indie-Pop, sondern gibt sich auch immer wieder spendabel und verteilt feinste Lieder kostenlos an die hungrigen Ohren dieser Welt. Klar, dass er schon mehr als das ein oder andere Mal ein Gastspiel gab auf diesem Blog. Future Primitive hat’s dann auch auf Platz 30 von Stereogum’s 50 Most Downloaded MP3s Of 2009 geschafft.

3. The SablesSweet Rain

Mp3: The Sables – Sweet Rain
[audio:The Sables – Sweet Rain.mp3|titles=Sweet Rain|artists=The Sables]

Die liebenswerten Zobel schenkten uns an Weihnachten einen Song, der überhaupt nichts mit dem Fest der Liebe zu tun hat, außer das er mit viel Liebe verschenkt wurde. Anfang des Jahres wird das neue Album Fall von The Sables erscheinen, bis dahin, erfreuen wir uns am süßen Regen.

4. Mumford & SonsSister (New Version)

Die britische Combo habt 2009 die Blogoshpäre erobert und auch der Liebste und Co-Blogger ist ganz begeistert. Eher ruhig, getragen und nachdenklich ist dieses Lied. Auf Musicglue könnt ihr euch nach E-Mail-Registrierung Sister (New Version) abholen. Zur Mp3 geht’s hier.

Mumford & Sons – Sister (live & unplugged, Munich 2009)

6. Alessi’s ArkRibbon Lakes

Auch von Alessi’s Ark schwärmte ich sehr im vergangenen Jahr. Tatsächlich bin ich sehr erstaunt, dass ihr der große Durchbruch nicht gelang. Zu Beginn des Jahres noch in der englischen Fachpresse gehypt, dachte ich glatt, sie wird zur neuen Amy McDonald und erklimmt die Top Charts. Hab ich mich geirrt, kann aber noch werden. Mal schaun, was 2010 so für die junge Britin bereit hält. Die Mp3 könnt ihr euch hier nach E-Mail-Registrierung kostenlos downloaden.

7. Helgi Hrafn Jonsson – Digging up a Tree

Ein weiterer Star des Adventskalenders und unter unseren Top Endeckungen 2009. Der liebenswerte Isländer mit bezauberndem österreichischem Akzent hat unsere Herzen mit seinem Charme und musikalischem Talent erobert. Diggin up a Tree ist eines meiner Lieblingslieder von ihm und kann ebenfalls nach E-Mail-Registrierung auf Music Glue gedownloadet werden.

8. Mein Mio – Du bist immer da

Mein Mio wohnen teilweise bei uns um Eck, Lokalpatrioten unseres Blogs sozusagen und  vom Co-Blogger zu den Top Neuentdeckungen 2009 auserkoren. Noch bis zum 6. Januar verlosen wir hier ihre aktuelle CD Irgendwo in dieser großen Stadt. Du bist immer da ist eine wunderschöne Liebesballade und wurde speziell für den klingenden Adventskalender geschrieben. Da haben wir uns sehr drüber gefreut und sind natürlich auch ein kleines bisschen stolz.

DifferentStars

Türchen 24: Weihnachtsgeschenke

Heute zum Finale unseres klingenden Adventskalenders kommen die Gaben der lieben Musikerfreunde. Einen bzw. rückblickend den einzigen Weihnachtssong, der für uns geschrieben wurde, schenkten uns The Temple Cloud Country Club, dieser ist hinter Türchen 12 zu finden.

Weihnachten kam natürlich auch in diesem Jahr wieder völlig überraschend am 24.12, vor allem da ich schon beim Auftauchen der ersten Lebkuchen in den Supermarktregalen anfing, die verehrten Herren Musiker um Weihnachtssongs zu bitten. Mit viel Liebe erreichte mich dann ein Lied von den sehr liebenswerten The Sables und da diese euch auch noch nach Weihnachten erfreuen wollen, ist’s kein Weihnachtslied geworden. Mit einem kleinen Augenzwinkern möchte ich euch an dieser Stelle auch an The Tumbledryer Babies verweisen, die mit ihrem Song For The Season ein Lied davon singen, wie es ist, wenn man ein Weihnachtslied schreiben soll. Sehr ins Zeug gelegt haben sich Mein Mio, die in letzter Minute noch ein besinnliches Lied aufgenommen haben, als Geschenk an uns und für euch.

