Unsere 10 Newcomer des Jahres 2012

Wir machen weiter mit unserer Rückschau auf das abgelaufene Musikjahr. Nun wollen wir einen Blick auf Newcomer werden, die uns doch ein wenig beeindruckt haben. Nun ist der Begriff Newcomer ohnehin ein schwammiger. Der Duden definiert den Newcomer so: „Jemand, der in einer Branche, einem Geschäft o. Ä. neu ist, noch nicht viel Erfahrung [aber schon einen gewissen Erfolg] hat“. Der kritische Punkt in jener Beschreibung liegt eindeutig beim gewissen Erfolg. Gerade im Indie-Bereich ist Erfolg ein herrlich unscharfer Begriff. Hat man schon den Durchbruch erzielt, wenn man über 1000 Likes auf Facebook erlangen konnte? Oder wenn eine Band bei einem Konzert nicht bloß in bestens bekannte Gesicher in den Zuschauerreihen blickt, darf man dann schon von einer Karriere sprechen? Angesichts dieses Dilemmas haben wir einfach Acts aufgelistet, die uns 2012 über den Weg liefen und denen wir für ihre musikalische Zukunft viel Glück wünschen. Denn Erfolg ist letztlich Glücksache – und keine Frage des Talents.

Beste Newcomer

1. WALL (Großbritannien)

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50 Albumschmankerln 2012

Hier nun also der zweite Teil unserer Jahresbestenliste. 40 Alben und 10 EP haben wir als Empfehlungen ausgewählt. Wie schon für unsere 75 Lieblingstracks 2012 gilt auch in diesem Fall, dass diese Liste von Auslassungen lebt. Natürlich wären Get Well Soon oder auch Leonard Cohen heiße Anwärter auf einen Platz in dieser Aufzählung, wenn wir denn jenen Alben heuer mit der gebührenden Ausführlichkeit gelauscht hätten. Doch wenn uns der wöchentliche Veröffentlichungszirkus etwas anderes weismachen möchte, gute Alben werden nicht schnell ranzig. Können auch erst mit ein paar Jahren Verzögerung gefestschmaust werden. Ob ein Musikjahr also beweihräuchert werden darf, das entscheidet sich oft erst lange nach dessen Verstreichen. Das, was uns jedoch bereits jetzt nachdrücklich in Herz und Hirn haften geblieben ist, haben wir folglich hier zusammengetragen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Durchstöbern!

Alben

Born To Die_ Lana Del Rey - CMS Source1. Lana Del ReyBorn To Die

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Stippvisite 09/12/12 (Dem Wetter die bemützte Stirn geboten!)

Habe einfach mal die Schneeschuhe hervorgeholt, dem Wetter die bemützte Stirn geboten und bin trotz Flockenfalls durch die Weiten des Internets gestapft, um das eine oder andere feine Liedchen zu finden. Hier nun die Ausbeute…

Songtipp:

Im Hinterkopf bastle ich ja bereits wie jeder Musikblogger an der Jahresbestenliste für diesen Blog. Man ergeht sich in Reminiszenzen, entsinnt sich all der feinen Tracks, die man im Lauf des Jahres so erlauschen durfte, hantiert an den Stapeln mit ungehörten CDs, um auch noch die letzte Rosine herauszupicken. Und dann stolpert ganz unvermutet beim Durchwühlen von Blogs und Musikmagzinen über den einen oder anderen Song. Nicht etwa bei der kritischen Beäugung diverser Bestenlisten, vielmehr sind es schlichte Posts, die das Potential zu plötzlichem Enthusiasmus bergen. Von diesem wurde ich übermannt, als ich To the Bugs On My Ceiling erstmals lauschte. Edmund Wayne nennt sich das Projekt von Mastermind Curt Krause, benannt hat er es nach den Namen seiner Großväter. Edmund Wayne steht für Alternative Folk der schwelgerischen, sehnsüchtigen Sorte. Was aus dem Nordwesten der USA ans Ohr dringt, ist eines der intensivsten Lieder dieses Jahres 2012. Die selbstbetitelte Debüt-EP ist im August dieses Jahres erschienen – und in ihrer Gesamtheit nur mit andächtigem Staunen zu hören. Gefunden habe ich diesen Schatz auf The KEXP Blog, wo es den Song auch als kostenlosen Download gibt.

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Stippvisite 09/04/12 (Schmalspurausgabe)

Heute einmal eine Schmalspurausgabe der Stippvisite. Ohne viele Worte, Ostern fordert eben seinen Tribut. An feinen Empfehlungen mangelt es jedoch auch diesmal nicht!

