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2011 – Ein Mixtape der Kleinode

Jahresbestenlisten bereits Anfang Dezember? Nicht mit uns! 2011 ist noch lange nicht durch, es gilt noch viel gute Musik zu entdecken. Aber als besonderen Service bieten wir heute mal ein paar Clips und Streams an, die wir im laufenden Jahr mit Lob versehen haben und ohne groß propagiertes Ranking einfach noch einmal auf unserem Blog erwähnt wissen wollen. Lieder, mitunter noch aus 2010, aber die es erst heuer auf unseren Blog geschafft haben. Aber auch Songs, die 2011 noch keine Veröffentlichung in deutschen Landen erfahren haben und vielleicht auch deshalb zuwenig Aufmerksamkeit bekamen. Tracks eben, die wohl nicht jeder Leser oder Blogger-Kollege auf dem Zettel hat. Aber wenn dem so wäre, bräuchte es uns als Geschmacksinstanz auch nicht.

Evening Hymns – Dead Deer

Dieser Track stammt gar aus dem Jahre 2009, hat dieses Jahr freilich ein offizielles Video spendiert bekommen. Der Clip erinnert an eine andächtigere Version von Goobledigook.

Azure Blue – The Catcher in the Rye

Die erste Single vom soeben erschienen Debüt Rule of Thirds des unter dem Namen Azure Blue wirkenden schwedischen Singer-Songwriter Tobias Isaksson. Wir hatten erst gestern hier darauf verwiesen.

Milk Maid – Not Me

Das auf FatCat Records erschiene Album Yucca mag zwar ein ganz schlimmes Plattencover haben, musikalisch präsentieren sich die Briten Milk Maid jedoch geschmackssicher.

Still Corners – Cuckoo

Wer der Londoner Formation 2011 nicht begegnet ist, der hat die falschen Musikjournaillen gelesen.

mob – Ich träume auch so

Einen intelligenteren Song in deutscher Sprache habe ich 2011 kaum vernommen. Entstammt der selbstbetitelten Platte, die Ende 2010 veröffentlicht wurde.

Computer Magic – Running

Ein toller Track aus 2010,  der in diesem Jahr einen Clip verpasst bekam.

Ohbijou – Niagara

Kanadische Formation, die man sich merken sollte. Die Platte Metal Meets ist Ende September in Nordamerika erschienen, vielleicht gibt es ja noch eine Veröffentlichung hierzulande.

Other Lives – For 12

Die im August auf PIAS erschienen CD Tamer Animals lohnt wegen vieler Tracks, aber For 12 ist der beste.

We Are Augustines – Book of James

New Yorker Band voll hemdsärmeliger Klasse.

Sole and the Skyrider Band – Napoleon (feat Xiu Xiu)

Allein schon der Gast Xiu Xiu bürgt für Qualität. Doch lohnt das Album Hello Cruel World auch wegen anderer Titel.

The Jezabels – Endless Summer

Die australische Formation wird im Frühjahr 2012 ihr Album Prisoner mit ein wenig Verspätung auch in Deutschland (auf PIAS) veröffentlicht sehen.

Tiger Baby – Landscapes

Tiger Baby – Landscapes by Tiger Baby

Aus Dänemark. Synthie-Pop samt heiter gehauchtem Gesang.

Viel Vergnügen mit diesen Kleinoden!

SomeVapourTrails

Stippvisite 09/08/11 (Welche Künstler das Vergessen raffinierter Sex-Stellungen lohnen!)

Wir suchen und besuchen, finden und empfinden. Musik! Mag die Börse auch verrückt spielen und England im eigenen Sumpf versinken, es muss und darf auch Konstanten geben, die Hoffnung im Chaos bergen. Darum Trost in enorm geballter Form musikalischer Empfehlungen.

Jungspundtipp:

Und irgendwann macht das Gehirn rumms! Ächzt stotternd, weil es sich nicht noch eine Newcomer-Band merken möchte. Im schlimmsten Fall geht beim Abspeichern eines weiteren Namens des momentan allerangesagtesten Singer-Songwriters das angeeignete Wissen um eine raffinierte Sex-Praktik verloren, mit Glück überschreibt der letztlich limitierte Gedächtnisspeicher das Gesicht zum Zotenphänomen Mario Barth. Lohnt es sich wirklich Samantha Savage Smith in eine Schublade der Erinnerung zu legen? Ja, meine ich, sogar in eines der obersten Fächer. Die kanadische Sängerin leistet sich mit Tough Cookie ein schickes, elegantes Debüt, das von einer Stimme getragen wird, die mehr als nur mädchenhaft wispert und dennoch nicht in die trendige Falle melismatischer Übertreibung tappt. Die Triple-S verbrämte Frau Smith entzückt. Und wird darum auf unserem Blog sicher ab und an in Erinnerung gerufen. (via Exclaim!)

07 Nobody Loves Me Buy My Own Kind by samanthasavagesmith

Der Track You Always Come to Mind ist als kostenloser Download auf Bandcamp verfügbar. The Fight darf via Spinner gratis heruntergeladen werden.

