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Die unendliche Bandbreitenbeeinträchtigungsgeschichte (Kabel Deutschland Remix)

Als Musikblog, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, sind wir in der glücklichen Lage tagtäglich mehr als 100 Mails mit allerlei Newslettern, Musiktipps und digitalen Albenbemusterungen zu erhalten. Vielfach wunderbare Musik, an der man sich einfach nur erfreuen möchte. Und da wir in Berlin im Jahre 2014 leben, ist so manch großartige Entdeckung nur einen Mausklick entfernt. Denn wo – wenn nicht in der trendigsten Hauptstadt der Welt – hat man sonst die nötige Bandbreite, um sich voll Frohlocken durch Streams und Clips zu wühlen? Sollte man annehmen.

Heute muss ich von einer Leidensgeschichte berichten, die kein musikalisches Happy End vorzuweisen hat. Sie ist im biblischen Milieu angesiedelt, handelt von David und Goliath. Der Part des Davids fällt meiner besseren Hälfte und mir zu, als knurriger Goliath stellt sich dankenswerterweise Kabel Deutschland zur Verfügung. In den vergangenen Jahren haben wir Kabel Deutschland in seiner Rolle als Internet-Provider unseres Vertrauens bereits das eine oder andere Geldstück in die Pranke gelegt, im Gegenzug dafür ein Internet-Paket mit 32 Mbit/s Download und 2 Mbit/s Upload versprochen bekommen. Vertrag nennt sich das, glaube ich. Als alter Lateinheini kann ich sogar ein schallendes Pacta sunt servanda aus voller Kehle anstimmen. Nun haben Verträge eine ganz kuriose Eigenschaft. Sie sind ganz schön relativ. Ihre Wirksamkeit richtet sich nach der Heerschar der Rechtsanwälte, die mit ihnen befasst sind.Wenn die Rechtsabteilungen großer Unternehmen AGBs ausformuliert, wird es immer Klauseln geben, die die Verpflichtungen eines Unternehmens mit einem schwammigen Pffft! zusammenfassen. Für den im Auftrag eines verärgerten Kunden agierenden Juristen scheinen die Pflicht seines Mandanten dagegen in Stein gemeißelt.

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Die andere Stippvisite

…führt mal wieder durch unser schönes Nord-Neukölln, diesmal aber anders. Auch die Bilder kredenzen wir heute in hip oder genauer gesagt Hipstamatic, natürlich aber, so viel Ehre haben wir noch im Leib, ganz ohne iPhone – wir sind ja schließlich keine Kiezkiller. Und genau hier sind wir schon beim Thema: Der Hype, die Gentrifikation und was am Tage davon übrig bleibt. Neuhochdeutsch könnte man auch titeln: „Self-fulfilling Prophecy does the trick.“ Zumindest was die Mietsteigerungen betrifft… und sonst so?

Die Aussicht von meinem Neuköllner Balkon jetzt ganz hip-stamatic.

Läuft man tagsüber durch den Szenemittelpunkt Reuterkiez sucht man das Trendviertel noch ziemlich vergebens, zwar sind viele Ladengeschäfte von Jungdesigner-Läden aller Art bezogen worden, doch das Publikum weilt noch in Mitte, Prenzlauer Berg oder flaniert gerade über die Bergmannstraße. Manch Jungunternehmer hat die Zeichen der Zeit erkannt und gleich ein „Bitte klingeln, wir sind in Neukölln“-Schild an die Tür gehängt. Ob die Klingel gerade in der nächsten jüngst eröffneten Espresso-Bar ertönt, wo sich die hippen Geschäftleute gegenseitig zur Großartigkeit gratulieren oder man im feindlichen Umfeld Überfälle von streunernden Jugendbanden fürchtet und sich untern Lasdentresen versteckt hält,  ich weiß es nicht. Gefährlich ist es jedenfalls, sich zu lange vor solch einem Schaufenster aufzuhalten. An „good hair days“ droht einem die Besitzerin auf die Pelle zurücken und als langersehnten Kunden in die Designerbude zu verfrachten  – an „bad hair days“  hingegen, wird man eines „Deine Armut kotzt mich an… (sonst würdest du bei mir kaufen)“ Blickes gewürdigt. Zu erstehen gäbe es vieles, besonders ein paar Katzen-Emaille-Ohrringe für 35 Euro. Mir in Erinnerung geblieben, da ich a) eine ebensolche Katze schon mal als Anstecker hatte, als Kind mit Mama im Bastelkurs gefertigt, weilte sie meine Jugend über auf Rucksäcken und Taschen bis diese und sie selber das Zeitliche segneten. Weil b) ich vor meiner Großstadtzeit aufs Land flüchtete, wo jedes Dorf zu jeder Gelegenheit einen Bazar für irgendeinen Zweck hat und die Emailekatzen dort für 3 Euro zu haben sind. Weil c) 35 Euro für solch Hausfrauenbastelstundenschund auszugeben, nur weil die „Schmuckdesignerin“ ein entsprechendes Diplom dafür erstudierte, ziemlich dämlich ist. Gleich neben den Ohrringen prangte eine Sammlung mit Stickern. Am besten gefiel mir „Dieser Sticker wurde nicht mit Hartz 4 bezahlt“. Wovon die Besitzerin des Ladens lebt, möchte ich lieber nicht fragen. Genauer nachgefragt hat Ivo Bozic bei den Betreiberinnen Co-Founderinnen der Wärmestube für Yuppies, auch Wostel genannt, in der Hobrechtstraße. Sein Co-Working im Selbstversuch liest sich sehr amüsant und bringt klar auf den Punkt, womit und mit wem wir es hier zu tun haben. Die Nischen des Kiezes füllen sich mit Menschen, die auf der Suche sind, wer’s wirklich geschafft hat, wohnt woanders und hat auch sein Geschäft im etablierten Mitte oder Kreuzberg. Was Neukölln abhanden gekommen ist, ist die Entspanntheit und der verspielt-naive Charme der Pionierzeit. Jetzt geht’s darum zu beweisen, schon zu sein, was man mal werden will.

