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Mehr ist eben oft weniger – Philipp Poisel

Ich schätze Philipp Poisel, weil er den struppigen, sensiblen Poeten gibt und dabei nicht vor lauter Gefühlsbetonung in kitschbefüllten Fettnäpfchen ersäuft. Von den jungen Liedermachern deutscher Zunge wirkt er besonders ungeschminkt, frei von den Pickeln der Trivialität. Poisel kokettiert nie mit dem Bild vom Teenagerschwarm,  rettet nicht die Welt, ist sich seiner textlichen Fertigkeiten bewusst, dient sich nicht an. Er wirkt sehr bescheiden, stets ein wenig linkisch, nie aalglatt oder übertrieben ernsthaft. Aus besagten Gründen geriet das Album Bis nach Toulouse 2010 zu einem mit deutschen Liedtexten versöhnenden Lichtblick. Denn zwischen spleenigem Indie-Rock, Herzschmerz-Pop und eitlem Ikonentum bleibt meist nur wenig Platz für unaufgeregte Klänge. Poisel ist ein Guter, so meine Überzeugung. Und dennoch will mich sein neues Livealbum Projekt Seerosenteich kaum vom Hocker hauen. Ich wackle ab und an, aber falle nicht.

Photo Credit: Christoph Koestlin

Meine Ansprüche an Konzertmitschnitte sind nicht sehr exaltiert. Eine Atmosphäre wird auch über das definiert, was zwischen den Songs passiert. Werden Zwischenmoderationen und Ansagen völlig ausgeblendet, fehlt viel. Dann muss die Darbietung ohne Fehl und Tadel funktionieren, die Chemie zwischen den auf der Bühne stehenden Musikern eine besondere Dynamik entfalten. Nur so kann ein Mehrwert zu vielleicht sterilen Studioaufnahmen entstehen. Auch alternative wie originelle Herangehensweisen an manch Lied dürfen eine Konzertplatte veredeln. All dies vermag das Projekt Seerosenteich über weite Strecken nicht einzulösen. Doch wo liegt der Schwarze Peter? Ich finde keine wirkliche Erklärung. Es fehlt mir wohl die förmlich greifbare Magie, wenn ein ganzer Saal dem Sänger an den Lippen hängt. Gerne attestiere ich Poisel, dass er über Sinn und Ziel der Platte lang und breit gegrübelt hat, allein die Intention schwappt nicht rüber. Möglicherweise wollte Poisel seine Begeisterung über stimmungsvolle Auftritte mit dem Hörer teilen. Ein hehres Ansinnen, das man nicht mit kommerziellen Interessen verwechseln sollte. Doch sobald ich die Schlichtheit des auf Bis nach Toulouse ebenfalls live aufgenommenen Ich will nur mit der Seerosenteich-Version vergleiche, wird der Mangel offensichtlich. Wo sich erstere hauptsächlich auf Piano und Gesang beschränkt, intim bleibt, blähen nun Streicher das Lied auf. Wird alles ein bisschen bombastischer gestaltet, da darf auch der Chor nicht fehlen. Mehr ist allerdings eben oft weniger. Auch Bis nach Toulouse erschallt gedehnt, das im Original ohnehin mit rockigen Passagen gespickte Zünde alle Feuer wird noch weiter aufgepeppt, elendslang instumental aufgeplustert. Das darf man live gerne machen, aber die Vorzüge dieses Liedermacher unterstreicht solch Tun eigentlich nicht.

Darum wundert es mich auch nicht, dass gerade die als Bonus auf der Deluxe-Edition befindlichen Video-Bonusclips von den Proben zur Tour zu den besten Momenten des Unterfangens geraten. Weil Tracks wie Mit jedem deiner Fehler nahezu frei von Firlefanz Poisel scheinen lassen. Sein Gesang brilliert vor allem in balladesker Versunkenheit und diese ist beim Projekt Seerosenteich lediglich manchmal mit Haut und Haar erlebbar. Das Lied Seerosenteich etwa schenkt einen solchen Augenblick, entfaltet die Gänsehaut eines Unplugged-Moments.

Wahrscheinlich urteilt der Purist in mir allzu streng. Möglicherweise fällt meiner Erwartungshaltung der Himmel auf den Kopf, weil sie sich von dieser Konzertplatte einiges versprochen hat. Als mündiger Fan muss ich Philipp Poisel jedoch nicht zum Heiligen hochstilisieren, nicht alles mit begeistertem Applaus versehen. Er kann, was er kann, und das ist viel. Dieses Werk jedoch wird wohl nur eine bisweilen nette Randnotiz in seinem Schaffen werden.

Projekt Seerosenteich ist am 17.08.2010 auf Grönland Records erschienen.

Links:

Offizielle Homepage

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Release Gestöber 29 (Anna Aaron, The Raveonettes, Philipp Poisel, Azure Ray)

Heute mal ohne jegliches Tamtam ein paar ganz, ganz tolle Empfehlungen!

