Vorstellungsreichtum zum Quadrat – Villagers

Manch Textzeile verrät erst auf den zweiten Blick, wes Geistes Kind sein Verfasser ist. Mogelpackung oder Mehrwert trennen Welten, mitunter aber auch nur ein nachlässig gesetztes Komma. Und dann existieren noch Sätze, hinter deren hervorstechender Schlichtheit ohne jeden Zweifel die gesamte Erkenntnistiefe des menschlichen Intellekts steckt. Mit „I waited for something and something died. So I waited for nothing and nothing arrived.“ hat der Ire Conor O’Brien, Mastermind der irischen Formation Villagers, der Welt den ersten genialen Refrain dieses noch jungen Musikjahres geschenkt. Dank des Albums {Awayland} sehen wir uns bereits jetzt einer dichterischen Ausnahmeleistung gegenüber, welche durch den intelligenten, unberechenbar kreativen, oftmals orchestralen Sound trefflich ergänzt wird. Ob in sich überschlagenden Erzählströmen oder bei auf wenige Worte voller Kraft gestauchten Aussagen, stets vermittelt O’Brien ein existenzielles Grübeln, dessen Erkenntnisse über Augenscheinlichkeiten hinausgehen. {Awayland} ist das gelungene Gegenstück zur sich aufplusternden Geschwätzigkeit unserer Zeit, brillanter Vorstellungsreichtum zum Quadrat!

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Photo Credit: Rich Gilligan

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