Schlagwort-Archiv: Review

Ein nie versiegender Austausch – uKanDanZ

Ich muss nochmals auf ein erst vor wenigen Tagen behandeltes Thema zurückkommen. Damals hatte ich mich darüber ausgelassen, dass Europa derzeit sauertöpfisch in die Welt guckt, sich angesichts der Flüchtlingsströme einigeln möchte. Dabei ist eine kulturelle Offenheit kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil. Und wie ein kulturelles Miteinander aussehen kann, zeigt uns heute in musikalischer Form die französisch-äthiopische Band uKanDanZ. Ihr Tun bezeichnet die Formation selbst als Ethiopian Crunch Music. Unter dieser Genre-Einordnung mag man sich nichts vorstellen können, deshalb möchte ich das soeben erschienene Album Awo als temperamentvollen Mix aus groovy Ethno-Sound, jazzigem Jam-Charakter und Prog-Rock-Elementen zusammenfassen. Dem aus Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, stammenden Sänger Asnake Guebreyes gelingt ein feiner gesanglicher Par­force­ritt. Seine Stimme ist es, die den oft irrlichternden, rockigen Sound seiner französischen Bandkollegen dirigiert, mindestens akzentuiert. Awo besticht als sehr unberechenbare, fast sprunghafte Platte, Guebreyes‘ außerordentlicher Vortrag vermag binnen Sekunden von berührendem Erzählen hin zu impulsiver Emotion zu wechseln. Als zusätzliches Merkmal von uKanDanZ fällt die Verwendung eines Tenorsaxophons auf, welches dem von Gitarre, Bass und Drums geprägten Sound die jazzige Note verleiht.

Allen experimentellen Ansätzen zum Trotz ist Awo vor allem ein wegen seiner Dynamik inspirierendes Werk. Wo der Versuch des Crossovers oft ängstlich um Nivellierung seiner Bestandteile bemüht scheint, dadurch meist an Ausdruckskraft einbüßt, wird hier der äthiopische Charakter betont. Auf diese Weise wird die Musik bewusst mit erzählerischer Dringlichkeit und fiebriger Leidenschaft aufgeladen. Wie in vielen afrikanischen Ländern waren auch für Äthiopien die Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts prägend, als westliche Einflüsse (Jazz! Funk!) mit hiesigen Traditionen zu einem kraftvollen Sound verschmolzen. Ein nie versiegender Austausch – uKanDanZ weiterlesen

Ein später Fang – Josefin Öhrn + The Liberation

Als eingefleischter Musikblogger ist man mit Fluch und Segen gleichermaßen konfrontiert, dem absoluten Überfluss nämlich. Eine Sturzflut der Neuerscheinungen ergießt sich Woche für Woche über mich. Im besten Fall erhascht man nur die fetteren Fische, selbst wenn man Netze spannt. Im Spätherbst letzten Jahres ist mir leider ein erstaunliches Album durch die Lappen gegangen. Das hätte allerdings nicht passieren müssen. Der werte Bloggerkollege Nico hatte auf Nicorola zu der Platte gleich mehrere Posts gemacht, Kollege Peter von Coast Is Clear hatte das Album sogar in seine Top 10 des Jahres 2015 aufgenommen, und natürlich hat auch die geschätzte Eva-Maria die Formation jüngst auf ihrem Polarblog vorgestellt. Endgültig darauf gestoßen bin ich jedoch erst zufällig via Spotify. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, weil ich eigentlich die These vertrete, dass irgendwelche Algorithmen in Form dahergelaufener Playlists den Instinkt und die Übersicht eines guten Musikblogs nie und nimmer ersetzen können. Die Geschichte unterstreicht freilich, warum Spotify und Co. so beliebt sind. Weil man auf niederschwellige Art und Weise neue Töne kennenlernt, sich nicht erst auf einen Blog begeben und mit Text auseinandersetzen muss. Auf Streaming-Portalen lässt sich en passant entdecken, Blogs fordern mehr Aufmerksamkeit, geben Deutungen vor. Die Band, die mir nach mehreren Anläufen nun endlich ins Netz gegangen ist, nennt sich übrigens Josefin Öhrn + The Liberation. Das Album, welches ich mit Nachdruck empfehlen möchte, trägt den seltsamen Titel Horse Dance – und beinhaltet eine geheimnisumrankte Mischung aus Electro-Pop, Krautrock und psychedelischen Klängen.

