Konzerttipp + Verlosung: Orenda Fink (15.01.2015 im Privatclub/Berlin)

Dieser Tage beehrt Orenda Fink deutschsprachige Gefilde. Der Name der US-Singer-Songwriterin mag vielleicht nicht jedermann ein Begriff sein, als – wörtlich zu nehmen – bessere Hälfte von Azure Ray hat sie in der Vergangenheit jedoch einige starke Platten veröffentlicht – und auch ihr 2014 erschienenes Solowerk Blue Dream bot traumleichten Dream-Pop mit hell schimmerndem Gesang. Es forscht behutsam nach dem Göttlichen, bietet eine sehr ehrliche und aufrichtige Sinnsuche, gleitet nie in Esoterik-Klimbim oder in religiösen Eifer ab. Ich habe bei meiner Besprechung der Platte selbige als „ein Gedanken und Empfindungen nachhängendes, wohltuend erwachsenes Dream-Pop-Album“ gelobt. Wer Fink bislang nur durch ihr Wirken bei Azure Ray kennt, sollte Blue Dream auf alle Fälle eine Chance geben. Und vielleicht auch bei einem ihrer anstehenden Konzerte vorbeischauen.

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Die Antwort auf viele Fragen – Orenda Fink

Traumdeutung und Tarot sind Dinge, deren Faszination mich nicht eben um den Schlaf bringt. Wenn nun eine von mir geschätzte Singer-Songwriterin ihre Träume zu sich sprechen lässt und sie zum Anlass einer spirituellen Reise nimmt, dann könnte man natürlich einen handfesten Esoterik-Trip dahinter vermuten. Eine Suche nach dem Sinn des Lebens wird zwar gesellschaftlich akzeptiert, dieser Tage jedoch vor allem wenn man dabei nicht allzu sehr in religiöse Gefilde abgleitet. Und so geraten viele Sinnsuchen zu einer Betonung trivialer Weisheiten, die den Wert von Liebe und Familie, die Notwendigkeit zur Entschleunigung und bewussten Wahrnehmung, die strukturierte Schönheit und Größe der Natur beschwören. Wenn man sich doch dazu hinreißen lässt, einen Gott zu suchen, vielleicht sogar die eigene Seele nach einem göttlichen Funken abzuklopfen, läuft die Chose oft Gefahr, mit Spott überhäuft zu werden. Die US-Amerikanierin Orenda Fink, als Teil des Duo Azure Ray Musikfreunden in aller Welt ein Begriff, durchforstet auf ihrem neuen Soloalbum Blue Dream Träume, forscht behutsam nach dem Göttlichen. All das zeitigt ein Gedanken und Empfindungen nachhängendes, wohltuend erwachsenes Dream-Pop-Album.

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Release Gestöber 56 (Orenda Fink, King Creosote, Phoria, Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp)

Es ist Fußball-WM. In dieser Zeit relativiert sich sogar der Stellenwert von Musik im Leben eines sonst von Enthusiasmus durchdrungenen Musikfans. Darum sei heute ganz kurz und bündig auf kommende und bereits erschienene Alben hingewiesen.

Orenda Fink

Zugegeben, der Name Orenda Fink mag vielleicht nicht bei jedem gestandenen Indie-Fan ein sofortiges bejahendes Kopfnicken verursachen. Als bessere Hälfte des Duos Azure Ray hat sie es seit 2001 allerdings in die viele, viele Plattensammlungen geschafft. Speziell ihre Soloalben sowie anderweitige Kooperationen (O+S) haben sie auch zu einer meiner Lieblingssängerinnen werden lassen. Aus diesem Grund freut es mich sehr, dass Ende August mit Blue Dream endlich ein neues Werk dieser nachdenklich-betörenden Stimme erscheinen wird. Dem ersten musikalischen Vorboten Ace of Cups nach zu schließen, klingt das neue Album doch verdächtig nach dicht instrumentierem Dream-Pop. Und damit doch anders als die folkige, verhuschte Vorgängerplatte Ask the Night, die ich 2010 derart eingeschätzt habe: „Ein auf Simplizität und Unverfälschtheit fixiertes Werk, das in den sehr zahlreichen entzückenden Momenten im zartbesaiteten Hörer einiges schwingen lässt.“. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt, was die verehrte Frau Fink dieses Mal ausgeheckt hat. Sie wird mich nicht enttäuschen, davon bin ich überzeugt. (Ace of Cups ist via Soundcloud als kostenloser Download verfügbar.)

bluedream

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Sensiblen Geistern ins Stammbuch geschrieben – Orenda Fink

Da soll noch einer sagen, dass wir in einem globalen Dorf leben. Fast 8 Monate nach der Veröffentlichung in den USA spendiert man Orenda Fink und ihrem Album Ask The Night auch einen offiziellen Release in Deutschland. Denn ohne hiesigen Vertriebspartner mag man zwar im fernen Nebraska eifrig die Werbetrommel rühren, die Maschinerie in Deutschland muss noch immer vor Ort angeleiert werden. Nun da sich also das US-Label Saddle Creek im Vertrieb von Cargo Records befindet, werden die Perlen der Plattenfirma hierzulande hoffentlich noch mehr Beachtung finden. Saddle Creek wurde einst von Conor Oberst mitbegründet, vielleicht seine bislang wichtigste Tat, musikalisch halte ich ihn ja für restlos überbewertet, aber das sei an anderer Stelle einmal näher ausgeführt.

