Erotik & Esprit – Margaux Simone

Weil gegenwärtig in den USA jedes sportliche Hüftwackeln Beyoncés bereits als großes, die Gesellschaft veränderndes Statement durchgeht, weil die pseudofeministische Piefigkeit deutscher Sängerinnen auch nicht auszuhalten ist, lohnt nicht erst dieser Tage der Blick nach Frankreich. Weil darauf Verlass ist, dass aus diesem Land laszive, dekadente, lebensfreudige Klänge kommen, die so viel mehr bieten als abgestandene Selbstverwirklichungsfantasien oder patente Kalenderweisheiten. Natürlich schwingt da jetzt auch eine Überspitzung kultureller Stereotypen mit, zugleich erscheint mir Sinnesfreude voller Esprit in Frankreich doch besonders ausgeprägt. Jüngstes Beispiel dafür ist Margaux Simone mit ihrer Anfang des Jahres erschienenen EP Platine.

Sexyness trifft hier auf Noir-Chic, Lana Del Rey auf säuselnden French Pop. Der Charme dieser fünf Lieder besteht in einer kühl produzierten Ästhetik, ja Hochglanzoptik. Dieser Pop-Bombast mit markigen Beats wird vom blendend disponierten Gesang Simones mit Leidenschaft erfüllt. Bikini Queen Icon ist der französischste Track, präsentiert sich als Synthie-Pop, dessen Stöhnen und Wispern voller Rätselhaftigkeit steckt.  Weiterlesen

Katharsis im Wüstenstaub – Brian Lopez

Der Drang nach Perfektion ist durchaus nachvollziehbar. Perfektion wird allgemein als Indiz dafür gewertet, dass neben Talent auch jede Menge Fleiß und Disziplin im Spiel ist. Zugleich steht die Perfektion jedoch dem Streben nach Spontanität im Wege. Wie authentisch kann Musik klingen, die in unzähligen Takes aufgenommen und anschließend noch ausgiebig bearbeitet wird? Wie viel an Emotion geht im Verlauf dieses Prozesses verloren? Wenn man sich solch Fragen mit Konsequenz begegnet, kommt am Ende ein Album wie Prelude dabei heraus. Mit selbst auferlegten Regeln, die durchaus an das Dogma-Manifest im Filmbereich erinnern, hat der US-Singer-Songwriter Brian Lopez eine Platte voll karger Schönheit erschaffen. Über zwei Wochen hinweg hatte Lopez sein Schlafzimmer im heimatlichen Tucson, Arizona zum Aufnahmestudio umfunktioniert. Jeden Abend ab 18 Uhr verbarrikadierte er sich dort, tüftelte so lange an einem Song, bis dieser geschrieben, aufgenommen und abgemischt war. Und vorher wurde auch nicht schlafen gegangen. Verschärfend gestattete er sich nur zwei Takes pro Tonspur. Was nach zwei Versuchen nicht formvollendet im Kasten war, musste eben in aller Fehlerhaftigkeit auf das Album kommen. Das Resultat des Experiments sind Lo-Fi-Lieder, die die Stimmung und kreative Verfassung eines jeweils ganz bestimmten Abends einfangen.

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Schlaglicht 87: Scenic Route to Alaska

