Schlagwort-Archive: Oasis

Der Triumph der Geschichte, das zweite Kapitel – Oasis

(What’s the Story) Morning Glory? verdeutlicht einen Triumph der Geschichte. Als Oasis ihren Zweitling im Oktober 1995 veröffentlichten, wurde das Werk von einigen Musikkritikern geschmäht. Zumindest aber in seiner Strahlkraft hoffnungslos unterschätzt. In der britischen Zeitung The Independent wurde Noel Gallagher gar als diebische Pop-Elster bezeichnet. Im reputablen Melody Maker wurde die Besprechung der Platte mit der Überschrift „Tale Ending?“ eingeleitet und mit den Zeilen „So what’s the story? Lots of moments, but too many quarters of an hour in between. Oasis are fallen, fallen short of the stars. They sound knackered.“ beendet. Doch natürlich klangen Oasis auf dem Album nie und nimmer geschafft oder erschöpft. (What’s the Story) Morning Glory? sollte gar zum Referenzwerk des Britpop geraten. Wo die Musikkritik damals also jämmerlich versagt hat, vermag die historische Einordnung dieser Platte mit der angemessenen Ehrfurcht zu begegnen. Was einst wie ein Strohfeuer wirkte, entpuppt sich in der Rückschau als großes Feuerwerk. Bis heute ist diese Scheibe unter den Top 5 der meistverkauften Alben in Großbritannien. Mit Recht!

Der Triumph der Geschichte, das zweite Kapitel – Oasis weiterlesen

Genie und Rowdytum, das erste Kapitel – Oasis

Es existiert diese Legende, wonach Oasis im Februar 1994 – noch vor Veröffentlichung ihres Debütalbums – eine Fähre nach Amsterdam bestiegen, um dort ein Konzert zu spielen. Während der Überfahrt dürfte es unter der Federführung Liam Gallaghers zu einem ordentlichen Alkoholexzess gekommen sein, was darin gipfelte, dass Liam und der Bassist Paul „Guigsy“ McGuigan wegen einer tätlichen Auseinandersetzung an der Bar noch an Bord eingesperrt und gleich zurück nach Großbritannien verfrachtet wurden. Lediglich Noel Gallagher soll Amsterdam erreicht haben. So zumindest will es die Anekdote, die immerhin auch von der BBC verbreitet wurde. Und tatsächlich versinnbildlicht diese Geschichte das Genie und das Rowdytum, welches Oasis Zeit ihres Wirkens begleitet haben. Diese Band hat Britpop in seiner schillerndsten und zugleich ungestümsten Form dargeboten. Bereits mit ihrem vor zwanzig Jahren erschienenen Erstlingswerk Definitely Maybe wurde der Grundstein für den Mythos Oasis gelegt. Und so sehr sich auch andere Bands um Kultstatus mühten, was Oasis Mitte der Neunziger entfachten, bleibt wohl unerreicht. Wo Pulp und Blur noch zur Fußnote in der Musikgeschichte taugen, gehört die Kapitelüberschrift dieser Zeit letztlich Oasis. Die Gebrüder Gallagher bescherten Großbritannien die deftige Renaissance des Rock. Nach all dem Synthie-Pop und dem durchgestylten New Wave legten Oasis wieder den Grundstein fürs Grobe und Dreckige. Doch wo der amerikanische Grunge etwa noch mit Leidensmiene in die Saiten griff, durchwob Definitely Maybe die Euphorie des Seins. Definitely Maybe und die folgenden Alben der Neunziger waren das triumphale letzte Kapitel europäischer Musikgeschichte, ehe durch Internet und Filesharing das Musikbusiness in seinem Fundament für immer erschüttert wurde. Der Songwriter Noel Gallagher schien von Anfang an von sich sehr überzeugt, betrachtete sich als die einzig existiernde Inkarnation der Beatles. All der Größenwahn war jedoch noch Untertreibung. Noel war das kompositorische Ausnahmetalent, wie es nur eines pro Generation geben kann. Zusammen mit der impulsiven Rampensau Liam hat Noel ein Zeitgefühl geprägt, die Musikhistorie nachhaltig beeinflusst. Definitely Maybe war dabei das erste Kapitel.

