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Unsere musikalische Möbelnomenklatur

Unser Blog ist eine heimelige Rotunde, in der wir unsere Lieblingsmusiker namentlich einkerkern. Mag in der Welt da draußen auch noch so sehr die Post abgehen, wir riskieren nur selten einen aus dem Fenster gerichten Blick, der sich jedoch flugs vor Langeweile abwendet und schnell wieder die edle Inneneinrichtung überschweift. Ab und an klopft es an der gut gepolsterten Tür. Gemächlich kommen wir aus der Verschanzung gekrochen, gehen dem Pochen nach. Entriegeln die Sicherheitsschlösser, öffnen die Tür einen Spalt breit, spähen eher ungnädig über die Türkette hinweg. Wer uns da aller seine Visage entgegen hält! St. Vincent etwa. Rumms! Tür zu. Weiters Portugal. The Man. Denen würde ich zwar Obdach gewähren, jedoch unter der Bedingung, dass sie John Gourley, zweifelsohne mit einer der nervigsten, dünnen Stimmen der Gegenwart geschlagen, in die Wüste schicken. Und den ganzen Chart-Clowns und singenden Sex-Bömbchen wollte ich ohnehin nur mit Elektroschocker in der geballten Faust begegnen. So schnell könnte eine Beyoncé gar nicht die Laufmaschen in ihren Strümpfen zählen, ehe ich sie schon wutschnaubend vom Gelände jagen würde. Rihanna bekäme den geschwungenen Regenschirm zu sehen, verbunden mit der Ermahnung, dass ein einziges nettes Wölkchen noch kein Donnerwetter entfacht.

Im Inneren unseres Häuschens haben wir haben uns längst die eigenen Möbelnomenklatur gezimmert, die Gegenstände nur nach den verehrtesten Bands benannt. So lehnen in einer Ecke des Wohnraums einträchtig zwei wackelige Regale an der Wand, beide schon ein wenig ramponiert. Wenn man aus den Untiefen des einen etwas zu Tage befördern möchte, schlingert es, stößt unweigerlich gegen den anderen Schrank. Wir haben sie daher schlicht die Gallaghers getauft. Daneben an der Wand hängt ein Poster, eine mehrfach variierte Pietá in bester Tradition der Pop Art. Es kostete uns nicht einmal einen Gedanken, das Bild Madonna zu widmen. In der Mitte des Raumes steht ein Sofa ausgewähltester Behaglichkeit. Hier lässt es sich gemütlich fläzen, ein gutes Buch in den Händen oder einfach nur tagträumend den eigenen Gedanken hinterhergleiten. Solch wohliger Hort wurde von uns Mazzy Star tituliert.  Davor lümmelt ein Couch-Tischchen. Es neigt zu Eskapaden, steht umfallenden Weingläsern aufgeschlossen gegenüber. Seit eine gewisse britische Sängerin im Sommer verstorben ist, harrt das Tischchen einer abermaligen Namensgebung. Sollte wir uns doch noch zum Konsum von Kokain durchringen, wäre Doherty die erste Wahl. Der sich auf der einen Wand des Zimmers mächtig ausbreitende Schreibtisch schrie regelrecht danach, einem Singer-Songwriter die Reverenz zu erweisen. Der Poeten und Dichterinnen gibt es viele, aber Joni ragt hervor. Habe ich schon unseren überbunten Teppich gewürdigt? Sicher man tritt ihn Tag für Tag mit Füßen, doch lässt sich darauf auch abhotten, was das Zeug hält. Ähnlich ergeht es Moby. Mögen ihn Kritiker auch in Grund und Boden reden, für tänzerische Leibesertüchtigung hat der werte Herr einiges im Köcher. Selbst der übliche Nippes im Raum ist samt und sonders mit Namen versehen: Ob Placebo, Goldfrapp oder Travis, sie alle lächeln von Regalen und Kommoden herüber. Der kleine verschrumpelte Zinngartenzwerg mit dem langen Bart etwa, der auf dem Schreibtisch thront, was streichle ich Mr. E von den Eels nicht oft liebevoll über den Kopf.