Mein Mio

Mein MIOsinglecoverfoto

Foto: Phillip Nowak

Mein Mio gehören zu unseren Neuentdeckungen 2009 und noch bis zum 6. Januar verlosen wir hier ihre aktuelle CD Irgendwo in dieser großen Stadt. Am 5.02.2010 veröffentlichen Mein Mio ihre zweite Single Frag Mich Nochmal – heute und hier verschenken sie via Widget den Song Du bist immer da eine wunderschöne Liebesballade.

The Sables

Auch von The Sables wird’s 2010 was Neues geben, mit  Fall veröffentlichen die Briten ihr drittes Album. Wir haben die Ehre euch einen der Album-Tracks exklusiv vorab zu schenken. Wer die Homepage der Sables besucht und sich dort registriert darf mit den verträumten Folk-Poppern Happy Sablesmas feiern und bekommt als Präsent die Pilgrim Man-EP als Mp3s überreicht. Damit nicht genug, noch vor Veröffentlichung haben wir die Ehre hier eine Promo des Albums  Fall zu verlosen. Hinterlasst uns einfach einen Kommentar bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag.

[audio:The Sables – Sweet Rain.mp3|titles=Sweet Rain|artists=The Sables]

Mp3: The Sables – Sweet Rain

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Links: Mein Mio, The Sables

DifferentStars und SomeVapourTrails wünschen allen ein Frohes Fest!

Neuentdeckungen 2009 – Umfrage und Gewinnspiel

Entdeckungen2009

Update: Bis 06.01. 23:59 könnt ihr noch abstimmen!

Werte Leserschaft, wer nun glaubte, Lie In The Sound käme ohne Jahresendumfrage aus, der hat geirrt. Allein dem Umstand geschuldet, dass DifferentStars bis zum heutigen Tag es nicht geschafft hat, sich mit sich selbst zu einigen, welches nun ihre Top 3 Alben des Jahres sind und noch immer an den Top 10 Alben kaut, hier nun unsere ganz eigene – wie wir finden auch spannendere – Umfrage:

Was sind eure Neuentdeckungen des Jahres 2009? Es müssen nicht zwingend Newcomer sein, ist auch bei uns nicht immer der Fall.

Zu gewinnen gibt es 3 CD-Pakete, bitte gebt in den Kommentaren an, welches ihr favorisiert. Dazu natürlich die Künstler, die ihr in diesem Jahr kennen und lieben gelernt habt.

Gewinne:

Paket 1

Album: Mein Mio – Irgendwo in dieser großen Stadt
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Paket 2

Album: Helgi Hrafn Jónsson – For the Rest Of My Childhood
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Paket 3

EP: Timo Brekker – Learn & Wait
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Die Preise kommen nicht von ungefähr, wobei, die Great Lake Swimmers gehören schon seit langem zu unseren Lieblingsbands. The Alexandria Quartet, Helgi Hrafn Jónsson, Timo Breker und Mein Mio haben wir erst 2009 entdeckt und in unser Herz geschlossen.

Unsere Top-Entdeckungen 2009:
DifferentStars

White Lies
Paolo Nutini
Metric
Florence + the Machine
The Alexandria Quartet
Timo Breker
Soulsavers

SomeVapourTrails

Mein Mio
Helgi Hrafn Jónsson
Eamon McGrath
Mariahilff
Daisy Chapman
The Low Anthem
Mike Bones

Abstimmungsende ist der 06. Januar 2010.

DifferentStars

Konzert-Tipp: Simon the Russian/ Mein Mio/ Tim Brownlow (Frontmann von Belasco/UK)

uselesssumma

Wir präsentieren: Der welterste Live-Auftritt von Simon the Russian! Am 16.12.2009 im Schokoladen, Berlin. Danach spielen Mein Mio und dann noch Tim Brownlow, im Pressetext steht, der sei Frontmann von Belasco (die ich nicht kenne, wahrscheinlich zu Recht, vielleicht aber auch nicht).

Über Simon und Mein Mio haben wir ja schon viel geschrieben, nachzulesen u.a. hier und hier und hier! Und wer den einen oder andern Blogbeitrag gelesen hat, der weiß auch schon, dass Simon nicht nur the Russian ist, sondern auch Bandmitglied von Mein Mio.

