Schlagwort-Archive: Röyksopp

Unsere musikalische Möbelnomenklatur

Unser Blog ist eine heimelige Rotunde, in der wir unsere Lieblingsmusiker namentlich einkerkern. Mag in der Welt da draußen auch noch so sehr die Post abgehen, wir riskieren nur selten einen aus dem Fenster gerichten Blick, der sich jedoch flugs vor Langeweile abwendet und schnell wieder die edle Inneneinrichtung überschweift. Ab und an klopft es an der gut gepolsterten Tür. Gemächlich kommen wir aus der Verschanzung gekrochen, gehen dem Pochen nach. Entriegeln die Sicherheitsschlösser, öffnen die Tür einen Spalt breit, spähen eher ungnädig über die Türkette hinweg. Wer uns da aller seine Visage entgegen hält! St. Vincent etwa. Rumms! Tür zu. Weiters Portugal. The Man. Denen würde ich zwar Obdach gewähren, jedoch unter der Bedingung, dass sie John Gourley, zweifelsohne mit einer der nervigsten, dünnen Stimmen der Gegenwart geschlagen, in die Wüste schicken. Und den ganzen Chart-Clowns und singenden Sex-Bömbchen wollte ich ohnehin nur mit Elektroschocker in der geballten Faust begegnen. So schnell könnte eine Beyoncé gar nicht die Laufmaschen in ihren Strümpfen zählen, ehe ich sie schon wutschnaubend vom Gelände jagen würde. Rihanna bekäme den geschwungenen Regenschirm zu sehen, verbunden mit der Ermahnung, dass ein einziges nettes Wölkchen noch kein Donnerwetter entfacht.

Im Inneren unseres Häuschens haben wir haben uns längst die eigenen Möbelnomenklatur gezimmert, die Gegenstände nur nach den verehrtesten Bands benannt. So lehnen in einer Ecke des Wohnraums einträchtig zwei wackelige Regale an der Wand, beide schon ein wenig ramponiert. Wenn man aus den Untiefen des einen etwas zu Tage befördern möchte, schlingert es, stößt unweigerlich gegen den anderen Schrank. Wir haben sie daher schlicht die Gallaghers getauft. Daneben an der Wand hängt ein Poster, eine mehrfach variierte Pietá in bester Tradition der Pop Art. Es kostete uns nicht einmal einen Gedanken, das Bild Madonna zu widmen. In der Mitte des Raumes steht ein Sofa ausgewähltester Behaglichkeit. Hier lässt es sich gemütlich fläzen, ein gutes Buch in den Händen oder einfach nur tagträumend den eigenen Gedanken hinterhergleiten. Solch wohliger Hort wurde von uns Mazzy Star tituliert.  Davor lümmelt ein Couch-Tischchen. Es neigt zu Eskapaden, steht umfallenden Weingläsern aufgeschlossen gegenüber. Seit eine gewisse britische Sängerin im Sommer verstorben ist, harrt das Tischchen einer abermaligen Namensgebung. Sollte wir uns doch noch zum Konsum von Kokain durchringen, wäre Doherty die erste Wahl. Der sich auf der einen Wand des Zimmers mächtig ausbreitende Schreibtisch schrie regelrecht danach, einem Singer-Songwriter die Reverenz zu erweisen. Der Poeten und Dichterinnen gibt es viele, aber Joni ragt hervor. Habe ich schon unseren überbunten Teppich gewürdigt? Sicher man tritt ihn Tag für Tag mit Füßen, doch lässt sich darauf auch abhotten, was das Zeug hält. Ähnlich ergeht es Moby. Mögen ihn Kritiker auch in Grund und Boden reden, für tänzerische Leibesertüchtigung hat der werte Herr einiges im Köcher. Selbst der übliche Nippes im Raum ist samt und sonders mit Namen versehen: Ob Placebo, Goldfrapp oder Travis, sie alle lächeln von Regalen und Kommoden herüber. Der kleine verschrumpelte Zinngartenzwerg mit dem langen Bart etwa, der auf dem Schreibtisch thront, was streichle ich Mr. E von den Eels nicht oft liebevoll über den Kopf.