Oasis_Photo_credit_Jamie_Fry
Photo Credit: Jamie Fry

Genie und Rowdytum, das erste Kapitel – Oasis weiterlesen

A Fucking Legend – Noel Gallagher’s High Flying Birds

Kurz vor dem Ende der musikalischen Antike, in allerletzter Sekunde vor der Durchdringung unserer Leben durch das Internet und den damit verbundenen Auswirkungen auf Produktion und Rezeption von Musik, vermochte eine begnadete Generation britischer Bands musikalische Mythen in Stein zu meißeln: The Verve, Oasis und Radiohead. Während Richard Ashcrofts Sangeshymnen alles in den Schatten stellten, Radioheads Visionen eine verstörende Zukunft vorweg nahmen, funktionierte das Gesamtpaket Oasis mit Mastermind Noel Gallagher als Prototyp der letzten Rockstars klassischen Zuschnitts. Mehr als eine Dekade später wächst Ashcrofts Werk weiter, ohne dass davon allzu viel Notiz genommen wird, sind Thom Yorke und Konsorten zuletzt zu apathischen Cassandrarufern ohne Deutungshoheit mutiert – und die Gebrüder Gallagher noch längst nicht erwachsen.

Noel Gallagher’s High Flying Birds – AKA … What a Life! from verstaerker on Vimeo.

Der Künstler als ewiges Kind spiegelt all die Zeitgenossen wider, deren Maß der Anstrengung sich bestenfalls durch eine aus zusammengepressten Lippen hervorlugende Zungenspitze erahnen lässt. Oasis haben sich die längste Zeit in Bruderzwistigkeiten verfangen, viel Zeit und Mühen dafür aufgewendet, die Marke Oasis erheblich darüber definiert. Dabei jedoch das großartige Songwriting zu oft in den Hintergrund gerückt. Auf die Trennung folgt nun der Konkurrenzkampf, den Liam Gallagher mit Beady Eye Anfang des Jahres eingeläutet hat. Während Liam weiter auf ein Bandgefüge setzt, werkt Noel Gallagher aller Fesseln frei unter dem Namen Noel Gallagher’s High Flying Birds. Getragen von dem Wissen, dass es sich leichter gegenüber Gott und der Welt blasiert sein lässt, wenn man keinen rüpelhaften, kleinen Bruder an seiner Seite hat. Diese Befreiung durchwirkt das selbstbetitelte Album auch.

Noel Gallagher’s High Flying Birds – If I Had A Gun from verstaerker on Vimeo.

Es mag verwunderlich klingen, aber Noel Gallagher stellt sein bisheriges schöpferisches Tun nicht auf den Kopf, schwört dem Britpop keineswegs ab. Er verleugnet Oasis keine Sekunde lang, weil er ja damit auch an der eigenen Legende kratzen würde. So ist vorliegende Scheibe allenfalls eine – vom Gesang abgesehen – Veränderung in Nuancen. Everybody’s On The Run erobert ausladend orchestriert, streichergetränkt und chorschwanger, mit einer für Gallagher typischen Melodie das Herz des Hörers. Der Einzelkämpfer Noel instrumentiert mit feinerer Klinge, opfert manch Robustheit zugunsten einer Opulenz, freilich ohne dabei die Pferde scheu zu machen. If I Had A Gun.. gerät zu einem der wohlig wärmsten Tracks der Platte, ja sogar des gesamt Schaffens des Meisters. Aber die Uhr kann niemand zurückdrehen, deshalb wird der Hymne (I Wanna Live In A Dream In My) Record Machine 2011 kein Charts-Erfolg beschieden sein. Hätte der Track vor 15 Jahren das Licht der Welt erblickt, wir hätten es heute mit einem durch das Spiel in Arenen geeichten Klassiker zu tun. Doch genau hier liegt der Knackpunkt. Gallagher hält musikalische Trends für Humbug, vertraut der reinen Lehre, die sich neumodischem Schnickschnack verweigert. Das macht sein Songwriting zu einem zeitlosen Relikt, dessen melodisches Donnerwetter meist jedwede Angestaubtheit bannt. Doch überspannt er auch ab und an den Bogen, erinnert Soldier Boys And Jesus Freaks einfach zu stark an einen auf modern getrimmten Song von The Kinks. Wenn sich Gallagher auf sich selbst besinnt, sich im eigenen Fundus bedient, entstehen Höhepunkte wie etwa Stop The Clocks, das mit seinem Gitarrenbombast nach Genialität duftet. Hier wirkt der Künstler in seinem Element, mehr noch als wenn er Beatles auf eine Brass Band aus den Südstaaten treffen lässt. The Death Of You And Me scheint die Sorte von Experiment zu sein, das erst durch diesen Alleingang möglich wurde. Meist jedoch bleibt Gallagher ohne jeden Fehl und Tadel, zieht allen Epigonen überlegen, lässig Tracks wie das famose AKA… Broken Arrow hervor.

