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Mal bitter, mal zärtlich, ein kompliziertes Ich und Du – Mo Kenney

Vor einem Jahr habe ich die kanadische Singer-Songwriter Mo Kenney erstmals auf diesem Blog gewürdigt, von einem burschikosen Wesen gesprochen, das  jugendlichen Schalk mit flügger Nachdenklichkeit und großer Direktheit vermengt. Ihr Album als fröhlichen bis gedankenvollen Indie-Folk-Pop mit einigen Ausflügen in Folk-Rock-Gefilde beschrieben. Bereits jenes gleichnamiges Debüt war bemerkenswert, mit In My Dreams folgt nun eine noch smartere, facettenreichere Platte. Welch Leistung! Denn obwohl es zwar immer heißt, dass aller Anfang schwer sei, gilt in der Musik das eherne Gesetz, dass man nach einem guten, unbekümmerten Debüt erst einmal ein mindestens ebenbürtiges zweites Werk zustande bringen muss. Kenney hat ihre Anfänge konsequent fortgesetzt. Ihre Texte sind sogar eindringlicher geworden, handeln vor allem von Abschieden aus längst gescheiterten Beziehungen und Affären, manchmal allerdings auch von Hoffnungen und Wünschen. Kenneys Lyrics funktionieren deshalb so gut, weil sie auf einer intimen Ebene des Ich und Du ablaufen. Die Worte gleichen manchmal einer Beichte, ab und an einem bitteren Resümee und gegen Ende liebevollen Komplimenten. Zu Beginn jedoch wird mit Schonungslosigkeit der Status quo seziert, für unbefriedigend befunden. Diesen Inhalten steht eine durchaus liebliche Melodik gegenüber, die für Verdaulichkeit sorgt.

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Photo Credit: Paul Wright

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Schüchtern, flügge und doch direkt – Mo Kenney

Wenn man sich in diesen schnelllebigen Zeiten auf etwas verlassen kann, dann wohl auf das eherne Gesetz, dass die Uhren der Plattenfirmen noch immer mit beamtischer Ruhe ticken. So erscheint dieser Tage hierzulande das gleichnamige Debüt der kanadischen Singer-Songwriterin Mo Kenney, während in ihrer Heimat bereits der Countdown für ihren Zweitling In My Dreams läuft. Es hat also zwei Jahre gebraucht, bis das erste Album den Weg nach Europa gefunden hat. Dabei muss man sich nicht einmal die Ohren putzen, um das Talent der Kanadierin zu erlauschen. Sie vermag mit fröhlichem bis nachdenklichem Indie-Folk-Pop zu punkten und auch in Folk-Rock-Gefilde vorzustoßen. Die Platte wirkt angenehm schnörkellos instrumentiert, neben der prominenten Akustikgitarre sind gerade einmal Bass, Schlagzeug, E-Gitarre und Piano mit von der Partie. Ein weiterer gar nicht heimlicher Trumpf des Werks ist Kenneys Stimme, der das kanadische Magazin Exclaim! die Qualitäten einer Cat Power zugestanden hat. Darüber hinaus hat Exclaim! eine richtige Feststellung gemacht: „Kenney wears her coming-of-age trials as a badge of honour“. Und exakt diese Attitüde prägt über weite Strecken den Charme dieses Debüts!

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