Konzerttipp:

Vor zwei Jahren habe ich die Singer-Songwriterin Valery Gore für ihr Album Avalanche To Wandering Bear gelobt, sie als elegant, exzentrisch, distinktiv bezeichnet. Dieser Tage treibt sich die Kanadierin Gore in hiesigen Gefilden um, weshalb ich die werten Leser zu einem Konzertbesuch ermutigen möchte. Überdies gilt es die Beteiligung an einer Split-EP namens DIA01 (zusammen mit Long Voyage) zu vermelden. Eine neue Platte zeichnet sich erfreulicherweise ebenfalls ab. Gut so! (via analogsoul)

Konzerttermine:

14.04.2012 Hamburg – Astra Stube
19.04.2012 Berlin – 55 Arts Club
05.05.2012 Rostock – Peter-Weiss-Haus
07.05.2012 Hamburg – Pony Bar
17.05.2012 Biel (CH) – Café du Commerce
19.05.2012 Stuttgart – Cafe Galao
22.05.2012 Kressborn – Fugunt
23.05.2012 Ingolstadt – Tagtraum
24.05.2012 Fürth – Badstraße 8
25.05.2012 Leipzig – Distillery (Analogsoul Showcase)
26.05.2012 Potsdam – Hans Otto Theater

Downloadtipp:

Das dänische Duo The Raveonettes zählt seit Jahren zu den fixen Größen im Indie-Bereich. Wenn man den Tracks der Ende April erscheinenden EP Into The Night so lauscht, bemerkt man sofort, dass The Raveonettes ihr Pulver noch längst nicht verschossen haben. Besonders der shoegazige Track Night Comes Out ist eine in jeder Hinsicht formidable Angelegenheit. Ähnliches lässt sich auch über den Titeltrack konstatieren. Beide Songs sind derzeit als kostenlose Downloads verfügbar. Den Song Into The Night erhält man über das Widget, zu Night Comes Out geht es hier. Und bitte nicht vergessen: Die EP nicht trotz sondern wegen der Gratis-Mp3s kaufen! (via Filter Magazine)

Wohlfühltipp:

Im besten Fall kann ein Liedchen für ein paar Minuten Fröhlichkeit schenken, die Welt farbenfroher gestalten. Kunstfertiger Tiefgang ist ein großer Wert, unbeschwerte Gutlaunigkeit eine nicht mindere Qualität. Der Song The Lane der Hamburger Formation Tripping The Light Fantastic erschallt wohlfühlig, schlichtweg wonnig. Mehr braucht es nicht. Bleibt zu hoffen, dass das anstehende Album der Band diesen feinen Indie-Pop-Charme auch in Plattenlänge zu versprühen vermag. (Mit Dank an Lennart für den Tipp!)

Entdeckertipp:

Was bejubeln und beweihräuchern wir das Internet doch für die Möglichkeiten, die es dem Musikfan bietet. Ob usbekische Punk-Band oder argentinische Indie-Pop-Formation, in den Weiten des Netzes gibt es wohl nichts, was es nicht gibt. Doch man muss gar nicht mal in die Ferne schweifen, um etwas zu entdecken, was vor 20 Jahren es wohl nie bis nach Berlin geschafft hätte. Was da aus der tiefsten bayrischen Provinz an mein Ohr dringt, das ist einfach nur großartig. Das Trio Rhoads aus Schondorf am Ammersee schickt sich an, im Sommer das Album The Box zu veröffentlichen. Und wenn man den erst klanglichen Vorboten so lauscht, dann fühlt man sich eher in großstädtische Tristesse fernab jeder zünftigen Gemütlichkeit versetzt. Der Track Basement Wonderland ist in seiner edel-experimentellen, großartig ausgereiften Art einer jeden Kultband würdig. Peter von den Schallgrenzen hat mit seinem untrügerischen Instinkt diese Band für sich entdeckt und sie Fans von Kapazundern wie Radiohead, Porcupine Tree oder Portishead empfohlen. Ich kann nur betonen, dass ein Titel wie Dreams Are The Place To Be in seiner über weite Strecken minimalistischen Attitüde samt lamentierendem Gesang eine ungeahnt kammerspielerisch-beklemmende Grandezza beschert. Diese Güte gibt es nicht an jeder Straßenecke, solche Finesse ist ein Glücksfall. Wenn das Internet also solch Perlen durch den Äther schickt, dann sollte man sie auch dankbar annehmen. Zuhören und Bauklötze staunen!

SomeVapourTrails