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Unsere musikalischen Favoriten 2011 – Ein Zwischenstand und Vorausblick

Es gibt durchwachsene Jahre und grandiose Jahre. Bislang scheint 2011 noch einen schüchtern bescheidenen Eindruck zu hinterlassen, sich nicht voreilig entscheiden zu wollen. Natürlich verstecken sich feine Platten in den Tagen und Monaten des bislang so flugs verlaufenden Jahres. Aber zünftige Paukenschläge, welche das Herz in höchste Sphären katapultieren, fehlen bis dato mehrheitlich. Oftmals wird aus dem vermeintlichen Trommelwirbel dann doch ein Triangelgeklingel. Das gilt insbesondere für Alben, denen ich recht insbrüstig entgegen geharrt habe. Das neue Werk Take Care, Take Care, Take Care der mir ans Herz gewachsenen Post-Rock-Kulleraugen Explosions In The Sky wirkt ansprechend, aber nie völlig geniedurchblitzt. Die über alle Maßen verehrten The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble haben mich mit From The Stairwell zwar überzeugt, leider jedoch nicht derart enthusiasmiert, wie sie es mit ihren Vorgängerscheiben taten.  Ähnliches ließe sich auch über Joan As Police Woman oder The Low Anthem sagen. 2011 verlangt mir also Neuentdeckungen ab, zumal ich mit den gängigen Charts-Stürmern eher wenig anzufangen weiß. Herbert Grönemeyers Schiffsverkehr wirkt auf mich recht lustlos durchgewunken, die Foo Fighters etwa hatten auch schon mal distinktivere Hits im Repertoire. So sind es eben die jüngst aufgespürten Künstler, welche mir die erste Hälfte des Jahres speziell verzuckerten. Ein Ausblick auf demnächst zur Veröffentlichung anstehende Alben verspricht auch für den Rest des Jahres das eine oder andere Glanzlicht. Man darf gespannt bleiben, immer mit einem weit geöffneten Ohr den Neuerscheinungen begegnen…

Album-Favoriten 2011

Erland & The CarnivalNightingale

Joel AlmeWaiting For The Bells

Anna CalviAnna Calvi

Dark Dark DarkWild Go

Susanne SundførThe Brothel

Sin FangSummer Echoes

PapercutsFading Parade

Amon TobinISAM

Juliette CommagereThe Procession

Africa Hitech93 Million Miles

Lieder 2011:

Sin Fang – Two Boys

Sin Fang : Two Boys from morr music on Vimeo.

Low – Try To Sleep


Low – Try to Sleep (OFFICIAL VIDEO) von subpoprecords

Francesca Lago – On My Way Back From The Moon

Finde weitere Künstler wie Francesca bei Myspace Musik

Beady Eye – Wigwam (simfy)

Erland & The Carnival – Wealldie (simfy)

Dark Dark Dark – Something For Myself

Joel Alme – When Old Love Keeps You Waiting (simfy)

White Lies – Bigger Than Us


WHITE LIES – BIGGER THAN US (official music video) von elnino

Pat Appleton – Männer ohne Pferd

Lotte Kestner – Halo

Veröffentlichungsausblick:

Early Day Miners – Night People (VÖ 12.08.2011)
Beirut – The Rip Tide (VÖ 26.08.2011)
Tinariwen – Tassili (VÖ 02.09.2011)
Sóley – We Sink (VÖ 02.09.2011)
Dear Reader – Idealistic Animals (VÖ 02.09.2011)
Ladytron – Gravity The Seducer (VÖ 09.09.2011)
Cant – Dreams Come True (VÖ 09.09.2011)
dEUS – Keep You Close (VÖ 16.09.2011)
Ane Brun – It All Starts With One (VÖ 16.09.2011)
Shimmering Stars – Violent Hearts (VÖ 16.09.2011)
Laura Marling – A Creature I Don’t Know (VÖ 23.09.2011)
Björk – Biophilia (VÖ 30.09.2011)
Dum Dum Girls – Only In Dreams (VÖ 30.09.2011)
DJ Shadow – The Less You Know the Better (VÖ September 2011)
Noel Gallagher’s High Flying Birds – Noel Gallagher’s High Flying Birds (VÖ 14.10.2011)
Still Corners – Creatures Of An Hour (VÖ 14.10.2011)