Was wurde eigentlich aus Brian Molkos jüngerem Bruder, nachdem er vor Jahren irgendwo in der nordamerikanischen Prärie ausgesetzt wurde? Er wuchs unter dem Namen Trevor Mann auf, hat sich letztlich auch der Musik verschrieben und ist Sänger des Trios Scenic Route to Alaska. Die Band aus dem kanadischen Edmonton hat vor wenigen Wochen mit Tough Luck ein gelungenes Album voll hemdsärmeligem Indie-Rock in bester Siebziger-Manier veröffentlicht. Das kanadische Magazin Exclaim! trifft mit seiner Einschätzung „catchy riffs cascade across its runtime without relent, erupting out of rustic pop-stompers and rock sing-alongs with equal aplomb“ den Nagel auf den Kopf. Tough Luck tönt ungemein eingängig und mitreißend, klingt oft eher nach einem gut abgehangenem Stück Musikgeschichte als nach einer nostalgischer Hommage. Die zehn Tracks sind wie aus einem Guss, textlich geht es vielfach um das unstete Leben auf Tour. Die Zeilen „Starting to pass me by/ Early mornings, sleepless nights and red-eye flights/ Only thing changing, where I sleep at night/ Starting to pass me by/ And all the lonely hearts/ Gather ‚round and start joining hands/ The cards get dealt out and I’m all in/ Is this how it is?“ fangen das Dasein on the road hervorragend ein. Besagte Lyrics sind dem Opener How It Feels entnommen, in knapp vier Minuten verdichtet sich der gesamte Charme des Album. Manns charismatischer Gesang ist dem Southern Rock verbunden, auch ein wenig Glam-Rock-Flair schimmert durch, dazu gesellen sich schmissige Riffs. Der robuste, kernige Sound der Strophen geht in einem melodisch-schwelgerischen Refrain auf, den Mann mit viel Schmelz darreicht. Was am Opener imponiert, gilt natürlich auch für die nachfolgenden Tracks. Ghost Of Love etwa ist ein weiteres Highlight, bei dem es fast unmöglich fällt, nicht aus vollster Kehle mitzuträllern. Solch rustikalen Hymnen entkommt man nicht! Auch das getragenere Lonely Nights und das herb-rockige Slow Down gehören zu den besonderen Momenten des Werks. Spätestens bei We Don’t Let It ist man aber endgültig versucht, das Album als Best-of einer bereits einige Jahre auf dem Buckel zählenden Bandkarriere zu werten. We Don’t Let It entpuppt sich als Song für die ganz große Bühne, bei dem die Zuhörer vor lauter Schunkeln und geschwenkten Smartphones in Verzückung vergehen. Angesichts solcher Tracks verwundert es einigermaßen, dass Scenic Route to Alaska nicht schon längst die Charts stürmen.

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Temperament fürs Absurde – Erin K

Ich bin ein großer Fan von Songwriting, dessen Lyrics auch mal tatsächlich Geschichten erzählen und nicht nur über emotionaler Verfasstheit brüten. Von großer Liebe oder tiefster Einsamkeit zu singen, zählt zu den leichteren Übungen, eine Episode des Alltags mit Humor aus der Belanglosigkeit zu heben, halte ich da schon für schwieriger. Erin K ist eine Singer-Songwriterin, die mit viel Esprit und herbem Charme zu glänzen weiß, Songtexte verfasst, die über die Bekenntnispoesie eines Tagebuchs hinausgehen. Ihr letzten Herbst veröffentlichtes Album Little Torch besticht durch lieblichen Pop und kuriosen Folk, Erin K kredenzt die pfiffige Chose mit grandioser Beiläufigkeit. Beispiele gefällig?

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Musikalisches Tohuwabohu (X): Penny Police, Jarle Skavhellen, Fatoumata Diawara

Und wieder habe ich feine Klänge aus dem Kladderadatsch erhaltener Mails, Newsletter und Social-Media-Feeds herausgesucht. Möge die Musik auf gespitzte Ohren stoßen!

