Motto des Tages (III): Moby – Mere Anarchy

Alles antreten zur gepflegten Apokalypse! Nicht weniger hat die zarte Electronica-Hymne Mere Anarchy zu bieten. Dem Altmeister Moby gelingt mit diesem schicksalshaften Abgesang einmal mehr der große Wurf. In seinen stärksten Momenten hat Moby nämlich lange schon eine urbane Melancholie des 21. Jahrhunderts definiert. So manche seiner Tracks erzählen von großstädtischer Einsamkeit, gern zu vorgerückter Stunde. Elementare menschliche Gefühlsregungen wirken dabei in einer hochtechnologisierten, in die Zukunft gerichteten Szenerie klein und oft verloren. In einer besseren Welt würde Richard Melville Hall – und nicht das Silicon Valley – Robotern das Träumen und Sehnen beibringen. Im offiziellen Video zu Mere Anarchy wird die düstere Vision einer menschenleeren Welt erzählt, in der monströse Bauten als Hinterlassenschaften fungieren, während der ewige Kreislauf der Natur weiter seinen gewohnten Gang geht. So vordergründig – und gelungen – die Botschaft des Clips auch ausfällt, so zärtlich und in der Betrachtung verloren tönt der Gesang Mobys. Mere Anarchy weiß mit der Apokalypse zu versöhnen, nimmt sie stoisch hin. Und angesichts der Turbulenzen unser Gegenwart gewinnt sich ein Kampf vielleicht erst dann, wenn man die Ohnmacht umarmt, anstatt gleich einem aufgescheuchten Huhn durch die Gegend zu wieseln. Das wäre fraglos erkenntnishafte Anarchie! Und diese gilt es mindestens so herbeizusehnen wie das für Anfang März angekündigte Album Everything Was Beautitul, And Nothing Hurt.

Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt erscheint am 02.03.2018.

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