Ein Modell, das - wie ich meine - nur The Boss heißen kann. (Photo Credit: Uwe Besendörfer aus de.wikipedia.org / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 von Wikimedia Commons)

Natürlich existiert auch problematischeres Mobiliar. Welcher Künstler möchte etwa seinen Namen mit einem Bücherschrank assoziiert sehen, wenn darin Kaliber vom Schlage eines Kafka oder Rilke die Feder schwingen? Welchen Liederschreiber überfällt dann nicht das Muffensausen? Ich habe den Bücherschrank guten Gewissens Nick Cave verehrt. Oder der chromglänzende, filigran von der Decke baumelnde Kronleuchter. Den will man nur einer wahren Lichtgestalt zuschreiben. Keinesfalls einem sinister gestimmten Persönchen. Darf man solch einen Leuchter mit dem Etikett Röyksopp behängen, ohne dass Ikea sein Monopol auf skandinavisch klingende Einrichungsgegenstände gefährdet sieht? Zu guter Letzt, der Papierkorb. Ein unverzichtbares Accessoire, zweifelsohne. Zugleich aber kaum zu Ehrungen taugend. Eben jene hätten die Papercuts freilich mehr als verdient.

Was fühlt man sich den Möbeln nicht gleich inniger verbunden, wenn sie weder Billy, Ivar noch Klippan heißen. Würde man eine mit verträumtem Motive versehene Vase namens Sigur Rós jemals versehentlich vom Tisch fegen? Niemals, das würde sich nicht mal die ungeschickte Co-Bloggerin trauen.

SomeVapourTrails

100 Songs – Teil 7 (Viðrar Vel Til Loftárása)

Vor einigen Wochen schon erfolgte die Ankündigung, dass das zehnjährige Jubiläum von Ágætis Byrjun, dem atemberaubenden Durchbruch der isländischen Band Sigur Rós, eine entsprechende Würdigung auf diesem Blog erfährt. Diese will ich nun exemplarisch an dem episch-breiten, melancholisch-traurigen Lied Viðrar Vel Til Loftárása festpinnen. Über 10 Minuten dauert die fesselnde, träumerische Schwermut an, in deren Verlauf filigranes Falsett in einen überbordenden Streicherwulst mündet, der ehrlichen Pathos beschwörend herbeifidelt, um danach in einem chaotischen Ende einer panischen Auflösung anheimzufallen.

cover-agaetis

Das gesamte Album pulsiert dank feinst abgestimmter, komplexer und detailverspielter Strukturen, die in vielen Schichten aufgetragen eben keinen zentnerschweren, unverdaulichen Brocken ergeben, vielmehr eine gehaltvolle Fluffigkeit schwebend-sphärischer Entrückungen gewährleisten. Bereits der (vom Intro abgesehen) erste Track Svefn-g-englar schlafwandelt in eine Dimension, welche Beklemmung an Loslösung koppelt, Schönheit an Unbehagen. Und diese Diskrepanzen werfen ihre Schatten ins Hörerlebnis, auch wenn man der isländischen Sprache ohnmächtig gegenüber steht. Man lasse sich nicht von der im ersten Wimpernschlag offenbar werdenden Lieblichkeit täuschen, die Formation tänzelt stets elfengleich am Abgrund, kleidet Furcht in eine mitunter resignative Stimmung, webt verzweifelten Gesang in ein Klangbett, das so flauschig wirkt und doch mehr Spitzen bietet, als sich dies jedweder Fakir wünscht. Auf Ágætis Byrjun bietet Ný Batterí den unmittelbarsten Blick auf etwas, was mehr Traumata als Traum scheint.

Wenden wir das Ohr nun wieder Viðrar Vel Til Loftárása zu, dessen Titel wohl Gutes Wetter für Luftangriffe bedeutet und Verlust und Einsamkeit thematisiert, ehe ein Quäntchen Trost in den finalen Worten „Aber das Schönste, was Gott erschaffen hat, ist ein neuer Tag“ liegt. Sacht baut das Piano ein andächtiges Sentiment auf, ehe sich Violinen dazugesellen und das wiederkehrende Motiv für Jón Þór Birgissons Gesang auffächern. Wie von der Abstellkammer des Aufnahmestudios her quillt seine Stimme von fern in die melodischen Wogen, flutet eine Welle desperater Erinnerung ins Geschehen, dessen Wirkung in den Sog des fast 3 Minuten ausladenden, von dröhnenden Gitarren und dichten Streichern gehexten Instrumentalteils rübergleitet, an dessem Schluss letztere fluchtartig auseinanderstieben.

Die hohe Kunst des Liedes vervollständigt Sigur Rós mit dem dazugehörigen Musikvideo, dessen Geschichte und Bilder die Ausnahmestellung von Viðrar Vel Til Loftárása weiter einzementieren und es wie Balsam auf die Seele des Musikliebhabers gleiten lässt.