Ein Modell, das - wie ich meine - nur The Boss heißen kann. (Photo Credit: Uwe Besendörfer aus de.wikipedia.org / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 von Wikimedia Commons)

Natürlich existiert auch problematischeres Mobiliar. Welcher Künstler möchte etwa seinen Namen mit einem Bücherschrank assoziiert sehen, wenn darin Kaliber vom Schlage eines Kafka oder Rilke die Feder schwingen? Welchen Liederschreiber überfällt dann nicht das Muffensausen? Ich habe den Bücherschrank guten Gewissens Nick Cave verehrt. Oder der chromglänzende, filigran von der Decke baumelnde Kronleuchter. Den will man nur einer wahren Lichtgestalt zuschreiben. Keinesfalls einem sinister gestimmten Persönchen. Darf man solch einen Leuchter mit dem Etikett Röyksopp behängen, ohne dass Ikea sein Monopol auf skandinavisch klingende Einrichungsgegenstände gefährdet sieht? Zu guter Letzt, der Papierkorb. Ein unverzichtbares Accessoire, zweifelsohne. Zugleich aber kaum zu Ehrungen taugend. Eben jene hätten die Papercuts freilich mehr als verdient.

Was fühlt man sich den Möbeln nicht gleich inniger verbunden, wenn sie weder Billy, Ivar noch Klippan heißen. Würde man eine mit verträumtem Motive versehene Vase namens Sigur Rós jemals versehentlich vom Tisch fegen? Niemals, das würde sich nicht mal die ungeschickte Co-Bloggerin trauen.

SomeVapourTrails

Röyksopp – Die Droge zum Altern

Die beiden EMI-Flüchtlinge sehen zur Zeit ganz schön alt aus, weniger sprichwörtlich, mehr so der Maske zu verdanken. Der EMIgration zu schulden ist die VÖ-Verschieberei des neuen Albums Senior, da kann man schon mal selber Spinnweben ansetzten.

Am 13. September kommt endlich das langersehnte Senior, Follow-up von Junior. Wunderbar krude und humorig machen sich die Norweger über die lange Wartezeit lustig und geben zugleich erste musikalische Einblicke in das Album:

Señor B + Señor B’s Adventures in Barbieland

Die erste Single The Drug gibt’s jetzt hier via Soundcloud zuhören und in allen Onlineshops zu erstehen.

The Drug by Röyksopp

Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Songs, The Drug ist mir fast ein bißchen zu reduziert und sphärisch, mein Liebster und Co-Blogger wird das vermutlich wieder ganz anders sehen und bei Senior die zu poppigen Nummern aussortieren, die ich dafür widerum um so mehr liebe.

DifferentStars

Röyksopp: Senior kommt im August

Foto: Stian Andersen

Ursprünglich für Herbst vergangenen Jahres, dann April 2010 angekündigt, wird das neue Röyksopp Album Senior nun im August erscheinen. Wohl auch ohne EMI, dem Major, der zur Zeit arg damit beschäftigt ist, sich selbst das Grab zum letzten Geleit zu schauffeln. (Schon lange keine physischen Promos mehr für Journalisten und Blogger, seit neuestem keine Download-Links, sondern nur noch Album-Streams und so ein Schwachsinn…)

Also, ich freu mich auf das Nachfolge-Album von Junior und bin gespannt, was uns die beiden Herren da kredenzen werden.

Hier die Original-Message von Röyksopp:

So… Regarding the release of Senior. As you correctly have noted, we promised you a release this April. We would like to start by apologizing for any false expectations this statement created. We love you, and we would never purposely misinform you. You see, instead of the release actually happening in April, a lot of other things happened.

Long story short, the toppling of the record industry finally rippled its way into our universe. As you all know, record companies have been having an “interesting” time lately, to say the least. Because of this, to ensure the best possible release scenario for Senior, we have gone through many changes on exactly who we’re releasing it with.

But now it’s all come together.

The album will be released at the end of August. And, even better, for those of you who live in places records are not released on time (and for everyone else too), we will also make the album available here on this website!

All in all, even though the extra wait is boring/ bad/ painful, this should be seen as good news. Senior is a very special release to us, and we would never release it without making sure it was in the best possible hands, when it comes to record companies and distribution. In a way, it’s almost fitting that it being a truly unique album, it would have a difficult start in life.

Best, Señor B + Señor B

Auch wenn SomeVapourTrails und ich Junior beide sehr lieben, fiel doch die Rezeption dieses Lied sehr unterschiedlich aus:

Röyksopp – The Girl And The Robot from moho on Vimeo.