"Fuck off Yuppie" mit Sicherheit extra falsch geschrieben.

 

Der Damensalon lädt zum Chillen.

Wirklich gut im Geschäft sind ein paar Kneipen in der Weserstraße, dem Epizentrum des Trends. Manche mögen es gar nicht sein und verfilmen ihre Beschwerde. So geschehen von den Betreibern des Freien Neuköllns. Bis Samstagabend hielt ich das Machwerk für vollkommen übertrieben. Hatte ich doch über mehrere Jahre einen großen Teil meiner Wochenenden im Reuterkiez verbracht, sollte sich in knapp einem Jahr nächtlicher Abwesenheit meinerseits so viel getan haben? Die Antwortet: Punktuell ja. Wo früher ein-zwei Tische vor der Tür standen, ist der Bürgersteig nun unpassierbar und von feierwütigem Volk besetzt. Generell haben viele neue Bars und Kneipen eröffnet, und einige warten noch auf den Hype oder dass dieser sie bemerkt und mit Gästen befüllt. Meine Lieblingskneipe war auch nachts um zwölf nur zu einem Drittel gefüllt, das kannte ich schon mal anders und jubel ein bisschen darüber, dass sie offensichtlich schon wieder out ist. Das ist das schöne an den Trends und Hypes, sie sind schnell vergänglich.

Leider nicht nur ironisch, sondern auch ernst gemeint ist die Publikumsbeschimpfung des Senders Freies Neukölln Offending the clientele:


Offending the Clientele from Retsina Film on Vimeo.

Nach Sehens des Videos sollte man unbedingt die Erwiderung von KreativKiez samt Kommentaren lesen. Ein lustig zu lesender Rant, der beweist, dass Musikblogger nicht die Schlimmsten sind, wenn es um Daseins-Reflexion, Eierschaukeln und Cock Picking geht. Bedauerlicherweise ist es nicht allein die Grusel-Englisch-Performance, die uns Deutschen erneut Xenophobie bescheinigt. Eine besonders wehrhafte BI am Landwehrkanal auf Kreuzberger Seite beschickt zur Zeit die Massenmedien mit Hilferufen ob der feierwütigen Wilden, die da aus Italien, Spanien, England und Skandinavien bei uns wüten. Manche nennen sie auch einfach nur gehässig Erasmus-Studenten. Nicht nur, dass sie laut sind, sie nehmen uns auch die Wohnungen weg. Merkwürdigerweise beschwert sich niemand, sie nähmen uns die Frauen weg. Wahrscheinlich weil zu viele der Neukölllner Überlebens- und auch sonst so Künstler derweil mit den weiblichen Studentinnen die Betten teilen. Schlimm sind natürlich die Touristen, das ist immer so, zumindest solange man nicht selber irgendwo gerade einer ist. Aber dann wäre man ja auch im Urlaub und somit entspannt oder am Feiern oder beides zusammen.