Noel Gallagher’s High Flying Birds – The Death Of You And Me from verstaerker on Vimeo.

Gallagher tut gut daran, sich nicht neu erfinden zu wollen. Dies würde ihn angreifbarer machen, am Status der Ikone rütteln. Gleichsam würde eine solche Abkehr Oasis mit all den Begleitgeräuschen zur Jugendsünde deklarieren und den erwachsenen Gallagher mit einer Sinnsuche konfrontieren. Dafür erscheint in seinem Selbstverständnis kaum Platz. Deshalb wird Noel Gallagher’s High Flying Birds zu einem Vehikel, welches die Tradition hochhält, gegebenenfalls verfeinert. Warum auch sollte ein Könner nicht weiter mit der selben Masche am eigenen Nimbus stricken? Wer dem Solodebüt unter diesem Gesichtspunkt lauscht, wird von Noel Gallagher auch alles andere als enttäuscht werden. Eine verdammte Legende darf von der Gegenwart eine Rückbesinnung erwarten, nicht umgekehrt!

Noel Gallagher’s High Flying Birds ist am 14.10.11 auf Sour Mash erschienen.

Links:

Offizielle Homepage

Noel Gallagher auf Facebook

SomeVapourTrails

Pferd ohne Apfel – Beady Eye

Jedes Ende ist auch ein Anfang, irgendwie oder so ähnlich. Mit dem Ende von Oasis wurde nun Beady Eye aus der Taufe gehoben und nicht wenige trauten der neuen Band keinerlei Wunderdinge zu. Doch sollte man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Freilich darf man Skepsis hegen, denn Liam und Noel Gallagher ähneln Laurel und Hardy, ihr rabiater Slapstick funktionierte perfekt im Paket, schwankte zwischen Genialität und Hanebüchernem. In den letzten Jahren überschatteten die Schmähungen das musikalische Wirken, zu Unrecht. Doch könnte dieser Fluch nun zum Segen mutieren. Denn Liam ohne Noel schien wie ein Pferd ohne Apfel. Man glaubte ein Debakel geradezu mit den Händen greifen zu können. Different Gear, Still Speeding gibt den Kassandrarufern unter den Oasis-Fetischisten einen Korb. Beady Eye eifern nicht etwa Oasis nach, die Mannen um Liam Gallagher zitieren lieber die Beatles, Stones, Hollies und etliche andere Kaliber der sechziger Jahre. Und dies derart offensichtlich, dass einem die Fußnoten nur so um die Ohren fliegen. Oasis ist passé. Warum denn auch die Epigonen imitieren, warum nicht gleich die alten Meister aufs Korn nehmen?