Ich kann den Song gar nicht oft genug hören, der Liebste befand es sei einer der wenigen nervigen Ausreißer der Platte 😉

Die Review zu Junior findet ihr hier:

Sogar Schampus schlürfende Schabracken schunkeln zu Röyksopp

DifferentStars

Mystery Quest: Röyksopp „Senior“ vs The Golden Filter „Voluspa“

Das Schöne am Rätselraten ist, dass man beginnt zu Suchen, abseits ausgetretener Pfade und Beachtung auf Unbekanntes lenkt. Heute wurde mir von Splitside ein weiterer Tipp hinterlassen. Seiner Meinung nach stecken hinter iamamiwhoami The Golden Filter.

Wie Aufgemischt berichtet, veröffentlichen The Golden Filter am 26.4.10 ihr Debüt-Album Voluspa. Der Titel bezieht sich auf ein mittelalterliches Gedicht aus der Edda: Völuspá vereint mehrere nordische Sagen, in denen eine Seherin von der Erschaffung und der Zerstörung der Welt erzählt.

Musikalisch gesehen sind mir The Golden Filter ein bisschen zu poppig und oberflächlich um zu den iamamiwhoami Videos zu passen, auch passt die Stimme der Sängerin nicht.  Allerdings spielen sie auf ihrer Homepage sehr mit Tarnung und Enttarnung, die neue Single heißt passend “Hide Me”, den Song gibt’s bei Aufgemischt als Gratisdownload.

Auf der Labelseite dummymag könnt ihr euch weitere kostenlose Kostproben abholen. Die Tracks Thunderbird und Solid Gold werden dort  verschenkt.

Argument für The Golden Filters als Act hinter iamamiwhami könnte sein, dass  die Voluspa auch bekannt ist als die Prophezeiungen der Völva (the Prophesy of the Völva). Völva wird ebenso wie Huldra als Repräsentantin der germanischen Göttin Holda (Frau Holle) gesehen. Und eben jene Huldra wird von vielen hinter dem Wesen aus den iamamiwhami vermutet. Bei genauer Betrachtung wird mir hier jedoch zuvieles zurecht gebogen. Während Völva Seherin und Shamanin bzw. Priesterin der Muttergöttin ist, ist die  Huldra ein verführerischer Waldgeist, in manchen Erzählungen auch die Herrin des Waldes.

Die Huldra vermögen mit Schönheit und Glamour zu täuschen, zeigen jedoch einmal enttarnt oft ihr hässliches Gesicht.

In Scandinavian folklore, the Huldra in (Norwegian culture, derived from a root meaning „covered“ or „secret“), or the skogsrå or skogsfru/skovfrue (meaning „Lady (read, counterpart of a Lord) of the forest“) or Tallemaja (pine tree Mary) in Swedish culture, is a seductive forest creature. Her name suggests that she is originally the same being as the völva Huld and the German Holda.[1] A male hulder is called a huldu, or in Norway a huldrekall.

The word huldra/huldri/hulderen is the definite form in Norwegian („the hulder“) – the indefinite form is en/ei hulder („a hulder“). The plural indefinite form is huldre(r) („hulders“), and the plural definite form is huldrene („the hulders“). In the plural it is also common to use the collective form huldrefolk (indefinite) and huldrefolket (definite). There is also an adjective connected, to be Huldren, which can be interpreted as uncanny, or often „being under the hulder’s spell“ (i.e. suffering from inexplicable madness).

It should be noted that male hulders do appear, called Huldrekall. This being is closely related to other subterrestrials, usually called tusser. Like the female counterpart, the huldrkall is a shapeshifter who often lures girls under a fair countenance (Glamour). Both male and female hulder could be revealed as rather ugly when the glamour was lifted from them.

(Quelle: Wikipedia)

Unsere Lieblingstheorie ist nach wie vor, dass Aphex Twin und Chris Cunningham hinter der Viral Campaign stecken. Nicht mehr ganz sicher bin ich mir, ob es  um die Promotion eines Album-Release geht. Ich wär‘ nicht überrascht, wie schon hier angedeutet, sollte es eine Kampagne zum Artenschutz gehen. Möglich, dass ein ganzes Künstlerkollektiv dahinter steckt. Dieses Video klang schon sehr nach Air. Der Bezug zur Muttergöttin und Natur wäre ein klares Indiz, dass hier Awareness für leidende (aussterbende) Kreaturen erzeugt werden soll. Auch das klagend-fragende „Why“ am Ende des sechsten Videos deutet darauf hin. Greenpeace wär ein heißer Tipp und haben in der Vergangenheit immer wieder Compilations mit hochkarätiger Besetzung rausgebracht.

