Herr Audio und Frau Visuell – Teil 1

Es war einmal Musik und dann kam irgendwann das Video. Und wenn diese Kombination auch nicht immer harmoniert, sich oftmals in eheähnlichen Zuständen ergeht, so braucht es doch diese Verbindung, um auch diejenigen Hörer zu erreichen, welche nicht die Phantasie besitzen, den Film zum Lied in den Ganglien selbst zu drehen. Manchmal freilich treffen Song und Clip auch als Wunschpartner zusammen, gehen eine Liaison ein, der man gern als Voyeur beiwohnt. Oft erlaubt erst das Video ein Tête-à-tête mit dem Lied, ein ungehemmtes und ungekürztes Anhören im Netz. Aus diesem Grund wollen wir ab nun Videos vorstellen, die entweder selbst eine stattliche Erscheinung darstellen – oder aber mit einer bezaubernden Gemahlin aufzuwarten vermögen.

Balkan Beat Box – War Again

Das neue Album Blue Eyed Black Boy kommt diese Woche in Deutschland auf den Markt. Die erste Single War Again bringt den schrägen Ethno-Touch der Scheibe in all seiner Rasanz und Vielfältigkeit perfekt rüber. Balkan Beat Box kommt im Mai nach Deutschland.

Inlets – Bright Orange Air

Eine bislang unbekanntes Projekt von Sebastian Krueger, einem in Brooklyn lebenden Songwriter. Die Chancen stehen gut, dass sich die Bekanntheit mit der demnächst erscheinenden CD Inter Arbiter ändern wird.

„Bright Orange Air“ by Inlets from twosyllable records on Vimeo.

YACHT – The Afterlife

Ich bin eigentlich kein wirklicher Fan des musikalischen Schaffens von Jona Bechtolt, dem Mastermind von YACHT. Aber dieser Clip ist einfach ein Genuss.

Bonobo – Eyesdown feat. Andreya Triana

Blacks Sands erscheint diese Woche und ist eine absolut klasse Scheibe. Eyesdown ist nur einer von vielen hervorragenden Tracks. Nach der schwächeren CD Days To Come ist Bonobo wieder in Bestform.

Simon The Russian – Joan Dark

Unser Lieblings-Russe ist nicht nur Gitarrist bei Mein Mio, sondern macht auch verdammt entspannten Trip Hop. Klingt geil, wie ich hier schon attestiert habe.

We are the Storm – I Woke Up to the Bells

Foto: Tor Johnsson

Ich mag diese Schweden einfach und hoffe wirklich, dass Sie den Durchbruch schaffen. Könnte das gar nicht mal argumentativ begründen, aber mein Bauchgefühl steht der Musik sehr wohlwollend gegenüber.

SomeVapourTrails

Konzert-Tipp: Simon the Russian/ Mein Mio/ Tim Brownlow (Frontmann von Belasco/UK)

uselesssumma

Wir präsentieren: Der welterste Live-Auftritt von Simon the Russian! Am 16.12.2009 im Schokoladen, Berlin. Danach spielen Mein Mio und dann noch Tim Brownlow, im Pressetext steht, der sei Frontmann von Belasco (die ich nicht kenne, wahrscheinlich zu Recht, vielleicht aber auch nicht).

Über Simon und Mein Mio haben wir ja schon viel geschrieben, nachzulesen u.a. hier und hier und hier! Und wer den einen oder andern Blogbeitrag gelesen hat, der weiß auch schon, dass Simon nicht nur the Russian ist, sondern auch Bandmitglied von Mein Mio.

Und weil’s so schön ist,  hier noch mal das Video meines werten Co-Bloggers vom Mein Mio Auftritt im Festsaal Kreuzberg:


Mein Mio – Es gibt immer live@Festsaal Kreuzberg

somevapourtrails | MySpace Video

Die Musik von Simon the Russian anhören und ein paar Tracks kostenlos downloaden könnt ihr hier und hier.

Und so sieht das Glamour-Frühstück des Künstlers aus (untermalt von seinen Klängen):

Mit viel ohne Schirm, jedoch Charme und Hut statt Melone, folgt hier die persönliche Einladung zum Konzert von Simon:

DifferentStars

Slow Moscow

Slow Moscow from Andrey Stvolinsky on Vimeo.

