Schlaglicht 80: A Distant Victory Singles Club

Viele kleine Labels rackern sich ja wirklich ab, ihre Veröffentlichungen möglichst liebevoll zu gestalten. Solch Liebe zum Detail ist ungemein wohltuend. Es schadet aber keinesfalls, wenn nicht nur Optik und Haptik einnehmend sind. Warum nicht auch die Neugier kitzeln? Und da hat sich das griechische Label Inner Ear anlässlich seines zehnjährigen Bestehens wirklich eine feine Sache ausgedacht! Unter dem Namen A Distant Victory Singles Club erscheint jeden Monat eine neue Vinyl-Single befreundeter oder beim Label beheimateter Musiker. Was diese Reihe zudem speziell macht, ist der Umstand, dass man ein über 3, 6 oder 12 Monate laufendes Abo abschließt, sich also überraschen lässt, was ein neuer Monat an Musik so bringt. Wenn man sich die Qualität der bisherigen Veröffentlichungen anhört, ist die Entdeckungslust definitiv geweckt.

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Unsere liebsten Songs 2015 (1-25)

Nach dem ersten Teil unserer Lieblingslieder mit den Plätzen 26-50 folgt nun der zweite Teil unserer liebsten Songs des Jahres 2015. Samt Spotify-Playliste, die immer 47 der 50 Titel beinhaltet. Doch genug der Worte, stürzen wir uns ins musikalische Getümmel!

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1.) Radio Elvis – Goliath

Goliath ist nicht weniger als phantastisch, weil es markanten, durchaus an französischen Chansonniers orientierten Gesang mit melodischem und zugleich erstaunlich robustem Indie-Rock verbindet. Die Band ist für mich die Entdeckung des Musikjahres. Und Goliath ist das Lied, dass ich auf immer mit 2015 verbinden werde! (Die EP Juste avant la ruée ist am 09.03.2015 auf PIAS erschienen.)

Wanda Bussi Albumcover ©Vertigo Berlin

2.) Wanda – Bussi Baby

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Unsere liebsten Alben 2015

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur, adipisci velit… Moment, der Platzhaltertext ist natürlich ein Scherz. Sogar zwischen den Feiertagen fällt mir ein Gedanke zum Musikjahr 2015 ein. Ich meine nämlich, dass Musik zwar nach wie vor eine große Rolle spielt, sie zugleich weniger wahrgenommen wird. Wir hören Musik, aber wie viele Lieder könnten wir zumindest im Refrain tatsächlich mitsingen? Wären wir tatsächlich noch in der Lage, die Intention unseres liebsten Albums des Jahres in wenigen Sätzen zusammenzufassen? Ist es nicht fast erschütternd, dass die Texte, die sich den meisten Menschen einprägen, ausgerechnet aus schlimmen Genres stammen oder problematische Weltanschauungen verfechten? Zeilen aus Schlagern gehören zum Allgemeingut, auch die Protagonisten des Deutschrap haben genug Hörer, die an ihren Lippen hängen, selbst die Texte der völlig unsäglichen Frei.Wild finden willige Abnehmer. Wie aber sieht es mit den Heroen des Indie-Genres und den Kritikerdarlingen aus? Wer könnte Thees Uhlmann, Sufjan Stevens oder Julia Holter aus dem Effeff zitieren? Wir erleben eine Wahrnehmungskrise jener Musik, die für sich in Anspruch nimmt, wertvoll zu sein. Woran liegt das? Ich will es kurz machen, die Schuld teilen sich Künstler, Musikkritik und Hörer zu gleichen Teilen. Wenn Bands und Musiker soziale Netzwerke mit jeder Menge Fotos bespaßen oder mit allerlei Veranstaltungshinweise vollpropfen, dabei aber komplett vergessen, ihre Lyrics und/oder Gitarrentabulaturen zu verbreiten, dann dürfen sie sich eigentlich nicht wundern, wenn Hörer vielleicht lustige Schnappschüsse eher in Erinnerung behalten als die Inhalte der letzten Platte. Die Musikkritik wiederum wird sich mit Klickstrecken und der Ausrichtung auf Tablet und Smartphone zu Tode layouten. Dazu kommt noch die Facebook-Hörigkeit, die eine Platte mit wenigen knackigen Worten teasert. Rezensionen geraten oberflächlich, weil der Transport der eigenen Meinung über dem Verständnis einer Platte steht. Und dann wäre da noch der Hörer, dem Musik oftmals so wichtig ist, dass er sie gar nicht mehr käuflich erwerben muss. Nichts spricht gegen Streaming als Ergänzung zur CD-Sammlung. Ein Stream kann jedoch nie den Besitz einer Platte ersetzen, ihm fehlt jedwedes haptische Erlebnis, ihm fehlt der zeitliche Aufwand – ja generell der zielgerichtet Akt des Kaufs. Wir sehen also, die Krise ist umfassend! Und wird bestenfalls dort überwunden, wo die Musik Botschaften und Lebensgefühl mittransportiert. Das tut der Schlager, das tut leider auch Bushido. Wo also bleibt das Indie-Lebensgefühl? 2015 hat es trotz vieler toller Alben gefehlt. Doch genug geredet, hier nun unsere liebsten Platten!

1.) Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba – Ba Power

Bassekou-Kouyate-Ba-Power-Cover

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Famose griechische Slacker-Hippie-Rebellen – The Noise Figures

Es gibt nichts, was es nicht gibt! Beispielsweise famosen psychedelischen Desert-Garage aus Griechenland! Das Duo The Noise Figures macht ihren abgetakelten Van startklar, klappert und holpert über die sandigen bis schottrigen Nebenstraßen dieser Welt, nimmt uns mit auf eine dreckige Zeitreise durch die späten Sechziger und frühen Siebziger. Aphelion ist ein Album, das die Vergangenheit nicht einfach imitiert, sondern sie ohne spleenige Verklärungen oder ironische Brechungen beinahe wiederauferstehen lässt. Wer der urtümlichen Kraft von Rock verfallen ist, wird von Aphelion schlicht begeistert sein! Allerdings sorgt die Herkunft des Duos für im Rock eher ungewöhnliche Untertöne.

2012 haben sich die Jugendfreude George Nikas und Stamos Bamparis zusammengetan und in der Musik ein Mittel zur Bewältigung der tristen Krise im Lande gefunden. Dennoch frönt die Platte keinem reinen Eskapismus zu. Das in Musik und Text gewählte Außenseitertum bietet sowohl die Scheißegal-Attitüde von Slacker-Hippies als auch reichlich rebellisches Außenseitertum. Read more: Famose griechische Slacker-Hippie-Rebellen – The Noise Figures