Oder aber….:

Röyksopp schicken uns endlich die ersten Vorboten des ursprünglich für Herbst 2009 angekündigten Senior. Diese These vertreten u.a. breakinguptheboy und theroundtable.

Musikalisch gesehen, wäre ihnen diese Formwandlung zu zutrauen. Bereits in einigen Interviews hatten sie angekündigt, dass Senior im Gegensatz zu Junior weniger poppig und dunkler würde.

… Senior’s the flipside to Junior, it’s all about atmospheres. Junior has quite a heavy emphasis on vocals and the rhythm and it’s quite direct, whereas Senior is more withdrawn and introspective and create an atmosphere and an ambience, to sit down and if you don’t need constant loud information all the time that’s what Senior is all about.

(Quelle)

Bisher sind 3 Songs der Tracklist bestätigt worden: The Alcoholic, The Fear and Coming Home. Röyksopps Beschreibung des ersten Songs Alcoholic, passt aber nicht zur Theorie:

The Alcoholic has been described by the band as a „nostalgic idea based on this hobo who hitchhikes on trains and travels from place to place.

(Quelle: Wikipedia)

Manche glauben, die Frau aus diesem Video, die Karin Dreijer Andersson verkörpert, sei die gleiche, wie in den iamamiwhoami-Clips.

Röyksopp – What Else Is There?

Die Wartezeit versüßen Röyksopp ihren Fans derweil mit kostenlosen Downloads, die es nach Registrierung in ihrer Members Area gibt. Besonderer Leckerbissen:

Suite for a Robotic Girl” (a classic re-interpretation of The Girl and The Robot) by Davide Rossi.

Rossi hat u.a. mit Coldplay, The Verve and Goldfrapp gearbeitet und die Streicher für Junior arrangiert und gemeinsam mit den The Verve-Mitgliedern Nick McCabe und Simon Jones die neue Supergroup The Black Ships gegründet.

Eines weiß ich mit Sicherheit: Ich freu‘ mich sehr auf Senior…. und weitere Mystery-Quests… besonders musikalische…

DiffererentStars

DifferentStars Lieblingslieder 2009

Doves – Kingdom Of Rust

White Lies – To Lose My Life

Ladytron – Tomorrow

Soulsavers – You Will Miss Me When I Burn

Hope Sandoval & the Warm Inventions – Trouble

Röyksopp Feat Robyn – The Girl And The Robot

The Girl And The Robot from Röyksopp on Vimeo.

Great Lake Swimmers – Everything Is Moving So Fast

The Sons – Welcome Home Again

Placebo – Kings of Medicine

Manic Street Preachers – William’s Last Words
(leider kein gutes Video gefunden)

The Alexandria Quartet – Goodbye, Future Boy
The Alexandria Quartet – live @ Magnet Club Berlin

DifferentStars | MySpace Video

Alessi’s Ark – Magic Weather

Papercuts – John Brown

Kasabian – Fire

Kasabian – Fire from Kasabian on Vimeo.

Paolo Nutini – Candy

Paolo Nutini – Candy from Nikke Osterback on Vimeo.

Metric – Help I’m Alive

Florence + the Machine – You’ve Got the Love

Die Liste ist zugegeben so durcheinander wie auch mein Musikgeschmack, ganz bewusst keine Top Ten, denn wie lieb ich ein Lied gerade habe, hängt auch immer von meiner momentanen Laune ab. Wobei die Doves mit Kingdom Of Rust und die Soulsavers mit You Will Miss Me When I Burn ganz besondere Meisterwerke geschaffen haben und Hope Sandoval schwebt eh über allem. Und jetzt nicht ankommen und klugscheißen, dass Soulsavers Lied sei nur ein Cover, ist mir bekannt…

Fast vergessen, also last but not least:

Timo Breker – Julia da es kein gutes Video gibt, hier stattdessen: Ocean Song

DifferentStars

Herz_mit_Pfeil

500 essentielle Songs der Dekade – Teil 2

Auch dieses Mal wollen wir eine bunte Mixtur an bekanntem und unbekanntem, wichtigem und besonders wertvollem Liedgut vorstellen. Und obzwar Listen immer den Geschmack des Erstellers widerspiegeln, haben wir doch versucht über den Tellerrand zu lugen. So mag ob des Haareraufens nun das eine oder andere davon in der Suppe schwimmen. Dennoch wollen wir uns ans  Servieren machen – umso mehr, da wir der bloggenden Nachbarschaft mit dampfender Terrine und gutem Vorbild voranschreiten. Teil 1 offerierte bereits jede Menge Leckerbissen, jetzt folgt der Nachschlag.

