Nigerianische Weihnachtsklänge mit Tunde Ednut, Diwari und Mo’Cheddah

Wir haben schon in den vergangenen Jahren versucht, den Blick ein wenig schweifen zu lassen. Nicht nur Musik zu präsentieren, die die europäischen und nordamerikanischen Weihnachtstraditionen widerspiegelt. Ich für meinen Teil finde es sehr interessant, wie etwa in Afrika das Fest begangen wird. Heute wollen wir uns auf drei Acts aus Nigeria konzentrieren. Bei allem offensichtlichen Faible für Rap und R&B merkt man den gleich vorgestellten Stücken an, dass sie aus Afrika stammen und eine gelungene Mixtur aus westlicher Moderne und afrikanischer Tradition beinhalten. Wer ein Faible für Rhythmen hat, ist hier bestens aufgehoben.

Tunde Ednut featuring M.I, Orezi and Falz – Jingle Bell Bell

Jingle Bell Bell ist eine sehr fröhliche Nummer, die Rap mit Pop und Afrobeat mischt. Der dazugehörige Clip punktet mit humoresker Note! Wenn die teils in die Hundertausende gehenden Follower auf Twitter etwas zu bedeuten haben, sind die am Track Beteiligten (Tunde Ednut, M.I, Orezi, Falz) in ihrer Heimat allesamt wirklich keine Unbekannten!  Weiterlesen

Schlaglicht 37: Damien Jurado

Die künstlerische Vision ist ein oft bemühter Begriff, der vor allem dann zur Anwendung kommt, wenn man Inspiration vorgaukeln möchte, wo in Wahrheit keine ist. Eine ebenfalls häufige Verwendungsmöglichkeit besteht darin, dass man Sperrigkeit, Unzugänglichkeit oder schiere Unverständlichkeit mit einer für normalsterbliche Ohren ungewohnten künstlerischen Vision begründet. Ich gestehe Musikern im Zweifel wohlwollend zu, dass sie eine klare Vorstellung davon haben, was sie mit einem Album – oder mit Musik generell – ausdrücken möchten. Es muss jedoch jemand vom Schlage eines Damien Jurado sein, der das Format besitzt, diesen beinahe zur Phrase verkommenden Ausdruck wahrhaftig werden zu lassen. Der in Seattle beheimatete Singer-Songwriter hat sich in den letzten Jahren zu einem Liebling dieses Blogs gemausert. Jurado ist einerseits ein Ausbund an Verlässlichkeit, alle zwei Jahre erscheint ein neues Studioalbum. Und eine Platte greift dabei in die andere, im Tun herrscht Kontinuität. Ein Aspekt seines Schaffens etwa ist die Suche nach einem mystischen Sehnsuchtsort, eine Weltflucht aus der Enge gesellschaftlicher Realität. Man darf sich Jurado keinesfalls als Sektenjünger vorstellen, eher schon als Eremit im Hier und Jetzt. Auch das für März 2016 angekündigte Werk Visions of Us on the Land greift besagten Ausstiegsgedanken wieder auf, wie der Track Exit 353 belegt.  Weiterlesen