Moscow in slow motion.
Camera and montage – Andrey Stvolinsky
Music – Kilimanjaro Darkjazz Ensemble

Die Mysterien der musikalischen Seelenverwandtschaft sind unergründlich:

Simon von Mein Mio stammt aus Russland, so nennt sich eines seiner Nebenprojekte dann auch Simon the Russian. SomeVapourTrails liebt nicht nur Mein Mio, sondern auch das Kilimanjaro Darkjazz Ensemble. Der Filmemacher Andrey Stvolinsky hat ein sehr eindringliches Werk geschaffen, das nun Moskau und die Musik des Kilimanjaro Darkjazz Ensembles verknüpft.

Auf Facebook postete Simon eben jenes Video, nun erscheint’s hier auf unserem Blog. So schließt sich der Kreis.

… außerdem wohnt er nur 5 Gehminuten von uns… Wir sollten uns alle 3 mal astrologisch in Bezug aufeinander analysieren lassen 😉

DifferentStars

Wenn es dir spanisch vorkommt, ist es russisch!

Nun, ich gestehe gerne, dass meine musikalischen Ohren im Regelfall gen Westen schlackern. Gewissen Ländern und den dort verorteten Künstlern gehört meine vollste Aufmerksamkeit. Kanada mit seinen Post-Rock-Apologeten fällt in die Kategorie, ebenso das von sanft-verträumten Stimmungen geschwängerte Island. Von meinem Scheuklappenblick missachtet bleibt hingegen nahezu jegliche Musik aus dem ehemaligen Ostblock, nicht aus einem Prinzip heraus, vielmehr weil es sich nicht aufdrängt. Abgesehen von den Post-Rockern Klever (aus Sankt Petersburg), welche ihre Kunst instrumental darbieten, gähnt die Leere in meinen Playlisten, wenn ich selbige nach russischen Klänge durchforste.

Dieser Umstand erfährt gerade ein erfreuliches Ende. Dies ist dem in Berlin lebenden Tausendsassa Simon Goldfain zu verdanken. Den werten Herrn lernten wir im Zuge unseres Interesse an MEIN MIO kennen, wo er als Gitarrist fuhrwerkt. Diese vielversprechende Band wird – so viel sollte in einem Nebensatz erwähnt sein – am 28. August ihr Erstlingswerk Irgendwo in dieser großen Stadt veröffentlichen, und diesen Termin haben wir uns schon dick im Kalender eingekringelt. Doch zurück zu dem vielseitigen Herrn Goldfain und einem ansehnlichen Nebenprojekt. Als Simon The Russian fabriziert er seit geraumer Zeit in russischer Sprache dargereichten Trip Hop, welcher ungemein intensiv, atmosphärisch dicht erschallt und mit wippendem Flow begeistert.

uselesssumma

Musik Of A Useless Summa nennt sich sein bis dato letztes Werk, welches dieser Tage in einer limitierten, handgemachten Digipack-Ausgabe beim Künstler selbst erhältlich ist. Eine Entdeckung der zumindest für meine Gehörgänge zunächst fremd anmutenden Tracks lohnt sich. Musikalisch orientiert sich Simon The Russian an bester Portishead-Tradition und überzeugt mich mit sprechgesanglichem Talent für Zwischentöne davon, dass die russische Sprache für eine Trip-Hop-Darbietung gerade prädestiniert scheint. Der Titelsong hoppelt mit hohem Wiedererkennungswert durch die Boxen und schiebt Sprachbarrieren beiseite. Die Stimmung, das Gefühl regiert – und dies wird zum Beispiel bei What Are You Thinking Of (When You Sleep With Me) überaus spürbar. Toll!

Was mir anfangs spanisch vorkam, entpuppte sich als entspannt auf Russisch geträllerter Trip Hop. Ich kann jedermann nur dringend auf ausgiebige Hörproben, welche als kostenlose Downloads auf der offiziellen Homepage lauern, verweisen und dem sympathischen Musiker jede Menge neuer Fans wünschen.

Link:

Offizielle Homepage

SomeVapourTrails