SomeVapourTrails

Ein Veröffentlichungsausblick: Die Alben der kommenden Wochen

Nach erholsamen Feiertagen wollen wir nun unser kurzes Winterschläfchen beenden. Wenngleich uns noch die eine oder andere CD von 2010 in den Ohren juckt, mögen wir auch schon eine kurze Vorschau wagen. Was sind die Alben der nächsten Wochen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen? Momentan haben wir schon die eine oder andere Scheibe am Radar, aber natürlich gehen wir davon aus, dass sich noch das eine oder andere UFO auf unseren Schirm verirren wird. Im Januar kommt die Veröffentlichungschose ohnehin erst in der zweiten Hälfte richtig in die Puschen, bis dahin wollen wir noch die eine oder andere in der Warteschleife kreisende Platte mit unserem Senf überziehen. Manche Dinge ändern sich nämlich auch 2011 nicht, ein edler Blog wird auch weiter edle Ergüsse bieten und Entdeckungen tätigen. Im Eifer des Gefechts manch Vogel abschießen, fliegenden Untertassen die passende Landebahn bieten, Himmelsstürmern eine Startrampe stellen und Fixsternen am Firmament mit einem Teleskop zu Leibe rücken. Musik bleibt eben immer Musik und wird unsere Gemüter auch in diesem Jahr zu ungeahnten Höhenflügen inspirieren.

Veröffentlichungstermine:

Joan As Police WomanThe Deep Field (VÖ 21.01.11)
16 HorsepowerYours Truly (VÖ 28.01.11)
White LiesRitual (VÖ 28.01.11)
John VandersliceWhite Wilderness (VÖ: 28.01.11)
Juliette CommagereThe Procession (28.01.11)
ModdiFloriography (VÖ: 28.01.11)
MogwaiHardcore Will Never Die, But You Will (VÖ 11.02.11)
Rebekka KarijordThe Noble Art Of Letting Go (18.02.11)
Beady EyeDifferent Gear, Still Speeding (VÖ 25.02.11)
The Joy FormidableThe Big Roar (VÖ: 25.02.11)
The Low Anthem Smart Flesh (VÖ 25.02.11)
PapercutsFading Parade (VÖ: 04.03.11)

SomeVapourTrails

Neuentdeckungen 2009 – Umfrage und Gewinnspiel

Entdeckungen2009

Update: Bis 06.01. 23:59 könnt ihr noch abstimmen!

Werte Leserschaft, wer nun glaubte, Lie In The Sound käme ohne Jahresendumfrage aus, der hat geirrt. Allein dem Umstand geschuldet, dass DifferentStars bis zum heutigen Tag es nicht geschafft hat, sich mit sich selbst zu einigen, welches nun ihre Top 3 Alben des Jahres sind und noch immer an den Top 10 Alben kaut, hier nun unsere ganz eigene – wie wir finden auch spannendere – Umfrage:

Was sind eure Neuentdeckungen des Jahres 2009? Es müssen nicht zwingend Newcomer sein, ist auch bei uns nicht immer der Fall.

Zu gewinnen gibt es 3 CD-Pakete, bitte gebt in den Kommentaren an, welches ihr favorisiert. Dazu natürlich die Künstler, die ihr in diesem Jahr kennen und lieben gelernt habt.

Gewinne:

Paket 1

Album: Mein Mio – Irgendwo in dieser großen Stadt
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Paket 2

Album: Helgi Hrafn Jónsson – For the Rest Of My Childhood
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Paket 3

EP: Timo Brekker – Learn & Wait
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Die Preise kommen nicht von ungefähr, wobei, die Great Lake Swimmers gehören schon seit langem zu unseren Lieblingsbands. The Alexandria Quartet, Helgi Hrafn Jónsson, Timo Breker und Mein Mio haben wir erst 2009 entdeckt und in unser Herz geschlossen.

Unsere Top-Entdeckungen 2009:
DifferentStars

White Lies
Paolo Nutini
Metric
Florence + the Machine
The Alexandria Quartet
Timo Breker
Soulsavers

SomeVapourTrails

Mein Mio
Helgi Hrafn Jónsson
Eamon McGrath
Mariahilff
Daisy Chapman
The Low Anthem
Mike Bones

Abstimmungsende ist der 06. Januar 2010.