Und weil’s so schön ist,  hier noch mal das Video meines werten Co-Bloggers vom Mein Mio Auftritt im Festsaal Kreuzberg:


Mein Mio – Es gibt immer live@Festsaal Kreuzberg

somevapourtrails | MySpace Video

Die Musik von Simon the Russian anhören und ein paar Tracks kostenlos downloaden könnt ihr hier und hier.

Und so sieht das Glamour-Frühstück des Künstlers aus (untermalt von seinen Klängen):

Mit viel ohne Schirm, jedoch Charme und Hut statt Melone, folgt hier die persönliche Einladung zum Konzert von Simon:

DifferentStars

Musikalischer Quartalsbericht 2009 (III)

Alben09III

Löchriger als Schweizer Käse präsentierte sich zunächst das diesjährige musikalische Sommerloch. Der Überfluss des ersten Halbjahres verebbte schlagartig und wich einer kahlen Leere. Nur eine Handvoll Alben vermochten diesen tiefen Fall aus wohlklingender Fülle ein wenig abzufedern. Und genau diesen Rettungsankern, die uns vor den Sturz ins Nichts bewahrten, wollen wir in der Rückschau eine Lobhudelei angedeihen lassen. An prominenter Stelle seien die Soulsavers auf ein funkelndes Podest gestellt. Broken vermochte mit genialer Düsterkeit zu becircen und mit dem Lied You Will Miss Me When I Burn eine balladeske Heldentat zu vollbringen. Und der Balladen nicht genug, zauberte die Göttin des Dream Pop, Hope Sandoval, eine schon beinahe nicht mehr möglich gehaltene Verzückung in Form von Through The Devil Softly in die gut sortierten Plattensammlungen des Landes. Die werte Co-Bloggerin DifferentStars wird, sobald sie aus der Ehrfurchtsstarre erwacht ist, zu diesem Monument noch einige Worte andächtig verlieren. Ein ebenso perfektes sinnebeträufelndes Mirakel kredenzten The Low Anthem mit der Scheibe Oh My God, Charlie Darwin. Doch waren es nicht nur schönen melodischen Mätzchen vom Schlage eines The First Days Of Spring von den so talentreichen Noah and the Whale, die in den vergangenen Monaten zu Schwelgereien einluden.

Auch flockigeres Geträller mengte sich ins Flirren der Großstadthitze. Major Lazer sorgten mit ihrem Klebstoff-Raggamuffin für Ekstase. Guns Don’t Kill People… Lazers Do schob ein Sommerflair der Extraklasse vor sich her. Fast unbeachtet stiefelten Fat Freddy’s Drop im August durch die Lande und bestachen mit Dr Boondigga and the Big BW. Ein Geheimtipp des letzten Quartals. Abgerundet wird die Rhythmus-Sektion von Felix Da Housecat, dessen He Was King sein bisher größter Wurf ist. Dazu demnächst mehr…

Wie sah es in letzter Zeit mit deutschen Musikern und Bands aus? Trist möchte man bemerken. Denn Element Of Crime sind endgültig auf einem Schunkel-Niveau angelangt, das eine Musikantenstadl-Stimmung vor dem geistigen Auge als Schreckensszenario erstehen lässt. Und was an Jochen Distelmeyer heilsbringerisch sein soll, das verstehen wohl nur einen gestriegelten Schnurrbart tragende Hipster. Enttäuschungen, wohin das Ohr auch hört. Da lobe ich mir meine Lieblingsentdeckung des Jahres, die Berliner Band Mein Mio, welche Irgendwo in dieser großen Stadt Inspiration für unverschlumpften und gefühlsechten Deutschpop fanden. Natürlich darf auch Max Herre bei den Lichtblicken nicht fehlen, seine authentisch transportierten Stimmungen machten Ein geschenkter Tag zur idealen Entschädigung für die Geschädigten eines Sven Regener. Und sogar die englische Texte wurden hierzulande mal samten vorgebracht, wie es Timo Breker auf der EP Learn & Wait offerierte, oder tiefsinnig, was I Might Be Wrong auf Circle The Yes extraordinär meisterten.

