Schlaglicht 84: Mélissa Laveaux

Die Frage der Identität treibt mich immer mehr um. Das ist wohl meinem Engagement für Geflüchtete geschuldet. Denn jede Hilfestellung bei der Integration bedeutet nicht weniger als einen aktiven Beitrag zur Neuausformung einer Identität. Manchmal gesellen sich einfach nur eine neue Sprache sowie landestypische Eigenheiten zum vorhandenen kulturellen Hintergrund dazu, nicht eben selten überlagert das Neue früher oder später die eigene Herkunft. Spätestens ab der zweiten Generation mit Migrationshintergrund wird rasch zwischen denen unterschieden, die sich entweder sehr angepasst haben und jenen, denen eine vermeintliche Integrationsverweigerung weitervererbt wurde. Was die Erforschung der eigenen Identität konkret bedeutet, verdeutlicht das Album Radyo Siwèl der Kanadierin Mélissa Laveaux, die als Kind haitianischer Eltern, die vor der Diktatur geflohen waren, in Montreal geboren wurde und in Ottawa aufwuchs. Für ihr neues Werk beschäftigt sie sich mit den familiären Wurzeln und besuchte im Zuge dessen Haiti, die einstige Heimat ihrer Eltern. „Radyo Siwèl is very important to me because there’s the whole part about remembering your ancestry and honouring your ancestors and elders,“ so Melissa Laveaux, „I’m getting reacquainted with parts of my heritage my parents left out when they were raising me.“

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