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Unsere Lieblingsalben 2014

Wir haben auch 2014 wieder so einiges an Musik gehört und vieles davon auf dem Blog vorgestellt. Hier sind die 20 Platten, die meine Co-Bloggerin und mich in diesem Jahr fasziniert haben. Wir hätten sicher auch mindestens ein Dutzend weitere wunderbare Alben nennen können, der Übersichtlichkeit halber wollen wir es bei 20 Stück belassen. Vielleicht schaffen wir es ja, das eine oder andere Werk dem werten Leser doch noch ans Herz zu legen!

1. Wanda – Amore

amore_wanda

Fazit: Es lässt das Kulturgut Austropop in der Moderne ankommen. Wanda sind so robust wie feinsinnig, so euphorisch wie wehmütig, so schlawineresk wie direkt. Mehr noch, Wanda sind die, die all der Heurigenseligkeit und dem ganzen Walzerflair ein Stückchen Wien abtrotzen, es wieder auf der Landkarte des Pop-Rock verorten. (Review)

VÖ: 17.10.2014 (Problembär Records)

2. Kasabian – 48:13

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Ein Hauch von Boheme – PHOX

Chic ist Schicksal, man kann ihn sich nicht einfach antrainieren. Am Beispiel von Monica Martin, ihres Zeichens Frontfrau der US-Band PHOX, lässt sich diese natürliche Begabung in vollster Pracht bewundern. Martin verfügt über eine Stimme zum Hinknien, die vor Noblesse und Leichtigkeit nur so strotzt. Die Art ihres Gesangs erscheint besonders. Auf PopMatters habe ich eine sehr gelungene Begründung dafür gefunden: „[S]he has a distinctive way of phrasing. She sings each word or phrase as if the words come to her as a pleasant surprise.“ Martins kultivierter Vortrag wirkt wie aus dem Handgelenk geschüttelt, von einer natürlichen, spontanen Eleganz beseelt. Darin liegt fraglos einer der Verzüge der in Wisconsin beheimateten Formation. Doch wäre es zu kurz gegriffen, dass gleichnamige Debüt PHOX auf eine richtiggehend durch die Boxen schleichende Ausstrahlung der Sängerin zu reduzieren. Wie hier Soul, Folk und Pop auf das eine oder andere jazzige Element und manch karibischen Einfluss trifft, ein Hauch von Boheme durch das Songwriting weht, all das wird Feingeistern geradezu auf der Zunge zergehen.

Photo Credit: Pip for Partisan Records

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Release Gestöber 57 (Alvvays, Erasure, PHOX, O)

Alvvays

Für ein wenig lärmigen, genüsslich versponnenen Indie-Pop samt melodischem Lieblichkeitsfaktor steht das aus dem kanadischen Toronto stammende Quintett Alvvays. Der niedliche Esprit ihres gleichnamigen Debüts Alvvays beschert dem Hörer ein Genre-Highlight des Jahres. Die Band um Sängerin Molly Rankin besticht durch einen von warmer Melancholie und gedämpfter Sonnigkeit verklärten Sound, dessen DIY-Flair irgendwo zwischen der Unbeschwertheit kalifornischer Strände und vorwitzigem, britischem Gitarrenpop verortet ist. Die Platte strotzt vor Songs, die Dopamine ausschütten, freilich ohne dabei zombiehaft-selige Dauergrinsen zur Schau zu stellen. Das Album besticht durch eine Jugendlichkeit, der man voller Lob in die Wange kneifen möchte. Als Highlight imponiert etwa das in wunderbarem Lo-Fi angeschrammelte Archie, Marry Me, auch Ones Who Love You lässt das Herz höher springen. Das Zusammenspiel aus Rankins juvenilem Fühlen und der wie durch einen nostalgischen Schleier hervorquillenden Gitarre Alec O’Hanleys macht den Zauber des Werks aus. Weitere Glanzlichter eines durch die Bank famosen Erstlings sind Party Police oder auch das shoegazig angehauchte The Agency Group. Alvvays besitzen ein Händchen für Hooklines, für eingängige Refrains, die auch schon mal in Richtung Twee-Punk schielen. Diese Platte hat Pfiff, versprenkelt retroesken Charme, kann sich stets auf einen patenten bis kecken Gesang verlassen. Sogar das in fahle Synthies gehüllte, gemächlich-nachdenkliche Red Planet steht der Platte gut zu Gesicht. Wo manch Band ein Schema F auf Albumlänge auswälzt, wartet der gewitzte Sound von Alvvays mit Ideen quer durch den Gemüsegarten auf. Wer ein lebendig-sommerliches Album mit dem einen oder anderen melancholischen Ornament sucht, wird an diesem Werk nichts, rein gar nichts auszusetzen haben!

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