Schlagwort-Archive: The Raveonettes

Unser ABC der Nordlichter: Dänemark

Wenn man sich die Bevölkerungszahl der nordischen Länder Europas so ansieht, zählt man knapp 26 Millionen Köpfe. Island, Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden zusammen bringen es auf weniger als ein Drittel der deutschen Einwohner. Man sollte sich das öfter vergegenwärtigen, wenn man einmal mehr über eine Band aus dem Norden stolpert. Deutschland kann weder in puncto musikalischer Fülle noch im Bezug auf internationale Anerkennung mit all den Ländern mithalten, die im weitesten Sinne unter dem Begriff Skandinavien firmieren. Wir haben uns seit 2008 mit 90 Bands und Musikern aus nördlichen Breiten befasst, so manch Großartigkeit dabei entdeckt. Zeit also für einen kleinen Überblick. Diesmal: Dänemark! Ein Land, welches ich sehr lange gewaltig unterschätzt habe…

Alex Canasta (Facebook, Blogpost) – Hörproben: Let It Out (vimeo), Got It Coming:

Broken Twin (Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Beaches (SoundCloud)

Choir of Young Believers (Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Nye Nummer Et (SoundCloud)

Cody (Homepage, Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Mirror (YouTube)

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50 Albumschmankerln 2012

Hier nun also der zweite Teil unserer Jahresbestenliste. 40 Alben und 10 EP haben wir als Empfehlungen ausgewählt. Wie schon für unsere 75 Lieblingstracks 2012 gilt auch in diesem Fall, dass diese Liste von Auslassungen lebt. Natürlich wären Get Well Soon oder auch Leonard Cohen heiße Anwärter auf einen Platz in dieser Aufzählung, wenn wir denn jenen Alben heuer mit der gebührenden Ausführlichkeit gelauscht hätten. Doch wenn uns der wöchentliche Veröffentlichungszirkus etwas anderes weismachen möchte, gute Alben werden nicht schnell ranzig. Können auch erst mit ein paar Jahren Verzögerung gefestschmaust werden. Ob ein Musikjahr also beweihräuchert werden darf, das entscheidet sich oft erst lange nach dessen Verstreichen. Das, was uns jedoch bereits jetzt nachdrücklich in Herz und Hirn haften geblieben ist, haben wir folglich hier zusammengetragen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Durchstöbern!

Alben

Born To Die_ Lana Del Rey - CMS Source1. Lana Del ReyBorn To Die

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Unsere 75 Lieblingstracks 2012

Hier ist sie also nun, die Jahresbestenliste unser Lieblingssongs. Eine Momentaufnahme, zugegeben. Wenn wir am Ende des Jahres die persönlichen Favoriten Revue passieren lassen, dann stellen wir oft ganz verdutzt fest, welch zweifelslos prima Musik uns in jedem Jahr wieder durch die Lappen gegangen ist. Doch das Jahr hat eben nur 365 Tage, selbst wenn man jeden zweiten Tag ein neues Album für sich entdeckt, hat man gerade einmal 180 Alben gelauscht. Das ist nichts im Vergleich zur Fülle an Neuerscheinungen. Dazu kommen noch einzelne Tracks, die sich der geschäftige Blogger tagtäglich so anhört. Das ergibt in der Summe mindestens 3000 neue Tracks pro Jahr, gar nicht die gefühlten Millionen Tracks mitgerechnet, welchen man mit leidendem Augenaufschlag begegnet, die man bereits nach wenigen Sekunden auf Nimmerwiederhören verabschiedet. Von daher ist eine jede Bestenliste eines Blogs nur ein klitzekleiner Ausschnitt einer Gesamtwirklichkeit. Zugleich ist solch eine Zusammenstellung auch programmatisch zu verstehen, sie stellt den eigenen Geschmack zur Schau, grenzt sich ab. Wir machen nicht den Diener vor einer cleveren PR-Kampagne von Frank Ocean, finden Tame Impala schauerlich. Diese Liste will weder hip noch obskur und auch in keinster Weise vollständig sein. Sie soll unsere von Herzen kommenden Empfehlungen dieses Jahres nochmals unterstreichen. Mehr nicht.