Videotipp:

Nein, verdackelt-verwackelte Musikvideos, die selbst Anfängern zur Schande gereichen, solch Clips sind weder cool noch charmanter Ausdruck von Indie-Attitüde. Es geht auch anders, wie Sole and the Skyrider Band mit Immortality eindrucksvoll unter Beweis stellen. Zusammen mit dem britischen Sci-Fi-Zeichner Lando (Decadence Comics) entsteht ein spannender, verstörend gezeichneter Clip, dessen einziges Manko darin liegt, dass Musik und Animation nur phasenweise zu einer Einheit verschmelzen. An beider Qualität besteht jedoch kein Zweifel. Die Platte Hello Cruel World lässt mich auch dank des Tracks Napoleon Bauklötze staunen. Bei Napoleon flicht Gastsänger Xiu Xiu als Gast einen grandiosen Refrain zwischen all dem Rap ein. Für beide Tracks gilt: Sprechgesang, der derart auf den Putz haut, würde ich mir viel öfter wünschen. (via PopMatters)

Sole and the Skyrider Band „Napoleon“ (feat Xiu Xiu) by sole…

Der Track ist übrigens als kostenloser Download verfügbar!

Vorfreutipp:

Irgendwo in meinem Postfach hatte sich die Ankündigung verloren. Aber dank Coast Is Clear wurde ich unlängst wieder daran erinnert, dass The Devil’s Walk eines der spannenden, elektronisch gefärbten Alben dieses Herbsts (VÖ 30.09.11 auf Mute) werden dürfte. Die zwei bis dato veröffentlichten Hörproben des Berliner Acts Apparat versprechen sehr viel. Sowohl der Track Ash/Black Veil als auch die Single Black Water betreiben großes Kino. Während sich letzterer Song als sanft bauschende Ballade entpuppt, flirrt Ash/Black Veil zunächst minimalistisch nervös,  ehe es sich hymnisch aufbläht. Mit einem Gesang, der isländischen Traditionen huldigend nachklingt. Man darf andächtig und gebannt der Platte harren, Vorschusslorbeeren verschwenderisch verteilen.

Apparat – Black Water by Mute UK

Apparat – Ash/Black Veil by Mute UK

Spanientipp:

Die Spanier Pājaro Sunrise habe ich bereits vor 2 Jahren auf unserem Blog vorgestellt. Nun überzeugt mich Mastermind Yuri Méndez mit der Scheibe Old Goodbyes abermals, bestätigt gleichsam, dass der Vorgänger Done/Undone keinesfalls eintagsfliegig brummte. Zu meiner Schande muss ich einräumen, dass ich erst durch eine Besprechung auf dem befreundeten Blog Der Impuls über die neue CD gestolpert bin. Das Werk selbst erstrahlt in der Anmut klassischen Songwritings. Gerne auf eine Stimme und eine Gitarre reduziert, wie bei I Am Done (Making Fun Of Myself) zu vernehmen, oder auch sehr folkig angelegt (I Don’t Want To Love You No More). Das Schwelgen in Sentimentalitäten kommt ebenfalls nicht zu kurz (Old Goodbyes). Zu den Highlights zählt der aufgeweckt-warme Sixties-Sound von November oder ein bedröppelt schlurfender Track namens Look What I’ve Become. Ein echtes Kleinod, das wegen seiner unprätentiösen Art allzu leicht übersehen werden könnte.

Pajaro Sunrise – Old Goodbyes by Lovemonk

Old Goodbyes ist am 29.07.11 auf Lovemonk erschienen.

Ohrwurmtipp:

Computer Magic – „Running“ from Consequence of Sound on Vimeo.

Manch Liedchen hört man einmal, sofort nochmals und – da aller guten Dinge drei sind – gleich wieder. Wer sich anschließend bei einem wohligen Lächeln ertappt, hat einen echten Wurm im Ohr. In meinem Fall kroch Running von Computer Magic tief in die Gehörgänge – und will gar nicht mehr raus. (gefunden auf Spinner)

Covertipp:

Die Hits der Achtziger verursachen mir in aller Regel Unbehagen. Obzwar ich in dieser unseligen Dekade sozialisiert wurde, vermag ich mit ihrer Musik bis heute nicht Frieden zu schließen. Eine Ausnahme stellt das abgründige Wonderful Life des One-Hit-Wonders Black dar. Ausgerechnet auf diesen Titel stürzen sich nun die von mir geschätzten Seeed und bringen mich doch glatt in die Verlegenheit, der Band ein gutes Näschen bei der Auswahl des Songs zu attestieren und zugleich die musikalische Umsetzung zu monieren. Aus dem schwermütigen Original, das an der Welt zerbricht, erwächst jetzt ein fröhlich vor sich hin plätschernder Sommersong, zu dem es sich prima die Hüften schwingen lässt. Mehr jedoch auch nicht. Da präferiert der Fan in mir die Eigenfabrikationen aus der Seeedschen Schmiede. Den Appetithappen Molotov beispielsweise, der das für 2012 angekündigte neue Album der Berliner Formation durchaus knackig ankündigt (und auf der Homepage der Band noch als Gratis-Download erhältlich ist). Ich indes harre der Dinge, freudvoll.

SomeVapourTrails