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Eine Handvoll Geheimtipps – 5 starke Alben des letzten Jahres

Ehe wir uns hier den ersten Veröffentlichungen des neuen Jahres zuwenden und natürlich auch noch das eine oder andere Album des abgelaufenen Jahres beleuchten werden, will ich nochmals auf fünf Platten von 2013 verweisen, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind. Diese Handvoll ganz und gar unterschiedliche Werke sind vielleicht nicht alle sexy genug, um in Jahresresümees eine große Rolle zu spielen. Doch genau aus diesem Grund möchte ich sie noch einmal gebührend erwähnen und dem werten Leser ans Herz legen!

Dominik Plangger – Hoffnungsstur

Dem Südtiroler Liedermacher Dominik Plangger ist mit seinem Album Hoffnungsstur der Beweis gelungen, dass es um den engagierten, wortgewaltigen Nachwuchs im Genre deutschsprachiger Liedpoeten gar nicht schlecht bestellt ist. Plangger widmet sich auf diesem Album der gesamten Palette tradioneller Liedermacherkunst. Heimatverbundenheit und Urtümlichkeit werden ebenso thematisiert wie Protest, Gesellschaftskritik und Außenseitertum. Mal singt Plangger im Dialekt, dann wieder hochdeutsch, auch ein italienisches und englisches Lied sind auf der Platte zu finden. Eigenkompositionen gehen Hand in Hand mit Coverversionen von Konstantin Wecker, Hannes Wader, Lucio Dalla und Townes Van Zandt. Es überzeugt als Werk der vielen Einflüsse, als relevantes Album, dessen Folklore den reaktionären volktümlichen Schlager und sämtlichen Pathos der Deutschtümelei ganz und gar verachtet. (Review)

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Würdigung einer Postboten-Pointe – Thriftstore Masterpiece

Ich versuche musikalische Empfehlungen immer argumentativ auszuformulieren, Songs und Alben nicht einfach nur mit ein zwei Adjektiven zu versehen. Das führt aber natürlich auch dazu, dass aus Zeitgründen nur 3-4 Alben pro Woche auf dem Blog erwähnt werden und viele Platten leider unter den Tisch fallen. Dieses Schicksal hätte eigentlich auch Thriftstore Masterpiece mit dem Album Trouble Is A Lonesome Town getroffen, wenn ich nicht unlängst eher versehentlich die PDF mit dem Pressetext geöffnet hätte. Und vielleicht ist es die erste Platte, die mich erst im Wissen um die Hintergründe endgültig begeistert hat.

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Trouble Is A Lonesome Town ist der Name des 1963 erschienen Debütalbums von Lee Hazlewood. Der Pressetext weiß dazu zu berichten: „It was a collection of solo acoustic songs stitched together with a narrative that described life in a fictional small town inhabited by outlaws, thieves, and down-and-out laborers.„. Es vermochte wenig Aufmerksamkeit zu erregen. Jahrzehnte später jedoch stieß der zu dieser Zeit in Oslo lebende Produzent Charles Normal in einem Gebrauchtplattenladen auf diese Platte, die in ihm eine Sehnsucht nach Amerika weckte (Originalzitat Normal: „It made me homesick for the panoply of Americana I had experienced while slumming it in the Southwestern border towns and California desert whistle stops I drifted through when I first started playing music on the road. The record didn’t leave my turntable for months.„). Im Lauf der Jahre begann er das Album neu aufzunehmen, konnte Frank Black als Sänger für drei Songs gewinnen  Auch Normals Bruder, der Christian-Rock-Sänger Larry Norman, steuerte die Vocals für 2 Tracks bei, ehe er 2008 einem Herzinfarkt erlag. Damit schien auch das Projekt beendet, weil ein trauriger Charles Normal die Tapes nicht mehr anhören mochte. Erst Isaac Brock, seines Zeichens Mastermind von Modest Mouse, vermochte Normal Jahre später zur Fertigstellung des Projekts zu überreden. Mit den Stimmen von Brock, Singer-Songwriter Pete Yorn, Courtney Taylor-Taylor (The Dandy Warhols), Eddie Argos (Art Brut) und Normals Ehefrau Kristin Blix wurde die Platte dennoch vollendet, das Projekt Thriftstore Masterpiece aus der Taufe gehoben. Lediglich der auf dem Original vorhandene Erzähler fehlte noch, allerdings fiel Normal keine geeignete Stimme ein. Doch lassen wir ihn selbst die Pointe dieser Geschichte erzählen: „Then, one afternoon while sitting on my threadbare couch watching an Adam 12 rerun on some channel with triple digits, there was a knock on my door. It was my mailman Jerry, who intoned in his lilting drawl, „Howdy, I got a package here for ya.“ „Dude!“ I said, „You wanna be on a record?!?“„.

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