Anna Aaron

Wenn ich einer Sängerin zum ersten Mal lausche und dabei elektrisiert spüre, wie Inspiration auf eine Dynamik trifft, Finesse sich mit einer unverzärtelten Attitüde mischt, dann will ich darauf wetten, dass Anna Aaron mit ihrem Anfang September in Deutschland erscheinenden Album Dogs In Spirit nicht nur meinen Kopf verdrehen wird. Was da aus der Schweiz zu uns dringt, ist ein ausgereiftes Debüt, welches sich aus Kraft und Geheimnissen nährt. Ein Track wie Fire Over The Forbidden Mountain beispielsweise gibt sich janusköpfig, spielt mit Lieblichkeit, scheppert roh, erzeugt kunstvoll Spannung, steuert dem Höhepunkt entgegen. Wer eine Singer-Songwriterin nicht glockenklar oder verhuscht trällern hören will, kommt an dieser angedunkelten Stimme schlichtweg nicht vorbei. Ein solch charismatisches Debüt muss man einfach gehört haben! Weil es Klasse hat, weil es seine Stories gleich guten Krimis erzählt, sich immer ein kleines Rätsel in der Hinterhand bewahrt, damit gebannte Begeisterung erzeugt.

Dogs In Spirit erscheint am 07.09.2012 auf Two Gentlemen.

The Raveonettes

Das dänische Duo The Raveonettes hat sein diesjähriges Meisterstück bereits abgeliefert. Denn wie sonst sollte man die EP Into the Night einschätzen? Diese war so kurz wie knackig, herrlich shoegazig. Ein von Ohrwürmern durchsetztes Juwel, das einem auch den Glauben an das Format EP zurückzugeben vermag. The Raveonettes haben das goldene Händchen für liebliche Melodien, die Art der Darreichung ist von berückender Unschuld. Sie verhallen, verlärmen Tracks,  so als wären ihnen Kitsch und Kommerz unbekannt. Sie polieren nichts glatt, werken nicht für den schönen Schein. Für 07.09.2012 ist nun quasi als Nachschlag das neue Album Observator angekündigt. Die ersten Vorboten der Platte (Observations und She Owns The Streets) vermitteln den Eindruck, dass die beste Phase in der nun schon über eine Dekade währenden Bandgeschichte gerade erst begonnen hat. (Beide Tracks sind als kostenlose Downloads auf betterPropaganda verfügbar.)

Philipp Poisel

Mit die überflüssigsten Platten, die es im Veröffentlichungsdschungel gibt, sind Livealben. Sie versuchen eine Atmosphäre einzufangen, die so flüchtig wie der Augenblick der Aufnahme ist. Das allein erweist sich oft als Ding der Unmöglichkeit, setzt zudem voraus, dass der Künstler überhaupt zur Bühnenmagie befähigt ist. Liveaufnahmen sind für Hardcorefans, für hoffnungslose Fetischisten. Im Falle von Philipp Poisel bin ich zu einer Abkehr von Gewohnheiten bereit, die im August auf erscheinende CD Projekt Seerosenteich werde ich mir sicher zu Gemüte führen. Poisel ist kein Showman, keine Rampensau, seine Ernsthaftigkeit vermengt sich mit der ihm gegebenen Poesie zu fraglos intensiven Momenten. So jedenfalls habe ich ihn einmal bei einem Auftritt erlebt und dadurch schätzen gelernt. Unter diesen Vorzeichen glaube ich tatsächlich an den Sinn eines Livealbums. Wer all die altklugen wie hypersensitiven, weichgespült singenden Bubis aus den deutschen Charts nicht mehr erträgt, muss bei Herrn Poisel hellhörig werden. Seine fragilen, nachdenklichen Texte drücken Worte aus, die andere Musiker erfolglos zu finden trachten.

Projekt Seerosenteich erscheint am 17.08.2012 auf Grönland Records.

Azure Ray

So ganz wurde ich mit den Soloambitionen von Orenda Fink and Maria Taylor in der Vergangenheit nicht warm. Erstere hatte mit Ask The Night (2009) zwar eine ansprechende Platte vorgelegt, doch war ihr Nebenprojekt O+S doch weitaus bemerkenswerter. Die gleichnamige CD kann ich als echten Geheimtipp nur empfehlen. Orenda Fink funktioniert also tatsächlich am besten im Verbund. Maria Taylor wiederum überzeugt mich als Einzelkämpferin kaum. Was Fink und Taylor zusammen als Azure Ray fabrizieren, das hingegen wirkt stimmig. Ohne Einschränkung! Besonders angetan hat es mir der ätherische gehauchte, in elektronische Gefilde abtauchende Track Scattered Like Leaves, der ein Mini-Album namens As Above So Below ankündigt. Großartig, hypnotisch!

