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Sprachlosigkeit kann tödlich sein

Update 2: Ich habe lange überlegt, ob ich wie ein Teil der anderen Medienvertreter, den Namen der beschuldigten Sängerin entfernen soll oder nicht. Ob unkenntlich gemacht oder nicht – jeder weiss nun um wen es geht. Gleichzeitig zu beobachten: Die Berichterstattung artet aus. Immer mehr ideologische Gruppen missbrauchen das Thema für ihre eigenen Zwecke. Allen voran, Rassisten, Neonazis und fundamentalistische Christen. Es ist mehr als ekelhaft, was es zu lesen gibt.

Die meisten Verfehlen, dass der diskutierte Fall eine Möglichkeit gewesen wäre, uns ins Gedächtnis zu rufen, dass HIV uns alle angeht, jeden treffen kann. HIV ist kein Randgruppen-Thema.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten zeigt sich mal wieder, dass die richtige Menschen nicht miteinander geredet haben – während nun die falschen Leute zuviel drüber reden.

Es geht um eine Frau, der vorgeworfen wird, trotz Wissens um ihre HIV Infektion ungeschützten Sex mit mehreren Männern gehabt zu haben. Einer dieser Männer klagt sie an, sich bei ihr infiziert zu haben.

Diese Geschichte hätte genauso überall passieren können. Egal ob die Frau nun Sängerin, Grundschullehrerin, Managerin oder Verkäuferin ist. Um aus dem Exemplarischen etwas lernen zu können und den Fall auf eine neue Ebene zu heben, habe ich nun den Namen entfernt.

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Es ist sonst nicht meine Art, Themen aus dem Boulevardbereich aufzugreifen. Der Fall der Sängerin ist auch kein Klatsch und Tratsch – sondern leider todernst. Macht wütend – in vielerlei Hinsicht. Einen Artikel, der regelmäßig aufgerufen wird, hatte ich anlässlich des Weltaids-Tages geschrieben: Statt roter Schleife: Ofra Haza – als Jungfrau in die Ehe – gestorben an AIDS.

Hier schilderte ich meine Erfahrungen, wie man sich schön beim Hausarzt zum Deppen macht – mit allerlei Vorurteilen gegen Schwule konfrontiert wird und das nur, weil man sich verantwortungsvoll zeigen will.

Es klingt spießig – ist aber wahr: Egal wie groß die Lust oder Liebe: Erstmal geschützter Sex – dann ab zum AIDS Test. Sind beide negativ – kann munter ohne Gummi… Eine Grundregel, die eines voraus setzt: Das Miteinander Reden – ohne falsche Hemmungen.

Denn das teuflische an HIV ist – man sieht’s nicht.  Es kann jeden treffen. Egal ob hetero oder homo, schön oder hässlich, gepflegt oder verlottert, gut oder böse. Viren unterscheiden nicht.

Leider schieben zu viele dieses Thema immer noch in die Schwulen/Stricher/Fixer-Ecke. Drüber reden ist tabu. Und zugegeben es ist auch ziemlich unsexy beim ersten Date damit anzufangen. Leider sind wir aber auch meilenweit davon entfernt, dass sich die Herren der Schöpfung wie selbstverständlich ein Kondom überziehen. Besonders bei jungen Leuten sind die Zunahme von Teenie-Schwangerschaften und Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten alarmierend.

Infizierten, die sich outen droht die Ausgrenzung aus der Gesellschaft, sie stehen unter dem  Generalverdacht, ein unehrenwertes Leben geführt zu haben.  Vielleicht haben sie jedoch einfach nur einmal zu viel vertraut, dass nichts Schlimmes passieren wird.

Wie die Geschlechtspartner der nun verhafteten Sängerin. Ihr wiederum wird zur Last gelegt, ihre mutmaßliche Infektion verschwiegen zu haben. Spielte – so ist der Verdacht – mit dem Leben der anderen, wie den Medienberichten nach auch einmal mit ihrem gespielt wurde. Russisch Roulette – bei dem aus Opfern Täter werden.

