Free Mp3: Beartown Zodiac – Keep Christmas Just For Us

keepchristmasjustforus

Nun da Weihnachten in all seiner Hektik – ja seien wir ehrlich: Brutalität – über uns hereinbricht, die Supermärkte vor Menschen bersten, jeder Einkauf zum Spießrutenlauf mutiert, jetzt wo Weihnachten mehr als Wahn denn Fest erscheint, ist der passende Moment für einen Twee-Pop-Protestsong! Keep Christmas Just For Us macht aus Weihnachten ein Refugium trauter Zweisamkeit, dem all das von Jingle Bells durchwirkte Kaufhausgedudel und sämtlicher Konsumwahn völlig schnurzpiepegal sind. Zur Sicherheit wird auch noch das Telefon abgeschaltet, wohl damit sich nicht genau die Leute melden, die man das Jahr über ohnehin zur Genüge ertragen muss. Weihnachten treibt viele Menschen in die Leutseligkeit, vor allem jene, die nach den Feiertagen wieder ihr muffiges Gesicht aufsetzen. Keep Christmas Just For Us sucht nach dem wahren Weihnachtsidyll in den eigenen vier Wänden – mehr noch: im Herzen. Das von der Südküste Englands stammende Beartown Zodiac, ein von David Bird-Hawkins angeführtes Indie-Folk-Pop-Kollektiv, macht mit diesem sehr gelungenen Track, der gleich Watte in den Ohren verfängt, regelrecht Laune, dem ganzen Weihnachtsterror samt und sonders abzuschwören. Und diesen Vorsatz sollte man am besten noch heute in die Tat umsetzen!

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Free EP: Paper City – Christmas Of Love

Wie ich schon früher erwähnte, verhält sich Twee-Pop zu Weihnachten wie Butterplätzchen mit  Streuseln zum bunt geschmückten Weihnachtsbaum. Besonders raffinierte Bäcker fügen natürlich noch die eine, ganz besondere Zutat hinzu. Paper City haben in ihrer Weihnachtsküche gezaubert, 60ies Beach Pop und Twee verbinden sich hier ebenso wunderbar wie Schokolade und Chili. Read more: Free EP: Paper City – Christmas Of Love

Free Mp3s: The Eastern Sea – First Christmas EP

Ich glaube ja, das Christkind hat den Twee Pop erfunden. Ton gewordene Butterplätzchen mit vielen bunten Zuckerstreuseln, die das ganze Jahr über vernascht werden dürfen. The Eastern Sea verschenken drei Christmas Songs aus ihrem Weihnachtsalbum via Noisetrade. Drüben beim Paste Magazin könnt ihr euch den kompletten Longplayer im Stream anhören. Walking in the Air (The Snowman) ist bereits das zweite Cover dieses Liedes, das wir an euch weiter verschenken. Die shoegazigere Version von Bear Driver kann nach wie vor hier gestreamt und kostenlos herunter geladen werden. Das Original, nur soviel sei verraten, dürfte eher Kelly Family Fans als Indie-Liebhabern gefallen.

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Quietschfidele Quirligkeit – Betty and the Werewolves

Ich lese doch so einige Musikblogs, keine schlechten, wie ich meine. Und doch wurde im deutschsprachigen Raum eine Anfang Juli veröffentlichte, quietschfidele Platte sträflicherweise vernachlässigt, kaum erwähnt. Die britische Band Betty and the Werewolves haben sich mit ihrem Albumdebüt Teatime Favorites wesentlich mehr Aufmerksamkeit, eigentlich sogar Enthusiasmus verdient. Ein Indie-Twee-Pop-Irgendwas trifft im konkreten Fall auf Punk, mit dem Ergebnis rotzfrecher, lieblicher wie schräger Quirligkeit. Und obzwar sie diesen Stil keineswegs erfunden haben, sind sie doch nie um eine Idee verlegen, dazu noch zutiefst dynamisch, sodass man an der eigenständigen Note nicht zu zweifeln vermag.

Wenn die Damen Laura McMahon, Emily Bennett, Helen Short – unterstützt von einem an den Drums berserkernden Doug McFarlane – auf die Tube drücken, spritzen ratzfatz vielerlei Indie-Pop-Perlen mit unwiderstehlichem Girlie-Touch heraus. Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug – oft braucht es nicht mehr als die herkömmliche Instrumentierung, um die Korken knallen zu lassen und einen auf Party zu machen. Speziell wenn man noch dazu gefinkelte Melodien mit einer straighten Selbstverständlichkeit aus dem Ärmel schüttelt. Ja, Betty and the Werevolwes sind ein richtig heißer Feger. Wohl mit das Beste, was dieses Jahr von der Insel herüberschwappt.