Blätterte man bis vor kurzem in den großen Zeitungen oder informierte sich anspruchsvoll bei den Öffentlich-Rechtlichen, so wurde einem versichert, Neukölln, das ist Elendsgebiet, Depression, Arbeitslosigkeit, Gewalt. Ein Ort der Verlorenen und Vergessenen. Kurz nach meinem Eintreffen in dieser Welt am Rande Neuköllns, eine Straße von Kreuzberg entfernt, preschte die Zitty vor und rief das neue Trend und Szeneviertel aus bzw. man erklärte die Hobrechtstraße zur Now-Go-Area. Man versicherte den Kreuzbergern, dass es mit dem Mama und dem Raumfahrer nun zwei Kneipen  gäbe, in denen man hip und cool den Abend verbringen könne. Damit es nicht ganz so peinlich würde, ins Armen-und Elendsgebiet Neukölln zu schlendern, wurde das Gebiet in Kreuzkölln umbenannt. Echte Kiezbewohner achten natürlich peinlich genau darauf, niemals niemals Kreuzkölln zu sagen. Nach Berliner Art wird in Kieze unterteilt oder sachlich und politisch korrekt Nord-Neukölln als Ortsangabe verwendet. X-Kölln wurde plötzlich die Befreiung für viele, die es sich nicht mehr leisten konnten, in Kreuzberg, Mitte oder Prenzlauer Berg zu wohnen. Kein Naserümpfen mehr, sondern Stolz darauf, Trendsetter zu sein und irgendwie anders eben, nicht so etabliert. Mit viel Elan wurde Schönes und Neues geschafffen und der Kiez aufgewertet. Ganz im Ernst, dass ich mich um zu einer meiner Lieblingskneipen zu gelangen, nicht mehr durch Grüppchen von Freiern und Zuhältern zerschlagener Nutten schlängeln muss, die nachts an der Ecke Kottbusser Damm/Weserstraße auf Kundschaft warten – die Änderungen haben auch sehr viel Gutes. Interessant ist auch, wer im Moment am lautesten „Gentrifikation“ schreit. Es sind eben nicht die klassischen Vertreter der Unterschicht. Es sind die aus der Mittelschicht gefallenen Kinder des Bürgertums. Es sind diejenigen, die feststellen mussten, das gute Ausbildung nichts mehr wert ist, das viele Arbeitsstellen vernichtet wurden und nun ersetzt werden durch Praktikantenstellen oder noch schlimmer: Maßnahmen des Jobcenters. Seit der Agenda 2010 wurden vielen kulturellen und sozialen Einrichtungen die liquiden Mittel radikal gestrichen, stattdessen werden Kontingente und qualifizierte Maßnahmen-Teilnehmern und 1,50-Euro-Jobber zur Verfügung gestellt. Im Klartext heißt das, die Menschen arbeiten weiter auf den Stellen, die sie früher auf dem ersten Arbeitsmarkt besetzt hätten, nur sie werden nicht mehr dafür bezahlt. Neukölln war Rückzugsort und Oase für ebenjene, die lieber sterben würden, als sich öffentlich zu bekennen.

So wandern wir nun zu guter Ende raus aus Neukölln hin zur #GR11, ausgerufen vom Spreeblick, falls es klappt zumindest, sei versichert, die Deutsche Revolution wurde vom Alpha-Blog gestartet. Bisher haben vor allem die Piraten den Hashtag geentert und demonstriert wird unter Vermischtes für Weltfrieden, für echte Demokratie, gegen Atomkraft und diverse andere Sachen. Für echte soziale Markwirtschaft zu demonstrieren, wäre vielleicht keine so schlechte Idee gewesen.

Böse gesagt: Vom Aussterben bedrohte Bewohnerinnen. Paste-ups von Karl Addison

Vor der Änderung steht allerdings erstmal die (Selbst-)Erkenntnis, dann das Bekenntnis und somit solide und glaubhafte Argumente. Die Hose runterlassen, das will aber niemand. Man kennt nur jemanden, der betroffen ist und achja als der Nachbar zwangsgeräumt wurde, das war auch traurig. Alkoholiker er. Irgendwie kommt mir jetzt der Stern Artikel vom 6. Juni 1971 in den Sinn Wir haben abgetrieben!. Ich glaube, es fänden sich heute mehr Akademikerinnen, die öffentlich bekennen würden, sie hätten abgetrieben, als Akademiker, die öffentlich gestehen würden „Ich bin Hartz 4-Bezieher“. Es ist einfach leichter laut zu schimpfen: Die Yuppies, die da jetzt ne Designerbude aufgemacht haben, die leben doch von Mami und Papi. Böse Gentrifikation, trägst Katzenohrringe aus Emaille und doofe Buttons, schlürfst Bionade und verstellst den Bürgersteig mit Tischen und Bänken. „Gentrify This“ gibt’s jetzt für Touris als Postkarte zu kaufen…. Ich trink aus Protest nur noch Club Mate. Was? Das ist genauso schlimm!? Egal – wir sind uns auch noch nicht so sicher, wo genau wir stehen, auf der Seite der Verdränger oder der Verdrängten.