Kommen wir zu Könnern aus Großbritannien. The Big Pink sind der Beluga unter dem Kaviar, der derzeit von Insel zu uns rüberschwappt. A Brief History of Love ist kein Hype, sondern Fakt. Ebenso durfte man Florence & the Machine dank Lungs als Schattenspender an hitzeverseuchten Tagen empfinden. Doch wurde auch ein Verbrechen in Form von Muse und dem neuen Alben The Resistance in unsere Breiten gebeamt.

Kurz noch will ich die geballte Faust höher wuchten und das Entsetzen ausdrücken, welches mich quält. Marit Larsen als Newcomerin der warmen Jahreszeit wäre nur dann zu verstehen, wenn die Schweinegrippe die glorreiche Gilde skandinavischer Songwriter gleich im Dutzend dahingerafft hätte. Beliebige Langeweile als Erfolgskonzept – unverständlich. Noch übler freilich scheint das Loben über jedweden grünen Klee, welches man diesen Sommer dem armseligen Achtziger-Jahre-Bockmist von Zoot Woman angedeihen ließ. Eine Unplatte.

All die Prunkstücke der letzten 3 Monate freilich werden noch in den Herbst hineinstrahlen und manch düstrem Tag die richtige Bleiche verleihen. Und einige frohe Songs werden die wenigen verbleibenden Sonnenstrahlen in Gold tauchen. Amen.

SomeVapourTrails

Im Gespräch mit Mein Mio

Rechtzeitig zum Start der Mini-Tour der in Berlin beheimateten Band Mein Mio wollen wir das aus Anlass der Veröffentlichung des Debüts Irgendwo in dieser großen Stadt in den letzten Wochen ausgerufene Special mit einem Interview krönen, welches an einem sonnigen August-Wochenende in einem lauschigen Café im Graefekiez mit Sänger Sebastian Block und Gitarrist Simon Goldfain entstand.