500Tracks(Teil2)

wallofarmsThe Maccabees – Love You Better (2009)

someofmybestfriendsaredjsKid Koala – Skanky Panky (2003)

ghostsofthegreathighwaySun Kil Moon – Glenn Tipton (2003)

kidaRadiohead – The National Anthem (2000)

whateveryouloveyouareDirty Three – I Offered It Up To The Stars & The Night Sky (2000)

keystotheworldRichard Ashcroft – Words Just Get In The Way (2006)

siberiaEcho & The Bunnymen – In the Margins (2005)

championsoundJaylib – Champion Sound (2003)

lostchannelsGreat Lake Swimmers – Everything Is Moving So Fast (2009)

zMy Morning Jacket – Dondante (2005)

Röyksopp: Neues Video + gratis Remixe

Röyksopp ft Robyn – The Girl & The Robot

Am 15. Juni erscheint die Single – jetzt gibt’s ein neues Video zu The Girl & The Robot. Regie führte Michael Baldwin. Es ist das erste Röyksopp-Clip überhaupt, in dem Torbjørn und Sveindie, Masterminds von  Röyksopp  in einem Musikvideo auftreten.

Seit einigen Wochen schon, hämmert der Song immer wieder als Gute-Laune-Wummer durch unsere 4 Wände. Die Metapher im Clip gibt dem Ganzen jetzt ne neue Ebene. Wobei – laut aufgedreht wird von mir vorallem dann, wenn der werte SomeVapourTrails sich gerade am Arbeitsplatz durchaus… na wie wohl fühlt?!

Unsere Review von Junior findet ihr hier.

Auf der Seite mit dem merkwürdigen Namen rcrdlbl.com gibt’s zur Zeit 3 Remixe aus dem aktuellen Album Junior als kostenlose Mp3s.

1. Happy Up Here (Holy Fuck Remix)

2. The Girl and the Robot (Chateau Marmont Remix)

3. The Girl and The Robot (Ocelot Remix)

Downloaden könnt ihr die Songs hier.

Viel Spass damit!

DifferentStars

Sogar Schampus schlürfende Schabracken schunkeln zu Röyksopp

Clubsound darf richtig mies sein, denn ab einem gewissen Alkoholpegel wird jedweder Geschmack ohnehin mit stampfenden Beinen im Oval der Tanzfläche platt getreten. Diese Mischkulanz diverser Stile, welche oft auch unter dem Begriff Lounge firmiert, muss man sich zumeist schönsaufen. Ausnahmen bestätigen die Regel – und Röyksopp sind der übergroße Sonderfall. Das dieser Tage erscheinende, an Happy-Sound prallvolle Album trägt den Titel Junior.

junior

Nicht jedermann, der an irgendwelchen Reglern herumschiebt oder Ableton Live auf seinem Rechner beherbergt, darf sich Soundtüftler schimpfen. Den zwei Norwegern  Torbjørn Brundtland und Svein Berge jedoch gebührt das Prädikat zurecht. Nach dem lobgehymneten Debüt Melody A.M. und dem ehrenwerten Nachfolgealbum The Understanding präsentieren uns die Herrschaften ihren neuesten Streich und stellen erneut unter Beweis, dass eingängige Disco-Mucke auch Kunstform sein kann und die Bezeichnung Euro-Dance nicht nur als Schimpfwort sein Dasein fristen muss.