Wir sind Helden - Wir haben uns ein Denkmal gebaut ;-)

Indifferente Grüße von

DifferentStars

PS: Nette Hipstamatic Effekte bekommt ihr ganz ohne iPhone mit folgender Freeware hin:

Photoscape – Probiert einfach den Agfa und CrossProcess Filter + die Vignette

Gimp + Filter von elsamuko – Mein Favorit  ist der Photochrom Filter

PPS: Der Hipstamatic-Effekt war urspünglich rein als Metapher gedacht, gefällt mir jedoch so gut, dass ich künftig mehr damit zaubern werde.

PPPS: Hipster bleibt mein Lieblingsschimpfwort.

Spielplätze sind auch für doofe Yuppies, Streetart sowieso. Paste-up von Alias

Na denn mal Prost! Ein Spaziergang durch die Weserstraße in Neukölln.

"Warum" Human Bein von Dave the Chimp

Das obige Foto ist vor einigen Wochen entstanden und für mich eines der eindringlichsten Werke, die mir so auf den Straßen Berlins begegneten. Eben die Reduktion auf die Frage aller Fragen. „Warum“ – Generationen von Dreijährigen haben schon Eltern und Umwelt damit in den Wahnsinn getrieben. Jede noch so ausgetüfftelte Antwort birgt in sich die tiefergründende Erwiderung „Warum“. Frech gekontert entkommt man nur mit Darum – oder wie Mein lieber Prost mit spöttischem Gelächter und Schulterzucken. Hier hilft wohl kaum Mediation dachte sich Josef aka Streetyoga und versuchts mit Meditation einem grinsenden Buddha gleich. Drei neue Street-People, ließ er mich durch Flickr wissen, bevölkern die Welt. Zwei davon hab ich ausgemacht. Natürlich in der Weserstraße, der Freiluft-Galerie der Street Artists an sich. Seitdem auch die Hipster nicht mehr X-Kölln sagen, sondern stolz in Nord-Neukölln wohnen, oder dem Reuterkiez, seit Neukölln viel trendier ist als das spießig-bürgerliche Kreuzberg, will niemand mehr auf der Kreuzung der Welten wohnen. Apropos – Wohungen werden knapp und teuer hier, noch schlimmer scheint’s den Bewohnern der Häuserwände zu gehen. So wird manche WG gegründet, nicht immer aus Liebe und Freundschaft und so manches Bild wird übertüncht oder -trumpft. Als ich die neue 3er-Wg von Dave the Chimp, Mein lieber Prost und Street-People live und in Farbe vor mir sah, war ich mir nicht so sicher, ob mir die neue Dreifaltigkeit so gefällt.

Mein lieber Prost mit Lopsided Foe

Mein lieber ProstBe Honest To Yourself

Mein lieber Prost – Der Plakatierer

Mein lieber Prost war nicht als Einziger fleißig in den vergangenen Tagen, auch Alias hat neue Wandtapeten an die Mauern gezaubert.

Alias

Alias mit Onytwo

Lopsided Foe gesellt sich nicht nur gerne in Streetart-WGs, sondern ist hier als Mensch solo unterwegs:

Lopsided Foe – Mensch

 

Lopsided Foe – Kind mit Steinschleuder

 

Allerdings ist’s zu Dritt am schönsten, vorallem beim Genuß verbotener Vergnügen 😀

Dave the Chimp, Loopsided Foe und Street-People – Der Kiffer

Besonders reizend, weil echte Mädchenkunst, fand ich ich diese Gemälde von Nineta.

Nineta – Culture

Hier noch eine Kachel, von wem weiß ich (noch) nicht Kartoffeltierchen (Danke Josef für die Info).

Und weil Lie In the Sound ein Musikblog ist, gibt’s auch noch Musik: Das Radio mit Zuneigung.

