Schlaglicht 48: Moonface & Siinai

Ist es wirklich schon vier Jahre her, dass Spencer Krug als Moonface zusammen mit der finnischen Formation Siinai das tolle Album Heartbreaking Bravery veröffentlicht hat? Der Song Teary Eyes And Bloody Lips war nicht zuletzt wegen des Refrains „Teary eyes and bloody lips/ Make you look like Stevie Nicks“ eines meiner Lieblingsstücke des Jahres 2012. Umso mehr freut es mich, dass dieser Tage das Nachfolgealbum My Best Human Face für Juni angekündigt wurde. Ein Großteil der Aufnahmen stammt noch aus dem Jahre 2014, als der Kanadier Krug seine Zelte in Finnland aufgeschlagen hatte. Mittlerweile lebt er wieder in Kanada, bastelt an einem Comeback seiner Band Wolf Parade. Gut möglich also, dass My Best Human Face die auf absehbare Zeit letzte Kooperation mit Siinai bleibt, wie er selbst auf der Labelseite einräumt. Dem ersten Vorgeschmack Risto’s Riff nach zu schließen, knüpfen die Aufnahmen an das Temperament und die Spielfreude an, die bereits den besagten Track Teary Eyes And Bloody Lips ausgezeichnet hat. Stereogum, bei dem Risto’s Riff soeben seine Premiere gefeiert hat, notiert dazu: „It rocks harder than anything Krug has ever recorded under the Moonface name, riding a crisp motorik groove straight into an explosive chorus. And honestly, it’s exhilarating just to hear that voice fronting an actual rock band again.“

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Schatzkästchen 53: RIVE – Vogue

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Nachdem es in den letzten 2 Wochen ein wenig ruhiger auf dem Blog war, werden wir nun im Angesicht des Frühlings wieder aktiver. So einige Tracks, die wir uns in den letzten Wochen notiert haben, sind bislang leider noch nicht auf dem Blog erwähnt worden. Das wollen wir schleunigst nachholen und ausgerechnet mit einer Formation aus Brüssel beginnen. Nun ist Belgien dieser Tage in aller Munde, wird als Chaosland mit finsteren Vierteln geschmäht. Vielleicht macht es gerade in Zeiten wie diesen Sinn, mit Brüssel mehr als nur böse Terroristen und eine chronisch uneinige EU zu assoziieren. Kultur ist immer eine sichere Sache, um sich in ein Land (neu) zu verlieben. Die geschätzte Kollegin Eva-Maria liefert auf ihrem auf Belgien fokussierten Musikblog Plan My Escape Woche für Woche neue Gründe, warum die Nennung des Namens Belgien uns nicht erschaudern lassen muss. Mitte März hat sie beispielsweise die famose Formation RIVE für uns aufgespürt. RIVE sind noch ein unbeschriebenes Blatt, eine Debüt-EP ist für dieses Jahr angekündigt. Mich hat ein erster Vorgeschmack jedoch sofort begeistert! Das Lied Vogue weckt Erinnerung an eine Zeit, als französischsprachiger Pop auch in den Hitparaden hierzulande keine Seltenheit war. Den Jüngeren unter den Lesern muss man vielleicht nochmals verklickern, dass in den Siebzigern und Achtzigern lasziver, leichter French Pop Glücksgefühle ohne Ende verursachte. RIVE knüpfen zumindest mit Vogue an diese Tradition an. Das sieht auch die Kollegin Eva-Maria so, die den Reiz der Nummer so auf den Punkt bringt: „Der einzig bislang veröffentlichte Track „Vogue“ ist jedenfalls ein edles, elegantes und raffiniertes Stückchen Elektropop im France-Gall-Modus. Das erst richtig abzuheben beginnnt, wenn zum Ende hin die satten Synthies einsetzen. Da kriegt man ja sehnsüchtiges Herzklopfen, so schön schimmert das!“

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