Unser ABC der Nordlichter: Dänemark

Wenn man sich die Bevölkerungszahl der nordischen Länder Europas so ansieht, zählt man knapp 26 Millionen Köpfe. Island, Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden zusammen bringen es auf weniger als ein Drittel der deutschen Einwohner. Man sollte sich das öfter vergegenwärtigen, wenn man einmal mehr über eine Band aus dem Norden stolpert. Deutschland kann weder in puncto musikalischer Fülle noch im Bezug auf internationale Anerkennung mit all den Ländern mithalten, die im weitesten Sinne unter dem Begriff Skandinavien firmieren. Wir haben uns seit 2008 mit 90 Bands und Musikern aus nördlichen Breiten befasst, so manch Großartigkeit dabei entdeckt. Zeit also für einen kleinen Überblick. Diesmal: Dänemark! Ein Land, welches ich sehr lange gewaltig unterschätzt habe…

Alex Canasta (Facebook, Blogpost) – Hörproben: Let It Out (vimeo), Got It Coming:

Broken Twin (Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Beaches (SoundCloud)

Choir of Young Believers (Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Nye Nummer Et (SoundCloud)

Cody (Homepage, Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Mirror (YouTube)

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2011 – Ein Mixtape der Kleinode

Jahresbestenlisten bereits Anfang Dezember? Nicht mit uns! 2011 ist noch lange nicht durch, es gilt noch viel gute Musik zu entdecken. Aber als besonderen Service bieten wir heute mal ein paar Clips und Streams an, die wir im laufenden Jahr mit Lob versehen haben und ohne groß propagiertes Ranking einfach noch einmal auf unserem Blog erwähnt wissen wollen. Lieder, mitunter noch aus 2010, aber die es erst heuer auf unseren Blog geschafft haben. Aber auch Songs, die 2011 noch keine Veröffentlichung in deutschen Landen erfahren haben und vielleicht auch deshalb zuwenig Aufmerksamkeit bekamen. Tracks eben, die wohl nicht jeder Leser oder Blogger-Kollege auf dem Zettel hat. Aber wenn dem so wäre, bräuchte es uns als Geschmacksinstanz auch nicht.

Evening Hymns – Dead Deer

Dieser Track stammt gar aus dem Jahre 2009, hat dieses Jahr freilich ein offizielles Video spendiert bekommen. Der Clip erinnert an eine andächtigere Version von Goobledigook.

Azure Blue – The Catcher in the Rye

Die erste Single vom soeben erschienen Debüt Rule of Thirds des unter dem Namen Azure Blue wirkenden schwedischen Singer-Songwriter Tobias Isaksson. Wir hatten erst gestern hier darauf verwiesen.

Milk Maid – Not Me

Das auf FatCat Records erschiene Album Yucca mag zwar ein ganz schlimmes Plattencover haben, musikalisch präsentieren sich die Briten Milk Maid jedoch geschmackssicher.

Still Corners – Cuckoo

Wer der Londoner Formation 2011 nicht begegnet ist, der hat die falschen Musikjournaillen gelesen.

mob – Ich träume auch so

Einen intelligenteren Song in deutscher Sprache habe ich 2011 kaum vernommen. Entstammt der selbstbetitelten Platte, die Ende 2010 veröffentlicht wurde.

Computer Magic – Running

Ein toller Track aus 2010,  der in diesem Jahr einen Clip verpasst bekam.

Ohbijou – Niagara

Kanadische Formation, die man sich merken sollte. Die Platte Metal Meets ist Ende September in Nordamerika erschienen, vielleicht gibt es ja noch eine Veröffentlichung hierzulande.

Other Lives – For 12

Die im August auf PIAS erschienen CD Tamer Animals lohnt wegen vieler Tracks, aber For 12 ist der beste.

We Are Augustines – Book of James

New Yorker Band voll hemdsärmeliger Klasse.

Sole and the Skyrider Band – Napoleon (feat Xiu Xiu)

Allein schon der Gast Xiu Xiu bürgt für Qualität. Doch lohnt das Album Hello Cruel World auch wegen anderer Titel.

The Jezabels – Endless Summer

Die australische Formation wird im Frühjahr 2012 ihr Album Prisoner mit ein wenig Verspätung auch in Deutschland (auf PIAS) veröffentlicht sehen.

Tiger Baby – Landscapes

Tiger Baby – Landscapes by Tiger Baby

Aus Dänemark. Synthie-Pop samt heiter gehauchtem Gesang.

Viel Vergnügen mit diesen Kleinoden!