As Above So Below erscheint am 07.09.2012 auf Affairs Of The Heart.

Das soll es für heute auch schon gewesen sein. Demnächst mehr!

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Lie In The Sound präsentiert: Die besten Tracks 2010 (Platz 11-25)

Ich hänge irgendwie noch dem vergangenen Jahr nach, viele CDs liegen noch herum, einige Lieder schwirren noch im Ohr. Bevor die Veröffentlichungen des Januar endgültig den Blick auf vergangene Kostbarkeiten zu verstellen trachten, seinen die schönsten Tracks von 2010 nochmals kurz und eindringlich ins Gedächtnis gerückt – in das eigene und in das des Lesers. 2011 mag zwar bereits aus den Startlöchern geschossen sein, aber das Gute des letzten Jahres hat an Güte noch nichts verloren.  Feine Lieder besitzen ohnehin kein Ablaufdatum, darum lohnt die Entdeckung nach wie vor. Sofern vorhanden wurde deshalb eine Hörprobe verlinkt, um den nackten Namen und Titeln eine nachhaltige musikalische Erfahrung einzuverleiben.

11. Betty and the WerewolvesDavid Cassidy

12. Philipp Poisel – All die Jahre

13. Her Name is CallaPour More Oil

14. BlockheadTricky Turtle

15. RPA & The United Nations of SoundAre You Ready?

16. SambassadeurDays

17. Kyrie KristmansonOh, Montmartre

18. Nina KinertDown On Heaven

19. Massive AttackParadise Circus

20. Tired PonyNorthwestern Skies

21. And So I Watch You From AfarSet Guitars to Kill

22. SillyAlles Rot

23. Sun Kil MoonAustralian Winter

24. Get Well SoonWe Are Ghosts

25. The KabeediesJitterbug

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Lie In The Sound präsentiert: 30 Alben, die 2010 bereicherten

Endjahresbestenlisten verkörpern neben dem Geschmack des Erstellers vor allem eine blogpolitische Message: Sie möchten triftige Gründe liefern, warum der Leser auch im kommenden Jahr das eine oder andere Mal dem Blog oder Magazin seine Aufwartung machen soll. Nun kann die Strategie dahinter in der Platzierung bekannter Namen und Alben liegen, welche ins Auge springen und dem Besucher das Gefühl geben, sich auf vertrautem Terrain zu bewegen. Eine andere Verfahrensweise besteht in der Nennung des Obskuren und Außenseiterhaften, was wiederum den Entdeckerdrang des Lesers besonders anregt, zugleich eine Underdog-Romantik bedient. Oder aber der Lister packt die Last der Musikwelt auf seine Schultern, filetiert einen allumfassenden Querschnitt, der sämtliche Genres und Stile berücksichtigt, die nicht ausschließlich von moldawischen Entenzüchterchören betrieben werden. Einfach um seinen Kunden zu suggerieren, dass man musikalisch alles, schlichtweg alles geboten bekommt, was nur irgendwie ein Instrument in den Händen zu halten vermag.

All die aufgezählten Zugänge winken verheißungsvoll. Und würden mir dennoch ein Gähnen entlocken, da der unter die Oberfläche tauchende Leser bereits ohnehin erkannt hat, wie es um die Grundausrichtung des Blogs bestellt ist. Warum also nicht eine Auflistung, welche auch dem, der handverliest, einen Spannungsmoment beschert? Aus besagtem Grunde will ich die 30 Lieblingsalben unseres Blogs, davon wurden ja bereits 10 vor 2 Wochen genannt, nach Provenienz sortieren. Welche Aussagekraft lässt sich aus der Herkunft unserer Favoriten ableiten? Einerseits könnte man ihr Hotspots entnehmen, an den von uns verehrte Musik entsteht. Ein weiterer Zugang würde die Weite unseres Horizont determinieren. Und eine dritte – allgemein gültigere – Betrachtung könnte skizzieren, dass auch in Zeiten des ach so globalen Internets gewisse kulturelle und sprachliche Barrieren dazu führen, dass dem neugierigsten Zeitgenossen – nämlich mir – Musik von ganzen Kontinenten de facto verschlossen bleibt. Doch seien nun ohne längere Umschweife die 30 Platten des Jahres präsentiert:

England

Her Name is CallaThe Quiet Lamb

ScannersSubmarine

RPA & The United Nations of SoundUnited Nations of Sound

Grasscut1 Inch / ½ Mile

BonoboBlack Sands

The Strange Death of Liberal EnglandDrown Your Heart Again

Betty and the WerewolvesTeatime Favorites

Exit CalmExit Calm

Allo Darlin‘Allo Darlin‘

Wales

Tom JonesPraise & Blame

USA

Clem SnideThe Meat of Life

Damien JuradoSaint Bartlett

The PostmarksMemoirs At The End Of The World

Sharon Van EttenEpic


EelsEnd Times

BlockheadThe Music Scene

InterpolBroken Bells

Broken BellsBroken Bells

Island

Pascal PinonPascal Pinon

Schweden

SambassadeurEuropean

Nina KinertRed Leader Dream

JunipFields

Norwegen

Jaga JazzistOne-Armed Bandit

Deutschland

Mardi Gras.bbVon Humboldt Picnic

Get Well SoonVexations

Philipp PoiselBis nach Toulouse

HundredsHundreds

Österreich

Francis International AirportIn The Woods

Kanada

Thee Silver Mt. Zion Memorial OrchestraKollaps Tradixionales

Mali

Ali Farka Touré & Toumani DiabatéAli and Toumani

Welche Blöße gibt sich diese Liste? Außer dem bereits erwähnten Umstand, dass sie ganze Kontinente zu weißen Flecken erklärt, Asien, Australien und Südamerika mangels Angeboten negiert. Weiters enthüllt sie, dass nur eine Handvoll Alben nicht die englische Sprache als Mittel des Ausdrucks wählen. Als zusätzliche Information sei erwähnt, dass uns 11 der 30 Platten aktiv von Promotoren angepriesen wurden, während wir bei 19 selbst schon lange mit dem Fernrohr Ausschau haltend harrten oder Breschen durch den Veröffentlichungsdschungel schlugen, um sie zu entdecken. Von den 30 Interpreten waren 13 darunter, von denen wir zum ersten Male ein Platte erlauschten, 8 davon können sich ihres Albumdebüts rühmen. Die Bandbreite der vertretenen Stile reicht von Post-Rock über Twee, Indie-Rock, Downtempo und ähnlichen elektronischen Spielereien hin zu Pop, Folk und gar World Music.

Natürlich kann man nicht jedes 2010 publizierte Werk in Augenschein nehmen. So lebt die Auflistung auch von schmerzhaften Auslassungen. Die aktuelle Scheibe der Manic Street Preachers fehlt ebenso wie Gisbert zu Knyphausens jüngster Release. Auch Sun Kil Moon blieb noch ungehört oder sogar Fran Healys  Alleingang. Daher bedeutet eine etwaige Absenz keinesfalls, dass wir ein Album verdammen. Xiu Xiu fabrizierte einen der besten Track des Jahres und glänzt doch durch Abwesenheit, ähnliches gilt für Johnny Cashs posthume Auferstehung. Vielen davon wird bei unserer Reihung der besten Songs Gerechtigkeit widerfahren. Für heute jedoch gilt, mögen unsere Lieblinge des Jahres beim Leser auf fruchtbaren Boden fallen.

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Die Limited-Deluxe-Extended-Verarsche

Ehe meine Finger nun über die Tastatur scharwenzeln, habe ich mir eine Tüte geschnappt und all die unschön-herben Schimpfwörter, die mir zu diesem Thema so in den Sinn fallen, hineingewispert. Hernach hab ich sie zugebunden, auf dass nun ja keine unfeinen Ausdrücke entfleuchen, sich in diesen Beitrag einschmuggeln. Eigentlich könnte mein eloquenter Ärger jeden Bierkutscher vor Scham erblassen lassen. Derart gereizt überpinselt Zornesröte meine sonst gepflegte Blässe. Freilich geben Philosophierereien über das Album als Gesamtkunstwerk, bei dem einzelne Lieder als Mosaiksteinchen fungieren, ein clever durchkomponiertes Ganzes ausformen, keinen besonderen Anlass, um wutschnaubend die Nüstern zu blähen. Und doch ist die praktische Ausformung sehr wohl kritikwürdig.

Zugegeben, ich gehöre zu den Zeitgenossen, welche ein Album bis zur letzten Sekunde fokussiert hören, sich über hervorragende Lieder hinweghanteln, erst nach den gesammelten Eindrücken eine Entscheidung treffen, ob sich lediglich das Herauspicken der funkelnsten Stückchen lohnt oder eben dies eine Entstellung des Gesamtkunstwerks nach sich zieht. So wie ich mir einen Film in der vollen Länge angucke, auch nicht einzelne Seiten aus einem Buch herausgreife, so ehre ich auch die Intention des Musikers, der sich – sofern er die Entscheidungsgewalt besitzt – wohl etwas dabei gedacht hat, weshalb die Platte 6 oder 16 Stücke umfasst. Diese Grundsätzliche vorausgeschickt will ich mich jetzt empören.

Was ich so überhaupt nicht leiden mag, sind Limited– oder Deluxe-Versionen. Solch Aufblähungen sind generell bedenklich, meist mit dem gefüllt, was nach dem Reinemachen im Studio von der Putzfrau übersehen wurde, Bänder mit Demos, Akustik-Varianten oder holzhammerhändisch erstellte Remixe oder vor mir sowieso für die Tonne erachtete Radio Edits. Wer zusätzlichen Firlefanz liebt, dem steht der Kauf trotzdem frei. Anders präsentiert sich die Sache hingegen, wenn unveröffentlichte Bonus-Lieder ins Spiel kommen. In manch Ausnahmefällen kann das zu zusätzlichen Wonnen führen, den Gesamteindruck in ungeahnte Höhen kämmen.