Zurück zu Orenda Fink, an deren Können ich mich bereits seit Jahren ergötze. Ob als bessere Hälfte von Azure Ray, auf ihrem Debüt Invisible Ones oder im Verbund mit Cedric LeMoyne als atemberaubende O+S. Dabei schätze ich Finks Stimme nicht übermäßig speziell ein, aber sie weiß sie wirkungsvoll einzusetzen. Gepaart mit gutem bis erstaunlich gediegenem Songwriting ergibt dies eine durch Understatement charakterisierte Musik, die oft erst durch näheres Hinhören an Fassbarkeit gewinnt. Die folkig-sanfte  Stimmung auf Ask The Night unterscheidet sich von dem allzu um Exotik buhlenden Erstling – punktet mit sachter Zärtlichkeit. Ihre Lyrics sind ein Offenbarungseid an Schlichtheit, hier werden keine kunstfertigen Reime in die Welt gesetzt, doch eröffnet eben jene Textlichkeit just dadurch einen unmittelbaren Zugang zu nie unvertrauten Gefühlen. Ob High Ground oder das von einem erhabenen Grundgedanken der Unvergänglichkeit hinterlassener Spuren getragene The Garden, die gesamte Platte gerät wie aus einem Guss. Ein auf Simplizität und Unverfälschtheit fixiertes Werk, das in den sehr zahlreichen entzückenden Momenten im zartbesaiteten Hörer einiges schwingen lässt. Das schwermütige Why Is The Night Sad zählt ebenso zu diesen Augenblicken wie das zu fragmentarische The Moon Knows. Der intime Rahmen, in den Songs wie That Certain-Something Spring eine Traurigkeit spannen, gewährt Ask The Night eine dichte Atmosphäre, der man sich voll und ganz ergeben mag. Das Bild, welches die geschätzte Dame in The Mural besingt und in das sie sich für immer hineinzuversetzen wünscht, exakt diese Flucht in ein musikalisches Gemälde scheint ihr mit der Platte durchaus gelungen.

Orenda Fink – High Ground from Saddle Creek on Vimeo.

Ich gestehe gerne, dass ich das komplette Album ausgesprochen anmutig finde. Und will doch nicht verhehlen, dass das beste Lied, welches Orenda Fink vergangenes Jahr veröffentlicht hat, dennoch von O+S stammt und sich We Do What We Want To nennt. An der vor allem sensiblen Geistern ins Stammbuch geschriebenen Qualität von Ask The Night besteht freilich nicht der geringste Zweifel!

Links:

Offizielle Webseite

Kostenloser Download von That Certain-Something Spring

Gratis-Download des Tracks We Do What We Want To von O+S

SomeVapourTrails

Free Mp3: Orenda Fink – That Certain-Something Spring

Als Hansdämpfin in allen Gassen ist die werte US-Songwriterin Orenda Fink wohl mittlerweile eine fixe Größe im Indie-Bereich. Sie war und ist mittlerweile die – so meine ich – bessere Hälfte des Duos Azure Ray und auch in zahlreiche Nebenprojekte – Stichwort: O+S – verstrickt. Auch im Alleingang wälzte sich Fink bereits in feinen Klängen. Und so darf man auch von ihrem dieser Tage in den Staaten veröffentlichten, zweiten Album Ask The Night eine gehobenen Ansprüchen gerecht werdende Schönheit erwarten. Erste Eindrücke erlauben die Diagnose, dass sich die Dame von geschmeidigen, poppigen Arrangements verabschiedet hat und einer reduziert-akkustischen, folkigen Mentalität huldigt. Dass sie die Qualitäten mitbringt, die es braucht, um ohne Brimborium zu bestehen, alles zu schultern und sich nicht hinter jeder Menge Instrumente zu verkrümeln, ist unbestreitbar. Langweilig könnte dies dennoch klingen – tut es aber nicht. Wie zum Beweis ist der Song That Certain-Something Spring ist nun als Stream und kostenloser Download im Paste Magazin verfügbar.

AskTheNight

Ask The Night ist am 06. Oktober in den Staaten erschienen.

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