Eine Handvoll Geheimtipps – 5 starke Alben des letzten Jahres

Ehe wir uns hier den ersten Veröffentlichungen des neuen Jahres zuwenden und natürlich auch noch das eine oder andere Album des abgelaufenen Jahres beleuchten werden, will ich nochmals auf fünf Platten von 2013 verweisen, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind. Diese Handvoll ganz und gar unterschiedliche Werke sind vielleicht nicht alle sexy genug, um in Jahresresümees eine große Rolle zu spielen. Doch genau aus diesem Grund möchte ich sie noch einmal gebührend erwähnen und dem werten Leser ans Herz legen!

Dominik Plangger – Hoffnungsstur

Dem Südtiroler Liedermacher Dominik Plangger ist mit seinem Album Hoffnungsstur der Beweis gelungen, dass es um den engagierten, wortgewaltigen Nachwuchs im Genre deutschsprachiger Liedpoeten gar nicht schlecht bestellt ist. Plangger widmet sich auf diesem Album der gesamten Palette tradioneller Liedermacherkunst. Heimatverbundenheit und Urtümlichkeit werden ebenso thematisiert wie Protest, Gesellschaftskritik und Außenseitertum. Mal singt Plangger im Dialekt, dann wieder hochdeutsch, auch ein italienisches und englisches Lied sind auf der Platte zu finden. Eigenkompositionen gehen Hand in Hand mit Coverversionen von Konstantin Wecker, Hannes Wader, Lucio Dalla und Townes Van Zandt. Es überzeugt als Werk der vielen Einflüsse, als relevantes Album, dessen Folklore den reaktionären volktümlichen Schlager und sämtlichen Pathos der Deutschtümelei ganz und gar verachtet. (Review)

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Indie-Track-Auslese 2013 (Juli/August/September)

Obwohl wir in den vergangenen 3 Monaten ungewöhnlich viele Größen der Musik besprochen haben, fand doch auch der eine oder andere Indie-Künstler Erwähnung auf dem Blog. Hier eine nochmalige Auflistung manch toller Tracks.

Human PyramidsRelapse (Großbritannien) Album: Planet Shhh! (VÖ: 15.07.2013 auf Oxide Tones)

PINSLost Lost Lost (Großbritannien) Album: Girls Like Us (VÖ: 27.09.2013 auf Bella Union)

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Release Gestöber 42 (Anna von Hausswolff, JAN, White Hills)

Anna von Hausswolff

Wenn eine Singer-Songwriterin opernhafte Gravität ausstrahlen will, sich in weltentsagenden Sound kleidet, dazu ein wenig auf Kate Bush schielt, dann kann das entweder großer Stuss sein – oder ganz und gar fabelhaft anmuten. Der Schwedin Anna von Hausswolff gelingt das Kunststück weder bizarr noch albern zu wirken. Die meisten Lieder ihres Albums Ceremony versprühen eine völlig gekünstelte Gothic-Aura, die über weite Strecken schlichtweg langweilt. Das ist durchaus eine kleine Heldentat, denn die majestätischen Klänge einer Kirchenorgel muss man erst einmal in die Belanglosigkeit zwingen. Ceremony strotzt vor Ambition, will sich extraordinär geben, ist dabei jedoch ausgesprochen nichttsagend. Die Platte ist voller Theaterdonner und zugleich erstaunlich ereignislos. Warum das bereits vor einem Jahr erschienene Werk damals von Lobeshymnen bloggender Kollegen begleitet wurde, vermochte ich schon damals nicht zu verstehen. Warum Ceremony nun eine Wiederveröffentlichung auf dem renommierten Label City Slang spendiert bekommen hat, begreife ich erst recht nicht. Denn von Hausswolff ist bestenfalls ein Versprechen für die Zukunft, die mit pathetischen Titeln wie Funeral For My Future Children kalkuliert zu verstören vermag. Wobei gerade dieser folkige Walzer noch eher überzeugen kann. Viele der Lieder beginnen mit einer repetitiven Orgel, wie man sie etwa bei den Glassworks von Philip Glass findet, ehe die Chose auch mal gen Cocteau Twins driftet. Dieser „Funeral Pop“, wie die Schwedin diesen Sound auf ihrer Facebook-Seite vorstellt, ist letztlich viel dramatische Attitüde ohne besondere songwriterische Güte. Schade.

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