Horse Dance offenbart sich als Wundertüte, der Opener Dunes etwa gerät zum Inbegriff für verführerische, hypnotische Rhythmen, die vom Säuseln Öhrns kontrastiert werden. Wie die flirrende Electronica in magischen Krautrock übergeht, stellen einen der stärksten Momente des Werks dar. Ein später Fang – Josefin Öhrn + The Liberation weiterlesen

Eine Vision, die es wissen will – Baaba Maal

Das Europa des Jahres 2016 kultiviert Engstirnigkeit. So sehr man die Globalisierung im wirtschaftlichen Sinne auch umarmt, so wenig möchte man mit den gesellschaftlichen Problemen anderswo zu tun haben. Es zeugt von einem seltsamen Selbstverständnis, wenn man zwar die eigene zivilisatorische Potenz betont, zugleich angsthäschenhaft alles Fremde misstrauisch beäugt. Flüchtlinge werden als Störenfriede betrachtet, denen kein Vorwand zu billig scheint, um am europäischen Reichtum zu partizipieren. Vermeintlich stabile Staaten, demokratische Leuchttürme wie Deutschland, lassen sich ins Bockshorn jagen, wittern an jeder Ecke Überfremdung, Überforderung. Dem Europa des Jahres 2016 fehlt es an Visionen! Ganz im Gegensatz zum Afrika von 2016. Während die EU geradezu auseinanderstrebt, gedeiht in Afrika das zarte Pflänzchen panafrikanischer Versöhnung. Auch in musikalischer Hinsicht. Wie viele afrikanische Musiker bemüht sich auch der Senegalese Baaba Maal darum, tiefverwurzelte Traditionen mit dem massiven Einfluss westlicher Werte in Einklang zu setzen. Indem sich Maal seiner Herkunft und Identität bewusst ist, vermag er als Brückenbauer zu fungieren. Seine Musik zieht sich nicht ins Schneckenhaus zurück, sein schon mehrere Dekaden umfassendes Schaffen bringt World Music at its best hervor. Das neue Album The Traveller feiert die eigene Fulani-Kultur, stellt sie in die Auslage. Im selben Maße freilich ist es offen gegenüber elektronischen Sounds. Moderne und Vergangenheit, Heimat und weltumspannendes Bewusstsein fließen mit Bravour ineinander. Einen größeren Gegensatz zur in Europa grassierenden Beschränktheit könnte es kaum geben.

BaabaMaal_presspic3

Eine Vision, die es wissen will – Baaba Maal weiterlesen

Die respektierten Experimentierer – Tortoise

Experimentelle Klänge sind nichts, was ich auf die leichte Schulter nehme. Dennoch bin ich mit den Exzentrikern Tortoise nie wirklich warm geworden. Natürlich sind ihre Meriten in der Auslotung des Post-Rocks unbestritten, zeichnen sie auch dafür mitverantwortlich, dass das Genre in die Breite gewachsen und nicht in der Zuspitzung auf einige wenige Merkmale verharrt ist. Zugleich erscheint das gängige Etikett lange schon befremdlich, geradezu unangebracht. In der Musikgeschichte der vergangenen 20 Jahre fällt den Herren von Tortoise die Rolle der quer durch alle Metiers engagierten Experimentierer zu. Die Band verfeinert keinen Sound bis hin zur echten Perfektion, ihre Legitimation erfährt sie durch eine nie an den üblichen Zwängen oder Gepflogenheiten orientierte Musik. Tortoise vermitteln somit das Bild eher unaufgeregter Querköpfe, die die Szene durch kreative Unberechenbarkeit bereichern. Auch das jüngste Werk The Catastrophist unterfüttert diese Auffassung.