Ein Sezieren der Platte aus einem gemütlichen Bürostuhl heraus scheint schwer möglich, weil bei der Mehrzahl der Tracks die Füße nach Verselbständigung trachten. Nichtsdestotrotz will ich das Kunststück versuchen. Bereits der Eingangstitel Happy Up Here ist Gute-Laune-Musik, wie sie in dieser Form eben lediglich von Röyksopp dargereicht wird. Betört sprinkelt ein Lächeln von den Lippen, die Mundwinkel schwappen nach oben und der Oberkörper federt im Takt. Mit The Girl And The Robot beschallen uns die Norweger mit einem schweißtriefenden Dancefloor-Knaller, zu welchem die schwedische Popröhre Robyn losgröhlt. Das stört nicht weiter, diesen Song vermöge auch die Apothekerstochter von nebenan nicht in den Sand zu setzen. Zu intensiv blubbert der Beat. Eine erste Verschnaufpause bietet das zurückhaltend funkige Vision One, ehe die Retro-Gäule mit Röyksopp durchgehen. This Must Be It dreht die Zeit zurück und generiert – besonders durch den Gesang Karin Dreijer-Anderssons – ein Abhott-Feeling wie vor 20 Jahren. Just nach diesem Titel, dessen Intensität den Hörer/Tänzer ausgelaugt zurücklässt, platziert das Duo das famoseste Stück. In einem Moment also, in dem auch jedwedes Schlumpflied nicht sehr stören würde, wuchert ein verspieltes Ambient-Stück namens Röyksopp Forever mit bombastisch auffidelnden Streichern zu einer überdimensionalen Hymne. Hier wird das gesamte Potential der janusköpfigen Musikschmieder deutlich. Die Jungs sind elektronische Derwische mit breitem Spektrum musikalischer Ausdruckskraft. Wundervoll gekonnt wird die erbauliche, feierliche Stimmung vom glibberig-versifften Flair des Liedes Miss It So Much gebrochen. In kindlichem Geträller quiekt Lykke Li vor sich hin. Hier wird die Ära billiger Casio-Keyboards schräg mystifiziert, ehe man mit Tricky Tricky die 80er Jahre ausgiebig abfeiert. Die sehnsüchtige Wildheit damaliger Frauenstimmen wird durch Karin Dreijer-Andersson abermals atmosphärisch dicht wiederbelebt. Klavierbeseelt tuckert in der Folge You Don’t Have A Clue herbei und liefert entspanntes Sirenengesäusel ab. Durchatmen ist angesagt. Auch beim schwebenden Silver Cruiser, das ein bedächtiges Abgleiten in höhere Sphären gestattet. Entrückt wackelt man gen Toilette, spritzt sich Wasser ins gerötete Gesicht, korrigiert die Schminke und verpasst dabei den einzig schwachen Titel auf Junior, nämlich True To Life. Keine Tragödie. Zum Rausbugsieren in die ohne Discokugel erleuchtete Realität haben Röyksopp noch It’s What I Want in petto und das rockt die Sause einmal mehr kräftig.

Ich bin viel zu ermattet für ein finales Resümee.  Junior ist schlicht und ergreifend ein tolles Werk, dass Schampus schlürfende Schabracken ebenso in den Bann zieht wie den qualitätsbewussten Audio-Fetischisten. Sogar wenn man sich bislang nicht als Rhythmusmonster präsentiert hat, Röyksopp haben das Zeug jedem die Beine zu lockern.

Röyksopp – The Girl And The Robot

Link:

Offizielle Webseite

SomeVapourTrails

Röyksopp: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Damit DifferentStars nicht wieder ein Veto schreiben muss, übt sie sich nun in der Kunst des Prologs. Und dieser beginnt mit der beidseitigen Freude von DifferentStars und SomeVapourTrails in den Genuss eines Rezensionsexemplares von Röyksopp’s neuem Album Junior zu kommen. Mit KinderMusikjournalistensicherung. Watermarked Mp3s heisst das Zauberwort und wohl auch Unwort in den Ohren vieler Musikrezensenten. Die Frage, ob wir denn mit diesen arbeiten könnten, brachte uns für einige Momente zum Rätseln, welches technische Problem uns beschert werden könnte. Die Antwort: Gar keins – Wir sind einfach nicht verwöhnt genug, um auf die Zusendung von CDs zu bestehen. Noch feiern wir jedes Päckchen gefüllt mit den Promo-Scheiben, wie ein Geburtstagsgeschenk.

Nach Erhalt der 6.  CD hielt mir mein Liebster selbstredend, einen langen Vortrag, dass dies nun nicht dazu führen dürfe, uns korrumpieren zu lassen und wählte für seinen nächsten Eintrag einen obskuren, von mir nie zuvor gehörten Barden mit schwer zu erinnerndem Namen.