Laut dem Stern wurde die 26-jährige am vergangenen Samstagabend unter dem Tatverdacht der schweren Körperverletzung verhaftet. Die Sängerin soll trotz des Wissens über ihre Infizierung zwischen 2004 und 2006 mit mindestens 3 Männern ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben. Mindestens einer der ehemaligen Sexpartner soll sich bei der ehemaligen Castingshow Kandidatin angesteckt haben.

Update: Die Medienberichte sind inzwischen widersprüchlich. Der Spiegel beruft sich weiter auf die Staatsanwaltschaft und schreibt von mindestens einer Infektion, die die Sängerin zu verantworten habe. Manche Zeitungen berichten von einem bereits durchgeführtem Beweis bringenden Test. Andere schreiben, die Sängerin sei zum Zwecke dieser Untersuchung festgenommen worden. Andere bezweifeln, dass solch ein Test überhaupt den Beweis erbringen könne. Der Stern stellt inzwischen in Frage, ob die Frau überhaupt von ihrer vermeintlichen HIV-Infektion wusste. Am skrupellosesten ist wie üblich die Bildzeitung, diese hat einen Mann interviewt, der nach seinen, zu hinterfragenden Angaben, mit der Sängerin ungeschützten Sex gehabt haben will und unterstellt dieser, sie habe ihn bewusst belogen.

HIV-Infektion ist immer noch ein Todesurteil auf Raten. Auch wenn neue Medikamente bei vielen Infizieren den Ausbruch von AIDS um viele Jahre hinaus schieben. Immer noch krepieren viele elendiglich. Der schöne Schein, mit aufgebaut von der Pharmaindustrie trügt.

Der Sängerin droht nun eine  Haftstrafe  zwischen 6 Monaten und 10 Jahren. Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl da laut seinem Ermessen Wiederholungsgefahr bestünde. Den Mann, den sie infizierte, hat diese Frau  längst zu einem qualvollem Tode verurteilt.

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This is hardcore: Bibi Blocksberg's Blowjob

Schlimm ist der, der Schlimmes dabei denkt. Männer denken durchschnittlich alle 7 Sekunden an Sex, wird kolportiert und sind daher besonders schlimm. Wir Frauen hingegen sind da ganz anders, bei all den Gedanken an das perfekte Styling, Kochrezepte und Schuhkäufe, bleibt da wenig Zeit für erotische Fantasien.

Ist auch ganz gut so, diese Gehirn-Wichsereien können leicht entgleisen.

Das Frankfurter Magazin enthüllt jetzt einen Comic-Porno-Hardcore Skandal der besonderen Art und titelt: Skandal: Hardcore Szenen im Bibi Blocksberg Hörspiel.

Den Video-Beweis liefert unter anderem dieses, beim investigativen Underground-Portal Youtube veröffentlichte Filmchen:

Bibi Blocksberg übt blasen

Bleibt nur noch eines zu sagen:

PULP – This is Hardcore

Bleibt doch noch ein Zweites zu sagen:

Solange die Ikone meiner Kindheit nicht schluckt, bleibt der Vorbildcharakter gewahrt. Mädels – die Aussage „so nahrhaft wie ein kleines Steak“ ist ne typisch männliche Schutz- (und Wunsch-) Behauptung. Schlucken tun nur Schlampen und schmecken tut’s auch nicht. Männer, bei denen das Timing nicht klappt, sofort von der Bettkante treten! (Keine Ironie – ist ernst gemeint!!!)

Damit die Moral gewahrt wird:

Bibi Blocksberg ist inzwischen 29 Jahre alt und somit reif genug für ein bisschen Sex – aber auch für sie gilt: Kondome schützen. Nackt auf dem Playboy werde wir die kleine Hexe hoffentlich nie wiederfinden. Denn: Liebe C-Promis, künstlerische Fotografie ist was anderes. Der Playboy ist und bleibt ne üble Wichsvorlage! (Diesen Satz wollte ich schon immer mal wo unterbringen und würd‘ in auch mal gerne live im Fernsehn sagen).