SomeVapourTrails

500 essentielle Songs der Dekade – Teil 1

Wer dieser Tage Pitchfork ansteuerte, durfte mit hochgezogener Augenbraue die 500 wichtigsten Tracks dieser Dekade begutachten – oder vielmehr belächeln. Was hier inmitten verdienter Glanztaten an Schrecklichkeiten zu finden ist, deutet durchaus darauf hin, dass Plattenfirmen manch Sänger eine kräftige Fürsprache angedeihen haben lassen. Kelly Clarkson auf Platz 21 kann nur ein wirklich geschmacksverschleimtes Hirn ersinnen. Insgesamt ist diese Liste eine derart dumme, ärgerliche, in die Irre führende Angelegenheit, dass man sie nicht geflissentlich ignorieren kann und darf. Gerade Leute, die sich mit Musik eben kaum bis gar nicht beschäftigen, kommen am Ende durch solch Aufzählung auf den komplett absurden Gedanken, wonach der Mist, den Beyoncé verzapft, tatsächlich die Krone der audiophilen Hochgenusses sei.

Darum wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten hier eine in jeder Hinsicht vielfältigere Auswahl präsentieren.  500 Songs dieser Dekade – in feinster subjektiver Manier handverlesen und durchaus mit einem gerüttelt Maß an objektivem Anspruch. Heute beginnen wir mit den ersten 50 Liedern.

500Tracks(Teil1)

kingdomofrustDovesKingdom Of Rust (2009)

bringmetheworkhorseMy Brightest DiamondWe Were Sparkling (2006)

straightfromthefridgeJames HardwaySpeak Softly (2002)

skilligansislandThirstin Howl IIIWatch Deez (feat. Eminem) (2002)

gulagorkestarBeirutPostcards From Italy (2006)

frenchteenidolFrench Teen IdolShouting Can Have Different Meanings (2005)

addinsulttoinjuryAdd N to (X)Plug Me In (2000)

convictpoolCalexicoAlone Again Or (2004)

pleasedtomeetyouJamesGetting Away With It (All Messed Up) (2001)

Riceboy Sleeps – Ein kostenloser Download-Kracher

Sigur Rós kennt man, liebt man, schätzt man. Die ätherische Ästhetik der Musik mit den unvergleichlichen Nuancen ist eine Ausgeburt reinster Schönheit. Dieser Tage nun erscheint ein Nebenprojekt des Sängers und Gitarristen Jón “Jónsi” Þór Birgisson, welches er zusammen mit seinem Freund Alex Somers unter dem Namen Jónsi & Alex betreibt. Und vorab darf man sich von der Ambient-Stimmung des Albums Riceboy Sleeps dank eines stimmungsvollen, choralschweren Liedes namens Boy 1904 selbst ein Bild machen.

Riceboy

Ich für meinen Teil bin aus dem Häuschen und sehr begeistert. Das ist farbenprächtige Cinemascope fürs Gehör. Gegen die Bekanntgabe einer E-Mail-Adresse bekommt man den Download umsonst. Ich urteile vorsichtig und meine, dieser Track wäre auch hundert Mail-Adressen wert.

Unten geht es zum Download. Viel Vergnügen und entspannte Verträumung!

SomeVapourTrails

Free Mp3 – Sigur Rós – Hafssól

Vor 10 Jahren gelang Sigur Rós mit Ágætis Byrjun der große Durchbruch. Zur Feier des Release-Geburtstages bedanken sich die Isländer bei ihren Fans mit einigen Specials. Präsent Nr. 1 ist der Gratis-Download von Hafssól, einem Track vom 1997 erschienen Album:

Präsent Nr. 2 sind die bisher unveröffentlichten Aufnahmen vom Release-Konzert am 12 Juni 1999 im isländischen Opernhaus in Reykjavík.

nýja lagið from sigur-ros.co.uk on Vimeo.

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Die unverkrampfte Haltung der Band zu kleinen, die Freundschaft erhaltenden Geschenken ist schon seit Jahren durch jede Menge downloadbarer Mp3s auf der Homepage von Sigur Rós dokumentiert. Mehr Infos findet ihr dort – und demnächst hier, wenn ein ausgewiesene Kenner der isländischen Musikszene – der Kritikerpapst SomeVapourTrails – zu dem Album Tiefschürfendes zum Besten gibt.