Kehren wir zurück zu Röyksopp – das Recht des ersten Hörens fiel in diesem Fall mir zu – auch wenn schon im Vorfeld SomeVapourTrails als Rezensent auserkoren. Dieser durfte dann einen Tag später. Soviel vorab: Wir beide mochten was wir hörten. Mit einigen Ausreissern hoch nach oben und unten. Vollkommen nervig, fände er 2 Lieder, der Rest sei sehr fein, teilte mir SomeVapourTrails mit. Nicht so schlimm, warf ich ein – dieses eine Lied, ist einfach so genial und umwerfend – da dürfen auch mal 2 schwächere Songs auf der Platte sein.

Zur Bestätigung schmiss ich The Girl And The Robot auf voller Lautstärke an. Das Lied, das gerade zu nach durchtanzten Nächten schreit, das Lied, mit dem ich aus vollem Herzen meine Nachbarn quälen werde…. Die Begeisterung von SomeVapourTrails äußerte sich wie folgt: „Genau diesen Track  finde ich total furchtbar – nervendes Discogedöns“. Liebe und Hass können so nah beieinander liegen 😉

Meine Extase …sein nicht Lied, sondern Leid.

Der Musikblog Popjustice ist meiner Meinung und  kürte The Girl And The Robot gleich zum Song Of The Day, dort könnt ihr auch eine 30 sec Preview hören.

Gesungen wird The Girl And The Robot von der schwedischen Popikone Robyn.

„Neben ihrer wunderbaren Persönlichkeit und Stimme ist das Gute an Robyn”, findet Berge, „dass sie trotz ihres großen Namens – immerhin ist sie die wahrscheinlich bekannteste Künstlerin, mit der wir auf unserem Album gearbeitet haben – dazu bereit ist, Aufnahmen mit zwei schäbigen Typen in einem Besenschrank in Bergen zu machen. Dafür hat sie meinen vollen Respekt.”

(Quelle: Röyksopp.de)

Kehren wir nun zurück zur Kindersicherung und Last.Fm – den wahren Schatten und denen, die das Licht suchen. Junior der strahlende Stern, von so einigen sehnsuchtsvoll erwartet…  So purzelten SomeVapourTrails gestern einige unerwartete PMs in sein Last.Fm Postfach:

hello. do you have new royksopp cd? and can you sand me ‚junior‘ to me? pls!!!
have a nice day

Eine Stunde später, etwas ungeduldiger:

no? please, please

SomeVapourTrails raufte sich die Haare, schimpfte und genoss mit Snobismus als  Filesharing-Gegner und Musikrezensent  folgende Antwort zu senden:

First of all, I am against Filesharing. If you like it, support the artist by buying the CD. The reason why I already have the album is that this is a watermarked press copy I got. I guess you can figure the answer.

Regards, Chris

Nur um dann gleich wieder als potentieller neuer Tauschfreund umworben zu werden:

hi. Pls, may u help me?(
I’ve been searching for junior for a long time.
and i don’t know where to get it. i’ve heard some tracks a little bit…and i can’t wait anymore=|
or just one track… „you don’t have a clue“

i promise to keep it only on my pc and not to spread it.


Guess you figure the answer
😀

Junior lohnt auf jeden Fall gekauft zu werden. Dies kann, darf und sollte ab dem 20. März geschehen. Kurz vorher wird SomeVapourTrails das Werk in voller Länge und Breite würdigen. Die erste Single ist schon auf dem Markt:

Die offizielle Version könnt ihr hier sehen:

Happy Up Here from Röyksopp on Vimeo.

Links: Röyksopp.de, Myspace

DifferentStars

Geburtstagsgrüße von Röyksopp

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Will bedeuten, dass das faszinierende Duo namens Röyksopp seit einigen Tagen einen kostenlosen Download bereitstellt, um das zenhjähriges Bandbestehen gebührend zu feiern. Röyskopp ist eine der Bands, die ich mir immer schon zu Gemüte führen wollte. Es reichte lediglich zur traumschönen Hymne So Easy. Welch besseren Neujahrsvorsatz kann es folglich geben, als sich das 2009 erscheinende, dritte Studioalbum der Band zu kaufen. Doch bis dahin lasse ich mich gern mit dem Track Happy Birthday vertrösten.

Röyksopp

Wer Lust auf Röyksopp bekommen hat, sollte nun einfach auf das Bild klicken. Viel Freude damit.

SomeVapourTrails