Tortoise_3_credit_Andrew_Paynter
Photo Credit: Andrew Paynter

Diese Platte verlangt förmlich nach einem Ächzen, mobilisiert jene Reflexe, welche die Sinnhaftigkeit des Erlauschen vehement infrage stellen. Weshalb sollte man sich The Catastrophist eigentlich antun? Je verengter der eigene musikalische Horizont, desto mühlseliger scheint das Unterfangen. Tortoise kreieren Klänge für Zeitgenossen, die in Unkalkulierbarkeit eine besondere Qualität und spröde Schönheit sehen. Normal gestrickten Hörer dagegen wird all dies ab und an zu viel. Die respektierten Experimentierer – Tortoise weiterlesen

Den Prärien und Wüsten Nordamerikas entsprungen – Escondido

Heute möchte ich den Lesern ein wirkliches Schmankerl offerieren. Ich zumindest war in höchstem Maße angetan, als ich über dieses Album gestolpert bin. Walking With A Stranger scheint den Prärien und Wüsten Nordamerikas entsprungen, wirkt irgendwo in Texas, New Mexico oder Arizona verortet, dem Kernland des klischeeumrankten Wilden Westens. Das Album ist allerdings keine Cowboy-und-Indianer-Fantasie, der Radiosender KCRW beschreibt es als Mischung aus „glamorous, rhinestone-encrusted, 70s-era country queens“ und „elements of dreamy psychedelia, driving rock hooks and, of course, the plaintive, high-lonesome atmosphere of dusty desert landscapes“ – und dieser Einschätzung kann ich mich nur anschließen, wobei ich den Faktor Pop unbedingt hinzufügen möchte. Dem in Nashville, seines Zeichens Hauptstadt des Country-Mainstreams, beheimateten Duo Escondido bescheren ein feines Stück Alternative Country, welches kaum in Richtung Americana oder Folk schielt, dem vielmehr der sonnengetränkte Pop-Rock vergangener Dekaden als Vorbild dient. Mariachi-Trompeten und Westerngitarre sorgen gelegentlich für Flair, knackige Popmelodien für jede Menge nicht nur Genrefetischisten umgarnenden Appeal.

Jessica Maros and Tyler James ist mit Walking With A Stranger ein Werk gelungen, das beim Hören richtiggehend auf der Zunge zergeht. Selten kommt mir Musik unter, die es herrlich einfach macht, sie Mal für Mal mit wachsender Begeisterung zu hören. Den Prärien und Wüsten Nordamerikas entsprungen – Escondido weiterlesen

Erinnerungen aus dem Schatzkästchen der Selbstfindung – Kesang Marstrand

Speziell im Singer-Songwriter-Metier bescheinigt man Musik gerne Nachdenklichkeit. Aber was meint dies überhaupt? Grüblerei allein ist doch kein Wert an sich. Gedanken können sich auch so lange im Kreise drehen, bis sie völlig in sich zusammenfallen. Für mich bedeutet Nachdenklichkeit im musikalischen Sinne, dass man die Stimmung und Emotion eines Augenblicks einfängt, dessen Flüchtigkeit konserviert, seine Wahrhaftigkeit prüft. Dazu muss der Verstand in Bauchgefühle und Herzensangelegenheiten tauchen, mittels Sprache Schmetterlinge im Bauch einfangen und manch Sprünge im Herzen kitten. Nachdenklichkeit ist dann angesagt, wenn Gefühle und Situationen eine Erforschung lohnen. Wenn man sie sich auf der Zunge zergehen lassen möchte. Nachdenklichkeit bedeutet keinen Stresstest fürs Gehirn, Nachdenklichkeit stellt eher eine Form von Genuss dar. Die Singer-Songwriterin, die ich den werten Lesern heute begeistert vorstellen will, scheint eine sehr zärtliche, versonnene Art der Reflexion zu beherrschen. Die in New York lebende US-Amerikanierin Kesang Marstrand verfügt über eine angenehm unaufgeregte, gedankenverlorene Erzählweise, die sie von vielen ihrer verhärmt tönenden, des Seins müden Kolleginnen unterscheidet. Ihr Album For My Love hält Gemütslagen fest, knipst zur Erinnerung Polaroids. Marstrands Folk tönt dabei wunderbar austariert, plustert Gefühle nicht auf, streichelt die Empfindung vielmehr liebevoll. So wie man sacht über ein Foto streicht, sich die Umstände der Entstehung vergegenwärtigt.