Penny Police

Better not to think of unrequited love“ – diese Losung gibt die dänische Singer-Songwriterin Penny Police gleich zu Beginn ihrer EP Train Talk aus. Der reduzierte, elegante Electro-Pop des Openers Train Talk (Don’t Ask Me About Love) erwächst zum urbanen Blues der Einsamen, die in der Masse nach Liebe suchen und trotzdem mit leeren Händen dastehen. Irgendwo zwischen resignativem Schulterzucken und dem Wunsch nach einem Begreifen der Umstände ist der Song angesiedelt. Ebenso edel erschallt Fool Like Me, das in aufgemotzterer Form auch als R&B-Ballade auf jedem Album eines Superstars Platz finden könnte. Der Vortrag von Penny Police zeichnet sich freilich durch eine schüchterne Wärme aus, statt fetten Beats wird hier eher der Pulsschlag zelebriert, dazu ist die Chose kammerpophaft ausgestaltet. Marie Fjeldstad fabriziert unter ihrem Alias Penny Police zarten Pop von ausgesuchter Schönheit, bei dem speziell die elektronischen Elemente eine überraschende Intimität vermitteln. Doch existiert auch der eine oder andere Refrain, bei dem die Emotion unvermittelt hervorprescht. Eine spezielle Erwähnung hat sich No Horizon verdient, das vom Ende einer Flucht erzählt. „My darling, my life. We have arrived!“ ist ein Stoßseufzer, der in dieser Form in den vergangenen Jahren wohl ungezählte Male an europäischen Küsten erschallt ist. Doch erzählt der Song zugleich von den Menschen, die den Geflüchteten voll Ablehnung begegnen. Sobald sich bei diesem Song zu den Synthies und dem hellen, flüchtigen Gesang noch Streicher gesellen, macht sich Gänsehaut breit. Das an Geflüchtete gerichtete Versprechen „You can lean on me“ entwickelt angesichts der rigiden dänischen Asylpolitik eine geradezu dissidente Anmutung. Und selbst wenn der Electro-Pop von Train Talk zugunsten eines getragenen Pianostücks für einen Augenblick pausiert, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Mostly The Same schlägt so wunderbar angenehm aufs Gemüt, spricht mit seinem Wunsch nach Veränderung und der daraus resultierenden Erkenntnis, dass sich das eigene Selbst kaum ändert, wohl vielen Menschen aus der Seele.  Weiterlesen

Americana aus Bella Italia – Violetta Zironi

Erst unlängst habe ich ein Interview mit einem Musikmanager gelesen, der ziemlich selbstbewusst davon gesprochen hat, wie er Bands formt, den künstlerischen Pfad von Musikern zumindest absteckt. Nun würde ich mich nicht zu denen zählen, die anderen ein maßgeschneidertes Image verpassen könnten. Doch eine Sängerin, die voll lieblichem Schmelz dargebotenen Folk-Pop mit der Grandezza des Great American Songbook verbindet, die vielleicht noch dazu eine Retro-Elfe im Stile Lana Del Reys verkörpert, solch eine Singer-Songwriterin wäre durchaus eine Fantasie, der ich große Erfolgschancen einräumen würde. Dieser Tage jedoch durfte ich entdecken, dass dieses musikalisch feine Wesen bereits existiert. Und in der Realität noch viel interessanter ist, als ich dies hätte ertüfteln können. Violetta Zironi zeichnet neben den beschriebenen Qualitäten noch das Kuriosum ihrer Herkunft aus. Sie stammt aus Bella Italia. Den Liedern der soeben veröffentlichten EP Half Moon Lane ist dies jedoch keineswegs anzumerken. Der sachte bis pfiffige Americana-Stil der EP wirkt ungekünstelt, weiß mit seiner gehaltvollen Art voll und ganz zu überzeugen.

Photo Credit: Puria Safary

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Ein inspiriertes Kuddelmuddel – Holler my Dear

Man kann sich Vielfalt auf verschiedene Weise annähern. Beispielsweise über die nicht vorhandene Ordnung lamentieren. Oder aber die Energie wahrnehmen, die sich im Chaos meist verbirgt. Der Berliner Formation Holler my Dear darf man getrost einen Hang zum Kuddelmuddel unterstellen. Das beginnt bei der Herkunft der Bandmitglieder, setzt sich im Wirrwarr der musikalischen Stile fort und schreckt auch vor den Lyrics nicht zurück. Das jüngst erschienene Album Steady As She Goes gerät so zu einem zeitgemäßen Abbild des urbanen Berlins. Und weil es ganz viel zu erwähnen gibt, stürzen wir uns am besten gleich kopfüber in dieses herrliche Tohuwabohu.