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Eine supersexy Liste (Teil 1)

Will man als Blogger hohe Zugriffszahlen generieren, scheint ein deppensicherer Weg in der Verwendung der optimalen Buzzwords zu liegen. Die richtigen Tags sind ein guter Anfang, noch besser ist die wiederholte Benutzung von Google-freundlichen Begrifflichkeiten. Es empfiehlt sich Sex und Erotik in der unaufdringlichen Manier eines Tourette-Kranken immer wieder wahllos in den Text einzuflechten. Dies und die Erwähnung prominenter Namen sollte Suchende zu diesem kleinen, feinen Blog lotsen, oder etwa nicht? Natürlich bedarf es dann auch eines nach Aufmerksamkeit heischenden Themas, damit die Mikrosekunde der Entscheidungsfindung, ob der Blog lesenswert ist, auch zugunsten des Bloggers ausfällt.

Habe ich schon von Sex gesprochen? Playboy ist sicher auch ein nettes Buzzword, wobei die Fans von Pin-Ups selbigen wohl eher boykottieren. Den liest man doch mittlerweile nur noch. Mit wohligem Schauer zu bestaunende Bilder sind Mangelware, sagt jedenfalls meine Freundin. Essentiell scheint die maßvolle Verwendung sensationslüsterner Schlagworte. Wer wirklich nach Porno oder Hardcore sucht, der wird beim Anblick eines elendslangen Textes Hals über Kopf die Flucht ergreifen. Sex als Buzzword klingt gerade noch dezent genug. Besser freilich scheint Erotik, da der Begriff auch Feingeistern über die Lippen kommt. Und wer will nicht empfindsame Ästheten unter seinen Lesern wissen?

Die Namen der aus Hochglanz-Magazinen vertrauten Gesichter sollten auch sorgsam ausgewählt sein. Auch hier muss man den Geschmack der gewünschten Klientel ins Auge fassen. Fans von Paris Hilton oder Fetischisten mit Hang zur kultischen Verehrung Pamela Andersons sind wohl nicht die avisierte Zielgruppe. Da ist es schon sinnvoller aparte Schönheiten à la Carla Bruni im gleichen Atemzug wie Sex zu nennen. Oder auch gern Nelly Furtado.

Freilich entkommt man dennoch nicht der Pflicht dem Blogeintrag auch inhaltliches Gewicht zu verleihen. Eine in der Simplizität der Mittel geniale Idee ist die Erstellung von Listen. Viele Zeitgenossen lieben Listen, sie sind die perfekte Symbiose von Ordnung und Bewertung. Auch ich habe ein Faible für ein die Ganglien zermürbendes Grübeln nach der besten Kategorisierung und Reihung von Musiker, Alben, Liedern, whatever. Daher sei mir heute eine sehr nach persönlicher Befindlichkeit orientierte Liste der 10 schönsten Songs der Entrückung vergönnt.

Meine Top Ten der Verträumtheit:

10. múmSunday Night Just Keeps On Rolling

09. The Chemical BrothersAsleep From Day (featuring Hope Sandoval)

08. 1 Giant LeapThe Way You Dream (featuring Michael Stipe)

07. Dirty ThreeI Offered It Up To The Stars And The Night Sky

06. Sigur RósGlósóli

05. LowLullaby

04. Four TetMy Angel Rocks Back And Forth

03. A Silver Mt. Zion – 13 Angels Standing Guard ‚Round The Side Of Your Bed

02. Philip GlassFacades

01. BlockheadSunday Seance

Ich hoffe, dass der geneigte Leser den einen oder anderen Track bei Gelegenheit anhört. In dieser Auswahl fließt Herzblut…

SomeVapourTrails

Des Taugenichts Faible für Indie

Sag mir, ob du deiner Mutter vertraust, und ich sage dir, welche Musik du hörst.

Ganz ohne Blick in die Glaskugel. Gestehe, dass du Drogen nimmst, und ich verrate dir, ob deine Mariah Carey CDs ins Nirwana der Mülldeponie eingehen müssen. Dazu bedarf es keines Hokuspokus. Statistische Auswertung heißt das Zauberwort.

Die Mäander der wissenschaftlichen Forschung scheinen bisweilen in Sensationslust verheddert. Will ein ehrenwerter Professor ins mediale Rampenlicht dackeln, dann doch entweder durch Entdeckungen ungeahnter Tragweite oder aber mit sensationslüsternen Enthüllungen über Sex, Drugs and Rock ’n‘ Roll.  Ersterer Ansatz setzt unzählige Stunden des Schuftens und Rackerns voraus, zweiteres lediglich ein Grund-Know-how in Sachen Vermarktung.