For My Love zeichnet sich durch Ungekünsteltheit aus, durch entzücktes Staunen, wenn Verliebtheit das Innerste erfüllt, durch eine neugierige Sorgenfalte, wenn Enttäuschungen anstehen. Marstrands Timbre strotzt vor liebenswürdiger Wärme, und natürlich auch vor Langmut, mit der durchs Leben geschritten wird. Skyrocket kommt mit der irritierten Feststellung „You walk right through/ Taking over my imagination“ daher, lässt sich verwundern und beeindrucken, ohne dabei die Fassung zu verlieren. Erinnerungen aus dem Schatzkästchen der Selbstfindung – Kesang Marstrand weiterlesen

Dringliche Nächte – Francesca Lago

Stell dir vor, dass überall Wunder und allerorts Bedrohungen lauern. Dass der scheinbar schnöde Wechsel der Tageszeiten plötzlich Aufregung und Schicksalhaftigkeit versprüht. Mal dir aus, wie eingedöste Emotionen mit einem Mal von Dringlichkeit und Fiebrigkeit angeschubst werden. Wie Geister durch Szenerien gespenstern, die vertraute Umgebung aufmischen. Tauche einen Moment lang in eine Fantasie ein, die jede Abenddämmerung mit Geheimnissen durchsetzt, die jeden Sonnenaufgang als einschneidend erlebt. Und die Naturgewalten voll archaischer Kraft wahrnimmt. Wenn man sich auf all das einlassen möchte, wird man vom Album Mirrors Against the Sun sehr angetan sein. Die in der Schweiz lebenden Italienierin Francesca Lago überzeugt mit einer mal verträumten, oft ruhelosen Platte, die eine nähere Entdeckung fraglos lohnt. Also ran ans Werk!

Schon der Opener Where do we go gibt die Stimmung des Albums vor. Electro-Pop im Stile von Ladytron wird mit der Unwirklichkeit des Dream-Pop gekreuzt. Die Zeilen „Where do we go/ Tell me a story while the sun is setting low/ At dusk we float/ Hear your story while the sun is setting low“ lassen erahnen, dass es keineswegs um irgendwelche niedlichen Gutenacht­ge­schich­ten geht. Dem Wechsel von Tag zu Nacht haftet hier eine mystische Kraft an. Lagos enigmatischer Text wird von einem in nervöser Schönheit flirrenden Sound bestens unterstützt. Dringliche Nächte – Francesca Lago weiterlesen

Der Kloß im Hals – Tindersticks

Über den sonoren Bariton des Herrn Stuart A. Staples könnte ich ewig und drei Tage palavern. Und obwohl zum neuesten Werk bereits wunderbare Worte geschrieben wurden, will ich dennoch die Gelegenheit nutzen, Staples nochmals zu würdigen. Über die letzten Jahrzehnte hat er sich nämlich – getragen von seinen Tindersticks – zum Grandseigneur plüschiger Schwermut gemausert. Er verkörpert einen der letzten Romantiker, einen Gentleman britischer Prägung, der nächtens im schummrigen Salon bei einem Glas Wein über Liebe, Leid und Leben brütet. Dabei gibt er weder den Dandy noch den Casanova, er kokettiert ebensowenig mit abgehalftertem Verlierertum. Eher schon zeigt er uns den Geistesmenschen, der an der Macht der Emotion ein aufs andere Mal zerschellt. Oder aber er lässt das sensible Wesen aufblitzen, das von der eigenen Grübelei erlegt wird. Natürlich ist Herr Staples nur ein Teil des Dreigestirns Tindersticks, ein David Boulter und Neil Fraser sollten keinesfalls unerwähnt bleiben. In den letzten Jahren hat sich die Band sogar zu einem fünf Mitglieder umfassenden Ensemble verfestigt. Nichtsdestotrotz ist es jener unnachahmliche Gesang mit all seinen Untertönen, der dieser ohnehin speziellen Formation seinen Stempel aufdrückt. Auch dem jüngsten Album The Waiting Room.