David Cassidy bringt den knackigen Sound auf den Punkt, flutscht die Retro-Note in Form einer Liebeserklärung an ein Teenie-Idol der Siebziger, dazu steppt der Bär, ertappt sich der Hörer bei allerlei wilden Körperzuckungen. So und nicht anders sieht ein fokussierter, aufgedrehter Up-Tempo-Song aus. Was soll ich sagen, mit Purple Eyes wummert very british ein ebenso ekstatisches Lied gleich hinterher. McMahons rasanter, dabei nie kreischiger Gesang und natürlich auch die superben Background-Vocals feuern aus allen Rohren, machen aus einem ohnehin eingängigen Track wie Heathcliff einen zweiminütigen, sirenesken Headbanger. Da sehen selbst kesse Miezen wie die Dum Dum Girls dann doch alt, gesetzt, bieder exaltiert aus. Und wenn mal weniger in die Hände gespuckt wird, kann sich das Ergebnis ebenso sehen lassen: Should I Go To Glascow? oder die Single-Auskopplung Paper Thin sind schaumgebremste, tiefgründigere Schönheiten und damit weitaus mehr als bloße Verschnaufpausen zwischen schweißgetränkten Songs wie Plastic oder Wind-Up. Auf Langeweile wartet man bei diesem gewieften Werk vergebens, selbst die als Rausschmeisser fungiernde einzige Ballade Hyacinth Girl kreiert eine melancholische Atmosphäre mit Hit-Potential.

Ich könnte nahezu jedes Lied mit Lobreden umschwärmen, soviel Hörvergnügen habe ich noch selten auf 40 Minuten verdichtet erlebt. Betty and the Werewolves haben sich mit diesem Debüt einen Platz in meinen persönlichen Top 10 des Jahres 2010 gesichert. Solch Teatime Favorites verwandeln jeden 5-Uhr-Tee zu einer Sause, welche die Wände nur so wackeln lässt. Ich für meinen Teil will den Gong so laut betätigen, dass auch die werten bloggenden Kollegen bei der Fete vorbeischauen.

Teatime Favorites ist am 02. Juni auf Damaged Goods erschienen.

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MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails

Opulente Wucht jenseits des Twees : Sambassadeur – European

Nicht kleckern, sondern klotzen ist hier die Devise. Sambassadeur hauen in die Tasten und fabrizieren großes Gefühlskino. Schon der erste Track Stranded ist eine Wucht, der mit famosem Klavier-Intro die große Bühne betritt und ein opulent instrumentiertes Werk eröffnet, das alle die, die harmlosen Twee erwarten, Lügen straft. So auch mich.

Sambassadeur – Stranded by Labrador Records

Nichts gegen Twee-Pop – ich bin dieser Mädchenmusik ja nicht gänzlich abgeneigt – nur ebenso wie sein kleiner rabaukiger Bruder Britpop, wird hier doch von zu vielen einfallslosen Rezensenten gelabelt, ohne Sinn und Verstand. Wobei – Sambassadeur, das ist doch eine dieser Twee-Bands – netter Indiepop aus Skandinavien – irgendwie so hatte ich die Band schon mal vorgestellt, nur um dann sehr überrascht festzustellen, dass ich nicht nur falsch lag, sondern European für mich DAS Album des Frühjahrs ist. Eine Wucht – emotional wie musikalisch.

Sängerin Anna Persson schafft das Kunststück zwischen spröde und süßlich immer wieder ebenso wütend wie die über alles geliebte Emily Haines (Metric) zu klingen und einen Eskapismus zu zelebrieren, der ohne 80ies-Flair oder gar Synthpop-Gedöns auskommt. Der Teufel liegt hier nicht im Detail, sondern den Lyrics, weit mehr als nur „Boy meets Girl“-Stories.

