50 Albumschmankerln 2012

Hier nun also der zweite Teil unserer Jahresbestenliste. 40 Alben und 10 EP haben wir als Empfehlungen ausgewählt. Wie schon für unsere 75 Lieblingstracks 2012 gilt auch in diesem Fall, dass diese Liste von Auslassungen lebt. Natürlich wären Get Well Soon oder auch Leonard Cohen heiße Anwärter auf einen Platz in dieser Aufzählung, wenn wir denn jenen Alben heuer mit der gebührenden Ausführlichkeit gelauscht hätten. Doch wenn uns der wöchentliche Veröffentlichungszirkus etwas anderes weismachen möchte, gute Alben werden nicht schnell ranzig. Können auch erst mit ein paar Jahren Verzögerung gefestschmaust werden. Ob ein Musikjahr also beweihräuchert werden darf, das entscheidet sich oft erst lange nach dessen Verstreichen. Das, was uns jedoch bereits jetzt nachdrücklich in Herz und Hirn haften geblieben ist, haben wir folglich hier zusammengetragen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Durchstöbern!

Alben

Born To Die_ Lana Del Rey - CMS Source1. Lana Del ReyBorn To Die

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Stippvisite 12/05/12 (Ablassausgabe)

Kurz und knapp wieder einmal ein paar Empfehlungen, die mir in den Weiten des Netzes und bei den bloggenden Kollegen so begegnet sind.

Ablasstipp:

Beginnen wir ohne Umschweife mit einer EP wie aus dem Bilderbuch. Besser könnte sich eine Gruppe nicht einführen, möchte ich meinen. Die von der britischen Eiland Isle of Wight stammende Band The Shutes beschert uns mit Echo Of Love fünf großartige Tracks, atemberaubend melodisch, in hinreißend retroeskem Pop badend, zugleich erfrischend lebendig forsch. In dieser geballten Pracht gerät die EP zu einem Sahnebonbon, an dem man sich glücklich lutschen darf.  Neben dem tollen Titeltrack stechen auch das feenhafte gesungene Only und She Said hervor. Letzteres ist unten als kostenloser Download verfügbar. Ein Muss, selbstverständlich. Nochmals zum Mitschreiben: Jeder Banause kann einen musikalischen Ablass erlangen, wenn er denn nur diese EP erwirbt. Ja, Echo Of Love ist wirklich so fein. Anhören, sich für den eigenen guten Geschmack auf die Schulter klopfen, die Band weiterempfehlen! (via Coast Is Clear)

Downloadtipp:

Seit mehreren Wochen kritzle ich mir den Namen einer Band auf meinen Notizzettel, doch irgendwie will es Mal für Mal nicht klappen, meine Feder zur Würdigung der Formation zu schwingen. Anfangs grätschte mir Begeisterung in die Zeilen, später vorwurfsbittere Enttäuschung. Denn The Spring Standards ist mit der Doppel-EP yellow//gold kein großer Wurf gelungen. Man möchte eigentlich schon den Mantel des Schweigens darüber breiten, wäre da nicht der rundum ansprechende Titel Only Skin. Als ich das Lied zum ersten Mal hörte, war ich bass erstaunt, völlig enthusiasmiert. Es zählt für mich fraglos zu den besonders berührenden Stücken des bisherigen Jahres. Es lässt den ohnehin faden Rest von yellow//gold noch stinklangweiliger dastehen. An Only Skin freilich gibt es rein gar nichts zu rütteln, wovon sich jeder durch den Gratis-Download auf dem Magnet Magazine selbst überzeugen kann. (Die deutsche Instanz in Sachen Indie, das klienicum nämlich, scheint die Doppel-EP anders zu bewerten.)

Videotipp:

Kennt ihr das auch? Da sieht man ein Musikvideo, findet es nett, will es sogar ins Herz schließen, doch fühlt man sich gegen Ende plötzlich mit Fragezeichen konfrontiert, vermag weit und breit keine Auflösung zu erkennen. Eine gute Idee schreit förmlich nach einer konsequenten Umsetzung. In dem Clip zum Lied Quick! findet sich die eine oder andere Kuriosität, vor allem aber eine Darstellerin, deren Mimik und Gestik das übersteigt, was man in den meisten Musikvideos geboten bekommt. An Szenerie und schauspielerischem Talent liegt es nicht, dass hier eine Geschichte schlichtweg nicht erzählt wurde. Nur gut, dass Quick! aus dem Köcher der großartigen The Magnetic Fields stammt. Wer diesen Blog schon ab und an besucht hat, wird wohl bereits über mein Faible für das Projekt von Mastermind Stephin Merritt gestolpert sein. Das vor 2 Monaten erschienene Album Love at the Bottom of the Sea hat sich nicht uneingeschränkt in meine Gehörgänge gebohrt, aber wie so oft beweist Merritt sein Händchen für kurze, knackige, unnachahmliche Popsongs. Nicht jeder Song trifft ins Schwarze, aber die Tracks, die dies tun, sind einfach stark, virtuos. So wie eben Quick! und das wiederum macht auch das dazugehörige Video zu einem Genuss. (Mit Dank an nicorola für den Tipp.)

Kanadatipp:

Zuletzt will ich noch die kanadische Indie-Rock-Band Wintersleep empfehlen. Wintersleep sind so unbekannt nicht und die Chancen stehen gut, dass  das anstehende Album Hello Hum der Formation zu weiterer Berühmtheit verhilft. Der Track Nothing Is Anything (Without You) stellt einen triftigen Grund dar, warum man der neuen Platte sein Ohr leihen sollte. Exclaim! versteigt sich zu der Aussage, dass Wintersleep wohl sehr viel R.E.M. gehört haben. Nun kann man sich schlechtere Vorbilder aussuchen, mehr noch ein Abkupfern ins Auge fassen. Das jedoch sehe ich bei Nothing Is Anything (Without You) überhaupt nicht. Auch in diesem Fall gilt: Erlauschen lohnt! (Der ebenso guten Song Resuscitate winkt zudem unten als Gratis-Mp3.)

SomeVapourTrails