Die schönsten Lieder für Silvester und Neujahr

Wie in jedem Jahr bin ich einerseits froh, andererseits wiederum traurig, dass Weihnachten und somit auch unsere Jagd nach neuen Weihnachtssongs vorüber ist. In den vergangenen Jahren ist mir zum Jahreswechsel hin immer die Puste ausgegangen, nicht so in diesem Jahr und ich habe es endlich geschafft, ein Mixtape mit den schönsten Songs für und über Silvester und Neujahr zusammen zustellen. Zugegeben, am Ende hakt es dramaturgisch gewaltig, aber so einige Lieder konnte und wollte ich euch nicht vorenthalten. Sollte ich noch ein absolutes Must-have vergessen haben, dürft ihr mir natürlich in den Kommentaren weiterhelfen.

Update: Nicorola hat für euch eine feine Playlist auf Spotify erstellt, die viele unserer Lieblings-Silvester-Lieder enthält.

Jeff Buckley – New Year’s Prayer



Link:
jeffbuckley.com

Beach House – New Year

Link: beachhousebaltimore.com

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Hype des Unsäglichen

Lieber Programmdirektor, unsere tägliche Ration an Big Brother gib uns heute, gepriesen sind die nächsten Topmodels und Superstars. Und wenn Mamis feste Hand uns zu braven Abiturienten erzogen hat, dann benötigen wir auch die wöchentliche Dosis Dr. House. Ein als Arzt verkleidetes Ekelpaket, welches an Patienten herumdokert, dass Frankenstein seine wahre Freude hätte, begeistert viele. Warum eigentlich?

Auch in der Musikbranche funktioniert die Masche ähnlich. Inmitten all der Epigonen einer Britney Spears wird auf Niveau getrimmt und scharlatanesk in den Himmel gelobt, was in Wahrheit doch nur im Brackwasser der Ausdruckslosigkeit dahintümpelt. Nehmen wir zum Beispiel Coldplay. Das sind sicher nette Kerle, die hin und wieder auch nette Lieder fabrizieren, aber den kollektiven Jubelsturm haben sie zweifelsohne nicht durch herausragende kompositorische Leistungen ausgelöst. Oder denken wir an Jack Johnson, dessen Erfolg jedweden Erklärungsversuchen trotzt. Gitarrenverzupfte Langeweile als Anstoß einer Verzückung. Weshalb?

Die Erklärung ist simpel und mitnichten neu. Wir gewöhnen uns zu Tode. An die Fadesse, die RTL als Programmhighlights verkauft, an die ewig selben Harmonien, welche auf Dauerrotation in der Radiostation unseres Vertrauens laufen. Das Ausmaß der Wiederholung garantiert den Erfolg, bis wir schließlich sogar einen Egomanen wie Dr. House zum ins Herz schließen und die neue Platte von U2 aus den Boxen quillen lassen. Unsere Bequemlichkeit verbietet einen Blick über den Tellerrand, dämmt die Neugier nach gehaltvollen Alternativen. Ob Plattenbauzombie oder arbeitsloser Akademiker, jeder sehnt sich nach dem schmerzlosem Amüsement, das nur ja nicht mit dem Zeitaufwand des Entdeckens verbunden sein darf. Wir sind nicht so blöde, gut zu finden, was Mist ist. Wir lassen uns lediglich erfolgreich berieseln und erachten schließlich als nett, was doch eigentlich schwach ist. Minderwertiges wird uns gewinnbringend untergejubelt, nicht anders geschieht es doch in Nobelrestaurants, wenn Kutteln als Delikatesse angepriesen werden.

Wie entsagen? Vielleicht dadurch, dass man nicht immer das Nächstliegende als beste Wahl einstuft. Zwischen ARTE-Anspruch und RTLII-Kommerz gibt es genug Grauzonen, die eine Fülle Geschmäcker befriedigt. Zwischen Karlheinz Stockhausen und Bushido gibt es eine Menge zu entdecken, was Vergnügen beschert. Lassen wir uns nicht immer weichkochen und vom Marketing rammen. Bemühen wir uns um einen gesunden Funken Skepsis gegenüber allem, was uns aufgedrängt werden soll. Wer ist Herr über unseren ganz eigenen Geschmack? Sat.1 oder wir selbst? Warner Music oder wir selbst?

SomeVapourTrails

Musikalischer Quartalsbericht 2009 (I)

Januar, Februar und März liegen nun hinter uns. Eine kurze Zusammenfassung der Highlights, Neuentdeckungen und natürlich auch der kakophonischen Katastrophen bietet sich folglich an.

Beginnen wir mit dem in jeder Hinsicht durchschnittlichsten Album des noch jungen Jahres. Man hört die einzelnen Songs an, nur um sie mit dem nächsten Wimpernschlag dem Vergessen preiszugeben. Sie tun nicht mal weh, sonst würde sich zumindest diese Erinnerung ins Hirn prägen. Die Rede ist natürlich von U2s neuer Platte No Line On The Horizon. Aber natürlich hat sich auch diese CD von Bono und Kumpanen verkauft. Die Herrschaften könnten wohl auch die Platte „Live aus dem Trappistenkloster“ aufnehmen und damit Kohle verdienen. Ein weitaus größeres Ärgernis ist da schon der Hype um Glasvegas. Aber das Hochloben langweiliger Bands von der Insel hat ja mittlerweile Tradition, in vorangegangenen Jahren wurde man mit den Arctic Monkeys oder Franz Ferdinand beglückt. Apropos Franz Ferdinand, selbige sind auch 2009 noch keinen Deut interessanter geworden. Es gibt eben doch Konstanten im Musikbusiness. Eine dieser bedeutete immer auch, dass Johnny Cash als unantastbares Gütesiegel galt. Die Scheibe Johnny Cash Remixed jedoch darf getrost als schlechtestes Album der letzten drei Monate gewertet werden. Wenn sich Snoop Dogg über den Altmeister hermacht, ist dies Grabschändung der übelsten Sorte. Wann kommt endlich die Gefängnisstrafe für zweitklassige Remixer, die sich an formidablen Liedern vergehen?

Wenden wir besser den schönen Dingen zu. Pete Doherty bewies mit Grace/Wastelands, dass er zu mehr als nur Skandalgeschichtchen taugt. The View fragten Which Bitch? und lieferten frische, verrotzte Mucke ab. Die Tradition allerfeinsten Songwritings hielt Little Hells von Marissa Nadler hoch, dessen entrückte Stimmung gefiel und gefiel und gefiel. Dass Antony and the Johnsons mit The Crying Light einen weiteren Meilenstein setzen würden, war abzusehen – und sollte dennoch nochmals erwähnt werden. Das Comeback von Selig rief jede Menge Kritiker auf den Plan und dies völlig zu Unrecht. Wer allerfeinsten deutschen Rock nicht mag, der sollte bei Peter Maffay bleiben. Und Endlich Unendlich ist famos.

Das Jahr ist jung, die Zahl der Newcomer hingegen groß. Abgefeiert wurde Soap & Skin und es erscheint zwecklos das Potential zu leugnen. Noch wenig bekannt in Deutschland ist der Songwriter Mike Bones, welcher mit seinem zweiten Album A Fool For Everyone ein Meisterwerk geschaffen hat. Hier harrt ein Ausnahmetalent einer breiten Wahrnehmung. Auch deutschsprachiger Pop kann abseits jedweden nervtötenden Gebarens stattfinden, wie Lalah mit dem Debüt Ich wär so weit unterstrich. Und The Glam versprachen mit Escapism, dass man auch von Deutschland aus die Musikwelt erobern kann.

So vielfältig sich dies erste Quartal auch musikalisch präsentiert, einige brilliante Alben tummeln sich bereits in der Veröffentlichungswarteschleifen und garantieren keinerlei Abflauen an allerschönstem Nachschub.

SomeVapourTrails

Entschuldigung??? U2 – No Line On The Horizon – Album Stream auf Last.Fm

Die Geschichte wird immer merkwürdiger. Vorab die gute Nachricht, für die die U2 mögen:

Das komplette Album kann jetzt auf Last.Fm gestreamt werden.

No Line On the Horizon – Stream

Die Merkwürdigkeiten der vergangenen Tage, werfen jedoch einige Fragen auf. Schlimmstenfalls hat U2 diese Marketing-Kampagne nötig – oder zumindest ihr Label ist dieser Meinung. Vielleicht hätte ich aber auch schreiben sollen: Bestenfalls…

Last.Fm hatte den Stream-Start groß für den 27.2 angekündigt und beworben. Jetzt eben früher.

Warum und wieso, darüber darf weiter spekuliert werden. Wird schon wer schreien, schon wieder ne Panne. Langsam wird’s nervig Leute…

… schwer zu beurteilen, wer hier welche Nebelbomben streut und wirft. Irgendwo zwischen Paranoia und purer Naivität die Reaktionen auf Statements und Dementi.

Bad News are Good News – U2 sind im Gespräch und Bono kann doch über Wasser gehen.

DifferentStars

Last.Fm: Warum Diebe keine Fingerabdrücke hinterlassen sollten.

SomeVapourTrails hat sich heute dem Thema Gerücht Last.Fm verpetzt User an RIAA schon mal gewidmet und hält die Meldung von Techcrunch weniger für ein Gerücht – mehr für stating the obvious.

Verfolgt man die Diskussionen auf anderen Blogs zu dem Thema, z.B. hier bei Nerdcore wird erschreckend deutlich, wie wenig die Last.Fm-User wissen, was sie da tun und welche Daten sie alles Preis geben.

Wie generell auch sonst bei der Überführung von Tätern üblich, können Fingerabdrücke – Fingerprints – zur Beweissicherung gefunden und verwertet werden.

Hier ein Auszug aus den Last.Fm FAQ:

Was ist Fingerprinting?

Fingerprintig ist eine Technik, die es ermöglicht den Audioinhalt einer angehörten Musikdatei zu analysieren, und dadurch eine einzigartige ID eines jeden Titels zu erstellen; sozusagen einen „digitalen Fingerabdruck“. Dies macht es möglich für uns, die Musik, die du dir anhörst, zu identifizieren […]

Die Desktopanwendung liest soweit nur diese „digitalen Fingerabdrücke“ deiner Musikdateien aus, die die Grundlage unseres neuen Moderationsystems sollen werden, und verändert keine MP3-Dateien auf deinem Computer.[…]

(Quelle: Last.Fm FAQ)

Die gute Nachricht – das Fingerprinting kann im Srobbler ausgeschaltet werden.

Generell hab ich keine Mitleid mit Filesharern. Damit anzugeben, ein geleaktes Album schon vor VÖ zu besitzen und zu scrobbeln, dies ist ein beliebter Sport auf Last.Fm. Musik, die nicht vom Künstler oder Label freigegeben wurde, aus dem Netz zu saugen ist und bleibt Diebstahl.

Mit U2 – so werden viele einwenden, trifft es keine Armen. Doch mit dem Geld, dass die Cash Cows den Major Labels einbrachten, wurden früher Nachwuchsbands gefördert. Je weniger Geld die böse MI hat, desto weniger gibt sie neuen Künstlern eine Chance. Produziert und verlegt werden hauptsächlich noch sichere Selbstläufer wie DSDS- oder Popstars-Gewinner. Diese Kühe werden dann 1-2 Jahre kräftig gemolken – dann der Resteverwertung à la Dschungel-Camp und Promi-Dinner übergeben.

Umsonst ist eben nur der Tod – Filesharer graben kräftig am Grab der Musikkultur mit.

Link: Techcrunch Artikel

DifferentStars

PS: Wer das U2 Album No Line on the Horizon vor VÖ hört, diese Daten sind für jeden einsichtig – nicht nur für die RIAA und zwar hier.
Laut.de leitet auf diese Seite mit dem Link Namen Filesharer@Last.Fm? und vergisst, dass auch der ein oder andere Musikjournalist sein Rezensionsexemplar gescrobbelt haben könnte…

Update: Seitens Last.Fm wird dementiert. Dennoch scheinen viele Users kalte Füße bekommen zu haben und der ORF berichtet,  dass viele Nutzer ihren Account gelöscht haben. Link: ORF Futerzone – Last.fm dementiert Weitergabe von Nutzerdaten

Da wird ja das Huhn in der Pfanne verrückt – ein Skandal, der keiner ist!

Am Anfang war nie das Wort, da irrt die Bibel, am Anfang steht ein Gerücht. Wie so oft beginnt ein Skandal mit einem Gerücht. Die Musik-Community Last.fm, die es ihren Benutzern erlaubt Profile anhand von Hörgewohnheiten zu erstellen und zu diesem Behufe die Daten, der am Computer gehörten MP3s auf die Webseite überträgt und dort in appetitlich-grafischen Happen serviert, eben diese Musikseite soll die Daten derjenigen User, in deren Hörverlauf unveröffentlichte Albumtracks auftauchen, an die RIAA übermittelt haben. Schließlich können die Hörer dieser noch nicht im Handel erhältlichen Songs selbige wohl kaum auf legalem Wege ergattert haben. Die ewige, leidliche Copyright-Debatte höre ich manch bewanderten Leser seufzen…