Songliste2012

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Release Gestöber 29 (Anna Aaron, The Raveonettes, Philipp Poisel, Azure Ray)

Heute mal ohne jegliches Tamtam ein paar ganz, ganz tolle Empfehlungen!

Anna Aaron

Wenn ich einer Sängerin zum ersten Mal lausche und dabei elektrisiert spüre, wie Inspiration auf eine Dynamik trifft, Finesse sich mit einer unverzärtelten Attitüde mischt, dann will ich darauf wetten, dass Anna Aaron mit ihrem Anfang September in Deutschland erscheinenden Album Dogs In Spirit nicht nur meinen Kopf verdrehen wird. Was da aus der Schweiz zu uns dringt, ist ein ausgereiftes Debüt, welches sich aus Kraft und Geheimnissen nährt. Ein Track wie Fire Over The Forbidden Mountain beispielsweise gibt sich janusköpfig, spielt mit Lieblichkeit, scheppert roh, erzeugt kunstvoll Spannung, steuert dem Höhepunkt entgegen. Wer eine Singer-Songwriterin nicht glockenklar oder verhuscht trällern hören will, kommt an dieser angedunkelten Stimme schlichtweg nicht vorbei. Ein solch charismatisches Debüt muss man einfach gehört haben! Weil es Klasse hat, weil es seine Stories gleich guten Krimis erzählt, sich immer ein kleines Rätsel in der Hinterhand bewahrt, damit gebannte Begeisterung erzeugt.

Dogs In Spirit erscheint am 07.09.2012 auf Two Gentlemen.

The Raveonettes

Das dänische Duo The Raveonettes hat sein diesjähriges Meisterstück bereits abgeliefert. Denn wie sonst sollte man die EP Into the Night einschätzen? Diese war so kurz wie knackig, herrlich shoegazig. Ein von Ohrwürmern durchsetztes Juwel, das einem auch den Glauben an das Format EP zurückzugeben vermag. The Raveonettes haben das goldene Händchen für liebliche Melodien, die Art der Darreichung ist von berückender Unschuld. Sie verhallen, verlärmen Tracks,  so als wären ihnen Kitsch und Kommerz unbekannt. Sie polieren nichts glatt, werken nicht für den schönen Schein. Für 07.09.2012 ist nun quasi als Nachschlag das neue Album Observator angekündigt. Die ersten Vorboten der Platte (Observations und She Owns The Streets) vermitteln den Eindruck, dass die beste Phase in der nun schon über eine Dekade währenden Bandgeschichte gerade erst begonnen hat. (Beide Tracks sind als kostenlose Downloads auf betterPropaganda verfügbar.)

Philipp Poisel

Mit die überflüssigsten Platten, die es im Veröffentlichungsdschungel gibt, sind Livealben. Sie versuchen eine Atmosphäre einzufangen, die so flüchtig wie der Augenblick der Aufnahme ist. Das allein erweist sich oft als Ding der Unmöglichkeit, setzt zudem voraus, dass der Künstler überhaupt zur Bühnenmagie befähigt ist. Liveaufnahmen sind für Hardcorefans, für hoffnungslose Fetischisten. Im Falle von Philipp Poisel bin ich zu einer Abkehr von Gewohnheiten bereit, die im August auf erscheinende CD Projekt Seerosenteich werde ich mir sicher zu Gemüte führen. Poisel ist kein Showman, keine Rampensau, seine Ernsthaftigkeit vermengt sich mit der ihm gegebenen Poesie zu fraglos intensiven Momenten. So jedenfalls habe ich ihn einmal bei einem Auftritt erlebt und dadurch schätzen gelernt. Unter diesen Vorzeichen glaube ich tatsächlich an den Sinn eines Livealbums. Wer all die altklugen wie hypersensitiven, weichgespült singenden Bubis aus den deutschen Charts nicht mehr erträgt, muss bei Herrn Poisel hellhörig werden. Seine fragilen, nachdenklichen Texte drücken Worte aus, die andere Musiker erfolglos zu finden trachten.

