Die schönsten Lieder für Silvester und Neujahr

Wie in jedem Jahr bin ich einerseits froh, andererseits wiederum traurig, dass Weihnachten und somit auch unsere Jagd nach neuen Weihnachtssongs vorüber ist. In den vergangenen Jahren ist mir zum Jahreswechsel hin immer die Puste ausgegangen, nicht so in diesem Jahr und ich habe es endlich geschafft, ein Mixtape mit den schönsten Songs für und über Silvester und Neujahr zusammen zustellen. Zugegeben, am Ende hakt es dramaturgisch gewaltig, aber so einige Lieder konnte und wollte ich euch nicht vorenthalten. Sollte ich noch ein absolutes Must-have vergessen haben, dürft ihr mir natürlich in den Kommentaren weiterhelfen.

Update: Nicorola hat für euch eine feine Playlist auf Spotify erstellt, die viele unserer Lieblings-Silvester-Lieder enthält.

Jeff Buckley – New Year’s Prayer



Link:
jeffbuckley.com

Beach House – New Year

Link: beachhousebaltimore.com

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Türchen 11: Tori Amos – A Silent Night With You

Tori Aimos Bild 06 2009(c) Miranda Penn Turin

Heute gibt’s in unserem klingenden Adventskalender mal wieder was richtig fürs Herz. Tori Amos war zu Gast bei Daytrotter (dort kann die Mp3 gedownloaded werden) und hat eine sehr anrührende Version von A Silent Night With You eingespielt, die Studioversion des Liedes ist jüngst auf ihrer Weihnachtsplatte Midwinter Graces erschienen. So ein bisschen klassische Weihnachtsmusik muss auch sein, auch – oder gerade weil der beseelte Kitsch in der Adventszeit nicht fehlen darf.

Zur Feier des Tages gibt es heute am 11.12.09  ein Live-Konzert im Netz bei dem Tori Amos, wie sollte es anders auch sein, die schönsten Weihnachtslieder vom ihrem neuen Album präsentieren wird.

Watch live streaming video from toriamos at livestream.com

Die Session kann hierzulande ab 21 Uhr abends live am Bildschirm mitverfolgt werden! Tori Amos’ exklusive Livestream-Session findet anlässlich der Veröffentlichung ihres ersten Weihnachtsalbums „Midwinter Graces“ statt, das hierzulande bereits seit dem 27. November erhältlich ist. Dabei wird Amos nicht nur die Highlights der neuen LP präsentieren, sondern im Anschluss auch live mit den Fans interagieren und sich mit ihnen austauschen – dabei sein kann man unter http://www.facebook.com/toriamos und http://www.livestream.com/toriamos.

(Quelle: Universal)

DifferentStars

Die bisher geöffneten Türchen unseres Adventskalenders 2009 findet ihr hier:
Adventbanner

Rotschopfiges Enigma dechiffriert – Tori Amos

Eine Tori Amos begräbt Klischees und hebt sie aus der Taufe. Ihre schwer greifbaren Images reichen von lasziver Verruchtheit über depressive Selbstbestimmtheit bis hin zu papierhäutiger Düsterkeit. An all den Alben baumelt das Etikett feinsten, kryptischsten Songwritings. Amos ist Darling jener Kritikerzunft, welche vermeintlich hohe Kunst in die Charts zu hieven bestrebt ist. Und ihre Anhängerschaft hält der akademischen Emotionalität mit besonderer Nibelungentreue die Stange. Über die Jahre scheint die Fanschar einem gewaltigen Missverständnis anheim gefallen zu sein. Die werte Dame badet in einem Meer betörender Arrangements und knuffig-eleganter Harmonien, ihr textliches Œuvre freilich ist mitunter faulem Zauber geschuldet.

Tori_Amos

Auch das mittlerweile zehnte Studio-Album setzt Traditionen fort. Abnormally Attracted to Sin verpackt verqueres Wortgestammel in butterweiche, handgeschöpfe Sounds, staffiert eine intensive Stimme in einem prächtigen klanglichen Kleid zu wogender Anmut aus. Die mit 17 Stücken nahezu überladene Platte tüffelt an einem Ganzen, anstatt auf den Schimmer einzelner Perlen zu setzen. So wirken die Songs abwechslungsreich und ergeben aber eben erst in der Zusammensetzung ein harmonisches Gesamtwerk. Dafür sorgt nicht zuletzt das längst vertraute Personal: Matt Chamberlain als Drummer, der auf Not Dying Today mit wohlfeiler Percussion zu begeistern vermag, und natürlich Jon Evans am Bass und Mac Aladdin als Herr der Gitarren. Dass Amos‘ Mann Mark Hawley wieder für den guten Ton sorgte, versteht sich von selbst. Und obzwar alles mit routinierter Professionalität dargereicht werden könnte, serviert der glitzernste Stern am weiblichen Songwriter-Himmel ein beseeltes Stück delikaten Anspruchs frei Haus.

