Irgendwie Taka-Tuka-Land

Heute wollen wir uns zweier Bands annehmen, die demnächst beziehungsweise momentan durch Deutschland tingeln. Beiden gemeinsam scheint eine Fremdheit, so als seien nicht ganz von dieser Welt.

Beginnen wir mit Japan, welches für den mit audiophiler Durchschnittsbildung gesegneten Hörer einen weißen Fleck auf der musikalischen Landkarte darstellt. Man nimmt zwar an, dass es auch dort Gitarren-affine Menschen gibt und wohl ebenso prollige Plattenaufleger mit großkotzigem DJ im Namen, deren Deo die Duftnote Vinyl enthält. Bloß man kennt sie nicht. Dem wollen wir Abhilfe schaffen.

Mono (Foto von Teppei)

Mono (Foto von Teppei)

Mono nennt sich eine japanische Post-Rock-Band, die viel zu interessant ist, um irgendwelche Scherzchen à la „Spielen aber in Stereo.“ zu machen. Post-Rock und Japan ist für meine Begriffe eine in etwa so verwegene Kombination wie U2 und Innovation oder Frank-Walter Steinmeier und Charisma. Und dennoch gehören Mono seit einiger Zeit zur Crème brûlée des Genres. Was lange gärt, wird bekanntlich noch besser. So präsentieren uns Mono ihr mittlerweile 5. Studioalbum namens Hymn To The Immortal Wind, das alle Ingredienzien typischen Post-Rocks beinhaltet und angenehm schnurrt. Einmal mehr führen steil aufragende Klangwände in  Sphären der Entrückung. Der hynotische Sog der Komposition reicht jedoch nicht an Explosions In The Sky oder Godspeed You! Black Emperor heran. Wären selbige Bands eine leckere, stundenlang auf kleiner Flamme geköchelte Tomatensauce, dann wäre Mono lediglich Ketchup. Aber Hand aufs mit Fast-Food gestählte Herz – sehr feines Ketchup mag auch entzücken.

hymn1

Wer sich über die hohe Qualität selbst ein Urteil bilden will, der sei auf die offizielle Homepage der Japaner verwiesen, wo man den Track Ashes In The Snow als kostenlosen Download bekommt. Auch die anstehende Tour soll kein Geheimnis bleiben.

29.03. Hamburg – Hafenklang
04.04. Berlin – Lido
06.04. Dresden – Beatpol
08.04. A – Wien – Arena
09.04. München – Feierwerk
13.04. Oberhausen – Zentrum Altenberg
14.04. Frankfurt – Nachtleben
15.04. CH – St. Gallen – Grabenhalle

Wechseln wir nun zu einer Formation, die uns ins Land der perfekten Depression verführt. Dakota Suite zeichnen eine Welt in Moll, die leider nur von wenigen Fans als farbenfroh wahrgenommen wird. Bereits mit This River Only Brings Poison gelang den Briten um Chris Hooson eine Slowcore-Platte mit hohem Wiedererkennungswert und einem gerüttelt Maß an Einzigartigkeit. Die neue CD The End Of Trying verspricht diese Tradition zu bekräftigen.

theendoftrying

Hörproben des Albums sind auf der Seite des deutschen Labels karaoke kalk zu bestaunen. Und die Tourdaten würde ich besonders HERVORHEBEN wollen, da bei Gefallen nur mehr wenige Möglichkeiten eines Live-Genusses bestehen. Also schnell raus aus den Puschen, aber dalli!

20.03. Berlin – LiveAtDot
22.03. A – Wien – WUK
24.03. CH – Zürich – El Lokal

Viel Freude mit zwei wirklich exotisch anmutenden Bands, die in ein musikalisches Taka-Tuka-Land führen, das man voll Staunen erkunden sollte.

SomeVapourTrails

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