Das Streben nach schnödem Mammon mag mitunter mammutgroße Miseren markieren. Und zwar dann, wenn man mit dem Limited-Deluxe-Extended-Scheiß einen fetten Reibach machen will, den Fans ordentlich in den Geldbeutel zu greifen trachtet. Darf der Konsument zwischen normaler oder aufgemotzter CD wählen, wirkt die Welt der Anhängerschaft rosarot. Problematischer erscheint da schon die Veröffentlichung eines Albums, dem dann wenige Monate später wie aus heiterem Himmel eine gutgespickte Luxus-Version folgt. Das hat ein ordentliches Geschmäckle. Derartiges Vorgehen lässt sich nur schwerlich mit langmütiger Contenance goutieren. Wenn am 26.11. Philipp Poisels sagenhaftes Bis nach Toulouse als Limited Version erscheint, beinhaltet dies neben einer DVD mit Live- und Unplugged-Aufnahmen sowie zwei vernachlässigbaren Radio-Edits auch die Cover-Stücke Schwarz zu Blau und Hannes Waders Heute hier, morgen dort. Während die gelungen Interpretation der Fox’schen Liebeserklärung an Berlin noch als kostenlose Mp3 auf Poisels Homepage Poisels ihr Dasein fristet, ist zweiteres Lied bloß als Live-Video zB hier verfügbar. Da möchte ich der Plattenfirma Grönland Records kräftig die Leviten lesen. Diesen hochwertigen Bonus hätte man zum regulären Veröffentlichungstermin bereitstellen und somit dem Käufer die Option bieten sollen. Verdammt nochmal!

Beispiel Nummer 2 wurde wohl auch von der Promo-Abteilung eines großen Labels ersonnen und  sogleich mit einem Schlückchen Prosecco begangen. Das letzte Album A Curious Thing der geschätzten Amy Macdonald wird ebenso am 26.11. als „Special Orchestral Edition“ neu aufgelegt. CD 1 repräsentiert das reguläre Album, der zweite Silberling bietet ein Werksschau im symphonischen Gewand. Nun bin ich kein Freund von solch orchestralen Sperenzchen, aber das ist auch nicht der Punkt. Warum schleudert man es nicht als eigenständige Konzert-CD fauf den Markt? Für zugegeben mit fragwürdigem Geschmack ausgestattete Liebhaber. Wer Macdonald im Klassik-Sound noch entzückend findet, hat das ohnehin gutes A Curious Thing bereits in die Plattensammlung aufgenommen. Auch hier sei der Major Universal gerügt.

Gibt es sie also noch, Plattenfirmen mit Herz für die Fans und dem Wissen um schmale Geldbeutel? Ein Gegenexempel habe im parat. Mardi Gras.bb bescherten im Frühjahr mit Von Humboldt Picnic eine Scheibe erster Güte, die ich fraglos zu den besten des Jahres zähle. Am 12.11. kam nun eine Extended Version des Albums in den Handel, die Von Humboldt Picnic/Editio Terra Incognita. Das pffiffige Label Hazelwood hat den Käufern der zuvor veröffentlichten Scheibe ein mehr als ungewöhnliches Angebot unterbreitet. Wer Hazelwood ein Foto mit dem Originalalbum zuschickt, bekommt gegen die Erstattung der Versandkosten die Unlimited Edition zugeschickt. Freilich mag das der Plattenfirma keine üppigen Einnahmen bescheren, aber durch solch einmalige PR-Aktionen gewinnt man treue Fans. Details dazu erfährt man dort.

Was lernen wir daraus? Außer dem Umstand, dass man sich in zwei der genannten Fälle dem Eindruck der Bauernfängerei nicht völlig verschließen kann. Und dem Fakt, dass Nachhaltigkeit zur Kundenbindung beiträgt. Zunächst stellt sich die Frage, wie man das Album als Gesamtkunstwerk wieder verstärkt im Bewusstsein der Plattenkäufer verankern will, ein Ziel, das wohl jedes Label verfolgt, wenn zugleich der Inhalt des Albums gegen Aufpreis oftmals beliebig erweiterbar scheint. Zweitens wundert man sich über mit dem Zaunpfahl winkende Marketingabteilungen. Die Offensichtlichkeit, mit der Enthusiasten ein zweites Exemplar einer annähernd gleichen CD aufzuschwatzen versucht wird, sollte als Geringschätzung des Kunden betrachtet werden. Darum kann die Devise nur lauten, Verlockungen auch mal zu widerstehen, wenn Geldgier allzu ruchbar mieft. Einer nicht eben kleinen Plattenfirma kann die Reputation mittlerweile egal sein, um den Ruf ist ohnehin nicht gut bestellt. Den betroffenen Musiker hingegen, den sollte solch Schindluder zutiefst erzürnen. Ein glücklicher Hörer ist dieser Tage nur der, welcher wahrem Indie die Treue schwört. Dort wird Seriosität noch richtig buchstabiert!