Ich hab während des Verfassen dieses Artikel Mobys destroyed gehört, mache der Lieder passen verstörend schön zu Alias düsteren Werken. Wonach die Weserstraße insgesamt so klingt, hab ich noch nicht rausgefunden. Der Bilderrausch tönt bisweil in einer Farben und Message schreienden Kakophonie, deren Soundtrack noch ausgetüftelt werden muss.  Will man jedes Werk mit an- oder auch unangemessener Aufmerksamkeit bedenken, so dürfte ein Spaziergang durch die einstiger Geheimtipp, nun Party-Szene- und Kneipenmeile betitelte Straße, wohl einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Wir sind ein Stündchen unterwegs gewesen und in diesem Beitrag gibt’s nur die Funde des gestrigen Ausflugs,  mehr Bilder gab’s schon und folgen noch.

DifferentStars

Der Street Art schönste Wandtapete

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, daher heute viele Fotos und wenig Buchstaben. Eine kleine Ausbeute unserer Spaziergänge durch Neukölln. Viel Spaß damit!

Harlekin

von Moione

Hiermit wird es wieder gut werden und nichts wird übrig bleiben.

(von Unbekannt)

Maskenmann

von Irgh

??? von ???

??? von ???

Hund

von Chula
+ Vater und Sohn von Dave the Chimp

Sigmar RIP

von Chula

Fisch und Taucher

von ???

Astronaut

von Astro Naut

Racoon-Cat

von Loaf

Revolverheld?

von ???

Add Me Please

von ???

Día de los Muertos

von ???

Birds in Petrol

von ???

Karl Addison

„Found in Neukölln“

Sing Blackbird

Sing Bird – Urban Art In Neukölln, Berlin

Sing Bird – Urban Art In Neukölln, Berlin from karl addison on Vimeo.

Longear

Fursnake

Velociraptors 1

Velociraptors 2

Velociraptors 3

Itiuses

Baby Fatso

Mohawk

Snaptoad

Mousurd

SAP (Stick-a-Thing)

Paste me up you little house

SuperBlobbbsta

Tapir

von ???

DifferentStars

Hier (k)leben Street-People Teil 3

Teil 3 unserer Street-People-Reihe führt heute ins schöne idyllische Rixdorf, der Heimat von Josef aka Street-Yoga, der die kleinen Gesellen geschaffen hat. Der Weg dorthin mutete mehr als surreal an. Bei schönstem Sonnenschein erstrahlte der 1. Mai nicht nur in vollem Glanze, sondern versprühte den rohen Charme der drohenden Krawalle. Ortsfremde Polizeiwägen samt Besatzung säumten den Weg, der uns über die Karl-Marx-Straße ins Bilderbuchreiseziel mit kleinstädtischer Heilewelt-Atmosphäre führte. In den Seitengassen schlenderten Grüppchen schwarzgewandeter Touris auf dem Weg zum „rockisten“ Open-Air-Event des Jahres – Wacken kann ja schließlich jeder. Mit Anarcho-Sternen geschmückt Steine werfen nur die Härtesten. Selten so ein krasses Kontrast-Program in dieser ewig janusköpfigen Hauptstadt erlebt. Wenden wir nun den Blick wieder auf die schönen Dinge, denn genau darum ging es Josef, als er die ersten Street-Yogis, Brüder der Streetpeople erschaffen hat. Mehr über das erste Projekt erfahrt ihr im  Interview auf dem TAZ-Street Art-Blog. Auch wenn der werte Herr niemandem verrät, wo sich sein Freilicht-Pinnboard versteckt, haben wir es doch entdeckt. Dort tummelt sich allerlei. Viele der Collagen sind leider schon sehr verwittert, dafür erstrahlt Flix‘ Pusteherzenmädchen besonders.

Überwachungskamera von OWYS

mit Street-People „Akrobat“

Street-People – Der Glöckner aus der Hertzbergstraße

Street-People – Good Luck

Das Pinnboard

Street-People mit EMESS – Cut and Go

Street-People mit EMESS – Stiertänzer

Street-People – Der Schelm

Street-People – Der Seiltänzer

Street-People – Ballerina

Street-People mit BSR

Pusteherzenmädchen von Flix

Unter dem Pusteherzenmädchen kleben natürlich, mancher wird es schon auf den ersten Blick gesehen haben, 2 Werke von Dave the Chimp, dazu aber mehr in einem anderen Artikel 😉 Bis dahin könnt ihr in Teil 1 und Teil 2 mehr Street-People sehen. In diesem Mixtape gibt’s Neuköllner Street Art von anderen Künstlern.

Viel Spaß damit!