Pathos und Streicher im Volleinsatz – ohne in Kitschgefilde abzugleiten. Eine Gratwanderung, für die man Eier braucht, hätte auch schief gehen können. Ist es aber nicht! European ist wie Zartbitter-Schokolade mit trockenem Rotwein genossen und hat mit gängigem Twee-Pop, der immer eher einem Perlwein gleicht, selten etwas gemein. Große Gesten und Gefühle muss man allerdings lieben, um Tracks wie Days on Heavy Rotation laufen zu lassen, wie eben jene Rezensentin, die wieder mal lieber nur die Musik hören wollte als endlich auch ein paar Worte zu verfassen 😉

Sambassadeur – Days by Labrador Records

Mein persönliches Highlight auf European ist neben Stranded dann Sandy Dunes. Mit ein bisschen mehr Glitter könnte dieses Lied auch von einer der Schlager-Ikonen der 60er/70er des vergangenen Jahrtausends stammen und ist aus dem Stoff gestrickt, der schon Eurovision Song Contests Gewinner kleidete,  als Käseigel noch nicht zur Retro-Szene-Kultur gehörten. Hier von Twee-Perlen zu sprechen ist eine Verniedlichung sondergleichen – wenn schon Diamanten!

Neben extrovertiertem Pop gibt’s natürlich auch ruhige Seelenschmeichler auf der Platte wie den Track  Albatross. Eingängiges Songwriting paar sich hier mit dem charmanten Vortrag von Anna Persson.

Zurecht im englischsprachigen Feuilleton  gefeiert, zu Unrecht im deutschsprachigen Raum übersehen/unterschätzt, bleibt mir nur ein Fazit:

Unbedingt hören, kaufen, lieben!

Sambassadeur – European

Tracklist
1. Stranded
2. Days
3. I Can Try
4. Forward Is All
5. Albatross
6. High and Low
7. A Remote View
8. Sandy Dunes
9. Small Parade

Label: Labrador

Link: MySpace

DifferentStars

„Fuck me, I’m twee.“ Part 1: Cake On Cake

Was ist eigentlich aus der Twee-Pop-Welle geworden? Schien wie weggespült, zumindest aus meinem Universum, bis mich vor ein paar Tagen Julian von die Kopfhörer wieder daran erinnerte. Nicht direkt, er kannte den Begriff Twee bis dato gar nicht (und das obwohl er nach eignen Angaben selber welche produziert). Julian hatte ein Video von Caribou gepostet und ich besann mich meiner Anfangstage als Last.Fm-Nutzerin. Vor etwas mehr als  3 Jahren (ich bin Spätzünderin) begann ich die musikalische Internetwelt zu erkunden – hungrig nach neuer Musik und blieb ne Weile beim Twee-Pop hängen. Zur gleichen Zeit kam auch Grey’s Antatomy nach Deutschland, ein großer Teil der musikalischen Untermalung der ersten Staffel,  dürfte dem Genre zuzuordnen sein.

Twee-Pop, so beschreibts Wikipedia:

Twee-Pop [ˈtwiː-] (von engl. Babysprache twee „hübsch; süß; nett“) ist eine Variante des Indie-Pop, die sich durch einfache, hübsche Melodien und Texte auszeichnet.


Verspielter Indie-Pop also, oft kindlich naiv. Beschwingt mit allerlei lustigen Instrumenten garniert.

Zu den bekanntesten Vertretern gehören:

* Architecture in Helsinki
* Au Revoir Simone
* Belle and Sebastian
* Camera Obscura
* Club 8
* The Field Mice
* of Montreal
* The Orchids
* The Pains of Being Pure at Heart
* Sambassadeur
* Suburban Kids With Biblical Names
* Trembling Blue Stars

Bei meiner Suche auf Last.Fm nach kostenlosen Downloads für ein Twee-Pop-Mixtape bin ich dann aber erstmal bei dieser (mir bis dahin unbekannten) Dame hängen geblieben:

Cake On Cake

cakeoncake

Photo: Sofie Ekholm

Kopf des Projekts  Cake On Cake ist die 28-jährigen Schwedin Helena Sundin, die zwei Platten solo aufgenommen hat und jetzt mit Andreas Gabrielsson (Bass) und Kristina Sundin (Metallophone/ Gesang) gemeinsam unter dem Namen musiziert. Die dritte CD „Hymns I Remember“ hat sie im November 2008 bei Sleepy Records veröffentlicht.

Auf Anhieb sehr gefiel mir Lonely Song, welchen es leider nicht als Video – dafür aber s.u. als gratis Download gibt. Die Musikvideos, die ich gefunden habe,  sind gelinde gesagt, etwas krude – aber interessant.

Cake on Cake – Francoise

Cake on Cake – Dreams will come true

Free Downloads auf Last.Fm:

Cake On Cake – Lonely Song (Link)
Cake On Cake – Sea Microphone (Link)
Cake On Cake – I See No Stars (Link)
Cake On Cake – Francoise (Link)

Links: MySpace

Viel Spaß damit!

DifferentStars

„Hymns I Remember,“ which came out on November 18, 2008.