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Foto: Philipp Nowak

Lie In The Sound: Erste Frage. Was ist euer Lieblingssong des Album?
Sebastian: Ich fang an. Es gibt immer.
LITS: Ist auch mein persönlicher Favorit. Und deiner?
Simon: Frag mich nochmal.
LITS: Wie entsteht so ein Song überhaupt? Sebastian, du hast die Idee, schreibst die Lyrics und dann macht ihr euch zusammen Gedanken über die Musik?
Sebastian: Die schreib ich auch schon an der Gitarre.
LITS: Du bist also wirklich derjenige, der alles schreibt und mit der Band dann die Arrangements entwickelt?
Sebastian: Also, wir versuchen das jetzt ein bisschen anders zu machen. Die meisten Songs waren ja schon fertig, als die Band gegründet wurde.
LITS: Ich empfinde Texte von Mein Mio als sehr poetisch und eben nicht pseudointellektuell. Das ist ja eine Falle, in die viele Musiker hierzulande tappen. Hast du eigentlich immer auf Deutsch getextet, bist du nie auf die Idee gekommen, etwas auf Englisch zu probieren?
Sebastian: Klar. Es reicht aber bei mir nicht über ein Schulenglisch hinaus. Wenn ich ein bisschen mehr Pep im Song haben wollte, hab ich gleich in ein Wörterbuch geguckt und mir dort ein ganz kompliziertes Wort rausgesucht, damit es irgendwie so klingt, als wenn ich was von Englisch verstehe. Das fand ich Quatsch. Wenn man damit anfängt, kann man gleich aufhören.
LITS: Im Frühjahr ist eine Scheibe von Cargo City rausgekommen. Da ging es mir zumindest so: Super Melodien, aber Songtitel wie Flowershops in Hospitals klingen für mich ein wenig gestelzt. Da würde ich zum Beispiel raten,  es mit deutschen Texten zu versuchen.
Simon: Hast du gemerkt, dass es süddeutschen Bands oft viel schwieriger fällt, auf Deutsch zu singen als norddeutschen Bands? Ich weiß nicht, woran das liegt.
LITS: Den Sportfreunden Stiller ja nicht…
Simon: Aber das ist Fußballmusik!
LITS: An ihren Lyrics kann man doch nichts aussetzen. Sind eingängig, oder?
Sebastian: Ich find die auch nicht schlecht. Die haben so eine Naivität, das mag ich auch selber.
LITS: Welche deutsche Band, die auch auf Deutsch singt, findet ihr denn toll? Welche Vorbilder habt ihr?
Sebastian: In Deutschland gibt es nicht so viele Vorbilder.
LITS: Also hast du nicht in deiner Jugend bereits Grönemeyer bis zum Abwinken gehört.
Sebastian: Nie. Eigentlich überhaupt keine deutschsprachigen Sänger.
Simon: Also ich kann die Frage gar nicht beantworten. Meine Vorbilder haben alle Russisch gesungen. Es gibt bestimmte deutsche Bands, die ich respektiere und bewundere. Auch Grönemeyer, obwohl ich nicht der ultimative Fan seiner Musik bin. Jedes Mal, wenn ich irgendwo im Auto sitze und seine Musik läuft, dann halte ich schon inne und höre zu. Wir sind Helden bewundere ich total. Ich hab die mal kurz kennengelernt. Das sind sehr entspannte Menschen. Ich hab mich tierisch blöd angestellt und sie total angehimmelt. Aber die waren total locker und haben mir nicht das Gefühl gegeben, ich hätte mich blöd benommen. Das war mir richtig peinlich und das nächste Mal hab ich mich dann entschuldigt.
LITS: Und du hast niemanden, der dich derart beeinflusst hat, dass du gleich die Gitarre gezückt hast.
Sebastian: Die Beatles waren das einfach. Da war ich 15 und hab ziemlich viel Sechziger-Jahre-Musik gehört.
LITS: Ich hänge ja der These an, dass sich Geschmack relativ früh ausprägt. Was war eure erste CD, die ihr euch jemals gekauft habt?
Sebastian: Mein Geschmack hat sich erst relativ spät ausgeprägt. Ich glaub meine erste CD war Dance Mission. (lacht)
Simon: Meine erste Kassette, nachdem ich in Deutschland ankam, war 4 Non Blondes. Aber das hat mich nicht geprägt.
LITS: Wie schätzt ihr die nähere Zukunft von Mein Mio ein? Wartet ihr die Verkaufszahlen ab, das Echo auf der Tour? Habt ihr schon neue Songs fürs Nachfolgealbum? Oder steht und fällt das Projekt mit den Reaktionen auf das Debüt?
Sebastian: Die Ideen sind da. Es gibt große Lust, was Neues zu machen. Dennoch muss man abwarten, wie das alles funktioniert. Wie das nächste Jahr aussehen wird, das ist entscheidend. Ich weiß nicht, ob es scheitern wird, wenn der Erfolg ausbleibt, aber ich denke, dass wir es dann zurückschrauben werden. Wir müssen ja irgendwann auch Geld verdienen.