DifferentStars

Musikalischer Quartalsbericht 2009 (III)

Alben09III

Löchriger als Schweizer Käse präsentierte sich zunächst das diesjährige musikalische Sommerloch. Der Überfluss des ersten Halbjahres verebbte schlagartig und wich einer kahlen Leere. Nur eine Handvoll Alben vermochten diesen tiefen Fall aus wohlklingender Fülle ein wenig abzufedern. Und genau diesen Rettungsankern, die uns vor den Sturz ins Nichts bewahrten, wollen wir in der Rückschau eine Lobhudelei angedeihen lassen. An prominenter Stelle seien die Soulsavers auf ein funkelndes Podest gestellt. Broken vermochte mit genialer Düsterkeit zu becircen und mit dem Lied You Will Miss Me When I Burn eine balladeske Heldentat zu vollbringen. Und der Balladen nicht genug, zauberte die Göttin des Dream Pop, Hope Sandoval, eine schon beinahe nicht mehr möglich gehaltene Verzückung in Form von Through The Devil Softly in die gut sortierten Plattensammlungen des Landes. Die werte Co-Bloggerin DifferentStars wird, sobald sie aus der Ehrfurchtsstarre erwacht ist, zu diesem Monument noch einige Worte andächtig verlieren. Ein ebenso perfektes sinnebeträufelndes Mirakel kredenzten The Low Anthem mit der Scheibe Oh My God, Charlie Darwin. Doch waren es nicht nur schönen melodischen Mätzchen vom Schlage eines The First Days Of Spring von den so talentreichen Noah and the Whale, die in den vergangenen Monaten zu Schwelgereien einluden.

Auch flockigeres Geträller mengte sich ins Flirren der Großstadthitze. Major Lazer sorgten mit ihrem Klebstoff-Raggamuffin für Ekstase. Guns Don’t Kill People… Lazers Do schob ein Sommerflair der Extraklasse vor sich her. Fast unbeachtet stiefelten Fat Freddy’s Drop im August durch die Lande und bestachen mit Dr Boondigga and the Big BW. Ein Geheimtipp des letzten Quartals. Abgerundet wird die Rhythmus-Sektion von Felix Da Housecat, dessen He Was King sein bisher größter Wurf ist. Dazu demnächst mehr…

Wie sah es in letzter Zeit mit deutschen Musikern und Bands aus? Trist möchte man bemerken. Denn Element Of Crime sind endgültig auf einem Schunkel-Niveau angelangt, das eine Musikantenstadl-Stimmung vor dem geistigen Auge als Schreckensszenario erstehen lässt. Und was an Jochen Distelmeyer heilsbringerisch sein soll, das verstehen wohl nur einen gestriegelten Schnurrbart tragende Hipster. Enttäuschungen, wohin das Ohr auch hört. Da lobe ich mir meine Lieblingsentdeckung des Jahres, die Berliner Band Mein Mio, welche Irgendwo in dieser großen Stadt Inspiration für unverschlumpften und gefühlsechten Deutschpop fanden. Natürlich darf auch Max Herre bei den Lichtblicken nicht fehlen, seine authentisch transportierten Stimmungen machten Ein geschenkter Tag zur idealen Entschädigung für die Geschädigten eines Sven Regener. Und sogar die englische Texte wurden hierzulande mal samten vorgebracht, wie es Timo Breker auf der EP Learn & Wait offerierte, oder tiefsinnig, was I Might Be Wrong auf Circle The Yes extraordinär meisterten.

Kommen wir zu Könnern aus Großbritannien. The Big Pink sind der Beluga unter dem Kaviar, der derzeit von Insel zu uns rüberschwappt. A Brief History of Love ist kein Hype, sondern Fakt. Ebenso durfte man Florence & the Machine dank Lungs als Schattenspender an hitzeverseuchten Tagen empfinden. Doch wurde auch ein Verbrechen in Form von Muse und dem neuen Alben The Resistance in unsere Breiten gebeamt.

Kurz noch will ich die geballte Faust höher wuchten und das Entsetzen ausdrücken, welches mich quält. Marit Larsen als Newcomerin der warmen Jahreszeit wäre nur dann zu verstehen, wenn die Schweinegrippe die glorreiche Gilde skandinavischer Songwriter gleich im Dutzend dahingerafft hätte. Beliebige Langeweile als Erfolgskonzept – unverständlich. Noch übler freilich scheint das Loben über jedweden grünen Klee, welches man diesen Sommer dem armseligen Achtziger-Jahre-Bockmist von Zoot Woman angedeihen ließ. Eine Unplatte.

All die Prunkstücke der letzten 3 Monate freilich werden noch in den Herbst hineinstrahlen und manch düstrem Tag die richtige Bleiche verleihen. Und einige frohe Songs werden die wenigen verbleibenden Sonnenstrahlen in Gold tauchen. Amen.

