Gut gemeint? Sehr gut gemacht! – Moddi

Gut gemeint, so unkt man gern, sei das Gegenteil von gut gemacht. Wenn sich also ein Singer-Songwriter verbotenen, zumindest aber verpönten Liedern aus allen Teilen der Welt annimmt, darauf aufmerksam machen möchte, dass sich Musik immer auch gegen Tyrannei, Krieg und Unrecht gewandt hat, will man der Idee applaudieren. Mit der Intention allein gewinnt man freilich keinen Blumentopf.  Auch die konkrete Umsetzung muss überzeugen. Lieder des Protests haben über die Zeit deshalb ihre Wirkung entfaltet, weil sie oftmals von Menschen in Bedrängnis für unterdrückte Menschen geschrieben wurden. Kann also ein junger norwegischer Singer-Songwriter namens Moddi mit seinem Album Unsongs tatsächlich jenen Ärger, allen Zorn und die bisweilen große Verzweiflung reproduzieren, die den ursprünglichen Werken innewohnt? Und ist der Indie-Musikfan die Zielgruppe, die mit solch Attitüde etwas anzufangen weiß? Ich meine ja, ich hoffe ja.

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Photo Credit: Jørgen Nordby

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