SomeVapourTrails

Stippvisite 25/09/11 (Die Papst-Edition)

Ich habe mich die letzten 2 Wochen relativ wenig mit Musik beschäftigt. Außer zwei bis drei Alben lief vieles an mir vorbei. Die vergangenen Tage beispielsweise bin ich aufmerksam vorm Fernseher gesessen, um mit eigenen Ohren zu hören, wovon der Papst spricht. Unter anderem deshalb, weil ich der Meinungsmache der Medien nicht traue. Denn Benedikt XVI. könnte in deren Augen auf dieser Reise nur dann reüssieren, wenn er die von Journalisten und Parteien vehement vorgetrommelten Themen in Büßerhaltung ansprechen würde. Solange er sich in Sachen Ökumene realistisch gibt, wird ihm jeglicher gute Willen abgesprochen. Wenn er sich mit Missbrauchsopfern trifft, wird er von einem Opferverband als scheinheilig bezeichnet. Gerade so, als würde der Papst die Schuld der Kirche nur dann aufrichtig anerkennen, wenn er mit gewissen Sprachrohren des Verbandes zusammensäße. Eigentlich wird dem Papst seine Nähe zur Religion zum Verhängnis. Weil man Religion als Relikt vergangener Zeiten ansieht. Manchmal sogar als Gefahr für die Moderne. Und dabei vergisst, dass Fanatismus – und nicht der Glaube – die Wurzel vielen Übels ist. Der passionierte Kapitalismus führt uns gerade in den Abgrund, gottlose Diktaturen haben es vor Jahrzehnten versucht. Was macht denn nun ausgerechnet den Papst zur Persona non grata, die von taz und Die Zeit mit Kritik bombadiert wird? In einem Land der Dichter und Denker wird Benedikt XVI. gerade sein philosophischer Ansatz abgekreidet, obwohl tiefgründige Gedanken doch immer schwerer wiegen als billiger Aktionismus. Man muss den Papst wirklich nicht mögen, aber man sollte ihm zuhören. Und sei es nur, um die eigene Gegenposition unterfüttern zu können. Oder sogar den einen oder anderen inspirierten Gedanken mitzunehmen. Ich für meinen Teil lausche nach dem Ende des Papstbesuches wieder mehr der Musik. Auch weil sie die triste Realität einer hysterischen Gesellschaft ein Stück weit auszublenden vermag. Hier ein paar Empfehlungen, natürlich nicht nur selbst ausgebuddelt, auch wieder von geschätzten Blogs zusammengetragen.

Vorfreutipp:

Die Cowboy Junkies sind meine ewigen Lieblinge, auch wenn mich ihr Werk der letzten 10 Jahre nicht mehr ganz so vom Hocker schleuderte. Wie sich diese besondere Liebe manifestierte, hatte ich schon einmal ausführlich geschildert. Am 18.10.11 beglücken uns die Kanadier mit einer neuen Platte namens Sing In My Meadow. Vorab darf schon dem vorzüglichen Titelsong gelauscht werden. Denn dieser ist als kostenloser Download erhältlich. Im November führt eine Tour auch durch deutsche Gefilde. Viel Grund zur Vorfreude also.

Konzerttermine:

03.11.11 Hamburg – Fabrik
04.11.11 Hannover – Capitol
05.11.11 Berlin – Passionskirche

Dauerbrennertipp:

Matthew Sweet zählt zu denen, die schon ewig im Geschäft verbleiben und durchgängig solide Alben hervorbringen. Mit dem vor über zehn Jahren veröffentlichten Song Millennium Blues hat er sich nachhaltig mein Wohlwollen gesichert. Obschon das neue, in den USA am 27.09.11 erscheinende Album Modern Art abermals keinen Geniestreich darstellt, würde ich es ohne Zögern über das Gros der Veröffentlichungen stellen. Sweets Alternative Rock schert sich wenig um neue Trends, wirkt von der Sonne ausgebleicht. Und das meine ich als Kompliment. Der wirklich gute Track Late Nights With The Power Pop ist bei dem interessanten Blog Muruch als kostenloser Download verfügbar. Das Album ist auf dem amerikanischen Rolling Stone als Stream zu erlauschen.

Newcomertipp:

Bereits vor 2 Monaten hatte ich Lana Del Rey als eine Blog auf, Blog ab völlig zurecht gefeierte Entdeckung dem werten Leser vorgestellt. Der Song Video Games ist schlicht weg atemberaubend, für mich einer der besten 10 Titel des Jahres. Der Track Blue Jeans steht diesem um fast nichts nach. Im November kommt Lana Del Rey nach Deutschland, man darf gespannt sein, welche Lieder sie sonst noch im Köcher hat.

Kozerttermine:

12.11.11 Köln – Gebäude 9
14.11.11 Berlin – Roter Salon

Synthietipp:

Beim hochgeschätzen Blog Coast Is Clear werde ich immer fündig. Kaum eine Woche, in der der werte Kollege mir nicht Unbekanntes nahe – mitunter sehr, sehr nahe – bringt. So auch dieses Mal. Die dänische Formation Tiger Baby hantiert mit Synthie-Pop samt heiter gehauchtem Gesang. Das neue Album Open Windows Open Hills entstammt der feine Track Landscapes, der zumindest in meinem Ohren angenehmst wurmt. Anhören!

Tiger Baby – Landscapes by Tiger Baby

Das soll es für heute auch schon gewesen sein. Demnächst gibt es weitere Empfehlungen. Garantiert.

SomeVapourTrails