Projekt Seerosenteich erscheint am 17.08.2012 auf Grönland Records.

Azure Ray

So ganz wurde ich mit den Soloambitionen von Orenda Fink and Maria Taylor in der Vergangenheit nicht warm. Erstere hatte mit Ask The Night (2009) zwar eine ansprechende Platte vorgelegt, doch war ihr Nebenprojekt O+S doch weitaus bemerkenswerter. Die gleichnamige CD kann ich als echten Geheimtipp nur empfehlen. Orenda Fink funktioniert also tatsächlich am besten im Verbund. Maria Taylor wiederum überzeugt mich als Einzelkämpferin kaum. Was Fink und Taylor zusammen als Azure Ray fabrizieren, das hingegen wirkt stimmig. Ohne Einschränkung! Besonders angetan hat es mir der ätherische gehauchte, in elektronische Gefilde abtauchende Track Scattered Like Leaves, der ein Mini-Album namens As Above So Below ankündigt. Großartig, hypnotisch!

As Above So Below erscheint am 07.09.2012 auf Affairs Of The Heart.

Das soll es für heute auch schon gewesen sein. Demnächst mehr!

SomeVapourTrails

Stippvisite 09/04/12 (Schmalspurausgabe)

Heute einmal eine Schmalspurausgabe der Stippvisite. Ohne viele Worte, Ostern fordert eben seinen Tribut. An feinen Empfehlungen mangelt es jedoch auch diesmal nicht!

Konzerttipp:

Vor zwei Jahren habe ich die Singer-Songwriterin Valery Gore für ihr Album Avalanche To Wandering Bear gelobt, sie als elegant, exzentrisch, distinktiv bezeichnet. Dieser Tage treibt sich die Kanadierin Gore in hiesigen Gefilden um, weshalb ich die werten Leser zu einem Konzertbesuch ermutigen möchte. Überdies gilt es die Beteiligung an einer Split-EP namens DIA01 (zusammen mit Long Voyage) zu vermelden. Eine neue Platte zeichnet sich erfreulicherweise ebenfalls ab. Gut so! (via analogsoul)

Konzerttermine:

14.04.2012 Hamburg – Astra Stube
19.04.2012 Berlin – 55 Arts Club
05.05.2012 Rostock – Peter-Weiss-Haus
07.05.2012 Hamburg – Pony Bar
17.05.2012 Biel (CH) – Café du Commerce
19.05.2012 Stuttgart – Cafe Galao
22.05.2012 Kressborn – Fugunt
23.05.2012 Ingolstadt – Tagtraum
24.05.2012 Fürth – Badstraße 8
25.05.2012 Leipzig – Distillery (Analogsoul Showcase)
26.05.2012 Potsdam – Hans Otto Theater

Downloadtipp:

Das dänische Duo The Raveonettes zählt seit Jahren zu den fixen Größen im Indie-Bereich. Wenn man den Tracks der Ende April erscheinenden EP Into The Night so lauscht, bemerkt man sofort, dass The Raveonettes ihr Pulver noch längst nicht verschossen haben. Besonders der shoegazige Track Night Comes Out ist eine in jeder Hinsicht formidable Angelegenheit. Ähnliches lässt sich auch über den Titeltrack konstatieren. Beide Songs sind derzeit als kostenlose Downloads verfügbar. Den Song Into The Night erhält man über das Widget, zu Night Comes Out geht es hier. Und bitte nicht vergessen: Die EP nicht trotz sondern wegen der Gratis-Mp3s kaufen! (via Filter Magazine)

Wohlfühltipp:

Im besten Fall kann ein Liedchen für ein paar Minuten Fröhlichkeit schenken, die Welt farbenfroher gestalten. Kunstfertiger Tiefgang ist ein großer Wert, unbeschwerte Gutlaunigkeit eine nicht mindere Qualität. Der Song The Lane der Hamburger Formation Tripping The Light Fantastic erschallt wohlfühlig, schlichtweg wonnig. Mehr braucht es nicht. Bleibt zu hoffen, dass das anstehende Album der Band diesen feinen Indie-Pop-Charme auch in Plattenlänge zu versprühen vermag. (Mit Dank an Lennart für den Tipp!)