Photo Credit: Jim Kroft

Die Mitglieder der Band hat es aus Österreich, Russland, Großbritannien und dem Berliner Umland in die Metropole verschlagen. Die unterschiedliche Provenienz besitzt großes Potential, auch weil sich die Formation nicht krampfhaft um einen kleinsten gemeinsamen Nenner bemüht. Ja, natürlich ist die Platte unter dem Begriff Pop einzuordnen, in den Details ist die Musik aber ausgesprochen facettenreich. Mal wird jazzig angehauchten US-Singer-Songwriterinnen über die Schulter geschaut, dann wieder wird Ethno-Pop osteuropäischer Färbung gefrönt, hier lugt ein bisschen Cabaret hervor, auch ein chansonesquer Charakter ist dem Werk nicht fremd.  Weiterlesen

Geschmeidig & unerschütterlich – Thom And The Wolves

Einer meiner Vorsätze für das Musikjahr 2018 bestand eigentlich darin, möglichst vielfältige Musik anzuhören, nicht immer nur die gleichen Genres und auf ewig Indie zu lauschen. Diesen Vorsatz habe ich jedoch bald dahingehend modifiziert, dem Folk fast völlig zu entsagen. Eigentlich sollte ich also keine einzige Zeile zum Album The Gold In Everything schreiben. Denn es verkörpert genau das, dessen ich mich überdrüssig wähnte. Folk mit Akustikgitarrre, der dem Leben ohne Mätzchen, dafür mit sachtem Grübeln auf den Grund geht. Noch dazu stammt das Werk von einem in Berlin lebenden Straßenmusiker, der unter dem Namen Thom And The Wolves musiziert. Mit solch Pseudo-Aussteigertum kann man mich mittlerweile jagen. Im Grunde will doch jeder nur der nächste Passenger werden. Doch liegt in der andächtigen Schlichtheit von The Gold In Everything tatsächlich eine versonnene Güte.

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Ein Hippie-Western – The Limiñanas

Warum existiert eigentlich der Spaghetti-Western, nicht aber der Croissant-Western? Auf musikalische Weise hat das französische Duo The Limiñanas einen eben solchen, ein lecker Croissant mit Hanffüllung sogar, ersonnen. Das mittlerweile fünftes Studioalbum trägt den Namen Shadow People, verbindet psychedelischen Garage mit ganz viel Western-Flair. Fast könnte man meinen, eine Hippie-Kommune auf LSD hätte sich irgendwo in den Pyrenäen verabredet, um einen auf Winnetou zu machen. Bei dieser Chose funktioniert schlicht alles, die Atmosphäre ist luftig, der Rhythmus ansteckend, Sechziger-Chic trifft auf den Geist eines Gainsbourg.

