Stoßseufzer und Willkommensfähnchen – DJ Shadow

Wenn man einmal in kollektive Ungnade fällt, ist es verdammt schwer, Herzen neu zu erobern. Ohne das Schlüpfen in ein Büßergewand geht gar nichts. Meines Wissens hat DJ Shadow eben dies nicht getan. Sein Album The Outsider bedeutete den Knackpunkt der Karriere. Galt er bis dahin als Meister der Samplings und des instrumentalen Hip-Hop, bot The Outsider ein Mischmasch an Genres von mainstreamhaften Pop-Rock à la Coldplay (You Made It) über ein gänzlich absurdes Shakespeare-für-Arme-triff-Irish-Folk-Elfe (What Have I Done) bis hin zu der Menge an hibbeligem Rap, für den viel zu viele Gäste vors Mikro gebeten wurden. Von diesem Flop hat sich DJ Shadow kaum erholt. So sehr er in der ersten Hälfte seiner Karriere mit Lob überschüttet worden war, so durchschnittlich wird sein Schaffen seit The Outsider wahrgenommen. Mit der jünst veröffentlichte Platte The Mountain Will Fall vermag sich Josh Davis nun fast vollständig zu rehabilitieren. Der lange abhandengekommene Flow scheint wiedergekehrt. Als zweites Endtroducing….. überzeugt das Album zwar nicht, dazu fehlt es an der Leichtigkeit, wirkt die Chose mitunter doch sehr ertüftelt, in puncto Kohärenz knüpft es aber wieder an das Debüt von 1996 oder The Private Press (2002) an. Endlich, möchte man stoßseufzen!

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Photo Credit: Derick Daily

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