DifferentStars

Free Mixtape: Indie-Girls rocken und Herren bezirzen

Mein Winterschlaf hat mich die ersten 3 Monate diesen Jahres so ziemlich verschlafen lassen, wie jedoch könnte man schöner aufwachen als mit den Raveonettes? Als extra Bonus gibt’s ein paar Impressionen von Neuköllner Wänden. Keine Angst, Lie In The Sound wird nicht zum Urban Art Blog mutieren, nur vieles hier ist einfach zu schön und interessant um ignoriert zu werden.

EXISTENCIL

The Joy Formidable – Whirring

Free Mp3: Download auf Stereogum

Mädchen von X0000X

Dum Dum Girls – He Gets Me High

 

The Raveonettes – Forget That You’re Young


 
Free Mp3: Download auf Paste Magazine

Buhfrau von ???

Tea Cozies – Dead Man’s Sister

via Coast is Clear Mp3: Download Tea Cozies «Dead Man’s sister» (via Soundcloud, also mit der linken Maustaste klicken)

Betty and the Werewolves – Should I go to Glasgow?

via Coast is Clear Free Mp3: Betty and the Werewolves – Should I go to Glasgow?

Pusteherzenmädchen (Flix) + Human Bein (Dave the Chimp) + Korkmenschen

Papercuts – Do You Really Wanna Know

Free Mp3: Download auf betterProgaganda

Onykat von Onytwo

 

The Radio Dept. – Freddie and the Trojan Horse

The Radio Dept. – Freddie and the Trojan Horse by Labrador Records
 
Mp3: The Radio Dept. – Freddie and the Trojan Horse

Broken Window

 

Low – Try to sleep

Mp3 und Stream:

Mehr kostenlose Low Mp3s gibt’s auf der Subpop Labelseite.

Broken Window

Viel Spaß damit!

DifferentStars

PS: Fotos sind alle von mir, wenn ihr eines auf eurem privaten Blog verwenden wollt, werd ich in der Regel gegen Namensnennung und Link zurück auf uns „Ja“ sagen.

Hier (k)leben Street-People Teil 2

Das schöne an Urban Art ist, dass selten etwas für die Ewigkeit in Stein gemeißelt wird. Meist lassen Witterung, Hausmeister, Platzhirsche mit längeren Schwänzen und anderen Widrigkeiten die Werke schnell schwinden. Aber ebenso wie sich die Street-People zu anderen Blickfängen gesellen, prangte schwuppdiwupp plötzlich noch eine Pudelmütze auf seinem Häuptchen und das jetzt bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen, wollen wir hoffen, dass diese ihn auch im Winter noch wärmt. Den Strickliebhaber ohne Kopfbedeckung findet ihr in Teil 1 meiner Street-People-Fotoschau.

 

Besser zu den Temperaturen passt da schon der Surfer, leider diesjährig einbeinig unterwegs.

Street-People mit Unbekannt – Aller Anfang ist schwer (Surfen)

 

 

 

Street-People mit Kartoffeltierchen – Haftpapier macht attraktiv

 

 

Street-People mit Bronco – Die Drohung

Wenn du mich nicht liebst, werde ich es tun!

Peng…

 

 

 

Street-People mit Dave the Chimp – Der Plakatkleber

This poster and it’s placement here made possible by the generosity of Nina Meyer

Mehr über das spannende Maintaining The Balance – Project 3 von Dave the Chimp erfahrt ihr auf seiner Homepage.

 

Street-People mit Dave the Chimp – Der Ausrufer

Und gleich noch eines von Dave the Chimp, diesmal das Maintaining The Balance – Project 2.

This is an advert for my latest print of the same design

 

 

Hier musste ich mehrmals lang gehen um’s zu finden:

Street-People – Zeitreise oder Schneckentempo

Auf der gleichen Brücke gegenüber, leider schon übersprayet… die Party war halt wichtiger…

Street-People mit Unbekannt – Fliegende Kinder

 

 

Zum Abschluß als kleiner Bonus ein Street Yogi:

 

Das wars,… bis ich morgen oder übermorgen den nächsten Street-People sehe und dann noch einen und noch einen…. Teil 2 war schneller da, als ich dachte und sowieso haben wir viele tolle andere Sachen entdeckt, die ich euch auch unbedingt vorstellen möchte.