Viel Spaß damit!

DifferentStars

Knutschende Fußball-Jungs

Besser gut geklaut, als schlecht selbst-erfunden. Da die ganzen Drogenskandale langsam langweilig werden, muss nun Herr Doherty neue Wege beschreiten. Oder vielmehr schon eingelaufene Pfade vollends austrampeln. Dennoch verzeih ich ihm hier mal, die neue Single Last Of The English Roses gefällt mir einfach zu gut. Und knutschende Jungs sind auch süß 😉

Peter Doherty – Last Of The English Roses

Nicht fehlen darf hier allerdings das Original – eines der besten Videos der Musik-Geschichte:

Sigur Rós- vidrar vel til loftarasa

Auch wenn Pete Dohertys Video nur zum Zwecke der Skandal-Produktion das Thema Fußball und Homosexualität wählt – vielleicht hilft ja die Popkultur hier beim Enttabuisieren. Kein Sport ist so schwulenfeindlich, wie Fußball. Nirgendwo müssen Männer, die Männer lieben, sich so sehr verstecken, verstellen und vor einem Outing fürchten.

DifferentStars

Die 10 Lieblingsalben des Jahres 2008 (ausgewählt von SomeVapourTrails)

Das Jahr neigt sich mit Riesenschritten dem Ende zu und wir beginnen nun mit den überfälligen Rückblicken auf schöne und schlimme musikalische Momente des Jahres. 2008 zählt eher zu den Jahren, in welchen sich eben nicht Highlight an Highlight kuschelt. An gruseligen Momenten mangelte es hingegen nicht. Doch werden wir diese in den nächsten Tagen auch noch abhandeln…

1. Silver Mt. Zion – 13 Blues for Thirteen Moons

2. Sun Kil Moon – April

3. Lotte Kestner – China Mountain

4. Portishead – Third

5. Gisbert zu Knyphausen – Gisbert zu Knyphausen

6. Nine Inch Nails – Ghosts I-IV

7. Sigur Rós – Með suð í eyrum við spilum endalaust

8. Travis – Ode To J. Smith

9. xxx

10. Joan As Police Woman – To Survive

Wer sich am Ende des Jahres noch etwas Gutes tun will, soll in die Alben hineinschnuppern. Ich behaupte mal, dass es sicher lohnen wird. Mit Joan As Police Woman ist zum Beispiel mein ganz persönlicher Lieblingstrack des Jahres vertreten: To Be Lonely. Travis wiederum haben ihre Stagnation auf höchstmöglichem Niveau fortgesetzt und mit Before You Were Young ein weiteres Sahnehäubchen draufgesetzt. Gisbert zu Knyphausen hat der maroden deutschen Liedermacherzunft neues Leben eingehaucht und bewiesen, dass Melancholie kitschfrei beschrieben werden kann. Sigur Rós erschufen einen bemerkenswerten leichtfüßigen, sommerlichen Soundtrack, Nine Inch Nails hingegen eine mehr als gespenstische Atmosphäre. Mit einem opulenten Comeback haben Portishead die definitive Wiedergeburt des Trip-Hop eingehämmert und sich selbst übertroffen. Lotte Kestners sperriger, kammermusikalische Abgesang an die Liebe ist der Geheimtipp des Jahres. Sun Kil Moon bedarf keiner weiterer Erklärung, Mastermind Mark Kozelek ist der beste Songwriter der Gegenwart. Bleiben noch Silver Mt. Zion, die mit ihrem bis dato schwächsten Album dennoch ein fulminantes Lebenszeichen von sich gaben und erneut bewiesen, dass sie den Post-Rock letztlich definieren.

SomeVapourTrails

10 Songs, die 2008 überdauern

Jeden Dezember wieder werden wir mit Bestenlisten und Jahresrückblicken vollgedröhnt. Ob unwichtiges Käseblatt oder Mini-Blog, alle werden vom missionarischen Eifer gepackt die Ereignisse des Jahres in viele Schubladen zu packen. Warum also sollte sich Lie In The Sound von der Masse abheben, Tradition negieren?

Heute wollen wir 10 mehr oder minder bekannte Lieder ins Rampenlicht rücken, die 2008 unsere Gehörgänge verschönerten. Die Auswahl freilich ist rein subjektiv, erhebt eben keinen absoluten Anspruch, ist vielmehr von der Hoffnung getragen, dass man mit dieser Meinung nicht ganz alleine steht.