Gerade weil Staples das Aushängeschild der Tindersticks ist, möchte ich zuerst auf den instrumentalen Song Fear Of Emptiness verweisen. Wie großartig gediegen der Sound der Briten ausfällt, wie kammermusikalisch superb die beredten Melodien wirken, all dies rückt ab und an in den Hintergrund. Solch Chamber Pop ist in seiner atmosphärischen Dichte und eingangs geschilderten Ästhetik unerreicht. Der Kloß im Hals – Tindersticks weiterlesen

Am Ende einer Liebe – Jacob Faurholt

Es gibt Situationen, Momente und Gefühlslagen, die sich allesamt schlecht beschreiben lassen. Weil sie sich nicht zur Zuspitzung eignen, nicht zum dramatischen Höhepunkt oder gar zum Happy End taugen. Jene chronisch unerwähnten Umstände, Augenblicke und Emotionen werden mit Verachtung gestraft, weil man sie verdammt schwer in Szene zu setzen vermag. Dem dänische Singer-Songerwriter Jacob Faurholt ist jedoch genau dies gelungen. Sein Album Super Glue beschäftigt sich mit jenem Zustand der Schwebe, der nach dem Ende einer langjährigen Beziehung eintritt. Wenn man zwischen einem bedauernden, melancholischen Blick zurück und dem sich aufrappelnden Blick nach vorn in eine neue Liebe ersehnende Zukunft hin- und hergerissen scheint. Super Glue macht ein von Trauer und Hoffnung gleichermaßen geprägtes Innehalten erlebbar. Vor allem aber zeigt es einen reifen, respektvollen Umgang mit der beendeten Beziehung, indem es selbige nicht durch den Dreck zieht, die Erinnerung nie in Bitterkeit ertränkt.

Schauen wir uns die Lieder kurz näher an. Schon das spacig-psychedelische Floating In Space steckt den Rahmen ab. Unwirklichkeit und Träumerei dominieren die Szenerie, verdichten sich zu einem Sein ohne Gegenwart, welches sich nur über das Gestern und das Morgen definiert. Der Song wabert in Vorstellungen dahin, angenehm erkenntnislos. Denn heute wird ein Scheitern ja immer auch als Chance zu persönlichem Wachstum auf dem Weg zur Selbstoptimierung angesehen. Doch enthalten die vermeintlichen Lehren aus gescheiterten Beziehungen oft jede Menge Selbstbetrug, weil sich die charakterliche Prädisposition nicht einfach abschütteln lässt. Faurholt sucht gar nicht erst Erklärungen, packt nicht den Zeigefinger aus, um Schuldzuweisungen vorzunehmen. Am Ende einer Liebe – Jacob Faurholt weiterlesen

Schlaglicht 39: Forsaken Autumn

Wir haben es uns sehr kuschelig gemacht in unserer westlichen Welt. Ganze Kontinente betrachten wir als Hinterhöfe, wo billig Waren gefertigt werden. Zu mehr taugt Asien nicht, mal abgesehen von einigen touristisch interessanten Regionen. Und da das Denken so ist, wie es halt ist, kommen wir in aller Regel nicht auf die Idee, im fernen Indien oder China nach Musik zu suchen. Warum auch? Ich will mich von der Kritik gar nicht ausnehmen, abgesehen von meinem Faible für afrikanische Klänge bin auch ich mit Scheuklappen unterwegs. Umso mehr freut es mich, den Lesern heute eine Formation aus China vorstellen zu können. Bei der Band aus Shanghai ist Nomen gleich Omen, wer den Namen Forsaken Autumn trägt, scheint für Shoegaze beziehungsweise Dream-Pop geradezu prädestiniert. Und tatsächlich, die Ende Dezember veröffentlichte EP Whenere bietet herrlich verschrammelten Lo-Fi-Shoegaze samt entrückt säuselnder Frauenstimme. Ein Track wie Wallow atmet die ganze Lieblichkeit des Genres. Wallow zählt zum Besten, was ich in den letzten Jahren aus dem Bereich Shoegaze vernommen habe. Schlaglicht 39: Forsaken Autumn weiterlesen