Schlagwort-Archive: Where Did Nora Go

Auf steinigen Wegen hin zum Glück – Where Did Nora Go

Der dramatische Moment einer Veränderung, die Phase tiefen Kummers, das selige, ewige Happy End. Es gibt viele Seelenzustände, über die sich Songwriter Gedanken machen, um sie in Musik zu kleiden. Das Album, über welches ich heute sprechen möchte, zeigt sich in manch Hinsicht recht unorthodox – und geht doch auf verschlungenen, steinigen Wegen einem glücklichen Ende entgegen. Im Vortrag und Sound scheint es irgendwo zwischen einer mit Rauchschwaden erfüllten Kaschemme und einer sanften Version von Alice im Wunderland angesiedelt. In den Lyrics dagegen spitzt die Platte Augenblicke der Erkenntnis und des Aufbruchs zu. Shimmer gerät zu einem Werk voll komplexer, wohlgestalter Ästhetik. Die unter dem Projektnamen Where Did Nora Go wirkende Dänin Astrid Nora hat mit ihrem zweiten Album ein ausgesprochen gediegenes Stück nordischer Singer-Songwriter-Kunst fabriziert. Shimmer kultiviert eine gegen den Strich gebürstete Kammermusik, kombiniert dies mit dezentem Ambient, entwickelt derart zwingende Emotion. Sehen wir uns das nun ein wenig genauer an.

Auf steinigen Wegen hin zum Glück – Where Did Nora Go weiterlesen

Lauschrausch LV: Where Did Nora Go

4081 kopi beskåret

Anfang 2013 habe ich bereits auf Where Did Nora Go verwiesen. Hinter diesem Projekt steckt die in Kopenhagen ansässige Sängerin und Cellistin Astrid Nora. Das gleichnamige Album von Where Did Nora Go präsentierte sich vor über einem Jahr als stimmungsvoller, kammermusikalischer Pop voll Souligkeit und fein in Szene gesetztem Cello. Damals habe ich mich zu folgendem Vergleich hinreißen lassen: „Wer skandinavische Tiefe mit einem zarten Hauch Shirley Bassey verknüpft hören möchte, kann und soll sich dieser Platte nicht entziehen!“. Dieser Tage habe ich mit Freude vernommen, dass für September ein neues Werk namens Shimmer geplant ist. Vorab darf man sich schon an der Single Shelter erfreuen. Shelter erweist sich als ein in die Aura der Rätselhaftigkeit getauchtes Lied, das vor getragener Eleganz strotzt. All das spiegelt sich auch im Musikvideo zu Shelter wider. Kurzum, auch mir begegnet eine derart vollendetes musikalisches Talent nicht alle Tage. Ich freue mich bereits sehr auf das anstehende Album und rate den Lesern, sich der edlen Aura von Astrid Noras Stimme doch ebenfalls ganz und gar hinzugeben.

Lauschrausch LV: Where Did Nora Go weiterlesen

Eine Handvoll Geheimtipps – 5 starke Alben des letzten Jahres

Ehe wir uns hier den ersten Veröffentlichungen des neuen Jahres zuwenden und natürlich auch noch das eine oder andere Album des abgelaufenen Jahres beleuchten werden, will ich nochmals auf fünf Platten von 2013 verweisen, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind. Diese Handvoll ganz und gar unterschiedliche Werke sind vielleicht nicht alle sexy genug, um in Jahresresümees eine große Rolle zu spielen. Doch genau aus diesem Grund möchte ich sie noch einmal gebührend erwähnen und dem werten Leser ans Herz legen!

