Great Lake Swimmers – They Don’t Make Them Like That Anymore EP

Tony Dekker darf wohl als einer der großen Folk-Troubadoure der Gegenwart gelten. Sein Markenzeichen ist ein zarter, von Nostalgie durchdrungener Gesang. Dekker gibt oft den Eremiten, der über Veränderung grübelt, mit einem feinen Gespür für Wandel ausgestattet ist. Mit seiner Band Great Lake Swimmers hat er in den bald 15 Jahren des Bestehens ein in Thematik und Ausdruck ausgesprochen konsistentes Werk geschaffen, dass gepflegter Sentimentalität huldigenden Menschen die Seele wärmt. Und so macht es nur Sinn, dass Dekker und Mitstreiter 2017 mit der EP They Don’t Make Them Like That Anymore auch weihnachtliche Wehmut verbreiten. Zwei selbstverfasste Lieder und zwei klassische Weihnachtslieder sorgen für eine andächtige Stimmung, die im Rausch der Rührseligkeit, des Komsums und des Kitsches sehr oft verloren geht. Schon der Titeltrack macht aus der schönsten, feierlichsten Zeit des Jahres ein großes und kleines Vermissen. Sei es nun Bräuche und Tand, die im Lauf der Zeit abhandenkommen, oder aber Liebste, die zu Weihnachten fehlen! Julie Doiron ergänzt mit ihrem Backgroundgesang Dekkers Vortrag wunderbar. They Don’t Make Them Like That Anymore war bereits 2015 das Highlight des alljährlichen Weihnachtssampler Ho! Ho! Ho! Canada, der von The Line of Best Fit kuratiert wird. Dass der Song nun das Fundament dieser EP bildet, macht wirklich Sinn. Auch der zweite eigene Track, Ink For A Star tituliert, ist von ähnlicher Stimmung getragen. Er erweist sich als Sammlung von Momentaufnahmen, denen eine gewisse Flüchtigkeit innewohnt. Vor allem im Refrain sorgt das Zusammenspiel von Gitarre, Streicher und Piano für einen wärmende Erhabenheit. Ein schöner, filigraner Song, der sich wohltuend von jeglichem weihnachtlichen Fetengetue abhebt.

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Caro Emerald & Metropole Orkest – Something For Christmas (Free Mp3)

Damit die traurigen Töne auf diesem Blog nicht überhand nehmen, haben wir heute einen schönen beschwingten Weihnachtssong für euch. Caro Emerad verschenkt Something For Christmas als Dankeschön an alle, die ihren Newsletter abonnieren. Die Weihnachtssingle ist Teil der am 4. Dezember veröffentlichten EP MO x Caro Emerald by Grandmono.  Weiterlesen

Mehr als ein Schnipsel für die Musikgeschichte – Duke Ellington

Ich stelle mir das folgendermaßen vor. Man ist gerade mit dem Ausmisten des Kellers beschäftigt und stößt dabei auf eine unter allerlei Krempel versteckte Kiste, in der sich Notizblöcke aus Studienzeiten, diverser Krimskrams und vielleicht sogar Fotoalben verstecken. Und dann ist darin noch ein nie übergebener Liebesbrief. Geschrieben von dem Mädchen, das man vor Jahren sehr geliebt und mit dem man eine schöne Zeit verbracht hat. Mittlerweile lebt sie ihr eigenes Leben, längst ist der Kontakt abgerissen. Doch das, was man nun als kleine Reminiszenz in Händen hält, bringt viel von dem zurück, was die Beziehung einst glücklich gemacht hat. So, meine ich, geht es auch Fans, wenn nach all den Jahren, in denen ihr Idol längst im Himmel weilt, plötzlich wieder ein vergessener Schnipsel Musik auftaucht. Und wenn dieses Stück Musik dann noch als künstlerisch wertvoll herausstellt, dann ist man selig. Zumindest mir ging es so, als vor wenigen Jahren bislang unveröffentlichtes Material von Johnny Cash erschienen ist. Was habe ich da an früher gedacht, als ich Herrn Cash sogar zwei Mal live auf der Bühne stehen sehen durfte. Fraglos verhält es sich mit dem Album, das ich heute erwähnen möchte, ganz ähnlich. Duke Ellington ist auch über vierzig Jahre nach seinem Tod jedem Bildungsbürger ein Begriff. Fans des Jazz und Swing werden ihn heute noch heiß und innig schätzen. Mit der gerade veröffentlichten CD The Conny Plank Session wird eben diesem Duke Ellington keine neue Seite abgerungen werden können – und doch haben diese Aufnahmen einen vor allem in deutschen Breiten musikgeschichtlichen Wert.

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Conny Plank ist jemand, den man auch hierzulande noch – oder wieder – vorstellen muss. Ein Musikproduzent und Toningenieur, der in seinem zu kurzen Leben maßgeblichen Einfluss auf das hatte, was in den Siebzigern als Krautrock die Welt eroberte.  Weiterlesen

Free Download: Glenn Crytzer’s Savoy Seven – A Little Love This Christmas

Huch, wie schnell die Vorweihnachtszeit doch wieder vergangen ist. Morgen gibt es hierzulande die Bescherung, die Nordamerikaner müssen sich sogar noch einen Tag länger gedulden. Wie haben in den letzten Jahren ja schon öfter die Unterschiede zwischen dem Weihnachtsfest in Deutschland und den USA herausgearbeitet. Auch musikalisch existiert so manche Abweichung. Wo hierzulande Knabenchöre, Tenöre oder Klassikschlagerfuzzis in den Plattensammlungen älterer Generationen wohl nicht fehlen dürfen, so garnieren auf der anderen Seite des großen Teichs traditionell Gospelsänger, Crooner oder Big Bands das Fest. Nun sind Traditionen bekanntlich nur dann schlecht, wenn sie nicht gut gepflegt werden. O Tannenbaum etwa mag wundervoll klingen, wenn man es nicht mit Weihnachtskitsch durchtränkt. Und natürlich kann auch Jingle Bells angenehm frisch tönen. Im Falle von Glenn Crytzer’s Savoy Seven lässt sich sehr gut erkennen, was ein cleveres Arrangement und ein ureigener Sound aus solch einem abgedroschenen Klassiker macht.  Weiterlesen

Gewinnspiel: Paul Carrack with The SWR Big Band – Swinging Christmas Live

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Paul Carrack with The SWR Big Band – Swinging Christmas Live

Heute wollen wir das für 2013 letzte Weihnachtsgewinnspiel starten. Diesmal wird ein Doppelalbum voller Weihnachtsklassiker in der Interpretation von Paul Carrack und The SWR Big Band verlost. Wer also neumodischem Weihnachtsschnickschnack gegenüber weniger aufgeschlossen ist, sollte nun zuschlagen. Unter allen Teilnehmern, die diesen Beitrag kommentieren, wird der Gewinner ermittelt.

1. Teilt uns in einem Kommentar mit, welches deutsche Weihnachtslied ihr besonders mögt.

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