Indie-Track-Auslese 2013 (Juli/August/September)

Obwohl wir in den vergangenen 3 Monaten ungewöhnlich viele Größen der Musik besprochen haben, fand doch auch der eine oder andere Indie-Künstler Erwähnung auf dem Blog. Hier eine nochmalige Auflistung manch toller Tracks.

Human PyramidsRelapse (Großbritannien) Album: Planet Shhh! (VÖ: 15.07.2013 auf Oxide Tones)

PINSLost Lost Lost (Großbritannien) Album: Girls Like Us (VÖ: 27.09.2013 auf Bella Union)

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Stippvisite 18/09/2013 (Ohne Experimente kein Heureka!)

Dieser Tage kann man sich nicht einfach nur mit Musik beschäftigen. Denn auch wenn uns Medien und Politik die demokratische Teilhabe vermiesen wollen, sollte man zur Wahlurne schreiten. Lassen wir uns nicht von Griesgramen ins Bockshorn jagen. Wenn jemand postuliert, dass Politiker ohnehin ihr eigenes Spielchen treiben und die Interessen der Bürger mit Füßen treten, dann ist das schlichtweg Nonsens. Denn die, die bei Wahlen eigentlich versagen, sind jene Bürger, welche die immer gleichen aalglatten Gesellen und Schnepfen an die Macht befördern. Mit der Schwarmintelligenz ist es eigentlich nicht weit her, wenn man politischen Minderleistern immer und immer wieder das Vertrauen ausspricht. Wenn der Wähler politische Akteure für Schlampigkeit und Unaufrichtigkeit belohnt, besteht für die Protagonisten auch keine Notwendigkeit zur Besserung. Wenn uns Journalisten erzählen, wie lahmarschig der Wahlkampf sei, dann mag uns das in unserer Meinung bestärken, nur die Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben. Aber Journalisten erzählen uns Tag für Tag alles, um Auflage beziehungsweise Klickzahlen zu generieren. Es fällt ihnen leichter, eine politische Kaste gleich einer Sau durchs Dorf zu treiben, als mit dem Finger auf den Bürger zu zeigen und dessen politisches Versagen zu geißeln. Dabei ist es doch die Einfallslosigkeit des Volkes, die die ewig gleichen Parteien mit oftmals verkrusteten Strukturen Mal für Mal in die parlamentarische Verantwortung spült. Politikverdrossenheit ist ein Euphemismus für Selbstbetrug. Wenn jeder Staatsbürger das Versagen in der Wahlzelle erkennen würde, könnte ein Wandel stattfinden. Lassen wir uns doch nicht einfach von der grassierenden Hysterie anstecken! Politik muss nicht zwangsläufig ein abgehobenes, von Phrasendrescherei bestimmtes, korruptes Geschäft sein. Sie ist es nur dann, wenn wir das Kreuzchen aus Gewohnheit machen und uns von griffigen Schlagzeilen leiten lassen. Wenn uns die unzähligen virtuellen Stammtische im Internet etwas lehren, dann dass Positionen und Plattitüden mit Feuereifer vertreten werden. Eifer ersetzt jedoch nicht die Vernunft, Leidenschaft nicht die Logik. Solang wir gleich Steinzeitmenschen mit lautem Hurra und der geschwungenen Meinungskeule aufeinander eindreschen, wird auch die Politik das konstruktive Miteinander nicht zum höchsten Gut küren. Doch irgendwie schaffen wir es immer, die eigenen Hände in Unschuld zu waschen und den schwarzen Peter weiterzuschieben. Wir sehnen uns nach Stabilität, unsere kollektive Sehnsucht verneint Experimente. Doch ohne Experimente kein Heureka! Wir treffen Wahlentscheidungen aufgrund von finanziellen Eigeninteressen und vergessen darauf, dass man auf das Wohlergehen aller Menschen achten sollte, wenn man in Frieden leben möchte. Wir wollen unsere individuelle Freiheit in vollen Zügen auskosten. Doch wie viel Luft bleibt denn wirklich zum Atmen, wenn wir alle diese Freiheit mit den Ellbogen verteidigen? Viele lauschen gern den salbungsvollen Worten, die Kinder als größtes Glück bezeichnen und Familien das Blaue vom Himmel versprechen. Dieselben Politiker haben aber oft kein Problem, eine etwaige Zukunft der Kinder dadurch zu erschweren, indem man sehenden Auges in ein Umwelt- und Klimadesaster läuft und nichts dagegen unternimmt. Wir alle könnten auch endlich Erich Fromms Erkenntnis aufgreifen, wonach die Wirtschaft dem Menschen dienen sollte und nicht der Mensch der Wirtschaft. Die ewig gleiche Litanei, wonach gut sei, was Arbeitsplätze schaffe, dieses Dogma sollten wir dringend hinterfragen. Möglichst schon bei dieser Wahl. Wenn uns dieser Wahlkampf eine große Wahrheit beschert hat, dann wohl die, dass tatsächlich das Wir entscheidet. Wir, in der Wahlzelle, am Sonntag, reflektiert!

Und nun ein paar ausgewählte Musiktipps, um die Zeit angepannten Wartens bis zum Sonntag zu überbrücken…

Entdeckertipp:

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