Hier leuchten die Perlen – in willkürlicher Reihenfolge.

Portishead – Magic Doors

Travis – Before You Were Young

The Verve – Love Is Noise

Goldfrapp – Clowns

Joan As Police Woman – To Be Lonely

Sun Kil Moon – Lost Verses

Sigur Rós – Festival

3-11 Porter – Surround Me With Your Love

R.E.M. – Until The Day Is Done

Schöne Songs dabei, nicht wahr? Demnächst werden wir auch die Newcomer des Jahres  und die überflüssigsten Alben des Jahres unter die Lupe nehmen – natürlich wird zum Beispiel AC/DC dort nicht fehlen!

SomeVapourTrails

Eine supersexy Liste (Teil 1)

Will man als Blogger hohe Zugriffszahlen generieren, scheint ein deppensicherer Weg in der Verwendung der optimalen Buzzwords zu liegen. Die richtigen Tags sind ein guter Anfang, noch besser ist die wiederholte Benutzung von Google-freundlichen Begrifflichkeiten. Es empfiehlt sich Sex und Erotik in der unaufdringlichen Manier eines Tourette-Kranken immer wieder wahllos in den Text einzuflechten. Dies und die Erwähnung prominenter Namen sollte Suchende zu diesem kleinen, feinen Blog lotsen, oder etwa nicht? Natürlich bedarf es dann auch eines nach Aufmerksamkeit heischenden Themas, damit die Mikrosekunde der Entscheidungsfindung, ob der Blog lesenswert ist, auch zugunsten des Bloggers ausfällt.

Habe ich schon von Sex gesprochen? Playboy ist sicher auch ein nettes Buzzword, wobei die Fans von Pin-Ups selbigen wohl eher boykottieren. Den liest man doch mittlerweile nur noch. Mit wohligem Schauer zu bestaunende Bilder sind Mangelware, sagt jedenfalls meine Freundin. Essentiell scheint die maßvolle Verwendung sensationslüsterner Schlagworte. Wer wirklich nach Porno oder Hardcore sucht, der wird beim Anblick eines elendslangen Textes Hals über Kopf die Flucht ergreifen. Sex als Buzzword klingt gerade noch dezent genug. Besser freilich scheint Erotik, da der Begriff auch Feingeistern über die Lippen kommt. Und wer will nicht empfindsame Ästheten unter seinen Lesern wissen?

Die Namen der aus Hochglanz-Magazinen vertrauten Gesichter sollten auch sorgsam ausgewählt sein. Auch hier muss man den Geschmack der gewünschten Klientel ins Auge fassen. Fans von Paris Hilton oder Fetischisten mit Hang zur kultischen Verehrung Pamela Andersons sind wohl nicht die avisierte Zielgruppe. Da ist es schon sinnvoller aparte Schönheiten à la Carla Bruni im gleichen Atemzug wie Sex zu nennen. Oder auch gern Nelly Furtado.

Freilich entkommt man dennoch nicht der Pflicht dem Blogeintrag auch inhaltliches Gewicht zu verleihen. Eine in der Simplizität der Mittel geniale Idee ist die Erstellung von Listen. Viele Zeitgenossen lieben Listen, sie sind die perfekte Symbiose von Ordnung und Bewertung. Auch ich habe ein Faible für ein die Ganglien zermürbendes Grübeln nach der besten Kategorisierung und Reihung von Musiker, Alben, Liedern, whatever. Daher sei mir heute eine sehr nach persönlicher Befindlichkeit orientierte Liste der 10 schönsten Songs der Entrückung vergönnt.

Meine Top Ten der Verträumtheit:

10. múmSunday Night Just Keeps On Rolling

09. The Chemical BrothersAsleep From Day (featuring Hope Sandoval)

08. 1 Giant LeapThe Way You Dream (featuring Michael Stipe)

07. Dirty ThreeI Offered It Up To The Stars And The Night Sky

06. Sigur RósGlósóli

05. LowLullaby

04. Four TetMy Angel Rocks Back And Forth

03. A Silver Mt. Zion – 13 Angels Standing Guard ‚Round The Side Of Your Bed

02. Philip GlassFacades

01. BlockheadSunday Seance

Ich hoffe, dass der geneigte Leser den einen oder anderen Track bei Gelegenheit anhört. In dieser Auswahl fließt Herzblut…

SomeVapourTrails