 

DifferentStars

Hier (k)leben Street-People

Zwischen an die Wand gepupsten Duftmarken und durchstylter Designerkunst findet man an Neuköllner Wänden einen besonders liebenswerten Gesellen, ich nenn ihn immer Neuköllner, auch wenn der offizielle Titel  Street-People, die [pl.] lautet . Wahrscheinlich verlasse ich meinen Kiez einfach zu selten, um ihnen schon woanders begegnet zu sein 😉

Waren die Schlümpfe in meinen Kindertagen meine Lieblings-Comicfiguren, so muss ich sagen, dass auch das Finden (mit vorherigem Suchen) der Street-People einen gewissen Suchtfaktor entfacht. Nach dem mich Josef in der virtuellen Welt so nett mit der Nase drauf gestoßen hatte, musste ich unbedingt mal ans Recherchieren gehen. Jetzt brauch ich wenigstens den Liebsten nicht mehr zum Spazierengehen nötigen, dies wär ja reines Freizeitvergnügen, sondern es gibt einen wichtigen Grund durch die Straßen zu streunern. Josefs Verhältnis zu den Street-People ist wohl ähnlich wie das von Peyo zu den Schlümpfen und in seiner eigenen Galerie tummeln sich allerhand Straßenmenschen.  Neben einfacher Freude am Tun bzw. Sehen und Entdecken, gibt’s natürlich noch eine Metaebene, die mir zum ersten Mal den Slogan der Streetart-Szene erschloss: „Reclaim Your City“. Erobere dir die Stadt zurück. Vollkommen mietfrei bewohnt das Kerlchen die immer chicker werdenden Häuser unseres Bezirks, wider bzw. unabhängig der hier zur Zeit explodierenden Mieten, gerne mit dem Modewort Gentrifizierung beschimpft.

 

Street-People mit Unbekannt – Urban Knitting

Gesehen direkt bei uns um die Ecke in der Fontanestraße, lustiger Weise wurde unser Fotografieren gleich von zwei Passsanten kommentiert, die uns wichtig fragten, ob wir auch schon in den Medien über die Straßenstrickereien gelesen hätten. Gut informierte TAZ-Leser, wie mir scheint. Für uns natürlich ein alter Hut, gaben wir zu verstehen, nicht ohne auf den umso wichtigeren Street-People zu verweisen. Leider wollten die beiden meinen fachkundlichen Ausführungen nicht weiter folgen und zogen von dannen. So ein Pech, jetzt muss ich mich hier auf dem Blog ausleben.

 

Street-People mit Urban Knitting

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Street-People mit Urban Knitting

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Street-People mit Urban Knitting

Mehr zum Thema Urban Knitting – dem einzigen legalen Streetart-Vergnügen findet ihr auf knittaplease.

 

Street-People mit Haftpapier von Kartoffeltierchen

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Mehr Haftpapier findet ihr auf Josefs Street-Yoga-Blog.

 

Street-People mit Human Bein von Dave the Chimp

Die Werke von Dave the Chimp sind insbesondere rund um die Weserstraße im Reuterkiez sehr häufig zu sehen. Der werte Künstler ist nicht nur in Berlin unterwegs und hat in der Szene wohl den klingensten Namen. Gerüchteweise soll auch Bansky sich in unserem Stadtteil verewigt haben, andere wieder schreiben dies seien nur Imitate. Ich mag die Arbeiten von Dave the Chimp sehr und werde ihm in Kürze  eine eigene Fotoschau widmen.

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Mehr Bilder von Dave the Chimp findet ihr beim Street-Yoga und beim TAZ-Streetart-Blog.

 

Street-People mit Unbekannt – Reiterspiel

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Street-People mit Unbekannt – Schildkröten

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Streetpeople mit Karl Addison – Gegenverkehr

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Auch Herr Addison ist im Reuterkiez sehr fleißig. Mehr Bilder findet ihr beim Street-Yoga.

Street-People mit Broken Window – Broken Window


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Diese Version von Broken Window gab’s bei uns schon einmal ohne Street People zu sehen. Das Stencil ziert einige Häuser und Jalousien und gefällt mir als Mädchen natürlich sehr 😉

Streetpeople mit Unbekannt – Gärtner

Leider etwas von der Sonne verstrahlt, diese Blume tauchte bei uns in der Wissmannstraße auf und wurde alsbald vom Gärtner ergänzt. Die schwarzen Asphaltpflanzen sprießen an vielen Häuserwänden in Neukölln und bringen nun ja – nicht gerade Farbe in die Stadt. Etwas unscheinbar die Gewächse, aber den Gärtner bei uns zu sehen, hat mich sehr gefreut.

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Street-People mit Unbekannt – Würfelakrobatik

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Streetpeople mit Unbekannt – Aller Anfang ist schwer (Jonglieren)

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Update: Mehr Street-People findet ihr in Teil 2 meiner Street-People-Fotoserie.