Was ist nun von dem Versuch zu halten, den komplexen Aufbau der Persönlichkeit anhand des Parameters Musikgeschmack zu erklären? Genau dies hat Professor Adrian North von der schottischen Heriot-Watt University getan. Ein über 36000 Mal ausgefüllter Online-Fragebogen liefert die Basis für Rückschlüsse und Schnellschüsse. Der Teilnehmer wird zu einem von mehreren Umfrage-Formularen geschleust und darf dabei – mit ein wenig Pech zur Survey01 – Antworten abliefern, welche den Schäubles der Welt einen wohligen Schauer über den Rücken zaubern. Ungeschützter Sex ist ebenso ein Thema wie Sachbeschädigung und Drogenverkauf. Andere Fragebögen hingegen interessieren sich mehr für das Verhältnis zu Mutter, Vater und Partner. Ab und an geht es sogar um musikalische Vorlieben, man glaubt es kaum! Die kunterbunte Summe der erhobenen Daten scheint ein recht stimmiges Bild über Korrelationen zu liefern. Werfen wir nun ein bis zwei Äuglein auf die Resultate der bahnbrechenden Studie.

Lassen wir uns auf das Schubladendenken ein:

Freunde des mainstreamigen Pops haben hohes Selbstbewusstsein, sind nicht kreativ veranlagt, arbeiten jedoch hart. Sie sind kontaktfreudig und zärtlich, jedoch selten ungezwungen.

Liebhaber von Indie-Musik besitzen wenig Selbstvertrauen und können auch nicht mit Arbeitsattitüde oder Sanftmut punkten. Dafür dürfen sie sich kreativ schimpfen.

Fans des Bollywood-Genres dagegen sind einfach dufte, aufgeschlossene, schöpferische Wunderwuzzis.

Last but not least:

Heavy-Metal-Connaisseure scheinen völlig anders als die ach so verbrämten Stereotypen vermuten lassen. Sie sind kreative, introvertierte, sensible Knuddelmonster, die in ihrer Freizeit auch klassische Musik hören könnten. Wow!

Was lernen wir nun daraus? Wohl dass Menschen, deren Herz für Alternative schlägt, in die Kategorie unwerten Lebens fallen. Taugenichtse halt! Kein Wort der Widerrede! Denn der Gral der Statistik ist unantastbar.

Amen!

SomeVapourTrails

Links:

http://www.peopleintomusic.com/

BBC Bericht über die Umfrage



Simple Pleasure…die Kunst des erotischen Vorspiels

Sanft, verführend…mich lustvoll in die Kissen fallen lassend. Mit einer Leichtigkeit von der Männer sonst nur träumen…dieses Vorspiel beherrrst nur Einer: Stuart A. Staples … gesegnet mit einer Stimme – die nicht nur mein Trommelfell vibrieren läßt. Dunkel, samtweich, mit der  Lakonie und Snob-esquen Coolness ausgestattet – die uns Frauen sehnen, schmachten… zu Wachs zerfließen läßt…bereit zu…


…dem Album, daß mir der Tindersticks Liebstes ist…nicht nur…aber vielleicht auch ein bißchen weil das Cover in seiner Zweispältigkeit die menschlichste Erotik verstrahlt…nackt und pur…wie wir eben beim Sex so sind…fernab der künstlichen Wohnzimmerporno – Ästhetik eines TV Spielfim Titelbildes.

In voller Länge hören: Last.Fm

Tindersticks – Can We Start Again

Tindersticks – Can Our Love

Kamasutra für Chamberpop Lover:

Tindersticks – The Art Of Lovemaking

Vollkommen ohne Schuld und Reue…kostenlos aber hoffentlich nicht umsonst… kann man sich folgende Lieder runterladen:

The Flicker Of A Girl

Trying To Find a Home

Dank gilt hier dem überaus empfehlenswerten Tonspion!

Mehr Infos:
http://www.tindersticks.co.uk/
http://www.stuartastaples.com/

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