Dominik Plangger – Hoffnungsstur

Dem Südtiroler Liedermacher Dominik Plangger ist mit seinem Album Hoffnungsstur der Beweis gelungen, dass es um den engagierten, wortgewaltigen Nachwuchs im Genre deutschsprachiger Liedpoeten gar nicht schlecht bestellt ist. Plangger widmet sich auf diesem Album der gesamten Palette tradioneller Liedermacherkunst. Heimatverbundenheit und Urtümlichkeit werden ebenso thematisiert wie Protest, Gesellschaftskritik und Außenseitertum. Mal singt Plangger im Dialekt, dann wieder hochdeutsch, auch ein italienisches und englisches Lied sind auf der Platte zu finden. Eigenkompositionen gehen Hand in Hand mit Coverversionen von Konstantin Wecker, Hannes Wader, Lucio Dalla und Townes Van Zandt. Es überzeugt als Werk der vielen Einflüsse, als relevantes Album, dessen Folklore den reaktionären volktümlichen Schlager und sämtlichen Pathos der Deutschtümelei ganz und gar verachtet. (Review)

Eine Handvoll Geheimtipps – 5 starke Alben des letzten Jahres weiterlesen

Indie-Track-Auslese 2013 (Januar/Februar)

Heute wollen wir nochmals ein paar Songs hervorstreichen, die bei uns in den ersten beiden Monaten von 2013 für Enthusiasmus gesorgt haben. Eine kleine Indie-Track-Auslese eben, die hoffentlich die eine oder andere Empfehlung bereithält!

Big HarpYou Can’t Save ‘Em All (USA) Album: Chain Letters (VÖ: 08.02.2013 auf Saddle Creek)

Indie-Track-Auslese 2013 (Januar/Februar) weiterlesen

Unser ABC der Nordlichter: Dänemark

Wenn man sich die Bevölkerungszahl der nordischen Länder Europas so ansieht, zählt man knapp 26 Millionen Köpfe. Island, Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden zusammen bringen es auf weniger als ein Drittel der deutschen Einwohner. Man sollte sich das öfter vergegenwärtigen, wenn man einmal mehr über eine Band aus dem Norden stolpert. Deutschland kann weder in puncto musikalischer Fülle noch im Bezug auf internationale Anerkennung mit all den Ländern mithalten, die im weitesten Sinne unter dem Begriff Skandinavien firmieren. Wir haben uns seit 2008 mit 90 Bands und Musikern aus nördlichen Breiten befasst, so manch Großartigkeit dabei entdeckt. Zeit also für einen kleinen Überblick. Diesmal: Dänemark! Ein Land, welches ich sehr lange gewaltig unterschätzt habe…

Alex Canasta (Facebook, Blogpost) – Hörproben: Let It Out (vimeo), Got It Coming:

Broken Twin (Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Beaches (SoundCloud)

Choir of Young Believers (Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Nye Nummer Et (SoundCloud)

Cody (Homepage, Facebook, Blogpost) – Hörprobe: Mirror (YouTube)

Unser ABC der Nordlichter: Dänemark weiterlesen

Der Feind im Inneren – Where Did Nora Go

Man neigt ja allgemein dazu, der Intention eines Künstler ganz und gar auf die Schliche kommen zu wollen. Je etablierter das Wirken, desto detaillierter werden im Feuilleton Motive und Einflüsse zerpflückt. Bei aufstrebenden Musikern freilich müssen Pressetexte auf Absichten hinweisen, die Richtung der Deutung vorgeben. Etwa eine Anekdote zu einem lebensgroßen Anlass aufbauschen, die Überwindung des künstlerischen Schweinehundes abfeiern, die Zusammenarbeit mit irgendeinem legendären Produzenten hervorheben, der den Geist kultischer Bands im Werk spuken lässt. Im Falle der dänischen Sängerin Astrid Nora verweist der Pressetext darauf, dass sich der Projektname Where Did Nora Go von dem Theaterstück Nora oder ein Puppenheim des norwegischen Dramatikers und Schriftstellers Henrik Ibsen herleitet. Das ist natürlich ein dankbarer Aufhänger, Ibsen kennt man zwar als Teil des literarischen Kanons, allermeist jedoch nur vom Hörensagen. Ob Where Did Nora Go nun tatsächlich die Inspiration aus der Ibsenschen Dichtung zieht, wird daher vom typischen Blogger und Musikrezensenten ungeprüft angenommen.

Der Feind im Inneren – Where Did Nora Go weiterlesen