Simon: Wir sind relative Spätzünder, weil wir alle im Durchschnitt 30 sind und eben unser Debütalbum veröffentlichen. Wären wir 10 Jahre jünger, wäre es einfach. Zum Beispiel größere Unterstützung der Eltern. Der finanzielle Druck ist auf jeden Fall da. Wir hoffen, dass die Platte sich verkauft.
LITS: Welchen finanziellen Rückhalt bekommt ihr seitens des Labels (Sound Guerilla/DA Music)?
Sebastian: Außer der Promotion wird nichts bezahlt. Auch nicht die Produktionskosten. Wird sich vielleicht ändern, wenn sie nochmal was mit uns machen, sehen das wir funktionieren.
Simon: Für das Label war es auch ein Experiment. Der Deal ist relativ hart. Andererseits haben wir keine finanziellen Risiken, wir tragen die Promokosten und Presskosten nicht. Auch die Einnahmen von Konzerten bleiben bei uns.
LITS: Was war denn das kleinste Konzert, das ihr gespielt habt?
Sebastian: Im Lindenpark haben wir in einem Raum für 1000 Leute vor 35 Gästen gespielt, da waren wir Support für Radiopilot.
Simon: Ist ein riesiger Club mit einer riesigen Bühne und da steht ein Häufchen vor dir. Das ist um einiges trauriger als in nem kleinen Club zu spielen. Du kannst in einem kleinen Raum auf jeden Falle eine Interaktion entwickeln, das Publikum eher irgendwie einbeziehen.
LITS: Wird eine zweite Single-Auskoppelung kommen?
Simon: Die Promo-Agentur meint, es wäre nicht schlecht, eine zweite Single im Oktober hinterher zu schmeißen. Aber wir wissen noch gar nichts, das entscheidet das Label.
LITS: Ihr habt ja immerhin geschafft, dass eure erste Single gleich physisch erscheint und nicht bloß als digitaler Download auf iTunes. Das ist ja nicht selbstverständlich.
Simon: Ich hab mich auch gewundert. Es lag daran, dass die Plattenfirma auch ein Presswerk hat, deshalb war es kein so großer Aufwand.
LITS: Habt ihr auch ein Musikvideo geplant?
Simon: Wir persönlich haben noch kein Budget für ein Video. Mal kucken, wie das Album anläuft.
Sebastian: Ich hätt schon Lust auf sowas. Aber die wollen eben die Single abwarten. Wär gut fürs Internet, etwas Visuelles zu haben. Nicht bloß immer ganz klein auf irgendwelchen winzigen Live-Mitschnitten.
LITS: Wie wichtig ist für Mein Mio der Umstand, dass ihr alle eure eigenen Solo-Projekte durchzieht. Schafft das die nötige Distanz zur Wahrung der Bandharmonie? Oder tut ihr das, weil ihr an kreativer Überproduktion leidet? Ich hab heute kurz in Sebastians Solo-Album reingehört, das klingt schon abgespeckter.
Sebastian: Mich packt immer irgendwas, dann muss ich was Neues ausprobieren, passt halt nicht immer unbedingt zur Band. Es ist aber nicht so, dass ich totale Überproduktion habe.
LITS: Du siehst dich also schon eher als Bandtyp, der keine großen Solopfade anstrebt?
Sebastian: Das wird es für mich immer so nebenbei geben, außerhalb der Band ganz unkompliziert zu arbeiten.
Simon: Ich leide auch nicht an kreativer Überproduktion. Wenn ich was mache, dann sehr selten und sporadisch. Du hast schon recht, manchmal brauch ich das, um Distanz zu haben. Eine Band ist ne Band, das ist wie Familie. Du wohnst mit diesen Menschen in einem Haus, doch manchmal musst du rausgehen, um zu merken, wer du eigentlich bist. Dann kehrst du zurück und bist ein wertvolleres Mitglied der Familie geworden.
LITS: Wen seht ihr eigentlich als eure Zielgruppe?
Sebastian: Wir haben kein Produkt gemacht, das auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet ist.
Simon: Wir haben uns darüber keine Gedanken gemacht, aber es kristallisiert sich doch heraus. Unser Fanclub ist so um die 20, aber Jugendsender wollen uns dennoch nicht haben. Wir sind zu alt. Es sind die gesitteten Erwachsenen-Stationen, die positives Feedback bekommen.
LITS: Ich habe Euch auch schon live im Konzert erlebt. Wenn ich mir jetzt das Album anhöre, wirkt es für mich ein wenig schaumgebremst. Es hat nicht diese Energie und Dynamik. Hat das mit dem Schielen auf eine gewisse kommerzielle Glätte zu tun? Oder hängt dies damit zusammen, dass es bei euch live einfach rockiger zur Sache geht?
Sebastian: An den kommerziellen Faktor haben wir eigentlich gar nicht gedacht. Der Sound liegt zum großen Teil am Produzent, mit dem wir das Album aufgenommen haben.
LITS: Manche Bands sind live eine Katastrophe und manche sind live wesentlich besser als im Studio. Würdet ihr die Produktion nochmals so machen?
Sebastian: Von mir aus nicht. Ich fände es durchaus eine Variante, das Ganze live einzuspielen.