Wie jede rückwärts akzentuierte Platte vermag auch Different Gear, Still Speeding keine neuen Impulse zu versprühen. Das Album unterhält jedoch diejenigen, welche keine falschen Ansprüche daran stellen. Natürlich gibt Liam auf The Roller John Lennon. Möglicherweise ist es einfach Instant Karma, auf den Schultern der Giganten zu stehen. Wobei manch unbedarftes jüngeres Gemüt wohl nicht zu unterscheiden vermag, wer Schüler und wer Lehrer. Die Patina wirkt eben nicht zu dick aufgetragen. Beady Eye rocken, direkt und unbeschwert. So als hätte der jüngere der Gallagher-Brüder nicht selbst tonnenweise Musikgeschichte am Buckel. Four Letter Word gehört zu den schnittigsten Nummern der Platte, ein Song der bereits verdammt nah an dem kratzt, was dem Werk zur Krönung fehlt: Ein Smash-Hit nämlich, der auch ein paar Dekaden später noch aus Oldie-Radios grölen wird. Selbiges gilt für Bring The Light, arschknapp am Legendenstatus vorbeischrammend. Spätestens Wigwam, das sich von der Würze der Kürze verabschiedet, bestätigt nachdrücklich, dass das Songwriting nicht im Tarnen, Kaschieren und Abpausen besteht. Leicht psychedelisch angeschwurbelt, ins Hymnische gedrechselt, mit vielstimmigem Background-Gesang verbrämt erwächst hier ein Geheimtipp, dem eine Handvoll Hördurchläufe gut zu Gesicht stehen. Die Ballade The Morning Son marschiert letztlich dem Licht entgegen, kippt in den Gestus der Erhabenheit, versinnbildlicht eine Aufbruchsstimmung zu neuen Ufern.

Über 13 Titel hinweg pflügen Beady Eye einen schon lange bestellten Acker. Holpern damit nur zweimal aus der Spur. Beatles And Stones atmet naiven Größenwahn, das eigentlich gefällige For Anyone grenzt an Selbstverleugnung. Der Rest ist ein selbstbewusstes Back to the roots, wobei sich die Herren Gallagher, Archer, Bell und Sharrock gerade so benehmen, als hätte der Britpop der Neunziger nicht existiert. Dieser Charme des Neuanfangs mit Scheuklappen trägt Different Gear, Still Speeding. Ob sich damit dauerhaft reüssieren lässt, wage ich mit Fragezeichen zu versehen. Im positiven Sinne ewig gestrige Musikfans werden das Album allemal zu schätzen wissen. Der Bruch mit Oasis ist vollzogen, derart anständig, dass dies auch ein altersweiser Noel irgendwann einmal mit Wohlwollen registrieren wird.

Different Gear, Still Speeding ist am 25.02.11 auf Beady Eye Records erschienen.

Konzerttermine:

14.03.11 Köln – E-Werk
30.05.11 Hamburg – Großen Freiheit 36

Link:

Offizielle Homepage

SomeVapourTrails

brian-molkos-meinung-zum-internet

placebo

Meine Antwort lautet leider: Keine Ahnung, was Brian so vom Internet hält…. sollte ich mit dem Glück gesegnet sein und ihn interviewen, werd‘ ich ihm erstmal unverhohlen Sex anbieten und ihn hinterher dann danach fragen. Insbesondere, ob er mich nicht auf Facebook und Myspace adden möchte. Freunde bleiben sozusagen für immer und für den schnellen Online-Quickie gäb’s da ja auch noch Skype 😉

Wie ich jetzt darauf komme? Irgendwer hat bei Google danach gesucht und ist dann auf unseren Blog gestoßen. Peter gibt auf seinen Schallgrenzen gerade Einblick in seine schönsten und obskursten Suchmaschinen Treffer.

Bei uns wird zur Zeit am häufigsten nach Coldplay und Robbie Williams gesucht. Generell war unser Blogumzug erstmal Gift, kamen wir unter der alten URL an die 300 Treffer pro Tag via Google, müssen wir uns jetzt mühsam wieder zur Suchmaschinen-Wahrnehmung hoch dienen.

Also schreib ich doch heute mal die NME Schlagzeilen von morgen und die haben es in sich:

Gwyneth Paltrow gibt die Trennung von Chris Martin bekannt (via Twitter). Die schöne Schauspielerin liebt jetzt Robbie Williams (erste Fotos auf Flickr). Liam Gallagher tröstet Robbie-Exfreundin Ayda Field (macht der immer mit dessen abgelegten Weibern, diesmal weiht er sie ein in den Mile High Club, Video auf YouTube wird jedoch als virale Kampagne von Air Berlin enttarnt).

