Schlaglicht 85: Naiivi

Kann man anhand zweier Singles bereits ein Urteil über das Potential einer aufstrebenden Singer-Songwriterin fällen? Eigentlich nicht. Natürlich schon! Denn wir alle entscheiden doch täglich bereits nach wenigen Sekunden, ob eine Band oder ein Musiker auf Gefallen stößt. Falls dem nicht so ist, drückt man rasch die Skip-Taste der Playliste. Und als Musikblogger wird man ohnehin ständig mit neuen Klängen bombardiert, da hat man keine Zeit für zögerliches Abwägen. Im Falle der Schwedin Naiivi musste ich allerdings auch gar nicht erst lange überlegen. Schon die ersten Takte der zwei Tracks haben mich von den Qualitäten sofort überzeugt, in meinen Ohren hat sie sogar das Zeug zur nächsten skandinavischen Indie-Queen zu werden. Die letzten Herbst veröffentlichte Debütsingle I’m Leaving gefällt als waviger Pop. Wie sich die musikalische Eingängigkeit mit düsterem Freiheitsdrang der Lyrics verbindet, verdient Anerkennung. Dieser Tage nun ist die ein weiter Song erschienen. Hollow kommt in Post-Punk-Manier daher, besitzt freilich einen Refrain voll poppigem Charme. Beide Lieder eint, dass eine nach Gothic und Abgründen anmutende Stimmung mit geradezu ohrwurmhafter Leichtigkeit aufgelockert wird. Diese Herangehensweise imponiert mir ungemein. Zusammen mit ihrem Produzenten Mats Björke, seines Zeichens früher bei Mando Diao am Keyboard, hat Naiivi anscheinend einen sehr eigenen, einnehmenden Sound entwickelt. Der in Kürze erscheinende EP Dark Sunshine blicke ich deshalb mit mit großer Vorfreude entgegen. Naiivi ist für mich die erste große Entdeckung des noch jungen Musikjahres 2018!

Dark Sunshine erscheint am 09.02.2018 auf Razzia.

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