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Stippvisite 16/12/12

Samplertipp:

Wenn Labels Compilations unter das Volk bringen, dann entlockt mir das oft ein Gähnen. Der Holiday Sampler der kanadischen Plattenfirma Dine Alone Records freilich erweist sich so freigiebig wie freizügig. Speziell die Lieder von The Jezabels und We Barbarians hatte ich ja bereits in den letzten Monaten mit Empfehlungen bedacht. Ebenfalls atmosphärisch dicht tönt Caveman’s Easy Water. Passend zur Jahreszeit drängt sich das winterliche Tracks In The Snow von The Civil Wars ins Ohr.

The Civil Wars – Tracks In The Snow by PurplePR

Es lohnt sich also in diesem Falle zweifelsohne, den Sampler auf Festplatte zu bannen. Zum Stream und Gratis-Download dieser Zusammenstellung geht es hier.

Bockmisttipp:

Neulich in der Redaktion von Visions schien man verzweifelt auf der Suche nach einer möglichst kruden These. Und wurde leider fündig. Alte Musik sei Bockmist, was vor der eigenen Geburt auf Tonträger gepresst, höchstens im Ausnahmefall von Interesse. Denn gestrige Musik habe einen begrenzten Horizont, sei höchstens von nostalgischem Wert. Aus sexistischen Gründen hat Visions diesen Unfug dann von einer weiblichen Redakteurin zu Papier bringen lassen. Denn Frauen sind ja für ihre Gefühle bekannt, der Mann jedoch mit Ratio gesegnet. Doch die irrige Meinung, wonach nur zu begreifen und erspüren ist, was in einer ähnlichen Realität zu der eigenen erschaffen wurde, verkennt den Umstand, dass Musik abseits aller Moden stets die selben Emotionen kultiviert. Unser Gefühlsrepertoire erweitert sich letztlich nicht, Fortschritt hin, Fortschritt her. Die Mittel zur Produktion von Musik mögen sich wandeln, die Inhalte jedoch nie. Liebeslieder sind im Jahre 2011 nicht tiefsinniger als vor 50 Jahren, Verliererballaden von heute nicht gesellschaftskritischer als manch traditierter Folk-Song. Wenn die Autorin des Artikels Früher war mehr oldschool tatsächlich allen Ernstes meint, dass Gegenwartsmusik auch deshalb im Vorteil ist, weil sie „aus allen vorhandenen Wegen wählen und noch neue suchen kann„, dann mag sie verkennen, ja verleugnen, dass alles schon einmal da gewesen scheint. Wo sind die neu tönenden Wege in der letzten Dekade?

Jeder darf seine Meinung vertreten. Aber wenn die Meinung ohne argumentatives Fundament geäußert wird, demaskiert sie sich letztlich selbst. Und zugleich auch die Musikzeitschrift, in welcher sie gedruckt wurde. Visions? Lächerlich.

Vorfreutipp:

Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind nicht unbedingt die CDs, die im Dezember erscheinen, vielmehr schon die Pressemeldungen, welche die Highlights des nächsten Jahres verkünden. Als mich vor wenigen Tagen die Nachricht erreicht, dass Anfang März The Magnetic Fields via Merge Records eine neue Platte namens Love at the Bottom of the Sea unter die Leute bringen, kam große Freude auf. The Magnetic Fields stehen für reizend melodischen Pop für geschmackssichere Kenner und solche, die es werden wollen. Bleibt zu hoffen, dass die Veröffentlichung in Deutschland relativ zeitnah erfolgt.

Islandtipp:

So kurz vor knapp will ich natürlich noch eine im Wust meiner Bookmarks bereits angestaubte Empfehlung loswerden. Der wunderbare Polarblog hatte im Oktober mal die isländische Formation Vigri als schwerelosen Traumtänzerpop ans Herz gelegt. Und auch wenn ich mir die dieses Jahr erschienene Platte Pink Boats noch immer nicht gegönnt habe, so kann ich dem Song Sleep nur absolute Betörung abringen.

Und weil wir gerade bei Island sind: Eine der Platten, die 2011 verschönerten, habe ich leider aus Zeitgründen nie gebührend würdigen können. Sóley ist mit ihrem LP-Debüt We Sink ein sehr versonnenes, in pastellfarbener Fantasie gezeichnetes Werk geglückt. Unbedingt entdecken!

Das soll es für heute auch mal wieder gewesen sein. Demnächst mal wieder mehr.

SomeVapourTrails

Playlüsternes Mixtape (II) – Diesmal mit Sóley, Moddi, Ikaria und vielen mehr

Meine werte Co-Bloggerin DifferentStars gelobt derzeit Besserung und wird wieder vermehrt musikalische und schreiberische Leckerbissen servieren, während ich den riesigen Plattenberg abarbeiten darf. Das heißt: Entspannte Körperhaltung einnehmen, Musik aufdrehen, Notizblock in Griffweite. Vorher jedoch will ich auch noch ein Mixtape servieren, ehe ich diese Domäne wieder in ihre befähigten Hände gebe.

