Nichts oder die Wahrheit über Rick Astley

Spielt man ein Rick Astley Vinyl-Album zu schnell (45) dann klingt’s wie Kylie Minogue. Spielt man eine Kylie Minogue Vinyl-Single zu langsam, klingts wie Rick Astley. Beide waren in den 80ern unter Vertrag beim Produzenten-Team Stock Aitken and Waterman. Und sind nach diesen musikalischen Beweisen eindeutig ein und die selbe Person.

Dass Rick Astley gerade selbst bestätigt hat, in einem Berliner Hotelzimmer gestorben zu sein, ist natürlich Unsinn. Ebenso die Nachricht von seinem Tod.

Wie ich jetzt darauf komme? Ich habe gerade meinen Twitter-Account geöffnet und mir die Trending Topics angesehen. Da treibt die  4-Chan-Gemeinde gerade wieder ihr Unwesen…

Den weiteren Verlauf der Story dürft ihr euch selbst ausdecken. Hier die zum Teil verwandten Top Themen der Stunde:

Trending Topics

DifferentStars

PS: Da SomeVapourTrails nicht so ganz hinter den Sinn dieses Postings kam und noch nie vom Internet-Kult um Rick Astley  gehört hatte, hier die Erläuterung aus Wikipedia:

Internetphänomen „Rickrolling“

Seit spätestens Mai 2007 existiert das Internetphänomen des „Rickrolling“ (oder auch „Rick Rolling“ geschrieben). Es ist ein Scherz, bei dem in E-Mails oder auf Internetseiten ein Link zu allem möglichen angepriesen wird. Meist verkündet ein reißerischer Text, einen Star nackt zu sehen. Der Link führt dann aber zu einer eigenen Webseite oder Youtube, wo man das alte Video von Never Gonna Give You Up zu sehen bekommt und ein kurzer Text hinweist: „You have been Rickrolled“ (dt.: „Du bist gerickrollt worden“). Inzwischen wurden die verschiedenen Seiten schon einige Millionen mal aufgerufen.[1] Manche Webseiten verwenden zusätzlich Scripte um ein Schließen des Tabs zu verhindern oder zu verzögern. Manche Videos zeigen auch anfangs kurz das versprochene, bevor Never Gonna Give You Up beginnt. Auf rickrolldb.com existiert eine Datenbank mit Links zu verschiedenen Rickroll-Videos. […]

Seit spätestens Anfang 2008 hat Rickrolling auch das Real Life erreicht
[…]

Rickrolling erlangte so große Beliebtheit, dass das Videoportal Youtube am 1. April 2008 als Aprilscherz alle Links auf seiner Startseite kurzzeitig auf das besagte Musikvideo umleitete und so ahnungslose Besucher sozusagen „rickrollte“. Auch einige andere Webseiten verwendeten in diesem Jahr Rickrolling als Aprilscherz.

[…]
2008 wurde MTV erfolgreich „rickrolled“. Bei den MTV Europe Music Awards 2008 wurde die Kategorie Best Act Ever eingeführt, bei der die Nominierten und anschließend der Gewinner von den Zuschauern im Internet gewählt werden sollten. Eine Internet-Gemeinde machte sich einen Spaß daraus, möglichst viele Stimmen für Rick Astley abzugeben. Das Ganze führte dazu, dass Rick Astley zusammen mit Christina Aguilera, Green Day, U2, Tokio Hotel und Britney Spears zu den Nominierten gehörte und schließlich sogar gewann. Das anwesende Publikum der Veranstaltung zeigte jedoch Unverständnis für derartigen Nischenhumor. Rick Astley nahm den Preis nicht persönlich entgegen.

Quelle: Wikipedia

Schwanzeinziehen 2.0

Trent Reznor ist eine schillernde Person, die zu musikalischen Höchstleistung durchaus fähig, aber letztlich mehr noch zum Guru bemüßigt, der uns allen breitmaulfroschmundig erklärt, warum die Musikindustrie derart abkackt. Reznors Einstellungen haben wir schon an anderer Stelle hinreichend gewürdigt, heute wollen wir mit Träne im Knopfloch seinen Abschied aus der virtuellen Welt der Online-Communities beheulen.

Herr Reznor erklärte vor zwei Tagen seine Beweggründe für den Abgang. Er habe sich auf das Experiment der Interaktion mit Fans über Communities eingelassen, um Aufschlüsse zur Präsentation und Vermarktung von Nine Inch Nails zu gewinnen. Er wollte den Puls der Hörer fühlen – im Gegensatz zur Musikindustrie, die die Hörer längst nicht mehr interessieren. Mit Twitter habe er den Vorhang ein wenig fallen gelassen und Einblicke auf den Menschen hinter dem Künstler gewährt. Doch dann kamen die bösen Störenfriede von Metal Sludge und vergällten ihm alles. Nun steht Herr Reznor auf dem Standpunkt, dass Social Networking mehr Schaden anrichtet als Nutzen offenbart:

Anyway, we’re in a world where the mainstream social networks want any and all people to boost user numbers for the big selloff and are not concerned with the quality of experience.

Soweit das Statement, welches einen erstaunlich dünnhäutigen Exzentriker zeigt, der freilich selbst gern geifernd austeilt. Darf man von einer Charakterschwäche ausgehen, wenn Reznor Feindbilder – Stichwort: Major Labels – breittritt und nicht mit Seitenhieben auf Kollegen geizt, selbst jedoch Angriffe – obschon unter der Gürtellinie – als Majestätsbeleidigung abtut und sich zur allwissenden Conclusio aufschwingt, dass der Umgangston in der virtuelle Welt rüde ist? Wer derart scharf die Krallen wetzt und exponierte Standpunkte einnimmt, muss auch mit – in der Form unangemessenem – Gegenwind rechnen. Alles wieder auf die Profitgier der Macher populärer Internet-Angebote zu schieben, greift zu kurz, da aufgrund der vermuteten Anonymität des Webs viele Zeitgenossen das Mindestmaß an Höflichkeit gegen Hohn, Spott und verbales Rowdytum eintauschen. Die Attitüde eines Kriegs der Worte definiert eine der Schattenseiten des Mediums Internet. Dieser wird jedoch nicht von den Machern erfolgreicher Webseiten und Foren betrieben, sondern Legionen von Nutzern, welche die mühsam aufrecht erhaltenen zivilisatorischen Benimmregeln des Alltags endgültig ablegen. Die Trennung von realer und virtueller Welt ist eine illusorische, da der Forenrüpel auch der Sitznachbar in der U-Bahn sein kann.

Je mehr Töne gespuckt werden, desto eher wird ein – mehr oder minder berechtigter – Konter erfolgen. Herr Reznor bevorzugte es, das Schwanzeinziehen 2.0 zu praktizieren, anstatt die wohl unfeinen Attacken gegen ihn als das einzuorden, was sie nämlich sind: Nebengeräusche, die niemals die Wertschätzung von Anhängern aufwiegen. Nur wer sich selbst seriös im Medium Internet präsentiert – gerne auch pointiert, wird auf Dauer überwiegend positives Feedback erhalten, das dann auch zur Erweiterung des Horizonts führt.

Die Idiotie anderer Mitmenschen sollte nie Ausrede für eigene Unzulänglichkeiten sein. Wenn ergo Herr Reznor seine – von Bonmots oft weit entfernten – Aussagen auf den Prüfstand der Vernunft stellen könnte, wenn er diese Größe besitzt, dann sollte er in den Schoß der Sozialen Netzwerke zurückkehren und mit mehr als plakativer Hetze gegen die Musikindustrie punkten.

Link:

Meldung des Rolling Stone

SomeVapourTrails

Mike Skinner twittert Free Download – I Love My Phone

Update: Die komplette Trilogie gibt’s jetzt via Stereogum:

01 The Streets – „I Love My Phone“ (MP3)
02 The Streets – „Trust Me“ (MP3)
03 The Streets – „David Hassles“ (MP3)

Ich gehör‘ ja zu den Twitter-Verweigerern. Bin genug Informationslawinen ausgesetzt. Mochte schon die Handy-SMS-Verschickerei nie besonders und komme auf ca 1 SMS pro Woche – wenn’s hoch her geht sind’s 3. Am liebsten verschicke ich SMS Nachrichten über meinen Email-Account – da hab ich dann wenigstens ein richtiges Keyboard zum Tippen. Generell mag ich mobile Telefone nicht besonders. Meins kann so gut wie garnichts – ausser Telefonieren – SIMsen – der SomeVapourTrails hat aber ein ganz tolles. Irgendwann bekomme ich ein ebenso tolles – hat er mir versprochen – ich freu mich schon sehr 😉

Via NME hab ich dann für euch diese Twitter-Nachricht rausgefischt:

Mike Skinner (The Streets) hat heute den ersten Song seiner geplanten Twitter Release Triologie gepostet. I Love My Phone heisst das Werk. Hier geht’s zur Twitterseite des Herrn. Und hier direkt zur Song-Download-Seite

Viel Spass damit!

DifferentStars