Für die mit der Materie weniger vertrauten Besucher unseres Blogs behübschen wir die Protagonisten nochmals mit biblischen Termini. Last.fm ist irgendwie Judas. Anfangs supergut und im messianischen Auftrag neue musikalische Dimensionen auszuloten unterwegs. Dann kam das Teufelswerk CBS und bestach Last.fm, stahl die Seele. Und gewissen- und seelenlos wie Last.fm nun angeblich ist, schlachtet es die Unschuldslämmer (sprich: Benutzer), in dem es die Daten an den Advocatus Diaboli, nämlich die RIAA, weiterreicht. So zumindest lautet der das Internet durchwehende Gerücht. Noch dazu geht es nicht um irgendwelche unveröffentlichte Lieder, die da nun auf den diversen Last.fm-Profilen als gehört aufscheinen. Nein, es handelt sich um die Tracks der neuen Platte von U2. Superstars eben, die seit 10 Jahren mediokre Alben auf den Markt werfen und nach wie vor Käufer finden. Aber eben nicht mehr so viel wie in der guten alten Zeit – und dies hat sicher nichts damit zu tun, dass der Output der Band von einstige Höhen in ungeahnte Tiefen schlittert. Nö, das sind einzig die bösen Filesharer, gell?

Stellen wir uns nun abseits der Polemik ein paar knackig-kurze Fragen.

1.) Hat die Plattenfirma U2s oder auch die die Plattenindustrie in den USA vertretende RIAA ein Recht darauf benutzerbezogene Daten von Last.fm zu verlangen, wenn der Verdacht eines illegalen Erwerbs gegeben ist?

2.) Wie wahrscheinlich ist es, dass die auf Last.fm sich outenden Hörer zur Gänze aus mit Promo-CDs bemusterten Musikjournalisten sind?

3.) Ist dieses Gerücht, wenn es denn stimmt, wirklich ein Skandal oder vielmehr natürliche Selektion, die unterstreicht, dass man eigene Daten eben nicht sorglos in die Schlünde der Musikindustrie werfen sollte, wenn man dem Filesharing frönt?

Ich glaube diese 3 knappen Fragen umspannen die Problemstellung recht gut. Das lustige, weil verbotene Downloaden von Musikdateien via P2P ist sowohl rechtlich hochproblematisch als auch moralisch verwerflich. So zumindest der Standpunkt unseres Blogs. Mit diesem illegalen Erwerb noch vor Veröffentlichungstermin des Albums auf Last.fm zu protzen hat schon eher etwas mit Gedankenlosigkeit und Dummheit zu tun. Dass die Musikindustrie sich jenen Köder nicht entgehen lässt und zubeißt, sollte jedem Menschen, der eins und eins addieren vermag, einleuchten. Zumal die Anzahl derjenigen Hörer, welche die CD vorab aufgezwungen bekommen haben, wohl in überschaubaren Grenzen liegt. Man mag Last.fm als Wolf im Schafspelz sehen, der gutgläubige User nun den Hyänen ausliefert, aber wenn man durch Anlegen eines Profils Unmengen an Daten liefert, sollte man nicht so naiv sein und erwarten, dass eben jene Daten nicht ausgewertet würden. Nur nochmals zur Erinnerung: In den Nutzungsbedingungen ist die Veräußerung der Daten explizit beschrieben. Gerade die Verwertung wird Last.fm viele Einnahmen bescheren, weil sie für die Plattenindustrie aussagekräftiger als jegliche Marktforschung sind. Illegal erhaltene, in der persönlichen Musikbibliothek auffindbare Titel gewähren Einblicke in Benutzerabgründe, etwaige unerwünschte Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen.

Links:

Ursprung des Gerüchts

laut.de-Story

SomeVapourTrails

One

One

Es gibt wenige Lieder, bei denen ich mir nicht sicher bin, welche Version ich am liebsten mag. Meistens ist es einfach – die Originalversion – Coverversionen mißraten häugig zu einem müden Abklatsch. Ein Lied, dass immer wieder zu neuer Schönheit erblüht ist U2’s One. Unumstritten eines der großartigsten Musikstücke der Rock- und Popgeschichte überhaupt. Immerhin konnte ich mich dann auf 4 Lieblingsversionen beschränken.

U2

Cowboy Junkies

Johnny Cash

Mary.J.Blige. (feat.U2)

Link:Wikipedia (engl.)

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