Entdeckertipp:

Was bejubeln und beweihräuchern wir das Internet doch für die Möglichkeiten, die es dem Musikfan bietet. Ob usbekische Punk-Band oder argentinische Indie-Pop-Formation, in den Weiten des Netzes gibt es wohl nichts, was es nicht gibt. Doch man muss gar nicht mal in die Ferne schweifen, um etwas zu entdecken, was vor 20 Jahren es wohl nie bis nach Berlin geschafft hätte. Was da aus der tiefsten bayrischen Provinz an mein Ohr dringt, das ist einfach nur großartig. Das Trio Rhoads aus Schondorf am Ammersee schickt sich an, im Sommer das Album The Box zu veröffentlichen. Und wenn man den erst klanglichen Vorboten so lauscht, dann fühlt man sich eher in großstädtische Tristesse fernab jeder zünftigen Gemütlichkeit versetzt. Der Track Basement Wonderland ist in seiner edel-experimentellen, großartig ausgereiften Art einer jeden Kultband würdig. Peter von den Schallgrenzen hat mit seinem untrügerischen Instinkt diese Band für sich entdeckt und sie Fans von Kapazundern wie Radiohead, Porcupine Tree oder Portishead empfohlen. Ich kann nur betonen, dass ein Titel wie Dreams Are The Place To Be in seiner über weite Strecken minimalistischen Attitüde samt lamentierendem Gesang eine ungeahnt kammerspielerisch-beklemmende Grandezza beschert. Diese Güte gibt es nicht an jeder Straßenecke, solche Finesse ist ein Glücksfall. Wenn das Internet also solch Perlen durch den Äther schickt, dann sollte man sie auch dankbar annehmen. Zuhören und Bauklötze staunen!

SomeVapourTrails

Mit dunkelfuzzig-schlechtem Gewissen…

COVERwithSPINE

…präsentiere ich heute die Raveonettes. Ich jongliere gerade mit zu spät, viel zu spät und dringlichst. Gemeint sind die Reviews, die auf’s Noch-Geschrieben-Werden warten. Dazu noch zahlreiche Emails, die beantwortet werden wollen und ganze 50 MySpace-Freundesanfragen, die zumindest angesehen werden sollen.

Das aktuelle The Raveonettes-Album In And Out Of Control hat mir schon einige schöne Stunden bereitet…sehr fein zum Dahinträumen und sich einlullen lassen. Nur an die Tasten hat’s mich bisher noch nicht gebracht.

Ein wahrer Fan und aus vollem Herzen über sie bloggender Verehrer ist Parklife von Coast Is Clear, wir haben nur eine kleine gemeinsame Schnittmenge an Lieblingskünstlern, aber immer wieder hab ich sehr feine Perlen auf seinem Blog entdeckt.

Heute fand ich dort einen neuen Gratissong der Raveonettes, den ich doch gleich weitergebe:

Mp3: The Raveonettes «The chosen one»

Auf seinen Seiten, findet ihr noch mehr über das dunkelfuzzibösspartanische Duo, bald auch hier 😉

Live erleben:

06.12. Hamburg, Knust
07.12. Berlin, Lido
11.12. Schorndorf, Manufaktur

Viel Spaß damit!

DifferentStars

Dunkelfuzzibösspartanisch

Der klingende Adventskalender – Türchen 4: The Raveonettes – Come On Santa – Free Download

Auch sehr coole Leute huldigen bisweilen dem Weihnachtsmann. Cool, lasziv und verführerisch liefern The Raveonettes den perfekte Sound für eine Rauchnebel durchflutete Bar – befüllt mit denen, die der Familie entfliehen und dennoch irgendwie – sich sehnen.

photo-credit-Soren-Solkaer-Starbird
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Link: Stereogum

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