Photo Credit: Emmanuel Fontanesi

Das herrlich stimmige Retro-Flair ist ein Pfund der Platte. Die Vielfalt der Ideen mindestens ein ebenso großes. Sortieren wir die Einfälle zunächst ein wenig. Drei instrumentale Stücke, namentlich der Opener Ouverture, das im Verlauf wunderbare Motorizatti Marie sowie zu guter Letzt De la part des copains bescheren dem Werk den Charakter eines Soundtracks. Ersterer Track rockt mit psychedelischer Sohle übers Parkett, pfiffig wird ein kleines Westernmotiv reingeschummelt. Bei Motorizatti Marie mag man sich einen niedlichen Citroën 2CV über Gebirgsserpentinen sausend ausmalen, den Abschluss des Albums bildet dagegen ein wohliger Ritt in einen goldenen Sonnenuntergang. So viel zu den Tracks, die die Fantasie einladen, Purzelbäume zu schlagen. Wenden wir uns nun den Liedern mit Sprechgesang zu. Le Premier Jour strotzt vor beschwörerisch-sinnlicher Tiefentspannung, hier wird das Andenken an Serge Gainsbourg fraglos gepflegt. Noch besser fällt Trois Bancs aus, das ein wenig nach Charles Bukowski in einem werwolfhaften Albtraum klingt. Das Resultat ist ein Stück voll hypnotischer Eleganz, bei dem sich eine mit ordentlich Fuzz belegte Gitarre in einen verqueren Rausch spielt. Dimanche (feat. Bertrand Belin) schießt endgültig den Vogel ab. Der bewusst dröge gehaltene, fast befehlstonhafte Sprechgesang kommt gerade so daher, als wäre er einem jener Fernsehsprachkurse früherer Zeiten entsprungen. Musikalisch wird diese Wirkung sogar durch einen monotonen, psychedelischen Westernsound noch verstärkt. Vielleicht zündet der Track gerade deshalb. Die illustre Gästeschar sorgt für weitere Knaller. Bei The Gift holt man Urgestein Peter Hook, seines Zeichens Bassist bei Joy Division und New Order, dazu. Zumindest auf mich wirken The Limiñanas und Hook ein bisschen wie die französische Inkarnation von The Cure zu Zeiten von Kiss me Kiss me Kiss me. Getoppt wird dies nur noch vom Titeltrack Shadow People mit der unvergleichlichen Emmanuelle Seigner. Bereits Ende 2017 wurde das Lied hier schon gewürdigt. Seitdem ist kaum ein Tag vergangen, an dem die Ode an Schattenmenschen nicht durch meine Boxen erschallt ist. Der lakonisch-schöne Vortrag Seigners entzückt ungemein! Eine für dieses Album geradezu überraschungsarme Nummer ist Istanbul Is Sleepy (feat. Anton Newcombe). Der Frontmann von The Brian Jonestown Massacre kann der Nummer vielleicht nicht so sehr seinen Stempel aufdrücken, wie dies die anderen Gäste tun, zugleich glänzt der bereits letzten Herbst erschienene Song als angenehm eingängiger Garage-Pop. Last, but not least sei das bislang einzig unerwähnten Stück Pink Flamingo angepriesen. Wer bei diesem luftigen Pop genau hinhört, sieht relaxte Hippies süßester Entrücktheit frönen und ringelreihend schunkeln.

Wenn man beim Album Shadow People von einem Hippie-Western sprechen will, dann stellt sich natürlich die Frage, ob die Ideale des Hippietums und das Wesen des Western irgendwie in Einklang zu bringen sind. Können drogeninduzierte Tragträumerei und mit allen Wassern gewaschene Coolness überhaupt zusammen funktionieren? In musikalischer Hinsicht aber so was von garantiert! The Limiñanas versehen den Retro-Liebreiz mit ein wenig herber Nonchalance. Dem Duo gelingt ein mit scheinbar leichter Hand und ohne abgestandene Nostalgie ersonnenes Meisterwerk, das ungemein zu unterhalten weiß und die Imagination des Hörers beflügelt. Mehr kann man sich als Hörer nun wirklich nicht wünschen!

Shadow People ist am 19.01.2018 auf Because Music erschienen.

Links:

Offizielle Webseite

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The Limiñanas auf Instagram

SomeVapourTrails

Viel gewollt & mehr erreicht – Kat Frankie

Es gibt eiserne Regeln im Musikgeschäft. Gegen biedere Ausstrahlung helfen nur anzügliche Songtexte. Oder: Bankrotterklärungen künstlerischer Kreativität müssen mit Bombast übertüncht werden. Ersteres hat Britney Spears zum Erfolg geführt. Letzteres einen Michael Jackson in den Neunzigern über Wasser gehalten. Mit diesem Wissen muss man fast zwangsläufig eine große Harmlosigkeit hinter einem Albumtitel wie Bad Behaviour wittern. Nun könnte man der in Berlin lebenden Australierin Kat Frankie zugutehalten, dass sie schlicht den Titel des ihrer Einschätzung nach griffigsten Tracks zum Albumtitel erwählt hat. So recht will er zum mit Finesse ersonnenen Singer-Songwriter-Pop mit ein wenig R&B-Charme nicht passen. Bad Behaviour suggeriert eine penetrante Aufmüpfigkeit, vielleicht sogar Frivolität. Das gibt die Platte meiner Ansicht nicht her. Und das ist verdammt gut so.

Photo Credit: Sabrina Theissen/GroenlandRecords

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