LITS: Das Album ist ja sicher eine Referenz an Berlin. Wieviel Inspiration hat euch die Stadt gegeben?
Sebastian: Es sind nicht alle Songs hier in Berlin entstanden.
LITS: Aber Großstadtmärchen sind ja doch das zentrale Thema…
Sebastian: Das hat sich schon herauskristallisiert. Ich schreib über mich und meine Gefühle und da spielt die Stadt eine große Rolle.
LITS: Könnten diese Songs auch in Hamburg entstehen?
Sebastian: Ich hab noch nie in Hamburg gelebt. Deswegen kann ich das überhaupt nicht sagen.
LITS: Du sagst die Lieder sind nicht nur in Berlin entstanden. Wo sind sie denn sonst noch entstanden?
Sebastian: Ich hab vorher in Potsdam 3 Jahre gelebt. Viele sind auch unterwegs entstanden. Vorsicht an den Türen ist direkt in der Bahn entstanden.
LITS: Das Lied ist ja vom Text her mit Abstand das schrägste. Wie kommt man auf so einen Refrain?
Sebastian: Ich hab in der Bahn gesessen, bin damals von meiner ehemaligen Freundin losgefahren, waren 3 Stunden Zugfahrt und hatte die ganze Zeit diesen Spruch vor mir.
LITS: Kommen wir nun zum Thema Internet. Was bringt euch MySpace, wie steht ihr dazu?
Sebastian: MySpace ist ne super Plattform, um Kontakte aufzunehmen zu anderen Bands und Musikern. Ich weiß nur nicht, wie stabil das alles ist, die ganze Fangemeinde, die man hat. Manchmal hat man das Gefühl, es sind ganz viele da, und manchmal, dass keiner da ist. Ich weiß nicht genau, ob nicht auch Informationen untergehen wegen der vielen Werbung, mit der man zugeschüttet wird. Ich hab schon darüber nachgedacht, ob man nicht zurückgeht auf eine ganz normale Homepage und das andere als Fanseite laufen lässt. Also nichts, was man selber macht.
LITS: Ist MySpace vielleicht nur zeitintensiv? Oder sieht man am Ende des Tages, dass Leute dem Link auf Amazon folgen und das Album auch kaufen?
Simon: Es hängt sehr von der Musikrichtung, die man macht, ab. Bei etwas ernster Musik wie Jazz bringt es sehr wenig. Ich hab das Gefühl, dass es bei Pop gut funktioniert. Oder auch bei trashigen Sachen und bei visuellen Konzepten wie sie Bonaparte haben.
LITS: Bei MySpace verschwimmt ja oft die Grenze zwischen Fans und Freunden…
Sebastian: Ich find es eigenartig, dass manche Leute das Konzept von MySpace nicht durchschauen. Dass man als Band einfach Freunde added, um sich zu promoten. Es kommen oft ältere Leute auf die Konzerte, die dann sagen „Ach, wie seid ihr gerade auf uns gekommen? Find ich ja schön.“ Wo man dann ganz toll sehen muss, dass man nicht Falsches sagt. Es gibt Leute, die sagen: „Du, ich bin Janine von MySpace„. Ich weiß halt nicht mehr, wer Janine von MySpace ist. Bei 5000 Freunden…
Simon: Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es sich nicht in Verkaufszahlen spiegelt, wieviel Freunde man auf MySpace hat. Tausende Freunde adden bringt nichts, das ist einfach Pauschalität, man muss schon seinen Hörer suchen.
LITS: Verkauft ihr eure Scheibe eher bei Live-Konzerten oder glaubt ihr daran, dass ihr im Internet dann doch auch CDs an den Mann/an die Frau bringt?
Sebastian: Beides funktioniert. Für uns wichtig ist, dass die Leute auf Konzerte gehen und die CDs kaufen, weil wir nur dann wirklich was daran verdienen.
LITS: Gibt es Fans, die auf jedes Konzert gehen?
Sebastian: Ja, die haben wir. Die machen den Support für uns, verteilen Flyer, nehmen uns gern ne Menge Arbeit ab.
LITS: Stichwort Filesharing. Habt ihr schon mal geschaut, ob eure Songs getauscht werden?
Simon: Unsere Songs nicht. Mal abwarten. Aber ich hab nen Freund in Russland. Er hat in einem Torrent-Aggregator seine Sachen gefunden und die Torrent-Leute dann angeschrieben und gebeten, die Sachen runter zu nehmen. Die meinten „Geben Sie uns die Nachweise, dass sie tatsächlich der Urheber und Rechtsinhaber sind„. Wo aber hast du ein Dokument her, dass du deine eigenen Songs geschrieben hast? Jedenfalls wurde das auf der Torrent-Seite gepostet, und da waren dann Kommentare wie „Ich hab grad seinen Blog durchgelesen, ich glaub ich werd es doch nicht runterladen, ich werd mir die Teile kaufen„. Er meint, es ist sehr wichtig, den Leuten klarzumachen, was sie damit anrichten. Dass es jemanden gibt, der sich dadurch beraubt fühlt.
LITS: Wir danken für das Gespräch.

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