Schlaglicht 54: Fortressless

Auf Wimmelbilder voller wunderlicher Stimmen hat es das Hamburger Duo Fortressless laut Presseinfo bei seinem Debüt Neoteny abgesehen. Und tatsächlich wird hier Spoken Word mit eher verquerem Electro-Pop vermengt. Die Chose wirkt ertüftelt, fast ein wenig zu streberhaft. Die EP entwickelt Momente, in denen sie ausgelassen herumhüpft, allerdings auch Passagen, in welchen man das Gefühl hat, dass hier die Vertonung eines Poetry Slams aus dem Ruder gelaufen ist. Vor allem die Nummer Let Alone the Sequence und der Titeltrack Neoteny lassen ein wenig ratlos zurück. Denn ja, es wimmelt, jedoch zu viel. Allerdings ist so ein Debüt wohl dazu gedacht, sich auszuprobieren. Und schon Hale and Hearty gelingt es, traumwandlerische Electronica mit entrückten Melodien und Hip-Hop-Untertönen zu einem spannenden Ganzen zusammenzufügen. Als Prunkstück der EP erweist sich aber Smoke Bomb Blisters – und eben dieser Track ist speziell der Grund, warum ich den Lesern Neoteny als Hörempfehlung ans Herz legen möchte. Eine sonnendurchwirkte Wärme durchflirrt Smoke Bomb Blisters, ab und an aufgelockert von einem hibbeligen Singsang. In seiner ganzen Stimmung erinnert dieses Schwelgen an isländische Vorbilder, entwickelt eine Qualität, die zu entdecken lohnt!

 Weiterlesen