Noel wittert Morgenluft und erinnert sich eines grandiosen Moments der Musikgeschichte:

Und der wahre Kracher des Jahres 2010 wird diese Sensation:

Statt Take That Reunion – Robbie wird Sänger von Oasis

Gemeinsam mit Gwyneth zieht Robbie nach London in die ehemalige Villa von Mrs. Madonna Louise Veronica Ciccone. Liam dreht darauf gemeinsam mit Guy Richie vollkommen wütend ab und in London: Fight Club 2. Der Film wird von allen möglichen offiziellen Stellen verboten und zum am häufigsten gedownloadeten Film aller Zeiten. Trend Reznor verfasst daraufhin ein weiteres beleidigtes Pamphlet, dass jedoch niemand mehr verlinkt, twittert oder gar liest. Daraufhin startet er die Selbsthilfe-Gruppe Ich bin ein Star – Holt mich hier raus und zieht sich ins Dschungel-Camp zurück….

So weit so spekulativ… der absoluten Wahrheit jedoch entspricht:

Die ersten Leute suchen und finden hier schon wieder Weihnachtssongs… vielleicht sollten wir ihnen schon mal verraten, dass es auch in diesem Jahr wieder einen klingenden Adventskalender geben wird. Diesmal mit ein paar extra für uns produzierten Leckerbissen. Seitdem der Lebkuchen in den Supermarktregalen mahnt, haben wir schon die ein und andere Email versandt und eine kleine Auswahl erlesener Indie-Pop und Singer-Songwriter-Mp3s erhalten… dazu einige vielversprechende Versprechungen 😉

Wer also zum Weihnachtsfest lieber Indie-Pop, Indie-Rock, Shoegaze (braucht kein Indie davor, ist es per se), Twee, Folk, Singer-Songwriter und sowieso alles was gut ist, aber eben nicht Oh Tannenbaum oder Leise rieselt der Schnee hört, wird von uns vom 1. bis 24. Dezember jeden Tag mit einem kostenlosen Download überrascht werden.

Bis dahin lohnt sich das Durchstöbern unserer gratis  Mp3-Sammlung.

DifferentStars


Breaking News: Oasis-Reunion

Nach qualvoll langer Zeit der Trennung kommt es nun doch zu einer Versöhnung der britischen Ausnahmerüpel. Liam und Noel Gallagher wollen nun wieder gemeinsam auftreten und mit Oasis an alte Erfolge anknüpfen. Dass Noel in die offenen Arme seines Bruders zurückkehrt, freut vor allem meine Co-Bloggerin DifferentStars. Wenngleich er für sie zwar wie ein Schluck Wasser in der Kurve aussieht, sind seine Meriten als Songwriter für sie jedoch unbestritten. Der erste Auftritt der wiederformierten Band geriet sofort zu einer Demonstration alter Stärke und unterstreicht, warum man die legendären Gallagher-Brüder für ihre rohe, wahnsinnige, großkotzige, pubertäre, raufsüchtige, charismatische, geniale Art einfach mögen muss.

44256675_2c9b3ecc59
Foto: Will Fresch (http://www.flickr.com/people/freschwill/)

Es gibt eben doch gewisse Konstanten, auf welche man sich noch verlassen kann: Klimawandel, Herpes und Oasis. Alle nicht unterzukriegen. Doch hier nun das erste Video der versöhnten Kampfhähne:

SomeVapourTrails

Noels Ente, die grün mag – oder doch ernst gemeint?

Es gibt Dinge und Meldungen, die sind so eine Gratwanderung, da ist es schwer zu sagen, ob ernsthaft Realsatire oder ernsthaft so gemeint oder nur satirisch anmutend.

