Musikalisches Tohuwabohu (II): The Weather Station, Since November, The Belle Game

Und wieder habe ich mir feine Klänge aus dem Kladderadatsch erhaltener Mails, Newsletter und Social-Media-Feeds herausgesucht. Mögen Sie auf gespitzte Ohren stoßen!

The Weather Station

Woran erkennt man großartiges Songwriting? Unter anderem daran, dass es nicht nur Illusionen bedient. Auch sind Emotionen selten so laut, wie oft vermittelt wird. Die großen Glücksmomente werden in der Realität nur selten von Engelschören und Konfettiregen begleitet. Schlimme Kränkungen haben selten markerschütternde und melodramatische Qualität. Starkes Songwriting muss nicht auf Wirklichkeitsferne und Überzeichung setzen, es vermag auch alltäglichen Betrachtungen Poesie zu entlocken oder sich über das zu definieren, was ungesagt bleibt. Warum ich das so hervorstreiche? Weil der Song Thirty der kanadischen Formation The Weather Station geradezu ein Musterbeispiel für all dies ist. Wirtschaftlichen Niedergang, Ü-30-Lebensentwürfe, die unternehmerischen Erfolg und Familiengründung vorsehen, eigene Versagensängste und eine komplizierte Vater-Tochter-Beziehung, all das muss erst einmal in eine Strophe packen können. „Gas came down/ From a buck-twenty/ The joke was how/ It broke the economy anyhow/ The dollar was down/ But my friends opened businesses/ There were new children/ Again, I didn’t get married/ I wasn’t close to my family/ And my dad was raising a child in Nairobi/ She was three now, he told me“ zeichnet mit wenigen Zeilen ein Bestandsaufnahme, wie sie auch eine Joni Mitchell auch nicht prägnanter hinbekommen hätte.  Weiterlesen

Indie-Track-Auslese 2013 (Januar/Februar)

Heute wollen wir nochmals ein paar Songs hervorstreichen, die bei uns in den ersten beiden Monaten von 2013 für Enthusiasmus gesorgt haben. Eine kleine Indie-Track-Auslese eben, die hoffentlich die eine oder andere Empfehlung bereithält!

Big HarpYou Can’t Save ‘Em All (USA) Album: Chain Letters (VÖ: 08.02.2013 auf Saddle Creek)

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Stippvisite 04/02/2013 (Live aus dem Trappistenkloster)

Dieser Tage hält sich mein Mitteilungsbedürfnis in Grenzen. Schweigen ist bekanntlich Gold. Allerdings befolgen nur noch zwei Berufsgruppen dieses kluge Sprichwort, Mafiosi und Trappistenmönche nämlich. Und mögen Trappisten wie alles Kirchliche gesellschaftlich noch so geächtet sein, zumindest im Bezug auf das Schweigen könnte sich jeder eine Scheibe abschneiden. Ich für meinen Teil sage nun auch kaum einen Mucks mehr, lasse die Musik für sich sprechen.

Duetttipp:

Unter dem Namen The Weather Station wirkt die kanadische Singer-Songwriterin Tamara Lindeman seit bereits zwei Alben. Ihr jüngstes Projekt nennt sich nun The Weather Station Duets Series und besteht aus Singles, die sie mit Liedermacherkollegen eingespielt hat. Der Titel First Letter, zusammen mit Marine Dreams fabriziert, ist voll kultivierter Zartheit und verträumter Entschleunigung. Großartig! Dieses Juwel ist noch dazu als Gratis-Mp3 auf SoundCloud verfügbar. (gefunden bei Nicorola)

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