Tori_Amos_Cover

Besonders wonnig zergeht Abnormally Attracted To Sin auf der Zunge, wenn es nicht die englischsprachigen Geschmacksnerven tangiert. Manch Sänger oder Sängerin säuselt derart inniglich, dass sie oder er auch aus dem Telefonbuch vorträllern könnten, ohne an Wirkung einzubüßen. Bei Tori Amos wünscht man sich dies Telefonbuch herbei. Police Me schwurbelt kantig und knackig daher und wird von bedeutungsschwangeren Lyrics in die Lächerlichkeit befördert. Auch ein Ausflug in die Metaphysik, wie man ihn auf Flavor entdeckt, funktioniert nur mit dem Fokus auf ungeheure stimmliche Noblesse. Je konkreter die Texte, desto überzeugender agiert Frau Amos. That Guy begeistert als düster-getragene, von einem hingebungsvollem Fragezeichen unterlegte  Ballade mit souligem Touch.

Das rothaarige Enigma ist eine göttliche Pianoschlampe mit facettenreichem stimmlichen Timbre und kompositorischem Feingefühl, welches nicht vom Grabbeltisch stammt. Manchmal jedoch wünscht man der Madame ein wenig mehr Bodenhaftung, ein bisschen weniger Spiel mit Erscheinungsbildern. Den Fokus auf umfassende Tiefenwirkung, die nicht auf gekünstelte Chiffren setzt und keiner ruchlos getrimmten Sündenverklärung bedarf. Für dieses Mal seien die Lieder Lady In Blue mit großem finalen Pathos, Welcome To England als gelungener Augenaufschlag in Richtung Charts sowie das hoffnungsfrohe 500 Miles als Kennenlerntipps empfohlen.

Links:

Offizieller Webauftritt

Tori Amos auf MySpace

Nach wie vor erhältlich ist der kostenlose Download des Songs Maybe California. Mehr dazu hier.

SomeVapourTrails

Free Download: Tori Amos – Maybe California

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PHOTO CREDIT: (c) Karen Collins

Ohne viele Worte… SomeVapourTrails freut sich schon auf’s am 15. Mai erscheinende Album Abnormally Attracted To Sin. Vorab schickt nun Frau Amos einen kostenlosen Teaser ins Rennen.

Via Spinner.com könnt ihr euch die Mp3 hier downloaden:

Download: ‚Maybe California‘ (MP3)

Hier kann man’s sehen und hören:

Tori Amos – Maybe California

cover_abnormall_300cmykTracklist:

  • Give
  • Welcome To England
  • Strong Black Vine
  • Flavor
  • Not Dying Today
  • Maybe California
  • Curtain Call
  • Fire To Your Plain
  • Police Me
  • That Guy
  • Abnormally Attracted To Sin
  • 500 Miles
  • Mary Jane
  • Starling
  • Fast Horse
  • Ophelia
  • Lady In Blue

LABEL: Universal
VÖ: 15.05.2009

Update: Wie der geschmackssichere Herr SomeVapourTrail das Album einschätzt, findet ihr hier!

DifferentStars

Pianorama galore – Daisy Chapman

Ein unbedingtes Anzeichen für die Bekanntheit und Beliebtheit eines Musiker oder einer Musikerin ist die Anzahl der auf Last.fm gescrobbelten Titel. 150 Millionen übermittelte Lieder sind Radiohead vorbehalten, Großmeister wie Johnny Cash kommen auf 34 Millionen abgespielte Titel und Hitparadenköniginnen vom Schlage einer Kelly Clarkson schaffen es immerhin sechs Nullen hinter einer 18 zu platzieren. Heute ist diese Rezension einer Künstlerin gewidmet, die es auf knapp 2000 (in Worten: zweitausend) gezählte Anhörungen bringt. Jede Menge Potential für eine Popularitätssteigerung scheint also zweifelsohne vorhanden, weniger euphemistisch könnte man auch „Kennt kein Schwein“ hüsteln. Die Rede ist von Daisy Chapman, einer sehr begabten britischen Sängerin.

Daisy Chapman

Daisy Chapman

Frau Chapman ist wohl kaum verwandt oder verschwägert mit Namensvetterin Tracy und teilt auch nicht deren Vorliebe für die Gitarre. Bei Daisy wird das Piano großgeschrieben. Vor ein paar Wochen erschien ihr zweites Album mit dem Titel And There Shall Be None, welches mit unverkitschten, markingen Balladen durchaus ausgiebige Beachtung verdient hätte. Fast wirkt es so als teile das Solowerk das Schicksal ihrer Band Scarlatti Tilt, welche ebenfalls noch nicht die lichten Höhen des Erfolges erklimmen vermochte. Dabei wären alle notwendigen Bedingungen für eine moderate Beachtung gegeben – und sei es nur in der Nische der Frauen-mit-Piano-sind-klasse-Fetischisten. So bleibt die Frage was die Jünger einer Tori Amos zwischen dem andächtigen Erlauschen der Lieder ihres rothaarigen Lieblings so hören, Frau Chapman leider noch nicht.