 

So das wars für heute. Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar. Nur Anmerkungen wie „Kamera nicht immer so schief halten“ werden nicht so gerne entgegen genommen. Ich werd‘ natürlich versuchen mehr über die „Unbekannt“ gelabelten Künstler zu erfahren und nach und nach die Infos ergänzen. Solltet ihr eines der Fotos auf eurer privaten Seite verwenden wollen, gebt mir doch per E-Mail Bescheid (siehe Impressum). In der Regel sag ich da gegen Namensnennung und Link nicht Nein.

 

DifferentStars

Zwischen Disneylandisierung und Revolte

Man darf ja jetzt nicht mehr sagen – geschweige denn schreiben: Kreuzkölln, weil dieses böse Wort von den noch böseren Maklern erfunden wurde, nur damit hier alles noch  teurer wird. Hier war vor ner kurzen Weile noch ein paar Schritte weg, auf der anderen Seite des Hermannplatzes, inzwischen wohnen wir so ziemlich drin im X von X-Köllln – oder wie wir jetzt richtig PC sagen: Nord-Neukölln. Ein paar Leute haben dann auch Tse, tse gemacht, als wir mit Kamera die Gegend betrachteten um We say Straßenkunst, auf deutsch nennt sich das jetzt Streetart, fotografierten. Die vom Bildungsbürgertum zum Künstlerprekariat aufgestiegenen Bewohner fühlen sich eh sehr bedroht, es ziehen immer mehr Leute von Mitte und Prenzlauer Berg her – die und wir waren aber schon vor Jahren da und nun tritt uns die Gentrifizierung mit Füßen, von der verdrängenden auf die unangenehme Seite. Cafés mit extra Kinderspielzimmer und veganer Wurstplatte im Angebot eröffnen und haben leider auch den leckerste Kuchen der Stadt, Bio natürlich (Küchenmafia/Hobrechtstrasse). In zuvielen Reiseführern als Geheimtipp gelistet gleicht die Weserstraße inzwischen einer Freiluft-Galerie, die eingepackt und zum Gesammtkunstwerk erklärt gehört. Oder – natürlich nicht, das spannende ist doch der Wandel, oder? So ein klein bisschen fühlt man sich schon wie in der Alternativ-Szene-Welt von Disneyland oder um es mit den Worten von SomeVapourTrails zu sagen: Du musst jetzt nicht alle 2 Meter für 10 Minuten stehenbleiben, nur weil da wieder so irgendwas an der Wand steht, klebt oder gesprüht ist. Was ist noch Anarchie, was schon kommerzielles Kalkül? Manche der Künstler, die hier ihre Werke hinterlassen, könnten nicht nur in ner chicen Art Gallery in New York hängen, sondern tun es schon. Es gehört schlicht zum guten Ton sein Farbtönchen im X von Neukölln zu hinterlassen. Ich find’s unkritisch toll, dank genesender Kniee und neuem Fotoapparat wird’s hier in Zukunft mehr Streetart auf dem Blog geben. Der Liebste sieht’s mit gemischten Gefühlen, dauerte unser Kurz-um-die-Ecke gehen doch auch schon früher mindestens 2 Stunden, jetzt kommen zum Netto auch noch das Brutto (aka Warte-Stehen-bleib-Stunden) dazu 😉

Gentrify this…. Nicht ganz klar, gehört der Besitzer des Motorrads zu den Bedrohten, oder hat dieser mit seinem Herzug jüngst zur allgemeinen Mietpreiserhöhung im Kiez beigetragen?

Sozusagen das Tor zur Streetart-Wunderwelt, Reuterst./Ecke Weserstraße, Graffiti von Grafro und Bimer, mehr zu diesen gibt’s auf dem taz-Fotoblog von Caro.

Passend zum Image des Glasscherben-Viertels gibt’s natürlich auch den Einbrecher in Neukölln.

The older the war the younger the soldiers von OWYS (mehr zu diesem findet ihr bei Street-Yoga).

Mein Lieblingsmotiv ist natürlich ein Mädchen-Bild: Broken Window und weil’s so schön ist, gleich noch eine Variante:

Ganz entzückend sieht die unbekannte Schöne auch auf Jalousie aus.

Zweitliebstes Bild, weil mit Elefant… drum auch ingesamt 3 mal in diesem Beitrag (wer findet den Dritten?)

Vielleicht schützt uns Hannibal ja vor den bösen Römern oder ist er am Ende selber einer? Das weiss man hier nie so genau 😉

Am Ende bleibt nur die Flucht….

….mal so oder so:

….UND

….Tschüß!

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