Sóley:

Keine Sorge, oben abgebildetes Fräulein steht mit dem Hörer keinesfalls auf Kriegsfuß. Auf Sóley Stefánsdóttir, ihres Zeichens Mitglied der isländische Formation Seabear, habe ich bereits hier aufmerksam gemacht. Ihr Album Theater Island ist im Frühjahr bei Morr Music erschienen. Nun gibt es zu dem Track We Will Put Her In Two Graves einen kongenialen Clip. Wie nahezu alles aus Island träumerisch schön, in der Tradition von múm.

Sóley: we will put her in two graves from morr music on Vimeo.

Moddi:

Wir bleiben in nordischen Gefilden und lugen nach Norwegen, von wo Pål Moddi Knutsen stammt. Im Oktober wird der unter dem Namen Moddi agierende Singer-Songwriter seine EP Rubbles veröffentlichen, ein Vorbote auf ein 2011 erscheinendes Album namens Floriography. Der Track Magpie Eggs ist als kostenloser, von der Promo-Agentur freigegebener Download verfügbar. Wir werden den Herren definitiv noch öfter auf diesem Blog erwähnen.

Moddi vs. Kråkesølv – „Magpie Eggs“ (Moddi) from byLarm on Vimeo.

Troy Von Balthazar:

Photo Credit: Magali Boyer

Der Singer-Songwriter Troy von Balthazar – was für ein Name! – schenkt der Welt am 23.09. die Scheibe How to live on nothing. Zumindest der erste Track Catt klingt schon mal spannend, vor allem die Rhythmus-Sektion kontrastiert den zarten Gesang bestens. Wie der Rest der Platte klingt vermag ich noch nicht zu sagen, da es im Stapel meiner zu erhörenden Promo-Alben noch recht weit unten weilt. Noch! Catt kann dieserorts gratis bezogen werden.

Fishermans:

Über die Band Fishermans bin ich recht zufällig gestoßen, als ich mal wieder Consequence of Sound durchstöberte. Und besonders gefiel mir der Track 2012, das ist frischer Indie-Pop mit Twists. Einfach mal reinhören! Den Titel samt 2009 erschienener EP gibt es hier zum kostenlosen Download.

2012 from Michelle on Vimeo.

Yu(c)k:

Ein Born steter Freude ist ja Coast Is Clear, wo ich vor wenigen Tagen die Band Yu(c)k entdecken durfte. Von der EP Weakend stammt der Song Daughter, dessen Schönheit ich nicht in Worte zu fassen vermag. Auf dem Blog der Band gibt es dieses Lied als freien Download. Ich bitte, es mit gebührender Ehrfurcht zu bestaunen.

Yu(c)k – Daughter from Yuck on Vimeo.

Ikaria:

Last but not least sei noch die Formation Ikaria genannt, deren CD Luxembourg vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde. Ich will mich damit in den nächsten 2-3 Tagen noch intensiver beschäftigen und meine Gedanken dann natürlich auf nicht verheimlichen. Bis dahin sei auf die Single Transmitter hingewiesen, welche die Band auf ihrer Homepage kostenlos offeriert. Der Refrain bleibt hängen, zumindest in meinen Ohren. Wer ein wenig düsteren Rock im 80er-Ambiente schätzt, könnte mit der Band glücklich werden.

Transmitter from Ikaria on Vimeo.

Viel Vergnügen mit den Empfehlungen!

SomeVapourTrails

Stippvisite 18/06/2010

Hörtipp:

Foto: Svila Adam

Frisch aus dem Briefkasten gefischt: Eine Single namens Monsters von der Wiener Band Francis International Airport. Erschienen auf dem Label Siluh Records, an dem Robert Stadlober beteiligt ist, der mit Gary gerade die gute Platte One Last Hurrah For The Lost Beards Of Pompeji veröffentlicht hat. Doch ich schweife ab. Monsters ist ein wirklich eingängiger Indie-Pop-Song, der sommerlich leicht gelingt – ohne banal oder belanglos zu sein. Runde Sache!

Videotipp:

Die isländische Formation Seabear vermochte sich vor wenigen Monaten mit We Built A Fire erfolgreich in Szene zu setzen. Gerade legte Sóley Stefánsdóttir, ihres Zeichens Mitglied der Band, unter dem Namen Sóley ihre Debüt Theater Island vor. Zu dem Track Blue Leaves gibt es ein wirklich wundervolles, mit Liebe zum Detail komponiertes Video.

Sóley: Blue leaves from morr music on Vimeo.

Downloadtipp:

Riser EP Cover

Ambient kann so schön sphärisch klingen. Gleich einer flauschigen Wolke im Zauberwald flirrt Fieldhead daher. Diesen Eindruck vermittelt wir jedenfalls der kostenlose Download des Tracks Riser, der die auf Gizeh Records im Juli erscheinende, gleichnamige EP ankündigt.

Konzerttipp:

Wer sich eine Abwechslung von der WM gönnen möchte, kann dieser Tage die Ganglians live erleben. Das Album Monster Head Room ist soeben in deutschen Breiten erschienen, wir werden ihm demnächst ausführliche Beachtung schenken. Wer Abgedrehtheit als hohe Kunst ansieht, wird an den Ganglians definitiv nicht vorbeikommen.

Ganglians – Monster Head Room by souterraintransmissions

18.06.2010 Hamburg – Molotow
19.06.2010 Dresden –  Ostpol
22.06.2010 Berlin – Bang Bang Club

Das soll es auf die Schnelle auch schon wieder gewesen sein…

SomeVapourTrails