Schlaglicht 32: Lapwings

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Photo Credit: Tanya Davidow Photography

Ich nehme mir oftmals vor, nicht immer nur in die Weite zu schweifen, sondern auch die Musikszene hierzulande im Auge zu behalten. Tue ich aber leider selten! Dabei wäre es gerade in Berlin sehr leicht, ausschließlich in der Stadt wirkende Bands vorzustellen. Manche kommen aus allen Ecken der Republik, manche sogar aus allen Winkeln der Welt. Berlin – der kreative Sehnsuchtsort. Das gilt auch für die Formation Lapwings, die einen angenehm eingängigen Indie-Pop mit Americana- und Chanson-Anleihen auf die Reihe kriegt. Der Sound der EP Frozen Time fällt wunderbar organisch aus, besitzt einen nie zu spröden melancholischen Charakter. Indem ein Cello in eine eigentlich herkömmliche Instrumentierung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug eingefügt wird, gewinnt die Chose an zeitloser Noblesse. Wenn sich dann sogar ein Piano dazugesellt, wird’s richtig wunderbar. Der gefühlig vorgetragene, folkig getragene Titeltrack Frozen Time gefällt mir sehr. Auch der pittoreske Singer-Songwriter-Pop des Songs Love Blinkers erfreut schon deshalb, weil der Handclap für perkussive Würze sorgt, ehe das Stück im Verlauf weiter in Americana-Gefilde vordringt. Das auf ergreifende Erbaulichkeit setzende Happiness mit den nachdenklichen Zeilen „Life is short/ Don’t ever look behind“ entwickelt durchaus chansonesquen Flair.  Weiterlesen

Schatzkästchen 35: Lea Porcelain – Bones

The Cure meets Joy Division, dazu gesellt sich ein voll nachlässigem Schmelz leidender Crooner, so mutet der Track Bones an. Dass das Duo Lea Porcelain dazu sogar noch aus Deutschland kommt, setzt Bones die Krone auf. Denn die Ian-Curtis-Gedächtniskapellen rund um den Erdkreis sehen angesichts dieser Nummer ganz schön angestaubt aus – und die vielen Nachahmer eines Robert-Smith-Sounds ebenfalls. Der Track ist Vorbote einer demnächst erscheinenden EP, der man mit großer Spannung entgegenfiebern darf. Denn Manchester hätte man eigentlich nicht im Rhein-Main-Gebiet verortet. Es wäre dringend an der Zeit, wenn deutsche Wunderkinder die Musikwelt erobern würden. Der letzte Act, der diesbezüglich großes Potential gezeigt hat, wäre meiner Erinnerung nach Get Well Soon. Gut, man sollte angesichts eines Tracks die Kirche im Dorf lassen. Aber man wird ja angesichts des wunderbaren Bones durchaus hoffen dürfen!  Weiterlesen