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Grönemeyerst du noch oder poiselst du schon? – Philipp Poisel

Wer den Minnesänger gibt, sich ein unverkrampftes, mit scheuem Augenaufschlag vorgetragenes Begehren bewahrt, dabei in letzter Konsequenz nicht zum Strick greift und Liebe als Pein begreift, der hat es in deutschen Landen schwer. Seit den Leiden des jungen Werthers verlangt Anspruchsdünkel nach depressiv-existentiellem Scheitern in Herzensangelegenheiten, vornehmlich gepaart mit einem nebülos deformierten Sprachstil, dem das Proletariat nur mit einem Wörterbuch zu Leibe zu rücken vermag. Wer Sehnsucht in Einfachheit kleidet, sie ohne ironische Brechung darbringt, ist unerschütterlicher Kuschelbarde – damit verdächtig.

Einleitend beschriebene Haltung wird zweifelsohne zu gewetzten Messer führen, wenn Philipp Poisel am 27.08. sein neues Album Bis nach Toulouse in die Welt hinausstreut. Man wird sich darüber mokieren, dass Poisels Liebeserklärungen eine fast schon aufreizende Reinheit des Herzens bedingen, seine Texte poetische Bilder mit einer unverbrüchlichen Einfachheit von Sprache verknüpfen, die den Stallgeruch der Trivialität atmet, so gar keine Doppelbödigkeit anbietet. Noch dazu fehlen politische Botschaften oder Anflüge sozialer Abbildungen, soviel Biedermeier will man nicht tolerieren. Soll nun ja niemand den Begriff Liedermacher in den Mund nehmen! Was man jedem vor Durchschnittlichkeit strotzenden amerikanischen Singer-Songwriter durchgehen lässt, gilt jedoch nicht länger als Kavaliersdelikt, wenn es in der Muttersprache passiert. Insofern werden die fachkundigen Rezensenten Herrn Poisel entweder ob des nuscheligen Gesangs zerpflücken oder milde den Kopf durchwuscheln und von einem netten Versuch sprechen.

Foto Credit: Lina Scheynius

Ich jedoch mag mir den Luxus leisten, meinen Gemütshaushalt mit Musik zu füttern, die sich den Blick jugendlicher Unschuld bewahrt, neben Ängsten auch eine Hoffnung und Hingabe äußert, die noch nicht im Mörser des Alltags zu Desillusionierung und Zynismus zermalmt wurde. Eben so schmettert Philipp Poisel wie ein farbenvoller Ling durch eine sonst mitunter triste Wirklichkeit, sorgt für einen Emotionskolorit, welcher den Grauschleier von der eigenen Seele pinselt.  Dies Unterfangen gelingt dem werten Sänger mit Bis nach Toulouse von A bis Z. Darum will ich die Güte seiner Lieder nun im Detail ausbreiten.

Foto Credit: Lina Scheynius

Wie soll ein Mensch das ertragen: Poisels lyrisches Ego wünscht sich, einer Angebeten, welche er alle Tage sieht, seine Liebe darlegen zu können. Stilistisch erinnern Zeilen wie “ Stell dich vor meine Mitte, leg dich in jede Figur, werf dich in jeden meiner Schritte, ich tanz für dich, wohin du willst.“ durchaus an Herbert Grönemeyer. Nun muss man kein Schelm sein, um zu vermerken, dass das Album sicher nicht zufällig bei Grönemeyers Grönland Records erscheint. Der Track gerät zum ersten Highlight der Platte.

Für keine Kohle dieser Welt: Der Barde lässt mich kopfkratzend zurück. So eingängig der Refrain sich auch präsentiert und wie sehr sich der Sound im Verlauf auch entfaltet, von der zugegeben herrlichen, anfänglichen Textlastigkeit („Ich öffne meine Arme, damit der Wind mich trägt, bis die Meeresflut mich zurück ans Ufer legt.“) abrückt, bleibt mir die Aussage ein kleines Mysterium. Soll man seine Freiheit nie und nimmer unterjochen lassen? Ich muss aber auch nicht alles verstehen, der Titel gefällt dennoch überaus.

Im Garten von Gettys: Der werte Sänger packt die Badehose ein und beschreibt ein Urlaubsidyll. Tintenfische werden gefangen und an einer festlichen Tafel verzehrt. Paradiesische Zustände auf einer Insel samt einer Französin, die den mit Sand in den Schuhen lustwandelnden Jungen verzaubert. Ein Wohlfühllied der Marke Poisel.

Froh dabei zu sein: Das Leben erscheint als Geschenk, konstatiert der in Zufriedenheit schwelgende Sänger, welcher mit seiner wegdriftenden Jugend auch die Angst vor dem Tod aufziehen sieht. Und sich dennoch nicht die Freude am Leben nehmen lassen will. Dazu noch ein knackiger Rhythmus und fertig ist das einzig schwächere Lied auf vorliegender Scheibe.

Bis nach Toulouse: Wenn sich Provence auf Contenance reimt, der Held in französische Gefilde flieht und dabei jedoch seine Liebste vermisst, dann will man ihn wahlweise auf dieser Spritztour begleiten oder der Dame die Leviten lesen, warum sie ihm nicht auf der Stelle nachreist. Von der Stimmung wird man auf alle Fälle mitgerissen. Ein Glanzstück.

Zünde alle Feuer: „Plauder auf mich ein.“ wird hier wiederholt gefordert. Als alter Grönemeyerianer kommt mir solch Ansinnen selbstverständlich bekannt vor. Poisel zündet tatsächlich den Turbo, legt eine flotte Nummer aufs Parkett. Ob die vehementen Liebesbekundungen und eindringlichen Bitten die Herzensdame überzeugen? Wäre ich weiblich, zehn Lenze jünger, dann würde ich angesichts solcher Worte selbst einen Quasimodo erhören.

All die Jahre: Aufgemerkt! Reminiszenzen an die Verflossene, alle Dämme der Tränendrüse brechen. „Doch heut nacht hab ich von dir geträumt und alle meine Liebe hat sich wieder aufgebäumt.“ gesteht der Sänger. Da will ich ihn ob solch gekonnter Reimschmiederei umarmen und Daumen drücken für ein Happy End. Ohne Zweifel bestens mit einem Taschentuch in der Hand zu erlauschen.

Markt und Fluss: Poisel wandelt nicht immer auf Freiersfüßen oder durch Postkartenoasen. Er flaniert auch streicherunterstützt durch eine grüblerische Szenerie, die ihm in ihrer Vertrautheit eine Orientierungslosigkeit vermittelt. Ein schwer fassbares Lied, von dem es ruhig noch ein weiteres auf das Album hätte geben dürfen.

Zwischen innen und außen: Der Liedermacher gibt wieder den hin und her gerissenen Freigeist, der nach einem Mittelweg sucht. Freiheit – ja, Beziehung – ja, nun soll noch alles unter einen Hut. Mich würde es nicht besonders verwundern, wenn sich besonders dieser Titel als das Mitsinglied auf Konzerten entpuppt. Nach dem zweiten Durchlauf hat sich selbst der größte Legastheniker den Text eingeprägt.

Liebe meines Lebens: Ich beneide ihn, ob seiner Fähigkeit selbst da, wo man Hab und Gut darauf verwetten möchte, dass Philipp Poisel auch gleich ins Fettnäpfchen der schwülstigen Schmalzigkeit tritt, dieses grazil umdribbelt. Da kann man ihn zum Mesut Özil der Liedermacher küren. Der Track offenbart eine derartige Zuversicht, dass man sich jenem ewiglichen Liebesversprechen anschließen möchte.

Hab keine Angst: Ein Lied für Frauenversteher, salopp formuliert. Folglich muss ich in diesen Titel noch mehrfach hineinhören, um ihn zu begreifen. Traurigen Single-Frauen wird er wohl viel Trost anbieten.

Ich will nur: Poisel mit Piano, in Live-Atmosphäre. Grönemeyer, ich hör dir abermals trapsen! Tja, ich räume gerne ein, dass mich das Lied absolut berührt. Die eingangs von mir beschworene Schlichheit des Poiselschen Vortrags kulminiert in einem vollendeteten Abschluss. Ich halte mich für Romantiker genug, um bei Sätzen wie „Ich will nur, dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb, und dass es am Ende auch keine Andere gibt, die mich so vollendet, die mich so bewegt.“ eifersüchtig zu werden, weil ich sie weder so ersinnen noch darbieten könnte. Wundervoll.

Grönemeyerst du noch oder poiselst du schon, bin ich nach dem Ende der Platte zu fragen versucht. Bis nach Toulouse unterstreicht die Qualität der Bewegtheit, die Philipp Poisel zu rühren im Stande ist. Solch einen Troubadour mögen verkopfte Rezensenten mit Wonne durch das Feuilleton jagen, Gefühlsmenschen wird er viel, sehr viel Freude bescheren. Was für ein gelungenes Werk!

Bis nach Toulouse erscheint am 27.08.2010 Grönland Records. Wer nicht solange warten möchte, kann auf iTunes jeweils freitags bereits einen neuen Track vorab erwerben. Auch mit einen kostenlosen Cover von Schwarz zu blau, welches nicht auf der Scheibe zu finden ist, kann man sich die Zeit vertreiben.

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Free Mp3: Philipp Poisel covert Peter Fox

Foto Credit: Lina Scheynius

Aber hallo! Was sehen meine Augen, was hören die Ohren… Philipp Poisel verkürzt uns die Wartezeit auf sein neues Album Bis nach Toulouse, das am 27.08. auf Grönland Records erscheint, indem er einfach mal so eine kostenlose Coverversion eines anderen Könners serviert. Peter Fox hat mit Schwarz zu Blau ja den Stadtaffen gemimt und Kreuzberg seine geheime, gossenpoetische Hymne geschenkt.  Bei aller Hochachtung vor Phillip Poisel, aber seinem doch milchbübischen Aussehen nach hätte ich ihm eigentlich nicht zugetraut, diese kraftvollen Lyrics in ein passendes Gewand zu stecken. Da habe ich mich getäuscht. Doch hört selbst diesen Track an, der dem Original um nichts nachsteht.

Hier geht es zum kostenlosen Download. Viel Vergnügen!

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Schmettert wie ein Ling durch Momente von Schönheit und Traurigkeit – Philipp Poisel

Die sommerliche Hitze und ein hartnäckiges Rückenleiden halten mich momentan ja ein wenig vom Bloggen ab. Aber an und an sticht mir doch etwas ins Auge, was sich zu propagieren lohnt. Eine langatmigere Auseinandersetzung mit Platten verschiebe ich auf nächste Woche – oder auf eine Zeit, wenn kühlere, schmerzfreiere Tage durchs Land wehen.

Foto Credit: Lina Scheynius

Was allerdings den Sommer erträglicher macht, das ist reine Vorfreude: Auf angenehmere Temperaturen, auf jede Menge musikalische Leckerbissen, die die saisonale Saure-Gurken-Zeit beenden. Natürlich haben mich auch im Juni und Juli ein paar Alben erdbeermündern geküsst und diese Geschmackserlebnisse werde ich demnächst hier noch kredenzen. Für heute freilich sei eine Platte erwähnt, nach der ich mir schon sämtliche Finger ablecke. Sie nennt sich Bis nach Toulouse, stammt von Philipp Poisel und wird am 27.08. die Plattenläden beehren. Sein Debüt Wo fängt dein Himmel an? habe ich leider erst mit einiger Verspätung wahrgenommen – und war einigermaßen irritiert, dass ich diesen guten Liedermacher tatsächlich übersehen konnte.

Was aber zeichnet Herrn Poisel aus? Als Mann des Wortes schätze ich Textlichkeit, die Emotionen anrührt, in denen man sich verheddern kann, ohne dabei in eine herzschmerzige Kitschfalle zu tappen. Bei Poisel ist Liebe keine Kleinigkeit, aber auch nichts, was Zustände desperater Verkopfung auslösen muss. Er schildert sie in einer unmittelbar berührenden Schlichtheit – streut eine wohldosierte Poesie dazu. Wer in den Lieder keine Sextanten und Kompasse benötigt, um zur Liebsten zu finden, und den Kopf im Schoß betten will und dabei an die Geborgenheit der Taube in ihrem Schlag erinnert wird, der erzeugt eine Wärme im Hörer. Man wähnt sich froh, Gefühle reproduziert zu finden, in die man leicht schlüpfen mag, ohne sich den Verrenkungen von Pathos oder überbrodelnder Leidenschaftlichkeit zu unterziehen. Die Liebe, welche ich, Frau Meyer oder Herr Müller so erfahren, gerät nie zum Märchen, sie schmettert wie ein Ling durch den Alltag, flattert durch Momente der Schönheit und Traurigkeit. Und diese fängt Philipp Poisel so wunderbar ein, dass man sie immer und immer wieder erlauschen mag.

Bis nach Toulouse wird den Reiz und das Können Poisels weiter definieren, das sagt mir meine Vorahnung. Manchmal ist das Warten fast schon so befriedigend wie der Augenblick, in dem man mit zittrigen Händen ein feines Stück Musik in den CD-Player schiebt. Und so warte ich… gerne und gespannt.

Tracklisting:

1. Wie soll ein Mensch das ertragen
2. Für keine Kohle dieser Welt
3. Im Garten von Gettis
4. Froh dabei zu sein
5. Bis nach Toulouse
6. Zünde alle Feuer
7. All die Jahre
8. Markt und Fluss
9. Zwischen innen und außen
10. Liebe meines Lebens
11. Hab keine Angst
12. Ich will nur (live)

Bis nach Toulouse erscheint am 27.08.2010 Grönland Records.

Konzerttermine:

17.07.10 Ferropolis – Melt Festival
24.07.10 Stuttgart – Heimspiel Fanta 4 (Cannstatter Wasen)
28.07.10 Luzern (CH) – Blue Balls Festival

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