Musikalisches Tohuwabohu (VII): Line & Circle, Tarantina, The Thing With Five Eyes, Feu! Chatterton

Unser alljährliches Weihnachtsspecial führt auch immer dazu, dass sämtliche unweihnachtlichen Tracks und Alben auf der Strecke bleiben. Daher wird es heute und morgen gleich zwei Ausgaben des musikalischen Tohuwabohus geben. Aus dem Kladderadatsch erhaltener Mails, Newsletter und Social-Media-Feeds der letzten 2 Monate habe ich mir einige Perlen herausgesucht. Mögen Sie auf gespitzte Ohren stoßen!

Line & Circle

Photo Credit: Courtney Halverson

Man stelle sich einen Springsteen oder die tollen R.E.M. in feinstem College-Rock-Sound vor. Wem solche Klänge behagen, dem sei das 2015 erschienen Album Split Figure der Band Line & Circle wärmstens empfohlen. Roman Ruins etwa wirkt so, als hätten es R.E.M. mal erdacht und nur vergessen zu Papier zu bringen. Und Tunnel Joy macht kein Hehl daraus, dass hier Springsteens Tougher Than The Rest Pate stand. Selbst der Songtitel spielt auf das Album Tunnel Of Love an. Ein wirklich gelungenes Debüt der in Los Angeles ansässigen Formation! Diesem folgt nun endlich die neue EP Vicious Folly, die abermals schmissig-melodischen Rock mit dem verträumten Gesang des Frontmanns Bryan J. Cohen paart. Das Resultat kann sich hören lassen, speziell der tolle Track Man Uncouth läuft bei mir in Dauerschleife. Bleibt zu hoffen, dass diese EP ein weiterer Mosaikstein auf dem steinigen Weg zu einer größeren Hörerschar darstellt. Line & Circle hätten es sich verdient!  Weiterlesen

Schlaglicht 57: The Thing With Five Eyes

Man muss kein ausgeprägter Zyniker sein, um Crowdfunding ausgesprochen skeptisch gegenüberzustehen. Denn im Grunde kann man vor allem mit 3 Arten von Projekten punkten. Da wäre zum einen das nerdige Gadget, welches finanziert werden will. Etwa ein Elektroschockeraufsatz fürs Smartphone. Dann gibt es natürlich auch noch gefühlige Anliegen, die ein mediales beachtetes menschliches Leid lindern wollen oder eine schmalzig inszenierte Selbstfindung unterstützen möchten. Nicht zu vergessen wären freilich künstlerische Unternehmung, das neue Album der Lieblingsband finanziert man doch gern! Aber natürlich hat Crowdfunding auch seine Fallstricke. Je breiter die Gefolgschaft, je aktiver die bespielten Social-Media-Kanäle, desto unkomplizierter gerät die Finanzierung. Diejenigen Musiker, die vielleicht keine Facebook-Zampanos sind, diejenigen Musikerinnen, die nicht zu den begnadeten Twitter-Queens zählen, haben es da schon schwerer. Ein Crowdfunding-Projekt muss nämlich auch erst mal verkauft bzw. erbettelt werden. All das wollte ich nochmals ausdrücklich erwähnt haben, ehe ich nun auf eine aus meiner Sicht starke musikalische Vision hinweise, die man derzeit auf Indiegogo unterstützen kann – und soll!

Wer kennt das nicht? Partnerschaften und berufliche Beziehungen ändern sich im Lauf der Zeit, sodass eine Trennung früher oder später unvermeidlich scheint. Je früher, desto amikaler oder professioneller kann diese verlaufen. Bei Bands ist das nicht anders. Das von mir sehr geschätzte The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble hat heute nach einer gewissen Zeit der Inaktivität seine endgültige Trennung bekanntgegeben. Dieser Schritt kommt nicht überraschend, die Mitglieder hatten schon seit längerer Zeit neue Ambitionen in der Mache. Jason Kohnen etwa tüftelt bereits länger an The Thing With Five Eyes, dessen Debütalbum für Anfang nächsten Jahres avisiert ist.  Weiterlesen