Der  neueste Streich: Dem Noel seine eigene Modelinie Pretty Green. Ist dies der viel diskutierte Mehrwert – dieses – Musik kauft niemand mehr, also müssen die Musiker etwas anderes verkaufen und ihre Musik als Werbeträger nutzen? Nein – sagt Noel, er mache es nicht aus Geldgründen, es gäbe einfach keine gute Mode für Männer, die müsse er schon selbst erfinden…

„Clothes and music are my passion. I’m not here to rip anyone off and I’m not doing it for the money either. I’m doing it cuz there’s a lack of stuff out there of the things I would wear“
Liam Gallagher 2009

Hm, der Rabauke als stylisches Männer-Model-Designer-Mode-Philosoph… Irgendwie kurios und fast zu… um wahr zu sein. Die Gallagher Brüder inszenieren sich gerne als Wahnsinnige und leben gut davon… Zuzutrauen ist ihnen alles. Vielleicht hüpft uns bald via Youtube ein Ätsch, war nur Verarsche entgegen… oder aber…

Hier mal das Präsentationsvideo, erinnert ein wenig an Zoolander:

Dem nicht genug. Fans dürfen via eigens gestarteter Pretty Green Community Fragen stellen, die der gute Liam prompt via Youtube beantwortet. Z.B. diese:

Frage: Welcher der  Beatles war am coolesten angezogen Antwort: George Harrison

Damit auch genug Journalisten drüber berichten, wird noch schnell der schlechte Modestil anderer Bands gedissed. Fertig ist die Kampagne.

Fänd‘ ja toll, wenn auf der ersten Modenschau Joaquin Phoenix rapped 😀

Link: Pretty Green

DifferentStars

Die Jugend von heute sind immer noch wir

Traurig aber wahr – irgendwie schon! Oder wiederum vielleicht nicht – halt ne Zeiterscheinung. Hat schon seinen Grund, dass sich niemand traute die neuen Alben von Travis, The Verve oder Oasis als gereift zu beschreiben…eher wütender und rockiger…das ist zumindest mein Eindruck…und ein guter Grund diese in meinem CD Regal wissen zu wollen.

Gehöre ich doch zu den Thirtysomethings – der Generation, die es verpaßt hat, zur irgenwie coolen Grunge Generation X zu gehören…zu spät dran auch um sich als Generation Golf vom Wohlstand korrumpieren zu lassen und allgemein …dann eher mit den Twentysomethings irgendwie der Generation Praktikum angehört oder der Generation „Vielfalt an Jobs im Lebenslauf“. Symptomatisch: Die Sehnsucht aller endlich da anzukommen, wo sie wirklich hingehören – ständig gehetzt von der Panik das „noch Bessere“ verpassen zu können.

Vielleicht rührt ja mein merkwürdiger Konversatismus die Comebacks des Jahres fast mehr zu huldigen als die Newcomer auch daher…so zu sagen meine Antihaltung im Kampf mit dem Zeitgeist.
Portisheads „Third“ ist für mich dann auch eines der Alben 2008.

Kurze Momente des Grauens und Selbsterwachens gibts natürlich schon…nichts ist schlimmer als Berufsjugendliche – ein Schreckensgespenst dem ich nie gleichen wollte.

Als ich mich dann jüngst dabei ertappte, wie ich Amy McDonald’s Youth Of Today mitsang, wurde mir schon ein wenig komisch. Immerhin bin ich so etwa ein Jahrzehnt älter.

Amy McDonald – Youth Of Today

Tröstlicherweise bin ich dann aber auch wiederum- oder andersrum – einige Jahre jünger, als die oben schon erwähnten Travis, The Verve und Oasis. Werd mir vorsichtshalber das Album von Amy nicht kaufen – obwohl ichs eigentlich ganz gut finde 😉 …und mich lieber an die Wiederkehrer halten.

Zurück zu The Verve: „Bitter Sweet Symphony“ ist und wird auch immer ein Meilenstein der Musikgeschichte bleiben – wenn auch unumstritten geklaut – haben die Herren Jungs von The Verve mit ihrer einmaligen Interpretation das Original weit in den Schatten gestellt. (mehr dazu auf Wikipedia)

Viele Blogger maulten dann sehr, als The Mover vorab den Boten fürs Album gab. „Wo ist nur diese Gänsehaut schaffende Melancholie hin“ – war so das Credo. Ganz im Ernst: Ich mag The Mover . Ebenso wie:

The Verve – Love Is Noise

Anstatt sich immer nur leid zu tun und traurige Musik zu hören ist ein bißchen mehr Rock und Wut ganz angebracht dieser Tage.

Britpop is dead – lang lebe der Britrock…

Travis – Something Anything

Oasis – The Shock Of The Lightning

DifferentStars