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And There Shall Be None funktioniert aus zweierlei Gründen. Da ist zunächst die omnipräsente Stimme mit Ausdrucksstärke und Wiedererkennungswert. Eine Stimme, die nicht den Fehler begeht das ganze Spektrum in Sekundenbruchteilen holzhammerhaft auf den Hörer niederschwingen zu wollen und keine Oktavenhüpferei betreibt. Daisy Chapman verweigert sich inbrünstigem, melismatischem Gejodel, das bei DSDS von der Jury mit gesanglichem Talent verwechselt wird. Die Klarheit in ihrer Stimme, die Prägnanz des Vortrags sind von allererster Güte. Die zweite Stärke Chapmans ist eindringliches Songwriting, schnörkellos und aussagekräftig. Mit dem Song Happy New Year ist ihr sogar eine Komposition der Extraklasse gelungen, um welche sie jede Pianobardin innigst beneiden dürfte. Die wuchtvolle Tragik, die Verzweiflung wird durch den Refrain „Happy New Year“ ironisch kontrastiert. Auch die weiteren Lieder locken abwechslungsreich. Das stoßgeseufzte Ha auf Words In Dirt flattert im Hintergrund, während Schmerz mit jedem Ton erfahrbar wird. Überhaupt ist die werte Dame auf Zack, wenn es darum geht tränendrückerisch tätig zu werden. Mit Erase The Frown zerbröselt jedwede Fröhlichkeit gnadenlos in Nachdenklichkeit, ein Coca-Cola-Abgesang. 07.07.07 orientiert sich an der klassischen klavierklimpernden Ballade und mag das zugänglichste Stück des Albums sein. Die schöne Interpretation von Our Mutual Friend ist um Lichtjahre besser ald das Original von The Divine Comedy. Einzig der abschließende Track Home wabbert epigonenhaft – wie auch laut.de richtig bemerkte – und schnieft nicht die Magie der übrigen Titel.

Insgesamt darf man von einem hochgradig interessanten Album sprechen, das beim deutschen Label dandyland erschienen ist. Warum es von Musikfans und Fachpresse de facto ignoriert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Daisy Chapman verdient mehr Aufmerksamkeit, sonst verdient die Welt Daisy Chapmans hervorragende Musik nicht.

Links:

MySpace-Auftritt mit Hörproben

Webseite der Band Scarlatti Tilt

SomeVapourTrails

Tolle Idee, hoffentlich fruchtet sie!

Leona Naess war knapp davor eine tolle Karriere zu machen. Ihr Debüt Comatised aus dem Jahre 2000 wurde trotz mancher Kritikpunkte als vielversprechend angesehen. Die Nachfolgealben waren auch kein Murks und das Herzschmerz-Genre, welches sie durchaus auf gutem Niveau beackerte, hätte auch kein Hemmschuh sein dürfen. Naess wurde mit Edie Brickell, Heather Nova, Tori Amos, Fiona Apple und Hope Sandoval verglichen. Dafür brauchte sie sich nicht zu schämen. Solch konstatierte Ähnlichkeiten schadeten bekanntlich noch nie. Doch aufgrund eines privaten Schicksalsschlag zog sich Frau Naess 2004 aus dem Business zurück. 2008 erlebte nun das Comeback einer wirklich schönen Stimme, die auch absolut großes Songwriter-Potential auf sich vereint.

Thirteens

Thirteens nennt sich der Wiedereinstieg und mit der Single Heavy Like Sunday ist ihr eine warme, wohlige Ballade geglückt, an der man sich nicht leicht satt hören mag.  Und sowohl für Fans als auch diejenigen Musikliebhaber, denen ihre frühere Aufnahmen unbekannt sind, hat sich Leona Naess etwas Nettes einfallen lassen: Wöchentliche Gratis-Downloads bislang unveröffentlichter Songs. Solche Geschenke, zumal sie sich gelungen ins Ohr schmiegen, nimmt man gerne an. Und hofft, dass Thirteens mehr als lediglich Geheimtipp wird.

Die sonst allwissende Wikipedia hatte zu Leona Naess bis heute noch keinen Artikel, ehe ich mich diesem Manko erbarmte und ein paar Zeilen schrieb. Wer nun Lust verspürt mehr über die Künstlerin zu erfahren, sei auf die Links verwiesen.

Links:

Wöchentliche, kostenlose Downloads

Wikipedia-Eintrag

MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails