Verklärtheit und Hauruckgloria – Phoria

Vor ein paar Wochen schon habe ich auf die im englischen Brighton beheimatete Formation Phoria hingewiesen, den NME zitiert, welcher den Sound als “breathtaking blend of whisper-like vocals and euphoric electronics” gelobt hat. Nun wurde dieser Tage die EP Display veröffentlicht. Und das erscheint mir Grund genug, den Namen Phoria nochmals mit einem dicken Ausrufezeichen zu versehen.

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Denn diesem seligen, andächtigen, weichgezeichneten, fast schmusigen Murmeln und Raunen steht ein filigraner, angenehm zerhäckselter Sound gegenüber, der schon mal in hymnischer Trance vergeht. Eine soulig verbrämte, meditative Unauffälligkeit plustert sich bei manchen Tracks zu triumphierender Ekstase auf. Solch Electronica erlaubt sich Pop-Einsprengsel, die glitzern und glänzen. Es sind wohldurchdachte Höhepunkte, sie gleichen imposanten Bergrücken, welche über einer sonst ruhigen, von sanftem Flirren schraffierten Soundlandschaft schweben. Aus dieser schlaftrunkenen, von Tautropfen benetzten Unwirklichkeit tritt eine freundliche Unruhe, ein Kriechen und Krabbeln, ein Perlen und Schimmern hervor, ehe dann hohe Synthiewände ins Blickfeld wabern.  Weiterlesen

Release Gestöber 56 (Orenda Fink, King Creosote, Phoria, Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp)

Es ist Fußball-WM. In dieser Zeit relativiert sich sogar der Stellenwert von Musik im Leben eines sonst von Enthusiasmus durchdrungenen Musikfans. Darum sei heute ganz kurz und bündig auf kommende und bereits erschienene Alben hingewiesen.

Orenda Fink

Zugegeben, der Name Orenda Fink mag vielleicht nicht bei jedem gestandenen Indie-Fan ein sofortiges bejahendes Kopfnicken verursachen. Als bessere Hälfte des Duos Azure Ray hat sie es seit 2001 allerdings in die viele, viele Plattensammlungen geschafft. Speziell ihre Soloalben sowie anderweitige Kooperationen (O+S) haben sie auch zu einer meiner Lieblingssängerinnen werden lassen. Aus diesem Grund freut es mich sehr, dass Ende August mit Blue Dream endlich ein neues Werk dieser nachdenklich-betörenden Stimme erscheinen wird. Dem ersten musikalischen Vorboten Ace of Cups nach zu schließen, klingt das neue Album doch verdächtig nach dicht instrumentierem Dream-Pop. Und damit doch anders als die folkige, verhuschte Vorgängerplatte Ask the Night, die ich 2010 derart eingeschätzt habe: „Ein auf Simplizität und Unverfälschtheit fixiertes Werk, das in den sehr zahlreichen entzückenden Momenten im zartbesaiteten Hörer einiges schwingen lässt.“. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt, was die verehrte Frau Fink dieses Mal ausgeheckt hat. Sie wird mich nicht enttäuschen, davon bin ich überzeugt. (Ace of Cups ist via Soundcloud als kostenloser Download verfügbar.)

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