Der Anfang im Ende – Laura Gibson

Nicht jede Platte, die Beziehungsenden und Aufbrüche beschreibt, verfügt wirklich über besondere emanzipatorische Kraft. Empire Builder jedoch besitzt diese! Das von einem Neuanfang erzählende Album der US-Singer-Songwriterin Laura Gibson ist ohne Zweifel bemerkenswert. Denn auch wenn es allein in diesem Jahr hunderte Platten geben wird, die thematisch ähnlich angelegt sind, können es zugleich nie genug sein. Weil Frauen viele Jahrhunderte nachholen müssen, in denen sie in Literatur und Musik kaum eine Stimme hatten. Weil Frauen erst in den letzten 50 Jahren allmählich ein selbstbestimmtes Leben führen konnten. Von Singer-Songwriterinnen ersonnene Alben, die von Abschieden und Neuorientierung berichten,  haben stets ihre Berechtigung. Sehr gute Werke umso mehr!

Empire Builder besticht mit folkigem, von urbanem Flair erfülltem Pop. Gibsons makellos helle, angenehm fragile Stimme besorgt den Rest. Schon der Opener The Cause versprüht Streicher-Chic, erinnert an den Sixties-Charme des East Village, ein wummernder Bass und eine aus dem Hintergrund jaulende E-Gitarre kontrastieren die Chose. Es schließt ein Liebeskapitel und wendet sich neuen Dingen zu. Natürlich ist die Neuorientierung nichts, was mit einem Fingerschnippen funktioniert.  Weiterlesen