SomeVapourTrails

Sinnebeträufelndes Mirakel – The Low Anthem

Wenn losgelöstes Falsett die Zeilen „And who could heed the words of Charlie Darwin/ The lords of war just profit from decay/ And trade their children’s promise for the jingle/ The way we trade our hard earned time for pay“ intoniert, dabei Poesie und Wahrhaftigkeit verschmelzen, dann schwinden alle Bedenken, dass The Low Anthem nur ein weiteres, in hiesigen Indie-Gefilden gut vermarktetes Strohfeuer ist, dessen Flamme musikalischen Zwergen Riesenschatten verleiht. Und wer so wie meine Wenigkeit die Ehre hatte, eben jene Band auf einer kleinen Bühne beim Spiel zu beschielen, wird die Relevanz und Faszination der Ausnahmekönner nur bestätigen.

The Low Anthem

Fast nach dem Prinzip von Reise nach Jerusalem schnappen sich Ben Knox Miller, Jeff Prystowsky und Jocie Adams recht ungewöhnliche Instrumente und kreieren eine Aura andächtiger Versunkenheit. Wenn Frau Adams die Crotales streicht, schwebt eine Trance durch den Raum. Doch was in meiner Beschreibung experimentiell anmutet, sind nicht etwa Kapricen, die über irgendwelche Mängel hinwegtäuschen sollen. Vom Talent her wäre es für The Low Anthem bestenfalls eine Fingerübung, ihr Œuvre auf Gitarre, Bass und Schlagzeug zu limitieren. Zu eindringlich sind die Lyrics, zu clever die Harmonien, zu authentisch die Performance, als dass Schnickschnack eine Notwendigkeit darstellen würde. Vielmehr liefert die Formation ein Kaleidoskop sinnebeträufelnder Eindrücke ab, zimmert sich eine eigene Kategorie des Schaffens zurecht, der man weder mit Schubladen wie Americana oder Folk-Rock habhaft wird. Mal faucht Sänger Miller feuerspeienden Blues in schnoddrig-dreckiger Manier ins Mikro, dann wieder fistelt er stimmig oder krächzt Dylanesque. Strömen die Songs gar mit dem Selbstbewusstsein überbordend vorhandenen, superben Songwritings ins Konzertgetümmel, zeugen die verbalen Überleitungen eines sehr bescheidenen Millers, dass die Band um ihr extraordinäres Potentials nicht weiß.

ohmygodcharliedarwin

Was sonst inflationär gebraucht, drückt The Low Anthem in einer Handvoll Worte aus. Sehnsucht wird in Don’t Tremble mit „If your heart is unemployed/ Do not rush but do not stall/ For I am waiting“ skizziert. Gefühle derartig prägnant zu artikulieren, das ist Kunst. Aus all der gut gemeinten, gut erdachten und gut gebrüllten Mittelmäßigkeit ragt diese Band himmelhoch heraus, da sie alles besser kann. Wie eben an diesem Abend im Juni, als in einem Berliner Club wundersame Stimmung die Runde machte. Ob nun Adams unbeholfen wirkend die Klarinette bestupste oder Prystowsky inbrünstig den Kontrabass zupfte und Millers wandlungsfähiger, immer hochgradig intensiver Gesang toste, die spärliche Zuhörerschaft vermochte ihre Begeisterung zu zeigen. Man muss auch die so selbstverständlich vorgebrachten Fähigkeiten der Multiinstrumentalisten bestaunen. Welcher sonstige Act teilt Schlagzeug-Pflichten auf, beacktert mit 6 Händen mehr Gerätschaften als so manch Orchester? Und bei all der Umtriebigkeit residiert der Ausdruck an höchster Stelle, klotzen exquisite Melodien und formidable Texte dick und fett.

Mit der gerade in Deutschland erschienen Platte Oh My God, Charlie Darwin hat nun jeder audiophile Gourmet die Möglichkeit, ein famoses Stück Musik zu erwerben. Und die im September anstehende Tour erlaubt auch eine Live-Betrachtung, welche die Augen rauskullern lässt. Musik bleibt ein Mirakel – das belegen The Low Anthem.

Tour-Termine:

15. 09. 2009 München, Atomic Cafe
17. 09. 2009 Zürich, El Lokal
18. 09. 2009 Frankfurt, Brotfabrik
19. 09. 2009 Köln, Gebäude 9
20. 09. 2009 Berlin, Lido
21. 09. 2009 Hamburg, Knust

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